Schulden machen reich – Die wirre “Neue Geldtheorie”

Innerhalb weniger Monate stieg die sogenannte „Modern Monetary Theory“ (MMT) von fast vollständiger Unbekanntheit zu notorischer Prominenz auf. Der Auslöser für den Start zur Berühmtheit der sogenannten Modernen Geldtheorie kam durch den Plan zustande, mit dem die Demokratischen Sozialisten von Amerika einen „Green New Deal“ finanzieren wollen. Die Sozialisten bezogen sich auf die „Modern Monetary Theory“, um zu begründen, dass die gewaltigen öffentlichen Ausgaben für das Projekt finanzierbar seien. mehr hier

5 comments

  1. Kluftinger

    Akademische Kartenhäuser sind meist nicht sehr stabil gebaut.
    (Aber manchmal schön anzuschauen.)

  2. Falke

    Wes Geistes Kind diese Frau Barley (englisch “Gerste”, Grundstoff für die Erzeugung von Bier) ist, hat sie ja wohl zur Genüge mit ihrem Auftritt als “Freiheitsstatue” bewiesen. Als Heiko Maas als Justizminister abgetreten ist (um sich und Deutschland als Außenminister auch international lächerlich zu machen), glaubte man, es kann nicht mehr tiefer gehen. Man sieht: es kann.

  3. Johannes

    Den Venezolanern kann scheinbar die MMT nicht helfen, dort wird zwar auch fleißig Geld gedruckt aber der Verlust des Wertes ist schnellen als das Drucken.
    Die USA praktizieren MMT jetzt schon und nur weil der Dollar Weltwährung ist geht es scheinbar gut.
    Aber China arbeitet seinerseits bereits daran den Dollar abzulösen.

    Der Glaube an den Wert des Geldes macht es erst zu einem anerkannten Zahlungsmittel, ist der Glaube an seinen Wert verloren so ist das Geld bedrucktes Papier. Wenn jetzt ein Staat oder Staatengebilde ( USA, EU) unbegrenzt Geld druckt so kann man es seiner eigenen Bevölkerung vielleicht eine Zeit lang verkaufen.
    Aber die Welt besteht aus Blöcken und wenn Russland kein Vertrauen in das europäische Zahlungsmittel hat wird es kein Gas liefern. China wird dann nicht bereit sein für europäisches bedrucktes Papier seine Rohstoffe oder Produkte herauszugeben.
    Für die Ölstaaten hätte europäisches Geld nicht mehr Wert als der Sand seiner Wüsten.
    Kurzum die MMT ist ein Hirngespinst welches die Rechnung ohne den Wirten macht und wäre schon längst der Goldstandard wenn sie funktionieren würde.

    MMT ist eine Form von Kommunismus denn der reale Gegenwert des Papiers – nennen wir es Geld – könnte nur dann als solcher verbucht werden wenn er im Besitz des Staates ist. Ist er im privaten Besitz unterliegt er einer Spekulation und könnte so ins Bodenlose fallen. Es würden dann beispielsweise so viele Wohnungen gebaut, mit geschenktem Geld, bis ein Überangebot herrscht und dann wären die Verdienstmöglichkeiten bei null und das weitere Interesse am Bau, der Erhaltung oder der Vermietung ebenfalls.

    Nur der Staat könnte dann für NULL arbeiten, wie in den ehemaligen Kommunistischen Staaten.
    Langfristig würde das Interesse sich anzustrengen ebenfalls auf NULL gehen.
    Jene Staaten welche die wichtigen Rohstoffe haben würden an jene liefern welche “echte“ Gegenwerte bieten und so würden Staaten mit MMT langsam verelenden, eben wie Venezuela.

