Schulden, Schulden, über alles in der Welt….

“…….184.000 Milliarden Euro: Auf diese kaum vorstellbare Zahl beläuft sich die Weltverschuldung. An und für sich ist diese Zahl eben nur eine Zahl. Gefährlich ist dagegen die Dynamik, die hinter ihr steckt: Vor sieben Jahren betrug die Weltverschuldung 130.000 Milliarden Euro: Sie ist in dieser kurzen Zeit also um 41% gestiegen. Besonders dynamisch hat sich dabei die Staatsverschuldung mit einem Plus von 76% entwickelt, während die Schulden der privaten Haushalte „nur“ um 21% gestiegen sind….” (hier)

3 comments

  1. Fragolin

    @m
    Wenn Sie einem, sagen wir mal, Griechen 1000 Euro Kredit geben, dann hat der Grieche 1000 Euro Schulden. Haben Sie Ihr Guthaben noch? Oder nur Verbindlichkeiten, von deren Uneinbringlichkeit man ausgehen kann?
    Vor Allem, wenn Sie als Bank die 1000 Euro auch nicht haben sondern dem Griechen nur 1000 Euro Gutschrift geben, also durch die Kreditvergabe die 1000 Euro erst entstehen, die Sie ihm geben, die Sie von ihm aber niemals wiedersehen…
    Willkommen im Luftgeldland!

  2. gms

    m,

    > Heißt das dann nicht aber auch 184.000 Milliarden Euro Guthaben auf der anderen Seite?

    Im realen Leben heißt es das tatsächlich.

    Im realen Leben können aufsummiert beliebig hohe Schulden entstehen. Wird ein Dollar reihum um den Globus weiterverborgt und wandert dergestalt durch die Taschen jedes Erdenbürgers, stehen einem realen existierenden Dollar die Schuld von rund acht Milliarden gegenüber. Problematisch? Nein.

    Relevant im realen Leben sind aufsaldierte Schulden, bloß ist damit allein auch noch kein Blumentopf gewonnen. Entscheidend ist nämlich, ob es für den Anspruch auch eine Gegenleistung geben kann. Als die Welt noch in Ordnung war, bezogen sich Banknoten auf Handfestes, beim Dollar war es eine bestimme Menge in Silber. Wer sich nichts anderes darum kaufen wollte, löste den Schein ein und ging mit der Münze nachhause.

    Heute bekommt man für einen Dollar ziemlich exakt einen Dollar, zumal man auf nichts anderes ein verbrieftes Recht hat. Das ist so, weil der Staat das so sagt. Zugleich sagt er, daß nur eine Monopoleinrichtung das Recht hat, Dollars herzustellen, und zwar in beliebiger Menge.

    Demgemäß können Zentralbanken auch beliebig hohe Forderungen generieren, indem sie nicht mehr Handfestes verleihen, sondern heiße Luft, von denen Leute in der freien Wildbahn glauben, sie könnten dafür etwas beziehen.

    Was hat es jetzt mit Schuldgeld generell aufsich?

    In einem Geldsystem, wo das zentrale Monopol nichts von Belang herstellt und dies zu beliebigen Konditionen seinen Schuldnern überlassen kann, können auch saldiert beliebig hohe Schulden entstehen, weil Reichtum nur vorgegaukelt wird. Der flächenddeckende Betrug ist offensichtlich, aber die Leute haben sich schon so daran gewöhnt, daß sie das nicht in Frage stellen.

    Kann Geld nur durch Schuld enstehen? — Im Prinzip ja, weil, solange es sich nicht um greifbares Warengeld wie Münzen, Biberfälle oder Zigaretten handelt, es immer nur einen Bezugsschein darstellt. Geld in dieser Form ist eine Verbriefung, es ist ein Versprechen auf eine Leistung. Wer nun nicht sein Haus oder sein Auto im Supermarkt an der Kassa abgeben will, kann sein Eigentum bei Privatbanken zu Geld machen. Statt der Zettel “Ein Haus mit Garten” oder “Ein VW-Golf” kommt deren Geldwert in Umlauf, und wenn der Schuldner umfällt und seinen Hypothekenzahlungen nicht nachkommt, verwertet die Bank als haftender Geldemittent das Eigentum des Schuldners.

    Beim Fiatmoney der Zentralbanken fehlt jeglicher Bezug zum Realen, sie verleihen etwas, was es nicht gibt und dessen Uneinbringlichkeit sie nicht jucken würde.
    Beim Giralgeld der Geschäftsbanken ist entweder ein Sachwert hinterlegt, oder wenn es sich um uneinbringliche (sic!) Schulden handelt, weil etwa das Haus, anders als beschrieben nur eine Hundehütte war, oder es müssen Eigenmitteln der Bank daran glauben. Bei echtem Geld gibt es eine kurze und halbwegs sichere Haftungskette zur einforderbaren Schuld.

    Sound Money vs. Fiatmoney. Mit echtem Geld ist die saldierte Schuld begrenzt mit Sachwerten einerseits und dem, wie weit sich Private beim Verbriefen aus dem Fenster lehnen wollen. Geschäftsbanken können pleitegehen wie jeder andere nicht staatlich gedeckte Betrüger, und das wiederum limitiert die mögliche und saldierte gesamte Verschuldungshöhe ganz entscheidend.

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