Solidarität mit Mafia und Gotteskriegern?

“….Sollte morgen ein palästinensischer Staat gegründet werden, würde dieser Homosexualität mit dem Tod bestrafen, er würde die Religionsfreiheit nicht gewährleisten, er würde Frauen unterdrücken, er würde Juden nicht als Bürger akzeptieren, über keine unabhängige Presse oder Justiz verfügen und sich in wesentlichen Teilen auf die Scharia berufen…” (Kluge Analyse, hier)

5 comments

  1. Rennziege

    Kann jemand diese Fragen beantworten?
    (a) Warum sind ausgerechnet die islamfreundlichen, multisexuell, feministisch und multikulturell orientierten Gutmenschen so versessen darauf, mittelalterliche Scharia-Staaten zu etablieren?
    (a) Nehmen sie bewusst in Kauf, dass dort alle ihre heißgeliebten Ideale und Vorlieben über Nacht zu Verbrechen erklärt würden?
    (c) Oder sind sie so einfältig, das nicht zu schnallen?

  2. Christian Weiss

    @ Rennziege: Ein Erklärungsversuch zu Ihren Fragen:
    Die verqueren Gedanken des modernen Linken sind nicht leicht entwirrbar, in Regel aber trotzdem einfach gestrickt. Es scheint eine Mischung aus konsequenter Xenophilie, Antiwestlertum und Stockholm-Syndrom zu sein.
    Früher, d.h. vor dem 2. Weltkrieg, war man ja bekanntlich nicht nur ein bisschen fremdenfeindlich, sondern glaubte noch an die Überlegenheit der eigenen Rasse. Diesem Irrweg begegnet die Linke mit dem genau so irrigen Gegenkonzept: Alles Fremde ist toll. Fremde sind grundsätzlich die besseren Menschen. Da dieses Konstrukt spätestens dann Risse bekommt, wenn die selbsternannten Progressiven feststellen, dass die Menschen aus der Fremde sehr traditionelle Vorstellungen von Geschlechterrollen und eine sexistische Geschlechterhierarchie ihr Eigen nennen, muss der Korrekturmechanismus Nummer 1 greifen: Der Westen ist für alles Übel dieser Welt verantwortlich.
    Daraus folgt: Die Menschen mit ihren archaischen Ansichten, haben diese darum, weil sie durch die westliche Ausbeutung an ihrer sozialen Entfaltung und ihrer ökonomischen Entwicklung gehindert wurden. Und die begrenzten Berufsaussichten begünstigen ja in der Tat ein klassisches Rollenverhalten: Der Mann geht ausser Haus irgendeiner Form von Erwerb nach, die Frau schaut zuhause für Haushalt und Kinder. An dieser Stelle muss dann der Linke betonen, dass dies zwar rein äusserlich schon dem von den Linken so verhassten klassischen Rollenmodell entspricht, aber die Frau gerade in diesen Kulturkreisen zuhause die Königin sei und ihr vom Mann grossen Respekt entgegen gebracht werde. Der grosse Respekt drückt sich gerade auch in der verhüllenden Kleidung aus, sind diese Frauen doch eben genau keine Sklaven des Systems wie die Westlerinnen, die ihre Reize zum fortpflanzungsfreien Spasskoitus missbrauchen, obwohl gerade dieser Spasskoitus die Frau dem promiskuitiven Mann Untertan macht.
    So, das mit den Frauenrechten hat man jetzt einigermassen zurecht gebogen. Bleibt noch das Problem, dass es in den ach so tollen exotischen Staaten kaum je Menschenrechte gibt. Hier löst die Linke ein Teil des Problems besonders elegant. Die Linken sind zwar grosse selbsternannte Verfechter der Menschenrechte. Sie haben aber eine sehr selektive Wahrnehmung davon: Meinungsfreiheit, Forschungsfreiheit, Kunstfreiheit, Wirtschaftsfreiheit und Eigentumsfreiheit sind in linken Kreisen definitiv keine Menschenrechte, sondern trojanische Pferde des Bösen und des Kaptials. Also braucht man solche Rechte sicher nicht zu etablieren.
    Im spärlichen Rechtskatalog bleibt noch übrig: Eine sehr selektive und spezielle Form von Religionsfreiheit, Demonstrationsfreiheit für Leute mit der richtigen Gesinnung, ein nach Gutdünken frei interpretierbares Recht auf Bildung inkl. Gratis-Hochschulzugang, ein Recht auf Arbeit und ein Recht auf angemessenen Lebensunterhalt und ein Diskriminierungsverbot.
    Religionsfreiheit: Man darf seine Religion frei wählen. Man darf religiöse Gefühle nicht verletzen, ausser es sind katholische oder evangelikale.
    Demonstrationsfreiheit: Gilt für alle irgendwie gearteten Minderheiten ausser für “Rechtspopulisten”, “Nazis” und “Faschisten”, wobei letztere drei Begriffe auf alle zutreffen, die die falsche Gesinnung haben.
    Bildungsfreiheit: Auch Koranschulen sind Schulen. An Hochschulen wird sowieso jeder Quatsch, den sich irgendein vermeintlicher Intellektueller so zurecht wurstelt, als Wissenschaft angesehen. Es darf einfach nichts mit Genen und Atomen zu tun haben.
    Recht auf Arbeit: Gerade auch in den exotischen Paradiesen wird dieses gut umgesetzt. Umerziehungs- und Arbeitslager tun der Seele gut und stärken den Organismus.
    Recht auf angemessenen Lebensunterhalt: Man nehme es bei denen, die Geld erwirtschaften, und gebe es jenen armen, gebeutelten und gestrandeten, die Opfer des westlichen Imperialismus wurden, in dem dort auf einmal McDonald-Filialen aufgemacht haben.
    Diskriminierungsverbot: Es darf keine Gruppe in irgendeiner Form diskriminiert werden. Insbesondere nicht jene Gruppen, die besonders empfindlich und selbstgerecht sind. Gilt aber nur hier. Als Schwuler muss man ja auch nicht in den Iran gehen.
    Damit sind dann beinahe alle Marotten der exotischen Zuwanderer ins linke Licht gerückt. Bei einigen dämmert inzwischen aber, dass da nicht alles so tolle, fröhliche, frivole Zeitgenossen zugewandert sind. Darum kommt zuletzt auch noch das Stockholmsyndrom zum Zug: Irgendwie haben diese archaischen Migranten, die unsere Toleranz und Vielfalt so strapazieren, schon berechtigte Anliegen, mögen ihre Methoden auch etwas rabiat sein. Ich scheiss mir vor Angst zwar in die Hosen, darum kritisiere ich diese Leute auch nicht. Aber wenn ich ganz nett bin, lassen sie mich vielleicht in Ruhe weiter mein Luftschloss bauen.

