7 Gedanken zu „Rückwirkende Besteuerung von Sparguthaben, kein Problem!

  1. Heinrich Elsigan

    Das oder so was in der Art kann uns durchaus auch bald blühen.
    Sind wir mal ehrlich: Es riecht hier nicht nach Pensions- oder Föderalismus-Reformen,
    die diesen Namen auch verdienen. Die Kosten für Pensionen und Föderalismus
    stiegen seit 2000 immer konstant stärker als das BIP (Wirtschaftswachstum) an.

    siehe: http://aktien-forum.at/forum/dcboard.php?az=show_mesg&forum=124&topic_id=180369&mesg_id=180477

    Ohne Reformen wird die Regierung einen chronischen Bedarf an neuen Geldquellen
    fürs Budget haben. Dadurch wird weniger aus dem Ausland investiert werden,
    da jeder Investor mit Enteignung, bzw. neuen oder höheren Steuern rechnen muss,
    aufgrund eben des chronischen Bedarfs nach neuen Geldquellen der Regierung.

    Spätestens, wenn in 7-10 die ersten Babyboomer beginnen werden in Rente zu gehen
    und bis dahin keine Reformen stattgefunden haben, wirds das Budget 100% sicher
    voll und ganz zerreißen und dann muss radikal gekürzt und enteignet werden.

    Leider ist das Zeitfenster für Reformen sehr kurz, weil es dauert ja auch immer bis Reformen
    zu greifen beginnen.

    Ich beginne langsam um Wunder zu beten und orientiere mich berufsmäßig mehr Richtung Ausland!

  2. Spruance

    Immer, wenn ich höre, daß eine Regierung Geld absaucht (raubt), um damit ‘die Konjunktur anzuregen’, weiß ich, daß ich belogen werde.

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    Das Hauptproblem der “rückwirkenden” Gesetze ist, dass es die Rechtssicherheit untergräbt!
    Wir kennen das auch in Österreich (leider!).
    Und was mich am meisten wundert – gerade in Österreich – dass sich die Verfassungsrechtler, welche sich sonst- gefragt oder ungefragt- um das Wohl Österreichs sorgen (Ironie bitte bemerken), in solchen Fällen mausetot stellen?
    (Dass manche Mitarbeiter in Redaktionsstuben die Brisanz des Geschehens nicht verstehen, gehört zur Medienkultur in Österreich?)

  4. Thomas Holzer

    Die größte Gefahr für private Vermögen, egal welcher Größenordnung, sind nicht Kursverluste, falsche Portfoliozusammensetzung oder schlechtes timing, sondern ist immer die institutionalisierte Gewalt!, welche im Gewand des ach so fürsorglichen Staates daher kommt.

    @Ehrenmitglied der ÖBB
    Dieses Verhalten der Politikerdarsteller nennt man euphemistisch auch Rechtspositivismus 😉
    Außerdem, ist ja alles ganz demokratisch beschlossen worden…………

  5. gms

    “Rückwirkende Besteuerung von Sparguthaben, kein Problem!”

    Ehrlich gesagt befremdet mich die eigentümliche Inkonsistenz in der Argumentation, ist doch sogar unser geschätzter Gastgeber hier im Blog für Vermögenssteuern [1] zwecks Senkung anderer Steuern — ein Umstand, auf den die mitteilungsbedürftige Frontfigur der vereinten linken Spinner in ihrem Videokommentar [2] zutreffend und mit entsprechender Genugtuung hinweist zur Veranschaulichung der Wirksamkeit perpetuierter politischer politischer Agitation, die langsam aber sicher jedes noch so harte Brett durchbohren könne.

    Demgemäß kann sich Kritik seitens des “neoliberalen Zentralorgans” an der Besteuerung von Sparguthaben einzig darin erschöpfen, diese Belastung würde (a) nicht umgehend durch eine Verringerung anderer Steuern ausgeglichen und (b) sonstige Vermögen nicht erfassen, womit Geldbesitz anderen Formen des Eigentums gegenüber schlechtergestellt würde.

