Schule: Hilfe, die Politologen rücken an!

Von | 10. Dezember 2013

(ANDREAS UNTERBERGER) Niemand schlägt den notwendigen Alarm. Aber in den Koalitionsvereinbarungen finden sich weitere Verschlimmerungen des Schulsystems, die noch über die bisher bekannten hinausgehen. Offenbar will die Koalition alle Unsinnigkeiten in einem Aufwaschen durchziehen, sodass die einzelnen gar nicht mehr auffallen. Die Lobby der von Arbeitslosigkeit bedrohten Politologen hat ihr nämlich mit Erfolg einreden können, dass es „schulautonom“ zu einem eigenen Gegenstand „Politische Bildung“ kommen wird. Was ein absoluter Unsinn ist. Und was die Schule noch mehr verschlechtern wird, als es die zahllosen politischen Reformen der letzten Jahre schon getan haben.

Das ist nach der (weiterhin im Protokoll stehenden, wenn auch von Michael Spindelegger offiziell abgelehnten) Gesamtschule bis zum zwölften Lebensjahr der nächste schlimme Anschlag auf die Qualität der Schule. Es wird einen einzige Effekt haben: Die Linke bekommt einen neuen Hebel zur Indoktrination der Schüler in die Hand. Der wird sich als gleich intensiv erweisen wie das ständige Pro-SPÖ-Trommelfeuer der bestochenen Boulevard-Zeitungen.

Die heutige Politologie in Österreich besteht inhaltlich zu 90 Prozent aus einer wirren Mischung von neomarxistischen und feministischen Phrasen. Und personell aus den Dreschern dieser Phrasen.

Wieso hat dann auch die ÖVP zumindest in der Untergruppe dem Einmarsch der Politologen zugestimmt? Wie so oft primär aus Ahnungslosigkeit. Klingt doch „Politische Bildung“ harmlos bis positiv. Hat doch kein ÖVP-Politiker eine Ahnung, was sich unter dieser netten Überschrift verbirgt.

Zugleich sind auch auf ihrer Seite viele sonst arbeitslose Politologen in die Beraterstäbe eingedrungen. Das ist etwa auch am massiven Linkskurs der Politischen Akademie der ÖVP während der letzten Jahre nachweisbar.

Diese vielen Politologen in den diversen, auch schwarzen Politikerkabinetten haben jedes Interesse, sich und ihren Studienkollegen endlich Jobmöglichkeiten zu verschaffen. Und sie haben naturgemäß wenig Interesse daran, dass die völlige Anforderungs- und Wertlosigkeit ihres Studiums bekannt wird. Wobei sich diese Kritik auf die realen Verhältnisse an den österreichischen Universitäten bezieht, vor allem der in Wien, die jedoch alljährlich gewaltige Massen an Absolventen dieses Billigststudiums ausstößt. In Deutschland ist das Studium an etlichen Unis deutlich besser.

Aber haben nicht in der Tat Schüler einschlägigen Bedarf? Im Prinzip ja, aber gewiss nicht an der an den Unis üblichen Hetze gegen die liberale Demokratie und Marktwirtschaft. Bei dem, was sich konkret hinter der hiesigen Politik-„Wissenschaft“ verbirgt, gibt es ausschließlich folgende Varianten: Politik-Lehrkräfte dort sind entweder radikalfeministisch oder radikalgrün oder neomarxistisch oder sie wollen einfach Geschäft machen und tarnen sich als Chamäleon. Sonst gibt’s absolut nichts.

Was Jugendliche jedoch bräuchten, um sich in der modernen Welt orientieren zu können, ist etwas ganz anderes als eine Phrasen-Politologie. Das wäre statt dessen ein viel besseres, auch alltagstaugliches Wissen in den Bereichen Recht und Wirtschaft. Die diesbezügliche Ahnungslosigkeit österreichischer Schüler ist nämlich erschreckend.

