Rudolf Burger: “Völlig nutzlos sind Zäune nicht”

Sehr lesenswertes Interview mit dem Philosophen Rudolf Burger in der “Wiener Zeitung”: WZ: Kann Europa, soll Europa überhaupt versuchen, dagegen zu arbeiten? Zäune errichten, Grenzen dichtmachen: Lässt sich mit solchen Mitteln eine historische Entwicklung aufhalten.
Burger: Völlig nutzlos sind Zäune nicht, immerhin wurden die ganze Geschichte hindurch Mauern aufgebaut. Ob sie das Problem lösen könnten, weiß ich nicht. Es ist aber das eine, die Unausweichlichkeit einer Entwicklung anzuerkennen, und etwas anderes, diese politisch und argumentativ zu unterstützen.

WZ: Für manche steht der Bau neuer Mauern in Europa im Widerspruch zu europäischen Werten.

Burger: Verzeihen Sie, aber das ist eine Idyllisierung europäischer Geschichte, die an Kitsch grenzt. Gerade die liberale Epoche hat vielleicht keine Grenzen gezogen, aber Grenzen überschritten, und zwar aggressiv und in genau jene Räume, aus denen jetzt die Menschen zu uns kommen. Die Hochblüte des Liberalismus fällt mit dem Imperialismus zusammen.

7 comments

  1. Herbert Manninger

    Egal ob Parlament, Küniglberg oder Künstlervillen – Sperren, Kontrollen, Kameras, und wenn das alles nichts hilft Polizeialarmabteilung mit gezogenen Waffen.
    Nur der ,,Basisbürger” darf keinen Schutz fordern, keine Angst haben…..

  2. Fragolin

    Auch Merkels offensichtlich geistesgestörte Haltung gegenüber der unkontrollierten Invasion ihres eigenen Landes durch Millionen Menschen, ungeachtet, ob es sich dabei um unbescholtene Bürger, Schwerkriminelle, Terroristen oder Geisteskranke handelt, kann man nur als kitschige Idyllisierung der Zustände bezeichnen. Das ganze gipfelt dann in Hinweise, doch öfter wieder beten zu gehen und sich ansonsten an Bob den Baumeister zu halten.
    Mir erscheint das wie Realitätsverweigerung gepaart mit einer gehörigen Portion Cäsarenwahn; diese Frau wird aus meiner Sicht immer mehr zum Fall für den Psychologen.

  3. Reini

    … haben Zäune nicht Frieden gebracht?!… damit jedes Volk ihr eigenes Land hat?! … was passiert wenn sich unterschiedliche Religionen und Völker vermischen?! … ist so nicht der Jugoslawienkrieg entstanden?…. bei Brot und Spiele wird sich keiner aufregen, aber wehe es kommt zur Inflation, Arbeitslosigkeit, Hunger, usw… wie lange wird unsere finanzieller Scheinwelt halten? … wenn im Futtertrog immer gleich viel drin ist, aber die Säue immer mehr werden?

  4. Rado

    @Fragolin
    Abgesehen von blanken Hohn in Merkels Aussage “beten” zu gehen spielt diese Äußerung auf einige Ideen Martin Luthers an. Trotz ihrer Beschränktheit könnte Pastorentochter Merkel diese Geschichte kennen:
    Luther äußerte sich in diesem Sinne auch mehrfach zur zeitgenössischen “Türkengefahr”. Sein Rezept war kurzgefasst: “Beten und Büßen statt Handeln”.
    https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Nachrichten/Kurzmeldungen/Studierendenwettbewerb%202013_Arbeit%20Meer.pdf?__blob=publicationFile

  5. sokrates9

    Fragolin@..diese Frau wird aus meiner Sicht immer mehr zum Fall für den Psychologen. – leider nicht Psychologen – Psychiater! Man kann Naturgesetze nicht außer Kraft setzen. Wenn es keine Grenzen gibt, gibt es das Gesetz der Entropie ( Wärmelehre) das besagt dass ohne Grenzen es immer zu einer Nivellierung kommt! Somit können wir uns auf einen Standard Afrika / Arabien einstellen!

  6. astuga

    Wenn es um Dinge wie TTIP, Atomenergie oder Gentechnik geht stören Mauern, Zäune und Grenzen offenbar nicht mehr – dann sind sie gewollt und werden lautstark eingefordert.

    Nur bei der Migration und dem Erhalt westlicher Kulturen werden sie von einigen als primitiv und störend empfunden.

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