    Zum mentalen Nachturnen: Jede Vermögenssteuer ist unvermeidbar rückwirkend!

    Vielleicht aber hat der sich die Augen reibende Liberale beim Durcharbeiten “neoliberaler” Standpunkte das Kleingedruckte übersehen, wonach demgemäß nur jenes Vermögen besteuert werden dürfe, das nach Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes bei gleichzeitiger Abschaffung jeglicher Zuwachssteuern entstanden ist.

    Wer bisher gedanklich folgen konnte, wird auch anerkennen müssen, wonach niemals etwas anderes als Arbeit jemals besteuert wurde und auch besteuert werden kann, ganz egal, unter welchem Titel der Fiskus den Hebel ansetzt. Ohne daß irgendwer irgendwann mal in die Hände spuckt, gibt es nichts, das der Staat einem wegnehmen könnte, will er selbst für den Dümmsten nicht als brutaler Räuber erkennbar sein. Vor der gerechtistischen Umverteilung steht nun mal die Wertschöpfung.

    Misik hat vollkommen recht — Gehirnwäsche wirkt. Anders ist nicht erklärbar, daß selbst intelligente Menschen dem Gewäsch von wegen Entlastung der Arbeit auf den Leim gehen und sich hernach mit dem Beklagen einer Rückwirksamkeit sogar noch tiefer in Widersprüchlichkeiten verwickeln.

    [1] wienerzeitung.at/meinungen/kommentare/498501_Ist-Arbeit-eigentlich-ein-uebles-Laster.html
    [2] Misik beruft sich auf C.O., ab Minute 07:40
    derstandard.at/2000001694934/EU-Europa-kommt-auf-den-richtigen-Kurs-aber-nur-sehr

  6. he23 - Heinrich Elsigan

    Lieber Herr gms,
    auch ein neoliberales Zentralorgan denkt manchmal queer und irrt.
    Ich irrte schon viel öfter als Herr Ortner.
    Dafür kam ich auch im Jahr 2000 in den vollen Genuss der Erbschafts-/Schenkungssteuer.
    Bei meinem Glück, werde ich sie sogar wahrscheinlich auch noch ein 2x zahlen können, weil bis dann wird sie – so befürchte ich – wieder eingeführt worden sein.. Naja wenigstens konnte ich die halbe Eigentunswohnung meiner Ex zur Scheidung fast gratis überlassen, da kam ich mit 3.000€ richtig günstig davon. Ein anderer, der vielleicht 5 Jahre später ehelich scheitert, kommt dann plötzlich auch in den Genuß von neuen Steuern.

    Man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort Vermögen bilden, verschenken oder erben, ein par Jahre früher oder später kann leicht in die hundertausende oder gar Millionen gehen.

    Dieser Zustand der vollkommenen unkontinuierlichen Steuerbeliebigkeit (der erste zahlt ordentlich zum Zeitpunkt x, dazwischen wurde die Steuer bis zum Zeitpunkt y aufgehoben, danach zahlt man dann Länge x Breite) passt gut zu unserem nicht nach Leistung, sondern nach Parteiideologien und teilweiser Beliebigkeit ausgerichteten Staat, wo für jeden Bürger Glück und der Zufall für sein persönliches Geschick doch auch eine beachtliche Rolle spielt.

  7. he23 - Heinrich Elsigan

    P.S.: ich bin der Ansicht, dass der Staat eigentlich für Stabilität und Kontinuität sorgen sollte, da die Wirtschaft ohnedies dynamisch zyklisch schwankt. In Österreich wird der Bürger, so glaube ich schon fast, aber stets härter von den Schwankungen und der Beliebigheit der Steuern und anderer Gesetze durch den Staat mehr getroffen, als durch starke dynamische Wirtschaftsschwankungen

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