Sie ist da, mitten in Deutschland: Die vagabundierende Gewalt

“…..Die ersten Meldungen über die Silvesternacht 2016/2017 lauteten „Ohne größere Zwischenfälle verlaufen“. Doch dann sickerte durch, dass in Wahrheit etwas Ungeheuerliches geschehen war. In Nordrhein-Westfalen haben sich mehrere Tausend Personen mit arabisch-afrikanischem Migrationshintergrund verabredet und haben sich an den zentralen Orten der Silvesterfeier, vor allem in Köln und Düsseldorf, zusammengerottet. Exakt das gleiche Milieu, das vor einem Jahr massenhaft Diebstahl, Raub mit Körperverletzung, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung begangen hatte, hat erneut versucht, die Festplätze in Beschlag zu nehmen. Nur ein massiver Einsatz der Polizeigewalt konnte das verhindern. Aber die Belagerung, die über Stunden Anfahrtswege, Bahnhöfe und Nebenstraßen in Beschlag nahm, führte dazu, dass von einer Silvesterfeier in öffentlicher Freiheit nicht die Rede sein konnte. Und wir wissen noch gar nicht, inwieweit es ähnliche Szenen an anderen Orten, die nicht so im Fokus der Aufmerksamkeit standen, gegeben hat. Es ist daher nicht übertrieben zu sagen, dass die öffentliche Freiheit in Deutschland auch an diesem Jahreswechsel in ihrem Kern beeinträchtigt war. Mehr noch: Die Silvesterfeier wird nun offenbar ständig zum Ort einer Kraftprobe zwischen einer anwachsenden vagabundierenden Gewalt und der Schutzgewalt des Staates…..” (weiter hier)

82 comments

  1. raindancer

    ich glaube nicht dass hier was gelöscht wird oder? das war der grund warum ich das forum hier mochte..
    bei kl zeitung krone und presse welt.de wird zensuriert wie blöde

  2. raindancer

    was ich jedoch beobachtet habe, wenn kommentare links behinhalten, dann dauert es länger bis zur freischaltung, anscheinend werden die irgendwie kontrolliert

  3. raindancer

    ja tut mir leid wenn der kommentar verschwunden ist …
    wie so oft könnte die lösung der probleme in einer synthese liegen…(meinungsmässig) 😉

  4. stiller Mitleser

    @ raindancer
    zum Jugoslawienkrieg bitte “Srebrenica” googeln.

    Pakistan trennte sich erst 1947 von Indien ab, hunderttausende indische Muslime migrierten nach Pakistan.
    Es gibt in Indien noch muslimische Minderheiten, neben anderen, und Konflikte. Die Vergewaltigungen hängen – soweit mir bekannt – nicht damit zusammen, sondern mit dem Frauenmangel in Indien. Wegen der Kosten für Aussteuer werden weibliche Föten abgetrieben, arme (daher besonders ressentimentgeladene )
    Männer haben wenig Chance eine Frau zu finden, Opfer waren zumeist Studentinnen, andere junge Frauen werden von den Familien stärker zu Haus gehalten oder auf Wegen begleitet.

    @ curly
    Schön, daß Sie wieder da sind, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich Sie immer richtig verstehe, was aber auch damit zusammenhängt, daß ich die Diskussion innerhalb der Liberalen nicht kenne.
    Klar ist, daß bei einer site wie hier heterogene Leute unter dem Druck der Verhältnisse zusammenkommen.

    @Marcel Elsener
    ich verstehe Ihren Groll, würde Ihnen im Fall des Falles aber beistehn “so gut ich kann” (alte Pfadfinderin)

  5. raindancer

    @stiller Mitleser
    Der Islam ist in Indien nach dem Hinduismus die zweitgrößte Glaubensrichtung. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern Indiens sind 79,8 % Hindus und 14,2 % (172 Millionen) Muslime. Nach Indonesien und Pakistan ist Indien damit das Land mit der drittgrößten islamischen Gemeinschaft. —>
    Naja Minderheit irgendwie …..aber doch immerhin …172 Millionen

    wegen Srebrenica:ja für solche Kriegsverbrechen gibt es kein Schönreden, das ist einfach furchtbar

    trotzallem glaube ich dass der Islam Unfrieden stiftet…überall wo er ist…..genauso wie früher der christl Glaube als er noch mächtiger war, Angst und vor allem Verdummung verursacht hat…

