Schröder, Deripaska und die “zweifelhaften Geschäftsmethoden”

Weil der damalige Kanzler Gerhard Schröder 2005 den russischen Unternehmer Oleg Deripaska getroffen hat, herrscht in Deutschland nun Aufregung. Denn: der Bundesnachrichtendienst BND hatte dem Kanzler von dem Treffen abgeraten, wie heute der “Spiegel” berichtet. Ein Beamter des Berliner Kanzleramtes hat 2005 notiert: “Nach BND-Berichten gibt es Hinweise auf Verbindungen mit der Organisierten Kriminalität, die über das für Spitzenvertreter der russischen Wirtschaft ‘normale Maß zweifelhafter Geschäftsmethoden’ hinausgehen.” Verbindungen hat Deripaska auch nach Österreich: er hält über sein Investment-Vehikel Rasperia Trading Ltd 19,4 Prozent am Baukonzern Strabag des österreichischen Industriellen Hanspeter Haselsteiner.

6 comments

  1. Der Realist

    da brauche ich keinen BND, bei solch riesigen Vermögen, und das in kurzer Zeit, wird es wohl nicht nur die sprichwörtlichen Leichen im Keller geben

  2. Rennziege

    Die Aufregung über Gerd Schröder überrascht mich. Er hat doch genau das gemacht, was Politiker aller Couleurs mangels vermarktbarer Qualifikation tun: Links blinken und rechts abbiegen. Und vier gescheiterte Ehen gehen halt ins Geld. “Pecunia non olet”, sprach bekanntlich Kaiser Vespasian, immerhin der Erbauer des Kolosseums, als er öffentliche Zahl-Klos einführte — fairerweise sei gesagt: nicht um seine persönliche Geldkatze aufzufüllen, sondern die des Staates, den er in arge Schulden getrieben hatte. Was ihm zumindest teilweise gelang.
    Interessante Aufbereitung des Themas, lesenswert: Warum gelten privat, beruflich und politisch ahnungslose Drohnen plötzlich als Experten, sobald sie sich auf einen vorderen Listenplatz intrigiert haben?
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wenn_kaspar_zu_besuch_kommt
    Das soll Demokratie sein? Man staunt Bauklötze.

  3. Reinhard

    @Rennziege

    Die deutsche Sozialdemokratie tickt etwas anders als die österreichische; das liegt auch daran, dass die deutschen Sozialisten eher aus einem kleinbürgerlichen Milieu sprießen, während die hiesigen knallstramme Kommunisten sind. Deutsche Sozen kennen Marx nur oberflächlich und haben niemals kommunistische Landebahnen geküsst.
    Deutsche Sozen sind Pragmatiker, österreichsiche sind Pragmatisierte.
    Für deutsche Sozialdemokraten ist Eigentum etwas, was sich Menschen hart erarbeiten müssen. Für hiesige ist Eigentum Diebstahl.
    Ich finde, das sagt alles.

  4. Reinhard

    Schröder ist ein von narzisstischer Selbstherrlichkeit strotzendes Alphamännchen. Er hat Merkel fast im Alleingang den Weg in’s Kanzleramt gepflastert, indem er sie öffentlich verächtlich machte. Die Deutschen wählten Merkel damals nicht wegen ihrer hohen Kompetenz, dazu war Kohl’s “Mädschen” zu unbekannt, sondern sie hatten die Schnauze gestrichen voll von der Präpotenz und Selbstherrlichkeit des Unsympathlers Schröders.
    Von Schröder zu erwarten, er würde auf “Warnungen” oder “Ratschläge” hören, kann auch nur dem “Spiegel” passieren. Schröder tut das, was Schröder für richtig hält. Der Rest ist primitive Beinpinkelei, weil Schröder es wagt, immer noch gut Freund mit Putin zu sein, wo dieser von Springer und Burda doch zum politischen Paria erklärt wurde. Was soll’s? Und wenn er gut Freund mit Kim Dingsbums Sturmlocke ist, auch egal.
    Ab mit der nächsten Sau durch’s Dorf…

  5. oberösi

    “zweifelhafte Geschäftsmethoden”? Etwa wie die: nur um für Verantwortliche und Profiteure Schlimmeres zu vermeiden und die Schuld zu vernebeln, eine völlig kaputte Bank zurückzukaufen und den Schaden 1.1 dem Steuerzahler umzuhängen.
    Um nach getaner Arbeit auf dramatische Weise wegen angeblich lebensgefährlicher Erkrankung zurückzutreten aus der dafür hauptverantwortlichen politischen Position und von einem der Hauptprofiteure des Deals mit einem feudalen Lehen samt Jägermeister-Titel in der Provinz bedacht zu werden? Sie haben recht, wenn das keine Mafiamethoden sind, was dann?

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