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Pfründe sichern, ein antifaschistisches Projekt?

(CHRISTIAN ORTNER) Seit am Sonntag der FPÖ-Kandidat ein außerordentlich beachtliches Ergebnis erzielte und damit recht gute Chancen auf ein Büro in der Hofburg hat, scheinen sich Kommentatoren und politische Analytiker darin einig zu sein, dass die rot-schwarze Koalition eine Art “Dead Man Walking” ist. Spätestens nach den Nationalratswahlen 2018 sei, so der Konsens, nach einem Wahlsieg der FPÖ eine blaue Kanzlerschaft nicht mehr zu verhindern und damit die politische Nachkriegsordnung Geschichte. Angstlüstern ist die hyperventilierende Schnappatmung Weiterlesen

Achtung, bundesweiter Weichei-Alarm!

(CHRISTIAN ORTNER) Gehört es im Europa des 21. Jahrhunderts noch zu den Verpflichtungen eines Mannes, eine ihm nahestehende Frau im Fall des Falles mit Gewalt gegen einen oder auch mehrere Angreifer zu beschützen, wenn sie in der Öffentlichkeit physisch bedrängt wird?   Seit ruchbar wurde, dass bei den Gewaltexzessen der Kölner Silvesternacht gesunde, kräftige Männer hilf- und vor allem tatenlos zusahen, wie ihre Partnerinnen übel bedrängt worden sind, hat das deutschsprachige Feuilleton Weiterlesen

Die Mitschuld der Medien am Willkommens-Karneval, Teil II

Michael Fleischhacker, Ex-Chef der „Presse“ und Leiter von “nzz.at” , fand meine letzte Kolumne „unbehaglich“. Eine Replik von Christian Ortner.         Geschätzter Michael Fleischhacker, es betrübt mich sehr, dass Du nach Lektüre meines letztwöchigen Kommentars an dieser Stelle („Die Mitschuld der Medien am verrückten Willkommens-Karneval“) nicht nur „Unbehagen“ und „Irritation“ verspürt hast, wie Du es beschreibst, sondern diese unerquicklichen Emotionen offenbar intensiv genug waren, dass Du sie Deinen Lesern in einem ausführlichen Text unter dem Titel „Trostpreisträger“ zur Kenntnis bringen mußtest.
Nun, ich hoffe, es hat Dir Erleichterung gebracht Weiterlesen

“Gleichheit ist Junk food”

“……Dass Gleichheit als politisches Ziel alles andere als unbestritten ist, zeigt schließlich das Streitgespräch zwischen der linken Aktivistin Barbara Blaha und dem liberalen Kolumnisten Christian Ortner, zu dem die “Wiener Zeitung” bat. Während Ortner “einen Tick zu viel Gleichheit” in Österreich konstatiert, fordert Blaha die Überwindung des Kapitalismus.” (Zum Streitgespräch hier)

Respekt füreinander nach saudischer Art

Presseaussendung des Wiener Saudi-Dialogzentrums: “Der Rat der Mitglieder, das Direktorium (Board of Directors), der Generalsekretär und die Mitarbeiter des King Abdullah Bin Abdulaziz Internationalem Zentrums für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog drücken mit großem Bedauern ihre Kondolenz für den unschätzbaren Verlust an die Bevölkerung von Saudi Arabien aus. Am 23. Jänner 2015 verstarb Seine Majestät, der Wächter der zwei heiligen Moscheen von Mekka und Medina. King Abdullah Bin Abdulaziz war ein renommierter religiöser Führer, ein engagierter Friedensinitiator und ein standhafter Advokat für den Dialog zwischen Menschen von verschiedenen Religionen und Kulturen, um tiefes Verständnis und Respekt füreinander zu fördern. – Na klar, deswegen wird in Saudi-Arabien ja auch ein Blogger, der für den Dialog zwischen den Religionen gibt, zu  10 Jahren Knast und 1000 Peitschenhieben verurteilt. So geht “Respekt füreinander”.

Deutsche, kauft mehr griechisches Hightech!

(KLAUS KASTNER) Vor Jahren hatte es Zeiten gegeben, als ich dachte, Peter Michael Lingens und Christian Ortner wären sich in weltanschaulichen Themen recht ähnlich. Damit ist es vorbei, seitdem Lingens Deutschland zum Hauptproblem Europas erkoren hat (PROFIL vom 25.10.2014) und Ortner daraufhin diesen Artikel mit spitzer Zunge als „originelle Theorie“ würdigte (Die Presse vom 31.10.2014). Selten hat man Gelegenheit, die beiden Argumentationslinien, die heutzutage Ökonomen von nah und fern auseinander dividieren, in so klarer und eloquenter Art und Weise dargestellt zu bekommen. Auf der einen Seite ein gemilderter Elder Journalist, der sich im Alter ganz offensichtlich viel mit John Maynard Keynes und mit dem „new economic thinking“ progressiver, größtenteils angelsächsischer Intellektueller beschäftigt. Auf der anderen Seite das kompromisslose Sprachrohr Weiterlesen

Legalize it!

(C.O.) Würde ein Unternehmen jahrelang an einem unbrauchbaren Geschäftsmodell festhalten, das außer Verlusten nichts produziert, landeten dessen Eigentümer und Manager wohl entweder vor dem Konkursrichter oder dem Sachwalter. Doch genau diesem absurden Geschäftsmodell folgt seit Jahrzehnten die Drogenpolitik der meisten Staaten: Sie kostet enorm viel Geld, bewirkt genau nichts Weiterlesen

Schluß mit dem verlogenen Saudi-“Dialogzenztrum”!

Ein vernünftiger Entschließungsantrag der Grünen im Wiener Parlament: Die Bundesregierung wird ersucht, angesichts der unfassbaren Menschenrechtsverletzungen in Saudi Arabien zu überprüfen, ob die im „Abkommen zwischen der Republik Österreich und dem Internationalen König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog über den Sitz des Internationalen König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Österreich“ genannten Grundlagen wie Ziele des Zentrums – gegenseitiger Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen religiösen und kulturellen Gruppen – vom Vertragspartner Saudi Arabien verletzt werden und für den Fall, dass Saudi Arabien nicht bereit oder in der Lage ist, religiöse und kulturelle Toleranz innerstaatlich zu garantieren, das genannte Abkommen aufzukündigen.

Eine Regierungserklärung, die wir nie hören werden

(C.O.) Liebe Wählerinnen und Wähler, wie Sie wissen, haben sich die Spitzen der großen Koalition im September zu einer streng vertraulichen Klausur in Altaussee getroffen. Der Grund dafür waren letztlich Sie und der Ärger, den Sie in den vergangenen Monaten über uns und unsere Arbeit verspürt haben und der auch uns nicht verborgen Weiterlesen

Macht Strache die Rechnung ohne den Wähler?

(C.O.) Mit seiner vermutlich ironisch gemeinten, aber jedenfalls ziemlich verunglückten legendären Formulierung, wonach die Juden “kein Volk” seien, und wenn, “dann ein mieses”, (“Spiegel”, 17. November 1975), käme Bruno Kreisky wohl heute nicht einmal mehr in der FPÖ gänzlich ungestraft Weiterlesen