8 comments

  1. ricbor

    Fleischi vergißt, dass Schröder in Hannover leben muss. Das ist Strafe genug.

  2. Rennziege

    30. Juli 2014 – 09:33 ricbor
    Wie wahr! Aber der Audi-Kanzler (vier Ringe!) war immer schon fleißig unterwegs. Und nur Wodka kann seinen Kummer darüber ertränken, wie seine Genossen in Komplizenschaft mit CDU/CSU seine Agenda 2010 nicht nur wegschmeißen, sondern in ihr Gegenteil verkehren. Die war nämlich eine heilsame Idee, besonders für einen Sozi, und hat Deutschland für eine Weile wieder gesunden lassen. Vorbei.

  3. gms

    Den guten Seemann erkennt man bei hohen Wellen. Es verwundert daher auch nicht, wenn angesichts der aktuellen Großwetterlage nun zunehmend Autoren mit bislang untadeligem Ruf sich als Luftmatratzen-Skipper entpuppen, und einen Artikel nach dem anderen direttissima auf die intellektuelle Standbank setzen.

    Jan Fleischhauer: “Es gibt keine Schuld wegen schlechten Umgangs, Schuld muss immer individuell zugerechnet werden. Aber Sanktionen sind kein strafrechtliches Mittel. Es geht nicht darum, ein in einem ordentlichen Verfahren festgestelltes Fehlverhalten zu ahnden, sondern um eine Geste der Ächtung.”

    Behauptet wird also die Zulässigkeit seitens des Staates, Individuen mit Zwangsmaßnahmen zu belegen, ohne Verfahren, Beweise oder sonstige Mittel, von denen der Bürger bisher annehmen durfte, sie würden seine Rechte vor staatlicher Willkür schützen.
    Und damit diese aberwitzige Behauptung beim Leser auch erfolgreich einsickern kann, rudert Fleischhauer prustend um den Schuldbegriff und verbrämt die Zwangsmaßnahme als “Geste”, welche eher mit Stirnrunzeln, einem gehobenen Zeigefinger oder auch ostentativem Ausspucken konnotiert ist, als mit dem Einsatz des staatlichen Gewaltmonopols und allfälligen Geld- und Gefängnisstrafen, die mit einer Negierung der Sanktionen verbunden wären. Wer Kontosperren als Geste verkauft und zugleich vorgibt, noch bei Verstand zu sein, der wird auch moderate Auspeitschungen durch beamtete Kapuzenträger als Geste zur Beibehaltung der Psychohygiene einer Gesellschaft durchgehen lassen müssen.

    Fleischhauer: “Wer seinen Teil dazu beiträgt, ein Gewaltregime am Leben zu halten oder von der Nähe zu diesem Regime profitiert, soll zu spüren bekommen, dass solche Nähe nicht nur Vorteile hat.”

    Blickte Fleischhauers Wetterradar über die Dimension eines handelsüblichen Bierdeckels hinaus, sähe er gewiß auch Regime wie Saudiarabien, sicherlich hätte er auch noch plakative Sprüche über Bastarde vor Augen, die im englischen Original den wohlfeilen Nachsatz enthielten “but they are our bastards”.

    Lob verdient der Hohlspiegel-Kolumnist, von dem man annehmen konnte, er hätte mit seinem Buch “Unter Linken” erfolgreich bewiesen, den sozialistischen Beschuß während seiner Jugend ohne bleibende Lecks zwischen den Ohren überstanden zu haben, einzig und allein für die fehlerfreie Durchgängigkeit, mit der er sich nun einsetzt für staatliche Sanktionierung waschechter Gesinnungsverbrechen.
    Daß Fleichhauer aber für seinen erschreckenden Rückfall in linke Ismen nicht mehr als pars pro toto ein Meer an gestenhaft gestreckten Mittelfingern ernten kann und darf, ist eine Pointe, die er nach seiner Retardierung von der Edelfeder zum zersplissenen Gänsekiel als Allerletzter verstehen wird.