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ Christian Weiss
    kleine Ergänzung:
    im “Zurechtbiegen” von Begriffen und Thesen war der grosse Stalin schon der Lehrmeister.
    In seinem “Hauptwerk” über die “Grundlagen des Leninismus” (ca.90 Druckseiten in der deutschen Übersetzung) kommt er drauf, dass, wenn die Dialektik ohne Wenn und Aber gilt, diese auch für die Sowjetgesellschaft wirkt. Was zur Folge hätte, dass er samt seinem Apparat dialektisch “überwunden” würde.
    Autsch!
    Was tat der große Denker? Er erfand den Begriff der “nichtrevolutionären Sprünge”.
    Diese erlaubten ihm, die Dialektik beizubehalten, sie aber nicht für die Sowjetgesellschaft als wirksam zu bezeichnen. Genial nicht?
    (Nachtrag: bis zum Zeitpunkt der sowjetischen Raumfahrt – Sojus u. Ä- gab es auch Lehrstühle für “dialektische Logik” an den Universitäten. Erst als die Mathematiker und Physiker in der SU Erfolge feierten, musste man zugeben, dass dieser Blödsinn nicht länger vertretbar war, und sperrte diese Institute zu.)

  4. Rennziege

    11. Juli 2014 – 15:44 Christian Weiss
    Vielen Dank für Ihre ausführliche Replik, Herr Weiss, die meine Fragen abendfüllend beantwortet — und sehr nachdenklich macht.

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