  6. raindancer

    @stiller Mitleser
    Wer die Gesetze macht, bestimmt die Gesellschaft.

    ich glaube nicht dass die Vergewaltigungen und Misshandlungen in Indien nur mit einem Mangel an Frauen zu tun und mit dem Goldpreis für Mädchen…
    http://derstandard.at/2000001835573/Indischer-Minister-verharmlost-Vergewaltigung
    Ich glaube, dass es mit einer tiefen Verachtung und dem Glauben an die Minderwertigkeit von Frauen zu tun hat, teils vom Kastendenken, teils aus islam. Gründen…
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vergewaltigungen-in-indien-am-schlimmsten-ist-die-aechtung-a-1071405.html
    sind wohl eher nicht “nur” Studentinnen…..
    https://www.welt.de/vermischtes/article150254631/So-werden-alle-Maenner-zu-Vergewaltigung-ermutigt.html
    http://www.focus.de/politik/ausland/in-indien-sind-frauen-freiwild-zahl-der-vergewaltigungen-in-neu-delhi-verdreifacht_id_5811539.html

  7. raindancer

    @stiller Mitleser
    und in dieser Karte sehen sie sehr gut die Muslimische Verbreitung in Indien
    zb auch New Dehli
    https://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Indien#/media/File:Verbreitung_des_Islam_in_Indien_2001.png

    In Indien ist es aber zb interessant dass hier Muslime und Christen verfolgt werden.
    Kleines Episödchen einen indischen Christen in Chefposition in Europa:
    kommt mit Bibel und Frau zum Haus eines Angestellten der Grippe hat und eine Woche krank gemeldet ist und gemeinsam für ihn zu beten!
    Kein Scherz.

  8. raindancer

    @stiller Mitleser 5. JANUAR 2017 – 21:19
    gerade hier erkennt man dass selbst heterogene inhomogen sind 🙂

  9. raindancer

    @stiller Mitleser
    ja ich sehe schon sie mögen den Fundamentalismus …
    ich ganz und gar nicht 🙂

  10. (((curly)))

    @stiller Mitleser,

    “Schön, daß Sie wieder da sind, ..”

    Danke für die netten Worte, wenngleich mir zum Wieder-da-Sein mein erstes und jahrelang verwendetes Pseudonym, das vor Monaten auf der No-Fly-Liste des Zentralorgans landete, ebenso lieber wäre wie jenes danach, das zwar nicht vollständig kassiert, aber unbrauchbar wurde, weil ausnahmslos all dessen Postings und Repliken darauf der manuellen Freigabe harren müssen, die nach vielen Stunden erfolgen kann oder auch nicht. Soviel zur Redefreiheit und Double-Standards.

    ” .. auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich Sie immer richtig verstehe, was aber auch damit zusammenhängt, daß ich die Diskussion innerhalb der Liberalen nicht kenne.”

    Die ‘Linksliberalen’ und deren Derivate sind ein alter Hut, neu ist die aufkommende Debatte um ‘Autoritärliberale’. Diese zeichnen sich aus durch Hang zu kriegerischen Interventionen, konsequent einseitigen Parteinahmen, verengten Debatten und einer sonderbaren Art der Globalisierung respektive Souveränität.
    Manche nennen diese Erscheinungsform allgemein ‘controlled opposition’, manche beobachten und berichten flankierend, wonach diese ‘liberale Opposition’ jüngst vemehrt mit illiberalen Vorschlägen auffällt, was besagten Befund stützt.
    Es hat den Eindruck, als wolle man, nachdem in der Vergangenheit der Zuspruch von Bürgerlichen und Liberalen gewonnen wurde, weil man doch gar so energisch gegen Links auftrat, nun die Ernte in einen anderen Schober einfahren, als ehemalige Riesen wie Hayek oder Mises anpeilten, auf deren Spuren sie vordergründig wandelten.

