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Ägypten: Die Rückkehr der Diktatur

(ARNULF JURSA) Der Arabische Frühling, der ja ganz am Anfang ein echter Aufstand des Volkes gegen jahrzehntelange Korruption und Unterdrückung war, verdankte nicht zuletzt seine überraschend schnelle Verbreitung auch dem Einfluß des katarischen Senders Al Jazeera.
Es gibt dazu auch einen Witz: Drei der ehemaligen ägyptischen Präsidenten, Gamal Abdel Nasser, Anwar El-Sadat und Hosni Mubarak, begegnen sich in der Hölle und befragen sich gegenseitig nach ihrer Todesursache. Nasser sagt “Gift”, Sadat antwortet “Attentat” und Mubarak “Al Jazeera”.
Seit der letzten 15 Jahre, die Al Jazeera aus Katar sendet, Weiterlesen

Realismus statt romantischer Frühlingsgefühle

(C.O.) US-Aussenminister John Kerry am Wochenende in Ägypten zu Gast. Samstag bestätigt Kairo 183 Todesurteile gegen Moslem-Brüder, am Sonntag sagt die US-Regierung weitere Hilfsgelder für das ägyptische Regime zu. Kann sich übrigens noch jemand an den von Europas linken Intellektuellen so umjubelten “arabischen Frühling” erinnern?

Die Kunst des Todes

“…Aufruhr und Chaos herrschen in grossen Teilen der islamisch-arabischen Welt. Der kurze Traum eines demokratischen Aufbruchs hat sich in einen Albtraum verwandelt. In den meisten Ländern drängen totalitäre, islamistische Gruppen an die Macht, durch Wahlen oder mit Waffengewalt. Sie agieren selbstsicher und skrupellos. Die weltlichen, mittelständischen Kräfte sind in der Minderheit und politisch unerfahren, und den Islamisten ist nicht entgangen, dass auf Amerikas Präsidentenstuhl eine Hamlet-Gestalt sitzt, die viele Reden hält, aber davor zurückschreckt, die westlichen Interessen im Orient und anderswo zu vertreten und notfalls mit robusten Mitteln durchzusetzen…” (mehr hier)

Tahir wird Tienanmen

Die Ägyptische Armee veranstaltet in Kairo ein kleines Massaker mit 42 Toten: Tahir wird Tienanmen, sozusagen. Europas Intellektuellen und Medienleuten, die einst von einem “Arabischen 1989″ halluziniert hatten und von einer “Revolte der Generation Facebook” fällt dazu nur ein  Schweigen ein, das freilich ziemlich laut dröhnt.

Die Angst vor der Moderne im Orient

“…Nach Jemen wäre Syrien das zweite Land der Region, das an den Folgen des «arabischen Frühlings» und damit am Ruf nach Teilhabe an der politischen Macht zerbricht. Gefallen an dieser Entwicklung fänden jene Jihadisten, die den gesamten Orient zu einem supranationalen islamischen Verbund umgestalten wollen….” (Exzellente Analyse in der NZZ)