Schule: Die Stunde der Wohlfühl-Lehrer

(JÜRGEN POCK) Der Wahlkampf ist noch nicht bei der Bildung angekommen. Und wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bis 15. Oktober auch nicht. Mit Bildungspolitik ist beim Stimmvolk kein Stich zu machen. Das wissen alle Parteien nur zu gut. Aber auch Nebenschauplätze dienen dazu, gesellschaftspolitische Umerziehungsprojekte im Sinne der eigenen Wertauffassung zu forcieren. Besonders wenn man in der intensiven Wahlkampfphase eifrig damit beschäftigt ist, bei den wahrlich drängenden Themen wie Massenmigration, Islamisierung und Sicherheit möglichst nicht anzustreifen. Während also Kern die besagten Anliegen standhaft ausblendet und tabuisiert, schickt er seine beiden Vorzeigefrauen aus, um hie und da auch politisch brache Felder zu beackern.
Kurz vor Schulbeginn hat sich die SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid zu Wort gemeldet. Keine gute Idee. Viel sei in Sachen Bildung in den vergangenen 15 Monaten auf Schiene gebracht worden. Eine ganze Liste voller Errungenschaften könne sie aufzählen, so die Oberösterreicherin. Sie meint damit wohl den als Bildungsreform verkleideten Bürokratiewitz, der unter anderem die sogenannte Neue Oberstufe (Nost) umfasst. Hier haben sich die verantwortlichen Experten und progressiven Pädagogen darüber den Kopf zerbrochen, wie man das Sitzenbleiben künftig nahezu abschaffen kann.

Ergebnis: Anders als derzeit muss nicht das Schuljahr insgesamt positiv abgeschlossen werden, sondern jedes Semester. Die Idee dahinter: Wenn etwas schwierig erscheint, dann dankt man nicht darüber nach, wie man den Schülern das Schwierige erfolgversprechend beibringen könnte. Stattdessen schafft man entweder schwierige Inhalte ab oder sägt so lange am System, bis es genügend Wohlfühl- und Gefälligkeitscharakter aufweist.

Die moderne Pädagogik verdrängt den Leistungsgedanken mit dem Hinweis auf die schwere Belastung, welche auf den Heranwachsenden lasten würde. Erleichterung und Oberflächlichkeit werden von der linken Erziehungsattitüde als progressiv popularisiert. Nicht anders wäre die Heranzüchtung von konformen und damit anspruchslosen Generationen möglich. Im besten Fall eine entindividualisierte Gesellschaft. Die Schulen selbst befinden sich ob des fortschrittlichen Vorstoßes allerdings nicht im berauschten Zustand. Mehr als 90 Prozent der Schulen haben die Neue Oberstufe erstmal auf die lange Bank geschoben.

Ganz von der eigenen Gesinnung vereinnahmt, spricht Hammerschmid ferner davon, dass die Gesamtschule schon auf Schiene sei. Auch wenn die Gesamtschule bundesweit nur von 15 Prozent aller Schulen erprobt werden darf. Die SPÖ ist sich ihrer Umerziehung zum Guten sehr sicher – willkommen bei den Ideologen der schönen neuen Bildungswelt. Natürlich geht es der Sozialdemokratie nicht um Bildung, auch wenn das Deckmäntelchen der Chancengleichheit gegenteiliges betonen soll. Das eigentliche Ziel ist der unselbstständige, abhängige, verwertbare und ideologisch angepasste Schulabgänger. Für Weltanschauungskrieger wie Hammerschmid steht nicht das eigenverantwortliche Individuum mit differenzierter Prägung an erster Stelle, gefragt ist aus Sicht der roten Bildungsideologin ein nivellierter Funktionserfüller – auf Kosten des Staates natürlich.

Auch aufschlussreich: Den Lehrermangel will die Bildungsministerin unter anderem damit kompensieren, dass sich fortan fachliche Quereinsteiger in den Neuen Mittelschulen austoben dürfen. Sozialarbeiter werken dann in den Volksschulen herum. Mit sogenannten Quereinsteigerstudien seien die Wohlfühllehrer bestens gerüstet für ihre indoktrinären Lehraufgaben. In Zeiten, da Bildung den Geist nicht mehr unabhängig, sondern kritiklos machen soll, ein durchaus potentes Rezept.

9 comments

  1. Daniel B.

    “Nicht anders wäre die Heranzüchtung von konformen und damit anspruchslosen Generationen möglich.”