    Auch echte Liberale sind sich untereinander nicht immer einig, aber einen entscheidenden Lackmustest bestehen sie immer: Sie weichen der offenen Debatte nicht aus und treten zweitens niemals für nicht-liberale Lösungen ein zur Adressierung von Problemen, die bislang aus Politversagen erwuchsen. Der echte Liberale votiert für ein Back-to-the-Roots und ein Tragen der Last, die aus echter Freiheit entsteht, der Autoritärliberale optiert öffentlich für die Flucht nach vorne, die in den entscheidenen Aspekten einem Mehr-vom-Selben gleichkommt und in Fremdbestimmung mündet.

    Nicht jeder, der hier im Zentralorgan prominent zu Wort kommen darf und acht von zehn Kriterien besagter Spezies erfüllt, muß deshalb zwangsweise ein Maulwurf, ein pseudoliberaler Wasserträger sein. Bei zweien jedoch besteht kein Zweifel, und einer davon war dermaßen plump, daß selbst seine Mitstreiter ihn nicht vermissen würden. Wer sich sonst noch angespochen fühlt, soll seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, ergänzt um die Gewissheit, daß die meisten Schwindel irgendwann auffliegen, solange Menschen untereinander Information und Sichtweisen austauschen können.

  11. astuga

    @raindancer & Stiller Mitleser
    Ich hoffe, ich darf das so zusammenfassen. 😉

    Das Frauenbild hat in Indien durch die historische Ausbreitung des Islam sehr gelitten.
    Und die Rolle der Frau wurde dadurch von allen Bevölkerungsteilen konservativer definiert.
    Einfach weil auch der Hinduismus sich radikalisierte.
    Wir können das wohl mittlerweile etwas nachvollziehen, wie es dazu kommen kann, dass nichtmuslimische Frauen sich plötzlich damit konfrontiert sehen, weniger Freiheit leben zu können.

    Die sog. Witwenverbrennung zB. wurde afaik erst nach der Eroberung durch den Islam wirklich verbreitete Tradition (auch um nicht Muslimen in die Hände zu fallen).
    Das Kastensystem wiederum betrifft Männer und Frauen gleichermaßen.
    Dass heute noch Armut und niedrige Bildung (sprich: primitives Sexualitätsverständnis) eine Rolle spielen ist aber auch klar.

    Was den Anteil der Muslime in Indien betrifft, so ist der erheblich.
    Gemessen an der Zahl der Muslime gehört Indien afaik zu den größten muslimischen Ländern (bitte mich zu korrigieren, wenn ich falsch liege!).
    Im Ggs. dazu wurden in Pakistan und Bangladesh so gut wie alle Nichtmuslime (überwiegend Hindus, Buddhisten und einige Christen) fast vollständig hinausgeekelt, und wer dort noch lebt ist Ziel von Anfeindungen, Mord und Unterdrückung.
    Das Christentum in Indien wiederum erleidet sozusagen einen Kollateralschaden des Konflikts zwischen (radikalisierten) Hindus und Muslimen.
    Wobei aber vor allem evangelikale Missionare angefeindet werden, und vereinzelt (!) Opfer von Gewalt werden.
    Die kleptokratischen Schwestern der Mutter Theresa (muss man leider so sagen) und überwiegend selbst Inderinnen, haben auch keinen besonders guten Ruf.

  12. astuga

    Nachtrag zum Islam in Indien.
    “Die islamische Eroberung Indiens ist möglicherweise das blutigste Ereignis in der Weltgeschichte. Es ist eine entmutigende Erzählung, denn die Moral daraus lautet, dass Zivilisation ein wertvolles Gut ist, dessen empfindliche und komplexe Ordnung und Freiheit jederzeit zerstört werden können.
    Durch Barbaren die von außen kommen erobern, und sich im Inneren vermehren.”
    Historiker William J. Durant, The Story of Civilization (1935)

    Siehe auch: https://tangsir2569.wordpress.com/turkentum/der-indische-genozid/
    In einer seltenen Ausnahme von islamischer Selbstkritik sprach der Gelehrte al-Biruni in seinem Werk Kitab al-Hind (Buch über Indien) davon, dass die Gewalt und Grausamkeit der Muslime die Beziehungen zwischen Muslimen und Hindus für immer vergiftet haben.

