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Trump und unser Hochmut

“…..Nach Monaten des Vorwahlkampfes hat unsere Empörung über Donald Trump etwas Überflüssiges: Er sagt etwas Unverschämtes, und wir greifen uns erschrocken an die Perlenkette wie feine Damen, wenn bei Tisch einer das Butter- mit dem Tafelmesser verwechselt. Doch das Überraschungsmoment ist vorbei. Und vor allem: Trump kam nicht aus dem Nichts. Es hat Warnsignale gegeben. Wir dachten lange, scharfsinniger Spott und Verachtung reichten aus, um einen wie ihn in die Schranken zu weisen. Nichts hat geholfen: keine Satirenummer, kein tadelnder Leitartikel, keine Häme über Trumps Haare. Tatsächlich glaubten wir ja eine Weile, allein diese Frisur werde alles Schlimmere verhindern. Doch Trump und die anderen Autoritären wurden immer erfolgreicher und selbstbewusster. Es könnte sein, dass das an uns liegt….” (weiter hier)

Wider die unsägliche Deutschtümelei!

Während rechtspopulistische Panikmacher der Bevölkerung Angst vor Islamisierung und Terrorgefahr einreden, wendet sich Adrian Lobe auf ZEIT online heroisch gegen die wahre Gefahr, die unserem Land droht: die Deutschtümelei. Im letzten Hort der Reaktion, der noch immer nicht mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden konnte, frönt man unverfroren dem Deutschsein: auf dem Volksfest. Hier wird noch gegrölt und gesoffen wie weiland im Bürgerbräukeller, das Bierzelt dient weiterhin als „Bollwerk gegen die Moderne“, Kerle tragen Lederhosen und schamlose Frauenzimmer Dirndl – „die Frau als leicht bekleidetes Objekt der Verfügbarkeit“, sexistische Kackscheiße also, wie wir Helldeutschen das in den sozialen Netzwerken des Internets zu nennen Weiterlesen

„Wir waren geradezu beseelt von der historischen Aufgabe“

” Wir (Medien, Anm.) waren aber zumindest in der Anfangszeit geradezu beseelt von der historischen Aufgabe, die es nun zu bewältigen galt. Von der Bild-Zeitung, die sogar die Parole der Autonomen übernahm („Refugees welcome“), bis – jedenfalls anfänglich – zur Zeit, die noch vor dem 4. September eine Titelgeschichte mit der Zeile „Willkommen“ brachte. Damit einher ging die Missachtung der Ängste in der Bevölkerung. Noch problematischer war die kritiklose Übernahme der Erklärungen einer Bundesregierung, der nun jedes Wort recht war, sich etwas nachträglich schönzureden, was in Wirklichkeit ungeplant passiert war. Dazu gehörte insbesondere der Satz, dass man Grenzen nicht schützen könne, es sei denn, man würde den Schießbefehl wieder einführen, und dass in unserer veralteten Gesellschaft nahezu jeder Flüchtling schon bald eine Bereicherung sein werde. Die Folgen sind bis heute zu spüren: Es gab eine beispiellose Vergiftung der Gesellschaft und einen Vertrauensverlust gegenüber den Eliten und den im Bundestag vertretenen Parteien. Es gibt das Erstarken einer rechtspopulistischen Bewegung. Ganz nebenbei ist im Diskurs über die Flüchtlingsfrage auch die Fähigkeit zur Differenzierung verkümmert….” (“Zeit”-Chef Giovanni die Lorenzo, hier)

Im Jammertal der Qualität

“…….Verehrte Qualitätsjournalisten! Lassen Sie mich eingangs sagen, dass ich diesen Begriff, den Sie für sich ausgewählt haben, um sich von irgendeinem verachteten Untergrund zu differenzieren (wenn er nicht dabei ist), ausgesprochen albern finde. Es ist daher wahrscheinlich, dass er mir etwas ironisch herausrutscht. Kein Richter, Rechtsanwalt, Schriftsteller oder Musiker würde auf die Idee kommen, sich öffentlich als “Qualitätsjurist, -musiker usw.” zu bezeichnen, Weiterlesen

Die Angst der Politiker vor den Särgen

“Den Terror zu besiegen bedeutet, dass wir im Westen damit leben müssen, wenn Särge mit Soldaten zurückkommen. Davor haben nicht nur die Mütter, davor hat jeder Politiker Angst. Denn das kann er vor seinen Wählern nicht verantworten. Das kann man verstehen. Aber was ist mit unserer Verantwortung für den Frieden? Wir sind im Westen nicht mehr bereit, Opfer zu bringen. Es ist eine Lüge, wenn wir sagen, wir wollen mit aller Härte gegen den Terror vorgehen – denn wir gehen kein Risiko ein….” (hier)

Heil Welcome!

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der linksliberalen Hamburger “Zeit”, berichtet in seinem dieswöchigen Leitartikel von Gesprächen, die “Zeit”-Redakteure mit zahlreichen Asylwerbern geführt haben – und aus denen sich zeigt, dass etwa 50% der “Refugees” deutliche Sympathien für Adolf Hitler haben. In diesem Sinne: Welcome! (Pdf hier, letzter Absatz)