3 comments

  1. CE___

    Die erste Frage die sich mir stellt ist in welches “Land in Asien” denn genau Novartis die Pencillin-Produktion hinverlagern wollte.

    In die VR China, oder in ein anderes, möglichst mit dem Westen verbündetes asiatisches Land?

    Da ich stark annehme dass es sich um die totalitär-kommunistische VR China handelt, finde ich diese konkete Massnahme der Bundesregierung vertretbar.

    Das was sich die VR China in dem ersten Halbjahr 2020 geleistet hat ist eine (fast fortlaufende) Sauerei in menschlicher, wirtschaftlicher, diplomatischer, wissenschaftlicher, ja eigentlich fast jedweder, Hinsicht, und die haben die Maske fallen lassen wer die wirklich sind.

    Ich sehe mich vollkommen als Freihändler, jedoch heisst das nicht seine Vorsicht und sein Hirn an der Garderobe abzugeben, nur weil zuvorderst “es billig ist”, vor allem hinsichlich solcher Player wie einer VR China, die keine Sekunde in Krisenzeiten zögert Produkte der Medizin und persönlichen Sicherheit als diplomatische Waffe einzusetzen um irgendwo einen politischen Vorteil zu ergattern, und es damit sogar in der Endabrechnung (ja ich weiss, wie altmodisch) für die Opfer, pardon Kunden, sich als allerteuerst herausstellt.

    Ein Abzug dieser (letzten) Produktion aus Europa nach, wie ich schätze, VR China, wäre für mich eine strategische Gefahr für Europa, und die Planung alleine schon dessen seitens Novartis ist ein Affront gegenüber Europa, wenn europäische Konzerne durch solche Aktionen es einer VR China ermöglichen Erpressungspotential gegenüber Europa aufzubauen.

    Die einzige Frage stellt sich ob die Politik hier die richtige Message an Novartis gegeben hat und € 50 Mio nötig sind anstatt das Novartis etwaige Mehrkosten selber schluckt, meinetwegen unter Marketing verbucht. Wenn die Konzerne eh’ freiwillig in das mit harter Hand regierte VR China investieren, naja, harte Hand gegenüber diesen Firmen kann eine Regierung in Europa auch zeigen, und das sage ich auch als Aktionär.

  2. Johannes

    “Die Versorgung mit Penicillin für ganz Österreich auf ein Jahr wäre sichergestellt – zu deutlich geringeren Kosten. Nur, das wäre halt politisch (Stichwort: Jobs) weniger profitabel gewesen.“

    Könnte es ev. sein das dieser Denkansatz außer Acht lässt das in Kundl (wenn es die letzte Produktionsstätte in Europa ist) für ganz Europa und darüber hinaus produziert wird.
    Dann wäre also indirekt eine Umwegrentabilität durch Steuereinnahmen möglich.

    Niemand weiß mit welchen Lockangeboten China arbeitet, eines ist für mich aber ganz sicher, medizinische Produkte in diesem Bereich, nicht in allen, sind von einer strategischen Bedeutung. Wer diesen Markt kontrolliert, kann, wenn es notwendig ist, damit politischen Druck aufbauen. Gerade bei China zeigt sich in den letzten Jahren eine enorme Bereitschaft politisch dominant und beherrschend aufzutreten.
    China sammelt weltweit Schlüsselindustrie ein und wird wenn es soweit ist nicht davor zurückscheuen diese Macht auszuspielen.

    Europa muss auf der einen Seite Druck auf Unternehmen ausüben hier zu produzieren und auf der anderen Seite dafür sorgen, dass die Perspektiven für die Firmen interessant sind.
    Mit dem in letzter Zeit eingerissen Hass auf Konzerne wird das natürlich nicht funktionieren.

  3. astuga

    Gute Argumente, würden wir in der besten aller Welten leben, wo es alle immer nur gut meinen und fair sind.
    In der realen Welt ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss alles aus Österreich bzw Europa auszulagern.

    Insofern kann man zumindest etwas von China lernen – ihr wollt hier Geschäfte machen, dann produziert auch hier.
    Das wäre eine Aufgabe der EU.
    Aber gut, was ist von Brüssel schon zu erwarten…

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