  13. stiller Mitleser

    @ curly
    Danke für Ihre Erläuterungen!
    Es ist klar: hier kann einem nicht jeder konvenieren, nicht jede Differenz verdient Thematisierung, nicht einmal jede sachliche. Das erspart dem Moderator auch Arbeit. Schön, daß Sie wieder da sind, bleiben Sie bitte!

    @ astuga
    Ebenso Dank für Ihre historischen Anmerkungen.

    Zu den “kleptokratischen Schwestern vom Orden der Mutter Theresa” nur soviel:
    mir sind einige Kritiken am Orden bekannt, vor allem wegen der Focussierung auf Sterbebegleitung ohne medizinische Heilversuche. Den Vorwurf der Kleptokratie höre ich hier erstmals. Allerdings habe ich – gemeinsam mit Freunden und Altersgenossen, die ihre Eltern wegen eigener Berufstätigkeit betreuen lassen mußten – bemerkt, daß Alte, Kranke bevorzugt bestohlen werden. Sei es, weil man glaubt, sich auf Demenz und Altersparanoia herausreden zu können, wenn der Diebstahl bemerkt wird, sei es, weil diese Diebstähle von Angehörigen, die wegen der Fremdbetreuung ihrer Eltern mitunter auch Schuldgefühle haben, abgetan werden, vor allem wenn es sich um persönliche Wertgegenstände der Betreuten und nicht um Erbe schmälernde Geldsummen geht.

  14. Weninger

    @raindancer
    Bei den Jugoslawienkriegen haben sich insbesondere die christlich-orthodoxen Serben mit Massenvergewaltigungen und Massakern hervorgetan, vor allem in ihren berüchtigten Konzentrationslagern. Bei aller Disympathie für den Islam und seine Auswüchse, es gibt auch in anderen Kulturen udn Religionen die Tendenz zu Greuel und Kriegsverbrechen, da muss man nicht erst an den Zweiten Weltkrieg denken.

  15. Weninger

    Was Peter Handke als Österreicher für Schuldkomplexe gegen Serbien hatte, ist eine Sache (freilich darf man das Verhalten der k.u.k. Truppen mit ebenfalls Massakern und Massenexekutionen, auch teilweise gerechtfertigt wegen der Partisanentätigkeit, im 1. Weltkrieg nicht außer Acht lassen). Ich könnte aber auch meinen Vater zitieren, der die unausprechlichen Grausamkeiten der Tito-Partisanen teilweise erlebt hat, unter denen sich wohl nur wenige Muslime befanden. Aber ganz abgesehen davon sind die Taten der Serben 1992-1995 zu gut dokumentiert, um sie beiseite zu schieben. Was freilich nicht sagen soll, dass nicht auch Kroaten und Bosnier üble Verbrechen begangen haben. Aber in diesem Krieg ein ausgesprochenes muslimisches Gewaltelement festzumachen halte ich für wenig grechtfertigt. Und jene Serben, die sich als Retter des Abendlandes stilisieren, haben für jene Jahre und später auch im Kosovo Grund genug sich zu schämen.

  16. astuga

    @Stiller Mitleser
    “Kleptokratisch” deshalb, weil mal in einer guten (weil fairen) Doku gezeigt wurde, wie diese Ordensschwestern Spenden (Geld und Sachgüter) an ihre eigenen Familien verteilt haben.
    Das waren zwar ebenfalls keine wohlhabenden Familien, aber sicher nicht gerade im Interesse der Spender, die dabei an die Ärmsten im Lande gedacht haben.
    Liegt vielleicht auch an der durch den Hinduismus geprägten religiösen Einstellung, die Brahmanen die in Tempeln arbeiten leben ja mit ihren Familien auch von den dortigen Spenden.
    Oder missbrauchen die “Devadasis” sog. Tempeltänzerinnen dafür.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Devadasi
    Mehr unter Google: “Indien tempeltänzerinnen missbrauch”

  17. astuga

    Ich möchte noch hinzu fügen, dass wir von den vielen Gräueltaten der ausländischen Jihadisten am Balkan, die in dieser Zeit begangen wurden, nur sehr wenig wissen (aber man denke mal an Afghanistan, Tschetschenien oder den IS…).
    Im Ggs. zu den Verbrechen der Serben.
    Wobei seltsamerweise etwa die Zeugen bei den angeklagten Kosovaren vor Gericht dann immer sehr unzuverlässig waren.

