Rezension: “Das Imperium des Guten”

Von | 25. Juli 2018

(ANDREAS TÖGEL)  Über das Phänomen der Gutmenschen, die eben im Begriff sind, im Namen von Gleichmacherei, Antidiskriminierung, Inklusion, Toleranz und politischer Korrektheit, das „Imperium des Guten“, eine unduldsame Gesinnungsdiktatur zu errichten, wurde schon viel geschrieben. In diesem Buch erfolgt, und das verleiht ihm sein Alleinstellungsmerkmal, die kritische Analyse aus dem Blickwinkel des praktizierenden Christen, auf der Grundlage des Neuen Testaments.

Für Agnostiker und Atheisten wird das Werk deshalb keineswegs von Vornherein uninteressant, da darin die zum Teil absurden, widersinnigen und in jedem Fall autodestruktiven intellektuellen Verrenkungen der den Diskurs beherrschenden Linken, schonungslos und erschöpfend aufgedeckt und rigoros dekonstruiert werden. Dass gute Menschen in Wahrheit das exakte Gegenteil von Gutmenschen sind, wird dem Leser bereits nach wenigen Kapiteln klar. Das Wesen des Bösen ist es eben, im Gewand des Guten getarnt aufzutreten und damit seine Natur zu verschleiern.

Der das gesamte Buch durchziehende Gedanke, dass es allein der Glaube an Jesus Christus erlaube, ein gutes und gerechtes Leben zu führen, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht das ausschließlich auf den Augenblick bezogene Dasein eines hemmungslos amoralischen Hedonisten zu führen, wird seriösen Denkern, die mit Religion wenig oder nichts am Hut haben, mit Sicherheit sauer aufstoßen. Bedenkenswert sind die ausgeführten Überlegungen, die innerhalb eines über insgesamt 18 Etappen geführten und jeweils auf bestimmte Aspekte hin zugespitzten Dialoges angestellt werden, dennoch.

Dass der jeglicher Transzendenz ermangelnde Mensch sich seit der Französischen Revolution an der Stelle Gottes setzt; Dass der doppelt moralinsaure Gutmensch seine angemaßte, stets überlegene Moral über alle Fakten stellt; Dass er mit erbarmungsloser Bosheit und Härte gegen all diejenigen zu Felde zieht, die der Verwirklichung seines im Elfenbeinturm entwickelten Weltbilds vermeintlich oder tatsächlich im Wege stehen, trifft absolut zu und wird durch Wortmeldungen des immer noch nahezu unangefochten über die Deutungshoheit gebietenden Meinungshauptstroms, tagtäglich bestätigt.

Auch für Nichtchristen von Interesse sind jene Passagen, die sich mit der für die christliche Moral sinnstiftenden Bedeutung der Trinität Gottes auseinandersetzen. Fazit: Eine auch aus der Sicht nichtreligiöser Zeitgenossen hochinteressante Lektüre zu einem die Zukunft der westlichen Welt maßgeblich bestimmenden Phänomen.

Das Imperium des Guten / Gutmenschen im Lichte des Neuen Testaments
Peter Gerdsen
Books on Demand, Norderstedt 2018
223 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7460-5628-9
14,90,- Euro

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Ein Gedanke zu „Rezension: “Das Imperium des Guten”

  1. wbeier

    Ein Trend der Zeit: Angesichts von Fragwürdigkeiten der Amtskirche(n) werden wohl Baukästen zur Kreation des ganz persönlichen Zugangs zu Gott notwendig und en vogue. Durchaus vorstellbar, wie manche Christen unter der schlüpfrigen Beliebigkeit ihrer Kirche leiden und Antworten suchen. Das 2.vat. Konzil hat wohl den Anfang vom Ende der von vielen Gläubigen vermissten Prinzipientreue und Dogmatik markiert.
    Könnte dem Agnostiker und Atheisten eigentlich wurscht sein, wenn das niedergehende Christentum der Amtskirchen nicht mit einem Rückgratkrebs des Abendlandes in enger Korrelation stände

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