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Wenn der Westen nun auch noch anfängt, Kolumbus-Statuen zu stürzen, schafft er sich selber ab

“…..Ein Tag, zwei Ereignisse. Vergangenen Freitag fand zum ersten Mal seit 1935 wieder ein Freitagsgebet in der Hagia Sophia statt, von Recep Tayyip Erdogan inszeniert als Triumph des Islam über den dekadenten Westen; fast zur selben Stunde wurde auf Anordnung der Bürgermeisterin Lori Lightfoot die 1933 von der italienischen Community initiierte Kolumbus-Statue in Chicago nach andauernden Protesten entfernt. Unterschiedlicher könnte der Umgang mit Geschichte nicht sein, und doch zeigt sich in beiden Attitüden der Geist unserer Zeit…. Konrad Paul Liessmann in der NZZ, hier

Religionskritik, warum denn nicht?

Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben. (K.P.Liessmann)

Des Wählers Wille

“….Dass die FPÖ mit ihrer chauvinistischen und xenophoben Rhetorik genau jene Wählerschichten erreicht, die sich von der herrschenden Politik ebenso wenig angesprochen fühlen wie vom Vokabular und von den Attitüden der Meinungseliten, ist allerdings nichts Neues. Neu ist, dass mit diesen Ressentiments die Hälfte der Wähler mobilisiert werden konnte. So viele ungebildete Männer gibt es nicht einmal in Österreich. Hier würde es sich doch lohnen, ein wenig genauer hinzuschauen. Gespalten ist das Land deshalb aber nicht. Es hat sich nur ein bisschen Weiterlesen