Schlagwörter: Kollektivismus

Die Auferstehung einer üblen Idee

(von Josef STARGL) Kollektivistische Ideologien, Überlegungen und Wertvorstellungen erfreuen sich (wieder) einer größeren Wertschätzung. Sie sind mit der Idee des Vorranges der Gemeinschaft gegenüber dem Einzelnen und mit einer Ein- und Unterordnung des (unmündigen) Individuums verbunden. Sogar die Vorstellung, dass es eine „Freiheit“ nur im Kollektiv gibt, feiert eine „Auferstehung“ – obwohl sie stets in die Knechtschaft führt(e).

In den Schulen werden „Team-Modelle“ propagiert, in denen das WIR und eine kollektive Verantwortung, die Idee einer (angeblichen) Verantwortung der Gemeinschaft, im Mittelpunkt stehen.

Auch im Staat fordern die linken Meinungs-, Wahrheits-, Tugend- und Gesinnungswächter mehr Kollektivierung und mehr Gleichschaltung des gesellschaftlichen Lebens.

Die Propagandisten einer Zentralisierung in der Europäischen Union verkünden, dass „wir gemeinsam stärker sind“.

Vertreter eines politischen Islam ersehnen ein Leben im „Umma-Kollektiv“. Die „Völkerwanderung“ ist zu einem Instrument einer antibürgerlichen, einer antiindividualistischen und einer antiliberalen „Revolution“ geworden.

Die (zukünftigen) Bürger werden im Versorgungsstaat für ein Leben in Verantwortungslosigkeit, für eine paternalistische Betreuung, für eine Bevormundung und Fürsorge „sozialisiert“.

Die zentralen Botschaften der Kollektivisten lauten „Fremdbestimmung statt Selbstbestimmung“ und „Verantwortungslosigkeit statt Eigenverantwortung“. Das hat enorme Auswirkungen auf Problemlösungen und auf den Einsatz von Ressourcen. Der Kollektivismus ist stets mit Ineffizienz und mit einer Wohlstandsvernichtung verbunden.

Der Kollektivismus schafft Ämter und Posten. Er fördert eine Beziehungskultur und eine Günstlingswirtschaft.

Sonderinteressenorientierte Planer, Konstruktivisten, Bürokraten, Funktionäre, Regulierer und Interventionisten aller Parteien und Verbände sind Experten im Schaffen von neuen Problemen durch eine antiliberale und antisubsidiäre „Kaskadenpolitik“.

Kollektivisten pflegen die egalitaristische Idee von (mehr) Ergebnisgleichheit durch eine (angeblich) „sozial gerechte“ Zwangsumverteilung.

Die negativen Folgen der interventionistischen Politik der „offenen Grenzen“ und der (antimarktwirtschaftlichen) „offenen Geldtaschen“ (mit Geld aus dem Nichts!) zeigen deutlich, dass Zwerge, die auf einem Berg stehen, Zwerge bleiben. Sie betreiben eine Wohlstandsvernichtungspolitik, da sie das Elend des (supranationalen) Interventionismus nicht erkennen (wollen).

Während Politiker im Versorgungsstaat und in einer Zwangsumverteilungsunion ihre Macht durch Schulden und durch immer mehr Zwangsumverteilung sichern (wollen), erkennen zahlreiche Bürger, dass sie durch die ungerechte Umverteilung von Einkommen und Vermögen immer mehr Wohlstandsverluste erleiden beziehungsweise von einer Vermehrung des Wohlstandes ausgeschlossen werden.

Die Ideen von gemeinsamen Schuldenpapieren der Eurostaaten und von „Helikoptergeld“ (im Versorgungsstaat) zeigen, dass die Konkursverschleppungspolitik, die Enteignungspolitik und die (auch versorgungsstaatliche) Kapitalvernichtungspolitik fortgesetzt werden sollen.

Die „Anmassung der Zwerge“ kennt keine Grenzen. Sie wollen weiterhin den Wohlstand durch Fehleingriffe im Rahmen eines Konzeptes „konsumorientierter Politik“ vernichten statt das Privateigentum, eine Vermögensbildung, eine Kapitalbildung und Investitionen als Voraussetzungen für eine höhere Produktivität und für den Wohlstand zu fördern.

Die (supranationalen) Globalsteuerer beabsichtigen nach wie vor, dass die Bürger die von den (politischen) Zwergen verursachten Krisen mit ihren Ersparnissen bezahlen.

Die Verschleierung wirtschafts- und geldpolitischer Irrtümer und Fehler löst keine Probleme, sondern sie fördert neue Probleme – auch wenn die Zwerge behaupten, dass sie (kaskaden-)interventionistische Problemlöser sind.

Supranationale und nationale Zwerge sollten bescheidener und enthaltsamer agieren. Die Bürger sind es, die den Wohlstand erwirtschaften (können). Sie würden sich schon darüber freuen, wenn sie dabei von den Zwergen weniger behindert werden.

Es ist zu hoffen, dass immer mehr Bürger das „Elend des Kollektivismus“ und die „Anmassung der Zwerge“ erkennen.

Eine offene Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung verlangt weniger Aufgaben, weniger Einnahmen und weniger Ausgaben des Staat(enverbund)es, eine marktwirtschaftliche Geldpolitik sowie mehr Vertrauen in die individuelle Freiheit, die mit Eigenverantwortung, mit einem unternehmerischen Denken und mit mehr Wertschätzung des Wettbewerbes verbunden ist.

Das Versprechen einer vollen Absicherung von Risiken durch die Gemeinschaft und einer (weitgehend) leistungsfreien Erfüllung von Ansprüchen kann nicht eingehalten werden. Die kollektivistische Zwangsumverteilungsideologie ist zum Scheitern verurteilt.

Reden wir weniger über die Freizeit und mehr über die Arbeit, über Lern- und Leistungsbereitschaft, über Lern- und Leistungsfähigkeit und über die tatsächlich erbrachten individuellen Leistungen.

Zitat zum Tag

Niemand, der den Vorwurf scheut, die Weltgeschichte verschlafen zu haben, kann noch länger von einem möglichen ‚Mischsystem’ reden, so als ob es sich hier um etwas ‚Drittes’ handele, das uns erlaube, der oft unbequemen Wahl zwischen Marktwirtschaft und Kollektivismus als Prinzipien der wirtschaftlichen Ordnung auszuweichen. (Wilhelm Röpke)