    Ja, die Serben tragen sicher die Hauptschuld.
    Aber man hat ihnen daneben auch übel mitgespielt, um sich die anderen Völker gewogen zu machen, und aus Kurzsichtigkeit.
    Die Region ist ja bis heute nicht wirklich stabil.

  18. astuga

    Sorry, noch ein Nachsatz. 😉
    Natürlich ist der Islam nicht für alles und jedes Böse verantwortlich.
    Menschen neigen auch so bereits zu Gewalt und Intoleranz.

    Beim Islam ist das Problem, dass er als Religion, im Gegensatz zu allen anderen sog. Weltreligionen, aber auch nichts enthält, was diese menschliche Gewaltneigung hemmt oder transformiert.
    Man findet im Gegenteil alle möglichen Rechtfertigungen und Legitimationsgrundlagen, wenn man nur will.
    Es reicht pointiert gesagt, dass der andere ein Nichtmuslim ist und die Herrschaft der Muslime ablehnt, oder man jemanden als falschen Muslim betrachtet (Stichworte: Takfir, Munafiq, Faseeq), und schon man darf alles mit ihm anstellen, was bereits Muhammed und die rechtgeleiteten Kalifen mit ihren Gegnern getan haben.
    Beispielsweise ist zwar Mord auch im Islam verboten.
    Aber die Definition, was unter Mord fällt ist eine völlig andere.

  19. Thomas Holzer

    @astuga
    “Aber man hat ihnen daneben auch übel mitgespielt, um sich die anderen Völker gewogen zu machen, und aus Kurzsichtigkeit.”

    So sich dieser Ihr Befund auf die Zeit nach 1918 bis in die Gegenwart bezieht, ist er für mich unverständlich.
    Daß ein Milosevic mit der Beschwörung (des Mythos) der Schlacht am Amselfeld von vor über 600 Jahren zigtausende Serben euphorisieren und in den Krieg treiben konnte, ist mir unverständlich

  20. stiller Mitleser

    @ astuga
    ja, Devadasis sind die traditionelle Form der Prostitution in Indien und wie alles im Hinduismus sind sie in religiöse Riten einbezogen, die ihnen Status, Bedeutung, Einbettung und auch Ästhetisierung geben. Wie in Europa (immer noch und überhaupt überall) auch hängt Prostitution mit Armut zusammen. Arme indische Familien geben ihr Kind der zuständigen Göttin, sind damit eine Sorge und einen Esser los.
    Die den Tempeldienst versorgenden Brahmanen lebten nicht vom Verdienst der Devadasis sondern von den
    Spenden und den für Riten (Hochzeit, Haussegnung, Fürbitten etc) vorgesehenen Gebühren. Brahmanen (im Tempeldienst) sind arm, dennoch sind sie die idealtypischen Vertreter der obersten Kaste.
    Tempelprostitution ist seit langem verboten; aber wie die Armut auch, ist Prostitution langlebig und organisiert sich auch immer noch in traditionellen Formen, mit geheimen Weihezeremonien und im Geheimen.

    @ Rennziege
    Handke identifizierte sich – wohl auch aus familiären Gründen – sehr mit den Slowenen, er war der erste und außerordentlich verdienstvolle Übersetzer slowenischer Schriftsteller. Slowenisch war ja keine Literatursprache, erfuhr Kodifikation nur durch katholische Geistliche. Das mag auch der Grund für die Identifikation mit der serbischen Sicht der Dinge gewesen sein. Wobei jene Tristesse, die er beschreibt, ja den tatsächlichen Wirkungen des Krieges auch auf die Serben entspricht: was haben diese einfachen Leute gewonnen, dafür daß sie ihren Nachbarn die Häuser sprengten? Verlust der gewohnten Umgebung, einen Platz im Rot-Kreuz-Zelt vor Belgrad, eine Regierung, in der schon der erste europafähige Premier, Djindjic,
    umgebracht worden ist. Was ist aus der Generation geworden die zu den Freischärlern lief ? Rosa Panther,
    securities und Bordeliers. Serbien hat mit der Abwanderung der Intellektuellen (den Alten aus der 1971er Generation und den jüngeren Liberalen) einen heftigen brain drain erlitten, die persistierende Misere führt zu ständiger Abwanderung und zu einer hausse an Fensterputzern und securities bei uns.