    Sozialisten basteln wieder einmal an dem “neuen Menschen”. Blitzblank im Hirn und klimaschonend.

  2. Thomas Holzer

    Immerhin fordern die Neos 500 Millionen pro Jahr für die Bildung 😉
    Merke: Nicht Qualität ist gefragt, sondern nur Quantität

  3. KTMTreiber

    Demnächst “Wildcards” für Quereinsteiger (warum soll ein Installateur, der ja wahrlich Ahnung vom “Rohrverlegen” hat, nicht Sexualkunde- Stunden supplieren ?) und “Matura-Lotterie” (über die Anzahl der zu verlosenden Maturazeugnisse kann man noch diskutieren). – find ich gut ! 😉

  4. Reini

    die Politik zeigts vor,… mit “Nichtsmachen” kann man Geld verdienen,… und hat man mal einen Fünfer, bleibt im Amt und steigt weiter auf!
    Geld verdirbt die Bildung, umso mehr finanziell gefördert wird umso schlechter das Ergebnis, oder kann man sich “gute Schüler” kaufen? … fürs AMS wird’s schon reichen!

  5. Lisa

    Schule hat seit jeher indoktriniert, selbst in von der Zivilisation noch nahezu unberührten Naturvölkern, wo die Alten der Gruppe die Jungen – auch dort um das sechste/siebte Jahr herum – in ihre Kultur einführen über Klosterschulen, wilhelminische Drillanstalten, kommunistische, faschistische, “antiautoritäre”, konfessionelle und was es sonst da noch an weltanschaulichen Zuchtanstalten für die “zu Erziehenden” gibt oder gab. Eltern will man (=die Gemeinschaft) diese Aufgabe nicht überlassen, darum herrschen strenge Bedingungen für home schooling. Es ist daher anzunehmen, dass auch die benötigten Quereinsteiger mit der “herrschneden Meinung” (der Machthaber) einig gehen müssen, damit sie eine Chance haben, eine Stelle zu bekommen – pädagogische und fachliche Kompetenz wird dabei der Gesinnung untergeordnet, denn es geht darum, die noch formbare Jugend auf ein Erwachsenleben
    in ihrem Sinne zu bilden. Frage: Was sagt uns das über nicht nur erlaubte, sondern auch noch staatlich unterstützte islamische Kindergärten? Da wird doch ein grosse Chance zur Assimilation vertan.

  6. Braquarius

    Ich kann solch einen Schei… schon nicht mehr hören!
    Meine Tochter unterrichtet u.a.Mathematik in einem Gymnasium in Nö (und hat davor in Bayern unterrichtet). Und ihre Schüler? Sehen sie als streng, aber wissen dennoch, wer bei ihr Matura (auch die “neue”) schafft, der kann es wirklich, und nicht nur hingetrimmt auf eine Prüfung.
    Was heißt das? Hoffnung auf die Zukunft!
    P.S. Kein einziger Flüchtilant in den Klassen ( auch nicht in der ersten)…

  7. Falke

    Ich erinnere mich noch gut an das erste TV-Interview von Hammerschmid – ausgerechnet bei Armin Wolf, der sie erstaunlicherweise ganz schön “hergenommen” hat. Er fragte sie, warum nur Maturaergebnisse von “guten” Schulen veröffentlicht werden, diejenigen von “schlechten” nicht. Unter ständigem dümmlichem Kichern versuchte sie, die Antwort zu umgehen, Wolf ließ aber nicht locker, schließlich sagte sie: “Weil wir nur gute Schulen wollen”. Jetzt wissen wir wenigstens, wie die Daten über den “Erfolg” der Schulen zustandekommen.

  8. raindancer

    Lehrer sind sowas wie die Orchideen in der Blumenzucht der Beamten 🙂
    Mittlerweile fast in jedem Haushalt, gehegt und gepflegt, nett anzusehen..äusserst empfindlich, dekorativ, nicht sehr belastbar und vor allem sie tragen keine Früchte.

  9. Mona Rieboldt

    KTMTreiber
    Dann wäre der “Rohrverleger”-Installateur bei den Grünen in D Mitglied. Die haben ganz bestimmte Vorstellungen von Sexualkundeunterricht, z.B. sollen die Schüler lernen, wie man ein Bordell führt. Hier könnten auch Bordellbesitzer als Lehrer arbeiten. Es gibt also viele Möglichkeiten für Quereinsteiger in den Lehrberuf 😉

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