  4. Rennziege

    Es könnte auch ein Ukas der Luftmatratzenskipper der “Spiegel”-Chefetage sein, die immer öfter wechselt und den Linksdrall des Blattes vertieft. Oder vielleicht hat Erbe Jakob Augstein ein Machtwort gesprochen, um Jan Fleischhauer auf Blattlinie zu bringen. Und “Unter Linken” lebt sich’s im Journalismus halt bequemer.

  5. Thomas Holzer

    @gms
    “Behauptet wird also die Zulässigkeit seitens des Staates, Individuen mit Zwangsmaßnahmen zu belegen, ohne Verfahren, Beweise oder sonstige Mittel, von denen der Bürger bisher annehmen durfte, sie würden seine Rechte vor staatlicher Willkür schützen.”

    Diesen und ähnliche Sätze dürfen Sie aber in den Foren des “Der Substandard” nicht schreiben, habe soeben erfahren dürfen, daß dieser mein Satz
    “Nur Politiker kommen auf die Idee, für deren eigenes Versagen andere zur Rechenschaft zu ziehen! Sanktionen sind nichts Anderes”
    diskriminierend und verhetzend ist, und mir daher untersagt wurde, auf “DerSubstandard.at” Beiträge zu veröffentlichen 😉

    Bin ich froh, daß diese Sprach- und Gedankenpolizei noch nicht mehr Machtbefugnisse hat.

  6. gms

    Teure Rennziege,

    “Oder vielleicht hat Erbe Jakob Augstein ein Machtwort gesprochen, um Jan Fleischhauer auf Blattlinie zu bringen. Und “Unter Linken” lebt sich’s im Journalismus halt bequemer.”

    Ganz so einfach ist es leider nicht.

    Nur 24% des Spiegels werden von der Erbengemeinschaft (nach August Augstein) gehalten. Jakob ist zwar Vorstand dieser Gemeinschaft, doch nachdem diese Gruppe nichtmal eine Sperrminorität beim Spiegel hat, ist er dort ohne Einfluß.

    Zugleich hat Augstein hinsichlich MH17 eine andere Meinung, als seine diesbezüglich grell irrlichternden Zunftkollegen. (24.07. “Sicher ist im Fall des abgeschossenen Flugzeugs MH17 nur: 298 Menschen sind tot. Der Rest ist Politik. Wir nennen Putin den Täter – aber sind wir seine Richter? Seien wir ehrlich: Die Frage nach der Schuld bringt nichts.” [1])

    Auch greift hinsichtlich Ukraine das Links-Recht-Kriterium nicht mehr, sind es in Deutschland doch ausgerechnet “Die Linken”, die dem Irrsinn des Westens am Heftigsten entgegen treten, während ausgerechnet die vormals friedensbewegten Grünen kriegsrhetorisch immer höhere Levels erreichen.

    Konnte man früher Dispute noch aufdröseln mit der Frage, wer die besseren Argumente hätte, trennt in Sachen Ukraine die streitenden Lager der Punkt, ob Argumente überhaupt eine Rolle spielen sollten. Mit einem Gregor Gysi etwa werde ich nie auf einen gemeinsamen Zweig kommen, welche gesellschaftliche Entwicklung vorteilhaft ist und welche nicht, doch werden wir uns ohne jedwede Abstriche sofort auf einen Punk einigen können: “Gentlemen agree on facts”.

    Die außenpolitische Lufthoheit hat inzwischen eine eigentümlich verwaschene Mitte, bestehend aus einer gewandelten CDU auf der einen Seite, den ebenfalls umgestrickten Grünen und der SPD in der Mitte. Und diese ungustige Mischung regiert das Land mit (oder im Auftrag) der Bild-Zeitung , deren kostümierte Derivate in Gestalt von Spiegel, Welt, FAZ usw. den vermeintlich Gebildeten vormachen sollen, sie konsumierten bessere Medien.