    @Weninger
    danke für Ihre vernünftige und maßvolle Intervention

  21. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Da unterliegen Sie -mit Verlaub- einem Trugschluß
    Slowenen (katholisch), Serben (serbisch-orthodox) waren und sind sich fast über Jahrhunderte “spinnefeind”.
    Die Verteidigung Serbiens durch Handke war -meiner bescheidenen Meinung nach- eher dem anscheinend unerschütterlichen Glauben an Jugoslawien geschuldet, um welches sich die Slowenen 1991 keinen Deut geschert haben.
    Die Habsburgermonarchie, Jugoslawien sind nur zwei Beispiele, wie supranationale Gebilde meistens enden; leider lernen “unsere” Politikerdarsteller nicht aus der Geschichte. Darf aber auch festhalten, daß die persönliche Freiheit in der Habsburgermonarchie natürlich nicht mit der in Jugoslawien vergleichbar war/ist. YOU und die EU wären wohl gleichzusetzen…….

  22. stiller Mitleser

    @ astuga
    ” dass wir von den vielen Gräueltaten der ausländischen Jihadisten am Balkan, die in dieser Zeit begangen wurden, nur sehr wenig wissen”

    vielleicht weil es sich um ein undokumentiertes on dit handelt?

  23. astuga

    @Thomas Holzer
    “Daß ein Milosevic mit der Beschwörung (des Mythos) der Schlacht am Amselfeld von vor über 600 Jahren zigtausende Serben euphorisieren und in den Krieg treiben konnte, ist mir unverständlich.”

    Ein beliebter Fehler ist, Menschen für rationale Geschöpfe zu halten.
    Wo wir doch laufend das Gegenteil beobachten können (auch an uns selbst).

  24. stiller Mitleser

    @ Thomas Holzer
    ” YOU und die EU wären wohl gleichzusetzen…….”
    naja, noch hat die EU kein Goli Otok eingerichtet, da kamen als erste übrigens nach 1948 die Stalinisten hin,
    – aber mit der Handkeschen Begeisterung für den Unitarismus haben Sie schon recht, das ist ein wichtiges Element.

  25. astuga

    Nachsatz zu den Jihadisten / Mudjahedin am Balkan.
    Einer der Gründe warum nur wenig Interesse an einer Aufklärung und Strafverfolgung bestand war sicher, dass diese Personen mit Erlaubnis oder zumindest Duldung der NATO, und teils mit Waffen aus dem Westen (auch über Österreich eingeschleust) gekämpft haben.

    Insofern gibt’s da gewisse Parallelen zur Lage in Syrien und dem IS, al-Nusra & Co.
    Wo man ja auch stillschweigend geduldet hat, dass Saudi Arabien, Qatar und die Türkei Hilfe leisteten.
    Einer der Journalisten die das dokumentiert haben, sitzt ja in der Türkei deswegen in Haft.

  26. stiller Mitleser

    @ astuga
    ich hab mir den link (vorgestern zum letzten Mal geändert, laut wiki – Chronik) angesehen, der mich nicht überzeugt, weil da alles drin ist:
    die bösen Amis, Al Khaida und Hizbollah, Afghanistan und die Tschetschenen – so wie das z.B. den Kroaten ebenso wie den Serben gepaßt hätte um BiH unter sich aufzuteilen und wie das ja auch jetzt wieder zur Debatte steht.

  27. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Den Mensch habe ich in den seltensten Fällen als rationales Geschöpf eingestuft, schon gar nicht, wenn er im Rudel, als Masse auftritt und “denkt”, sich nur im Rudel, in der Masse verwirklichen zu können; wobei weder jedes einzelne Teil des Rudels/der Masse, noch das Rudel/die Masse artikulieren kann, was dieses “Verwirklichen” eigentlich bedeuten soll 😉

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