Salzburger Finanzskandal: Nur 49 Monate später….

(LUKE LAMETTA) In der Finanzaffäre muss die Hauptbeschuldigte Monika Rathgeber mit einer ersten Anklage rechnen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Betrugs des Katastrophenfonds abgeschlossen. (ORF.on) – Na bitte. Hat doch nur 49 (neunundvierzig) Monate gedauert. Jetzt vielleicht doch eventuell, möglicherweise, gegebenenfalls Erhebung einer (ersten) Anklage (auf einem Nebenkriegsschauplatz). Und zwar gegen das Bauernopfer. Der Hofrat in Pension, Mister Brenner in der Schweiz und Landesgabi mit “irgendwas” in der Kammer versorgt. Obs jetzt ein paar 100 Millionen Euro Verlust oder Gewinn waren am Ende? Hats noch wer verfolgt? Details. Irrelevant. Andere Konsequenzen so? Modernes Rechnungswesen für Länder und Gemeinden statt Kameralistik aus der Steinzeit? Transparente Kommunalfinanzen? Ah geh, wozu!

6 comments

  1. Thomas Holzer

    @Luke Lametta
    Also bitte!
    “unsere” gewählten Politikerdarsteller können und -vor allem- dürfen wirklich nicht für alles, was sie beschließen, unterschreiben, veranlassen, die Verantwortung übernehmen. Wo kämen wir denn hin, wenn ein Politikerdarsteller vor Unterschriftsleistung auch noch das, was er unterschreibt, liest?! Das ist wirklich zu viel verlangt.

  2. Luke Lametta

    Irgendwie interessiert das aftermatch zu solchen Skandälchen regelmäßig keine Sau mehr. Ich weiß wirklich nicht, was dabei jetzt rauskam, zwischendurch warens dann offenbar mal 100 Mio. Euro capital gains statt 540 Mio. Euro Miese. Obwohl irgendwelche Gold-Optionen im südafrikanischen Rand an die Wand gefahren wurden und -die allein- knapp 100 Mio. Euro kosteten. Smoke & Mirrors.

  3. Rennziege

    Nur eine Frage von Dutzenden Monaten, bis auch Millionen für die Exhumierung W. A. Mozarts aus einer noch zu suchenden Grabstätte aufgewandt werden. Schließlich könnt’ (oder möchert’, gööö?) das Woiferl jå eppes gwusst und im Gwånd vasteckt håm, wås de heitign Wåhrer vo’ sein’ Nåchlåss kompläät exculpieren tatert. Und sei’ Constanze woa sowieso a H …
    A Hofråt åba måcht nia nix fålsch. Niemåls.

    P.S.: Nach Lektüre im deutschsprachigen Internet: Metternichs Zensur, die ja nicht ganz auf seinem Mist gewachsen war, war liberaler als die heutige gegelte und politisch korrekt gezähmte Presse. In diversen hehren Redaktionen soll’s ja Schreiber geben, wie ich aus alten Gefilden höre, die vor Dienstantritt tief hinab in den Feinripp blicken, ob sich nicht eins der Kurzen und Lockigen (just them by their short and curly, and you’ve got ’em) in die falsche Richtung gekräuselt habe — vorauseilend gehorsam halt, wie sich europäischer Journalismus schon seit Jahren gebärdet, um den Job zu behalten, dabei aber unbekümmert lügen zu dürfen …

    Jeder Mensch hat seinen Preis, sagten schon die alten Römer. Selten war der billiger als heute. Damals riskierte man jedoch noch Kopf und Kragen, zumindest aber lebenslange Ächtung, so man SPQR (und damit sich selbst) bestohlen hatte.
    Heute gilt so was als Kavaliersdelikt — die überfällige weibliche Form will erst von Dutzenden Genderlehrstühlen in Österreich (in Deutschland gibt’s schon +200) verantwortungsvoll und gründlich erforscht werden.