Eigentlich müsste jeder Schulabsolvent wissen (um nur einige Beispiele zu nennen):

Dass jeder Vertrag einzuhalten ist,
Dass Verträge auch mündlich geschlossen gültig sind,
Dass Schulden auch zurückgezahlt werden müssen,
Dass eine Verteuerung einer Ware in aller Regel den Absatz reduziert,
Dass ein politisch angeordneter niedriger Preis einer Ware sehr bald zu einem Mangel in den Geschäften führt,
Dass ein dramatischer Unterschied zwischen Netto-Gehälter, Brutto-Gehälter und Lohnkosten besteht; und was dieser Unterschied bedeutet,
Dass Gerichte unabhängig sind, dass aber Richter nur in amerikanischen Filmen mit „Euer Ehren“ anzusprechen sind,
Dass Gewährleistung und Garantie bei Einkäufen etwas ganz Unterschiedliches sind,
Dass zwischen einem Polizisten und einem uniformierten Parksheriff und einem Sicherheitswachmann jeweils dramatische Unterschiede bestehen,
Dass die Arbeiterkammer jedem Angestellten und Arbeiter heimlich ein halbes Prozent des Lohnes nimmt.
Und so weiter, und so fort.
Erst das Wissen und Verstehen Hunderter solcher Fakten würden aus einem Pflichtschulabsolventen einen handlungsfähigen Staatsbürger machen. Nichts davon können aber Politologen vermitteln. Weil sie es meist selbst nicht wissen. Sie haben nur Ideologie-Phrasen und den erstaunlichen Umstand gelernt, dass man bei den meisten Politologie-Professoren nie etwas lernen musste. (Ich hatte zehn Jahre an der Politikwissenschaft in Wien gelehrt und die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass ich fast der einzige war, der dort auch negative Noten vergeben hat).

Gar nicht zu reden davon, dass ein Maturant noch einen deutlich besseren Wissensstand haben sollte. Aber nicht hat. Jeder Leser ist eingeladen zu testen, ob junge Maturanten – beispielsweise – jemals den Unterschied zwischen Anleihe und Aktie, zwischen Insolvenz und Konkurs, zwischen Klage und Anklage gehört haben. Viel Glück. Von der gesamten Zeitgeschichte vor und nach dem Nationalsozialismus gar nicht zu reden (ja, da hat es auch eine gegeben!).

Jetzt werden manche einwenden, dass die Vorhaben der Koalition (wenn sie denn zustandekommt) eh nicht so schlimm wären, weil die Einführung eines eigenen Faches „Politik“ ja nur „schulautonom“ erfolgt. Was in der Praxis wohl bedeuten wird, dass das Lehrfach Politologie primär in den linken Kaderschmieden mit dem Grundprinzip Bei-uns-kommen-eh-wirklich-alle-durch,-weil-wir-ja-keine-kapitalistische-Leistungsschule-sind eingeführt werden wird.

Das stimmt freilich nur zum Teil. Denn Rot und Schwarz wollen auch in den anderen Schulen die Politische Bildung zum „Pflichtmodul“ machen.

Dahinter steht neben der Einflüster-Macht politologischer Kofferträger auch der naive Irrglaube, dass man solcherart die Schüler so indoktrinieren kann, dass sie keinesfalls eine Oppositionspartei wählen. Die dummen Schwarzen begreifen nicht, dass dann der Politologie-Unterricht auch sie selber sofort auf den Nazi-Index setzen wird, sobald sie einmal etwas anderes tun, als immer nur Rot (beziehungsweise nach der nächsten Wahl: Rot-Grün) zur Macht zu verhelfen. (TB)

8 Gedanken zu „Schule: Hilfe, die Politologen rücken an!

  1. oeconomicus

    Jeder Schüler sollte bis zum 15 Lj etwas Verfassungsrecht, Strafrecht, Zivilrecht und Ökonomie lernen. Früher hat man das einmal Staatsbürgerkunde genannt. Wenn man das Verfassungsrecht etwas ausbaut, kann man sich auch den Ethikunterreicht schenken. Politische Bildung klingt nach Parteiakademie.

