Schweizer, stimmt bitte künftig am Tahir-Platz ab!

Von | 11. Februar 2014

(C.O.) Martin Schulz, Präsident des EU-Parlamentes und Möchtegern-Nachfolger von Kommissionschef Baroso ist ein großer Freund der Demokratie, vor allem, wenn diese sich in sicherer Entfernung, also etwa in Ägypten austobt. Vor genau zwei Jahren, als dort der Despot Hosni Mubarak zurücktrat, jubelte Schulz darüber, „welche Kraft die Idee der Freiheit und der Demokratie hat“ und bekräftigte „die Solidarität der SPD mit den Demonstranten“ am Tahir-Platz. Das erwies sich zwar kurz darauf als naiver Quatsch, aber daran erinnerte sich eh niemand mehr. Wesentlich weniger amüsiert über die Kraft der Freiheit und der Demokratie zeigte sich Herr Schulz freilich gestern nach dem Votum der Schweizer für eine Begrenzung des Zuzugs von EU-Bürgern in die Eidgenossenschaft. Eher pampig wies er darauf hin, dass die EU der größte Handelspartner der kleinen Schweiz sei; was nicht nur Paranoiker als unmissverständlichen Hinweis auf die Machtverhältnisse verstehen werden. Vielleicht sollten die Schweizer künftig einfach am Tahir-Platz in Kairo abstimmen, um sich der „Solidarität der SPD“ mit den demokratischen Kräften sichern zu können.

9 Gedanken zu „Schweizer, stimmt bitte künftig am Tahir-Platz ab!

  1. Der Realist

    auf die Solidarität ehemals schwerer Alkoholiker werden die Schweizer sicher gerne verzichten.

  2. Rado

    @Der Realist
    Danke, das war mir neu. Vermutlich hat darum auch sein deutscher Vize Alexander Alvaro (FDP) ein Drogenabhängiger sein müssen, der demnächst wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht stehen wird..

  3. aneagle

    Die Strategie: “Doppeldenk”,
    bekannt seit Orwell, bewährt seit den Tagen der DDR-
    was und womit soll der Neo-Marxist Schulz sonst denken ?
    Bedenklich auch seine Partner im Geiste:
    Aufforderung an die Politik sich “klar von den EU-Skeptikern abzugrenzen” O-Ton Schäuble, immerhin (noch) Finanzminister von Deutschland, Maßschneider für griechische Schuldenschnitte Organisator zypriotischer Weekendraubzüge !

    Zwischen diesen beiden politischen Polen also spannt sich millimeterweit das wählbare europäische Demokratieverständnis. Attac-Tänzer Felber, Wiege der neomarxistischen Wirtschaftsauffassungskapazität, wird’s freuen!
    Ergänzungsfrage: gibt es auch “EU-Leugner” ?

  4. PP

    Das kommt davon, wenn man ständig die Begriffe vermischt. Herr Schulz ist schließlich Sozialdemokrat und nicht Demokrat!

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  6. Rennziege

    Der Vollständigkeit halber: Der Platz heißt Tahrir (Mīdān at-Taḥrīr, “Platz der Befreiung” — was Herrn Ortners Aufforderung, die Schweizer mögen künftig dort abstimmen, zusätzlich unterfüttert).
    In der EU nämlich gibt’s keine Plätze der Freiheit mehr.

  7. wollecarlos

    “… Eher pampig wies er (der Schultze) darauf hin, dass
    die EU der größte Handelspartner der kleinen Schweiz sei; …”

    Tscha, und das wird sich natürlich ändern, denn keiner wird mehr schweizer Produkte kaufen und keiner wird mehr in die Schweiz liefern wollen.

    Denn zu allererst fragen interessierte Kaufleute nach den Einwanderungsbestimmungen, dann erst nach der Qualität der Produkte und ganz zuletzt nach dem Preis.

  8. world-citizen

    Genau genommen geht’s nur darum, dass Rechtsbruch nciht zur Disposition gestellt werden darf. Wenn schon, dann hätte man das Gesamtpaket zur Disposition stellen müssen.

    Aber Sir Karl Popper hatte eindeutig recht: Demokratie ist nicht die Dikktatur des Proletariats, sondern nur die Möglichkeit, ungeliebte Regierungen gewaltfrei zu entmachten. Mehr aber nicht.

  9. world-citizen

    Heidi lebte beim Almöhi und traf sich mit ihrem Freund, den Geissenpeter, der zwar ein Analphabet war, aber immerhin wusste, dass der Bergbach, wo sie Wasser tranken, in den Rhein fließt, der wiederum in den Bodensee mündet. Wie die Welt aber jenseits des Bodensees aussah, das – so erklärte er es der kleinen Heidi – wisse nur der Lehrer aus den Büchern. Aber wenn man lernt, Bücher zu lesen, könne man nicht mehr auf die Alp gehen. Klar dass die kleine Heidi daher kein Interesse haben konnte, lesen zu lernen. Währenddessen war Heidis Tante in der Fremde – weit jenseits des Bodensees – um sich etwas zu verdienen, weil die Schweiz damals noch ein europäisches Armenhaus war. Eines Tages holte sie auch Heidi in ds Land jenseits des Bodensees, damit sie alphabetisiert werden konnte. Wie man aber sieht, ist Alphabetisierung noch lange keine Garantie, keinen Gedächtnisschwund zu bekommen.

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