Schopenhauer, Kurz und #stolzdrauf

Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein (Artur Schopenhauer)

2 comments

  1. Thomas Holzer

    Diese Kampagne zur “Förderung” des Nationalstolzes ist sicherlich nicht billig………..aber dies braucht doch den Herrn Kurz nicht zu kümmern, missbraucht er doch nicht sein Geld, sondern das der Steuerzahler

  2. A. Felsberger

    Mein Gott! Jetzt muss der Alte mit dem Pudel auch noch herhalten um die behauptete Dichotomie zwischen Liberalismus und Nationalismus zu rechtfertigen. Liberal sein, hiess, historisch betrachtet, immer national zu sein, ganz einfach, weil sich der Kampf nach Bürgerrechte nicht im luftleeren Raum abspielen konnte, sondern den bürgerlichen Staat als Grundlage hatte. Zu glauben, das eine vom anderen trennen zu können, ist einer der grossen historischen Verirrungen und erinnert an die Schimäre vom internationalen Proletariat, das sich auch von aller Staatlichkeit abkoppeln sollte. Es war der Weltmarkt, die Zunahme der Kommunikatiosndichte und der Beweglichkeit der Einzelnen, die diese liberale Anti-Staats-Phantasie erzeugte, die nun in dem Chaos mündet, das wir tagtäglich bestaunen dürfen. Mises und Hayek, genauso wie Marx, diese bedauerliche Migrantenschicht hat den absurden Gedanken in ihren Köpfen geboren, ohne zu begreifen, dass er Ausfluss unendlichen Leids falls Vertriebener oder unendlicher Arroganz falls Vermögender ist. Niemand kann nicht national sein, und die Geschichte ist angetreten das der Menschheit zu lehren. Man hat nur die Wahl: angesehener Citoyen (Stadtbürger = nationaler Bürger) oder verschmähter Bourgeois (nicht-nationaler Weltbürger) zu sein. Und wer die Stimmen der Zeit hört, der weiss in welche Rechtung der Zug fährt: Der Bourgeois wird vom Citoyen solange verfolgt werden, bis nichts von seinen Gedanken übrig bleibt. Man kann das bedauern, man kann es verurteilen, aber man sollte es zur Kenntnis nehmen und sich nicht hinter einem Philosophen verstecken, der sich seines Status als Citoyen sicher war. Was man bei ihm finden wird, ist, wie Nietzsche wusste, nur Ressentiment des Zukurzgekommenen und Lächerlichmachung alles Andersartigen. Man kann leicht über das Nationale spotten, wenn man im nationalen Frankfurter Bett liegt.

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