    Wie wir alle wissen, gereift durch Erfahrungen an der Alma Mater Rudolphina, deren frühen Folgen wir mit knapper Not zu entkommen vermochten: Für akademische Meriten in den sogenannten Sozialwissenschaften von heut’ (was immer die seien) reicht Blah-Blah der eher volksschulhaften Einfachheit, Hauptsach’, es ist gegendert, geschwängert* und politisch angepasst. Und wehe, man kriegt kein buntes Baby!

  4. Luke Lametta

    Kleines Gedankenexperiment: Jede Menge Ö-Kommunen “zocken”, das ist einfach Fakt. Die Gemeinden haben oft unglaublichen Unsinn in ihren kameralistischen Büchern, die oft nur der Ortsmufti samt Getreuen so richtig überblicken. Je größer die Gemeinde und je “professioneller” allfällige Beratung, desto Kraut und Rüben (hohe Provisionen) finden sich oft unter den Aktiva, teilweise echt anspruchsvolle Produkte, obwohl den herkömmlichen Gemeinderat mit Sicherheit bereits die Rohstoffspekulation rein fachlich überfordert (meistens auch noch derivat per CFDs etc., aber “beim Öl” hat ja “jeder ein Gefühl”, kommt ja 2x im Jahr etc. – so jedenfalls der Klassiker).

    Worauf will ich hinaus: Probabilistisch betrachtet wird die Median-Kommune sicher etwas verlieren bzw. “underperformen” und große Verluste (Wien, NÖ, Linz, Salzburg, Hartberg…) werden ja mit schöner Regelmäßigkeit auch bekannt (wenn final nicht mehr verheimlichbar, qua schierem Ausmaß oder infolge von “mark to market”-Bilanzierungsdruck).

    Rein logisch, Gauß’scher Mathematik und einer in der Praxis zu beobachtenden buy-and-hold Präferenz folgend, müsste es, insbesondere in der Brechstangen-asset inflation seit Frühjahr 2009 (aber auch davor in vielen, vielen Phasen) aber auch durchaus -viele- ‘erfolgreich’ spekulierende Kommunen geben (und wenns nur ‘windfall profits’ und ‘market performances’ sind) – einzelne gar mit spektakulären Renditen und Profiten. Davon hört man aber -nie- etwas. Mir ist kein einziges Beispiel geläufig. Klingt komisch, ist aber so. Das finde ich etwas seltsam. Und gleichzeitig wieder nicht..

    Ich bin mir sehr, sehr sicher: Es gibt sie. Was ich andeuten will? Ja, genau das. Null Transparenz, kaum Haftungsrisiken und mit der Kameralistik ein Werkzeug bei der Hand, mit dem man ziemlich viel Unsinn anstellen kann, dazu Herz und Nieren der Finanzen (also abseits von Kragenweite “Kanalgebühren”) oft supervidiert von zwei bis vier Augen…

    Wir erinnern uns: Gefehlt haben die 17 Venetia-Millionen lange keinem (bis heute unauffindbar), auch die anfangs mit 340 Mio. Euro angegebenen Rathgeber-Millionen waren bloß “book losses”. Und “book profits” muß ja schließlich keiner wissen, nach den Buchstaben des Gesetzes schon zweimal nicht. Und vielleicht findet sich ja doch ein Weg, wie mans zu “Prämien” in der eigenen Tasche transzendieren lassen kann. Mittel und Wege, elegant genug, um nie Ärger zu bekommen gibts grundsätzlich genug… – ein besonders anschauliches, mal ganz nüchtern durchgespieltes Gedankenexperiment in der Geschmacksrichtung “Quis custodiet ipsos custodes?”. Sorry to break it to you – aber die verlieren nicht alle…

  5. menschmaschine

    @ luke lametta

    Interessante Gedanken, fürwahr. Wohl wert, dass sie untersucht oder zum Bleistift von unerschrockenen Journalisten recherchiert würden. Aber oje: die sind leider bei uns nicht vorhanden.
    Wer nicht für den Medienkonzern, der im Besitz der Kirche steht, arbeitet, der hackelt für Blätter, die von den Inseraten des Kanzlers leben. Und bittschön, da muß man schon Verständnis haben, aber die Hand, die einen so gut füttert, beißt man doch nicht. Des ghört sich einfach nicht.

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