  2. Infoliner

    Danke für den Beitrag. Dann geht es also in Österreich auch nicht besser als bei uns in.. wie auch immer man den Laden nennen mag. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie nicht verstanden oder nicht beachtet werden, das ist heute ein Qualitätsmerkmal 😉 Richtig gut sind Sie aber erst, wenn man Sie bekämpft.
    Übrigens würde ich die Staatsbürgerkunde erst auf die Zeit nach der Pubertät legen, denn erst da wird das Denken frei bei den meisten jungen Menschen und es handelt sich um ein Thema für bewußte Menschen, nicht um etwas, das mit der Muttermilch aufgenommen werden sollte.

  3. Thomas Holzer

    @oeconomicus
    Verzeihung, aber Verfassungsrecht in Österreich?!
    Dieses Recht wird seit 1945 von allen Parteien in den Dreck gezogen; und der “Begründer” der österr. Bundesverfassung, ein gewisser Herr Kelsen, trug mit seinem “Rechtspositivismus” auch nicht gerade zu deren Ansehen bei.

  4. Ralf Egger

    Herr Unterberger!

    Fühlen Sie sich von der internationalen marxistischen Politologiemafia verfolgt? Achtung: die machen gemeinsame Sache mit den Lehrern und Beamten! Und haben überall in Ihrer Wohnung Kameras installiert….

  5. Christian Peter

    Nicht umsonst genießt das Wiener Institut für Politikwissenschaft den Ruf, kaum Wissenschaft, dafür aber umso mehr Politik zu betreiben.

  6. oeconomicus

    Thomas Holzer:
    Vielleicht wird das Verfassungsrecht deshalb in den Dreck gezogen, weil ein keiner kennt. Ich habe vor 40 Jahren Verfassungs- und Verwaltungsrecht bei Fröhler und Schambeck in Linz gehört und mir diesbezüglich zumindest einen gewissen Idealismus bewahrt. ” Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.” Der Artikel 1 des Bundesverfassung hat schon was!

  7. gms

    oeconomicus,

    ausgegangen ist das Recht ja vom Volk, aber halt nicht mehr zu ihm zurückgekehrt. Verwunderlich ist das nicht, zumal das Volk die Interpretation der Verfassung ausgerechnet an jene abgab, vor denen die Verfassung es schützen soll. Das führt dann zu absurden neu in die Verfassung hineingepfriemelte Bestimmungen, wonach in gewissen Causen das Anrufen des Verfassungsgerichtes zulässig sei, was wiederum entweder ein Pleonasmus ist, oder induziert, in anderen Causen sei dies nicht zulässig.

    Flankierend meine ich sowohl im dt. Grundgesetz wie auch in der österreichischen Verfassung Sollbruchstellen zu erkennen, die schon anno dazumal entweder aus Absicht oder aus Dummheit eingeschleust wurden. Die initale und größte Dummheit, wonach ein vom Bund bestellter Gerichthof über strittige Verfassungsfragen entscheidet, haben die Schweizer nicht begangen. Ähnliches gilt für basale Fragen nach privatem Eigentum.

    Garbage in – garbage out. Die Verfassung bildet hierbei keine Ausnahme.

  8. Christian Peter

    Jetzt lässt man Politik(wissenschaftler ?) auch noch auf Schüler los – jedes Mal, wenn man glaubt, es kann nicht mehr schlimmer werden, wird man von den Regierenden eines Besseren belehrt. Recht wird an den Schulen nicht gelehrt, weil man den Heranwachsenden dann erklären müsste, dass in Österreich gewaltige Missstände herrschen – ganz und gar nicht im Interesse der Regierenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.