    [1] spiegel.de/politik/ausland/malaysia-airlines-mh17-und-putin-jakob-augstein-ueber-die-schuldfrage-a-982680.html

  7. gms

    Thomas Holzer,

    “Bin ich froh, daß diese Sprach- und Gedankenpolizei noch nicht mehr Machtbefugnisse hat.”

    In Diktaturen alten Schlages waren die Bürger leise, zumal der Staat deren Aussagen pönalisierte. In modernen Diktaturen darf — von wegen Meinungsfreiheit — der einzelne Bürger sich zwar noch äußern, erleidet aber nicht minder eine Strafe inform jener virtuellen Gummizelle, in die er von der vierten Gewalt im Staate buxiert wird.

    Die fünfte sich inzwischen bildende Macht im Staate sind Selbsthilfegruppen wie wir, denen das Verschmelzen der anderen vier Mächte gewaltig gegen den Strich geht. Daß der Staat und dessen tippenden Wasserträger diesem versuchen Souveränitätsrückgewinn der Bürger nicht tatenlos zusehen, zeigt sich an der Initiative der vereinten Medien- und Lobbygruppe Österreichs rund um den Verleger Christian Mucha und seiner Kampagne “Gegen Hasspostings”.

    Wer glaubt, es handle sich her um einen Nice-Try der sattsam bekannten Zampanos, verkennt die jüngsten Entwicklungen, hat doch Medienminister Ostermayer von Anfang an und vor wenigen Tagen auch der Justizminister das Thema im Sinne der Lobbygruppe aufgegriffen und Neuregelungen angekündigt. Berichtet wurde darüber im Zusammenhang mit anonymen Schmähungen in Foren wieder Heinisch-Hosek und deren Rechtfertigung der Tschänderung der Bundeshymne.

    Ironie am Rande: Ausgangspunkt der Entwicklung waren Postings im Standard wider Mucha und den verstorbenen Dichand. Aufgedoppelt wurde es um kommerzielle Streitigkeiten zwischen dem Standard und Mucha rund um Inserate und deren Abgeltung. Dagegen, daß beim Standard inseriert wird, richtet sich die immer noch laufende Kampagne, ist dieser doch vorgeblich die größte Haß-Ventiliereinrichtung.

  8. LePenseur

    @gms
    Zu Ihren obenstehenden Postings kann ich nur anerkennend meinen Hut lüpfen! Sie haben leider völlig recht: unsere Staatsverbrecher und ihre Handlanger-Journaillisten lassen sich die Deutungshoheit nicht so leicht aus der Hand winden.

    Solange freilich auch (an sich durchaus wackere) Männer wie C.O. oder A.U. allsogleich, wenn in die transatlantische Dromete getrötet wird, in Devotionsbücke gehen, dürfen wir uns keiner Illusion hingeben, daß diese beiden (und viele andere) sich nicht insgeheim näher mit all den Fleischhauern (und Fleischhackern) dieser (Meiden-)Welt verbunden und -bandelt fühlen, als mit der schnöden Wahrheit …

    Schau’n S’ — die Wahrheit interessiert in Wahrheit doch eh keinen! außer (was die Wirtschaft betrifft) ein paar Altliberale und (für’s andere) Wertkonservative … und die könnt’ man aus ganz Österreich problemlos in einem Heuschober unterbringen. Viel mehr sind’s net. Der Rest gibt sich mit Wahrheitsattrappen zufrieden.

    Kommentare von obiger Qualität würd’ ich mir auf meinem Blog wünschen (Sie sind übrigens herzlich eingeladen, dort wieder zu posten)! Obwohl:

    ja, der Herr Fleischhauer… “Willfähriger Lohnschreiber” trifft es schon ganz gut; ‘Medienhure’ wäre eine weniger höfliche Bezeichnung für die Profession dieses Mannes

    meinte ein Kommentarposter auf meinem Blog auch nicht eben untreffend …

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