  4. Manfred Moschner

    Doch, doch – Schulden machen tatsächlich reich.
    Allerdings bleibt zu untersuchen, wen sie tatsächlich reich machen.
    Darauf gibt es im wesentlichen zwei Antworten.
    1) Reich werden jene, die von der Zinsmarge leben können. Das sind nicht jene, die Privatkredite vergeben. Auch nicht jene kleine Banken und Kapitalsammelstellen, die im lokalen Rahmen Kredite vergeben.
    Es sind jene Günstlinge, die aufgrund ihrer privilegierten Stellung Zugang zu großen Mengen von Fiat-Geld haben und daher in Dimensionen verleihen können, bei denen selbst mit kleinen Margen noch große Gewinne erwirtschaftet werden können. MaW: die Finanzoligarchie
    Eine Bedingung: Die Bezahlung der Zinsen muss über ein effektives Durchsetzungssystem gewährleistet werden. Dies bedeutet für die Schuldner mittel- und langfristig: sie müssen in einem effektiven System der Schuld-Knechtschaft gehalten werden.
    Interessante Perspektive: die US-demokratische Akademia als Apologetin der Finanzoligarchie und der Schuld-Knechtschaft

    Das ist voraussichtlich nicht beabsichtigt. Daher kommt Variante 2 in Betracht:
    2) Reich werden jene, die Schulden machen, diese aber niemals zurück zu zahlen gedenken, und auch niemals zurück zahlen.
    Der Gewinn der Schuldner ist somit der Verlust der Gläubiger.
    Nicht nur aus rechtsstaatlicher Sicht bedenklich; das Strafrecht hat dafür klare Antworten:
    – Schuldner, die schon zum Zeitpunkt des Eingehens der Schulden beabsichtigen, diese gar nicht zurück zu zahlen, nennt man Betrüger.
    – Schuldner, die erst zu einem späteren Zeitpunkt diese Absicht entwickeln, begehen Untreue.

    Jeder Aufruf, solche Straftaten zu begehen, wird im Strafrecht als gleichwertig wie die Begehung der Tat selbst gewertet.
    Jeder Pseudo-Intellektuelle, der sich unter dem Deckmantel der Wissenschaft solcher Straftaten schuldig macht, gehört entsprechend auf den Boden des Rechtsstaates zurück geholt – inklusive Aberkennung aller akademischen Würden. Angesichts der Höhe des potentiellen Schadens kommt als Strafmaß ohnehin nur das jeweilige Höchstmaß in Frage. Auch ein akademisches Mäntelchen kann/soll nicht vor Strafe schützen.
    Allerdings muss die akademische Kamarilla nur mit einer Bestrafung rechnen, wenn die aktuellen Machthaber nicht bereits jene sind, die diese Straftaten zu begehen beabsichtigt.

    Eine sehr persönliche Bemerkung:
    Eine der Begründungen für die MMT ist die Aussage, “der Staat … kann nicht in Bankrott gehen”.
    Dieses Argument taucht alle 20 – 30 Jahre regelmäßig auf und ist ein Zeichen dafür, dass ihre Verwender nicht nur die Realität verweigern, sondern auch aus den Arbeiten ihrer akademischen Vorgänger nichts gelernt haben.
    Gegen Ende meines Studiums wurde mir gleich an mehreren Wirtschaftsuniversitäten eingebläut: “Sovereign risk is zero risk.” Wenige Monate nach Eintritt ins Berufsleben begann eine ganze Serie südamerikanischer Länder in Bankrott zu gehen. Was das makroökonomisch bedeutet, durfte ich hautnah bedeutet.
    Was es mikroökonomisch bedeutet, hat Johannes in seinem Beitrag sehr anschaulich geschildert. Das Elend der betroffenen Bevölkerungen kann man aber gar nicht ausreichend beschreiben.
    Am Ende profitieren vom Staatsbankrott nur jene, die sich meist mit Gewalt oder Tücke Realvermögen aneignen und den Großteil der Bevölkerung knechten – also wieder jene Gruppe, die landläufig als “Oligarchen” bezeichnet werden.

    Damit schließt sich der Kreis: Wie man es dreht, immer gewinnen mit diesen krausen Theorien die Oligarchen.
    Ist es wirklich das Ziel der Vertreter der inkriminierten Theorie, Oligarchen zu produzieren bzw “reich werden zu lassen”?
    Dann ist die Theorie gar nicht so wirr, wie sie dem Normal-Bürger zu sein scheint.
    Sie verfolgt ein klares Ziel.
    Es war immer schon Ziel bestimmter Kasten, am Ende selbst zu Oligarchen zu werden.

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