Sonntagsfrage: ÖVP geht deutlich in Führung

Eine der „Presse“ vorliegende aktuelle Umfrage (1000 Befragte, Erhebungszeitraum Ende Mai) von Demox Research, deren Leiter, Franz Sommer, auch für die ÖVP Umfragen macht, weist für die Sonntagsfrage folgende Ergebnisse aus: ÖVP 37 bis 38 Prozent. SPÖ 22 bis 23 Prozent. FPÖ 18 bis 19. Neos 10 bis 11. Grüne 8 bis 9. Andere: 2   mehr hier

22 comments

  1. Ahnenseele

    Es bleibt abzuwarten, ob Märtyrer Kurz sein Momentum bis zur Wahl behält. Der FPÖ traue ich durchaus über 20 % zu, auf Kosten von Kurz. Somit wäre es auch denkbar, dass die Sozialdemokratie das erste Mal auf den dritten Platz verwiesen wird.

    Bedrohlich wäre, sollten sich diese Umfragen materialisieren, dass eine Schwarz-Pinke Mehrheit möglich erscheint. Auch die unsägliche »Dirndlkoaliton« wirkt als maximales Bedrohungsszenario denkbar.

  2. Tom Jericho

    Viel mehr wird’s auch nicht werden (und falls dieser Sommer wieder ein “Migrationssommer” wird – und derzeit deutet einiges darauf hin – kommt die FPÖ im Herbst locker wieder über 20%).
    Mein Tipp – nach wie vor – Doskozil übernimmt nach der Wahl und macht in einer Neuauflage der großen Mehltau-Koalition – medial bestens unterstützt – den Vizekanzler unter Kurz.
    Alle Fortschritte der türkis-blauen Koalition, die den Migrationsbereich betreffen, werden von der ungewählten “Experten”-Regierung als Vorleistung sowieso gerade wieder zurückgenommen bzw. außer Kraft gesetzt.
    Gut, daß jetzt wieder die korruptionsfreien Großkoalitionäre übernehmen. Da werden wenigstens keine Videos gedreht – und wenn doch, werden sie eben nicht veröffentlicht.

  3. aneagle

    In Wahrheit ein ähnliches Bild wie in Deutschland.
    Unter Einbeziehung der nationalen, internationalen, neuen und alten Sozialisten, kommt die Linke in Österreich mindestens auf 60% der Stimmen. Ihnen gegenüber, eine Truppe von heillos zerstrittenen, sich gegenseitig lähmenden, pseudokonservativen Staatszentralisten, deren gemeinsamen Werte sich auf Macht und Neid reduzieren. Das Wort Liberal existiert in Österreich nicht einmal im Fremdwörterlexikon. (Höchstens als abschreckendes Beispiel a la ALDE-Chef Guy Verhofstadt,)
    Jede westliche Demokratie mit einem Stimmenanteil von ca. 60% für die Linke, ist dem Untergang geweiht. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Einzelfiguren wie Herr Kurz machen im besten Fall seinem Namen alle Ehre.

  4. Bösmensch

    Wie dumm sind die Leute eigentlich? Wenn das so stimmt, dann ist die nächste Regierung eine Linksregierung! Kurz sprach doch davon, den Linksruck zu verhindern. Womöglich habe ich dabei irgend etwas falsch verstanden?!

  5. Selbstdenker

    Man kriegt es selten so deutlich vor Augen geführt, wie dysfunktional und “moralisch” flexibel das politische System in Österreich ist:
    1) Korrupt bis in die Knochen
    2) Ein Parlament, das aus Parteitaktik, gekränkter Eitelkeit und persönlichen Befindlichkeiten gegen den Wählerwillen agiert
    3) Nicht vorhandene Gewaltenteilung: VfGH Richterin wird Bundeskanzlerin, VwGH Richter wird Justizminister und Vizekanzler, Medien agieren als Jubelperser
    4) SPÖ liebäugelt mit FPÖ, die sie kurz davor noch als Faschisten “bekämpft” hat
    5) FPÖ liebäugelt mit SPÖ, die zu zuvor noch als No-Borders Partei “bekämpft” hat

    Dieser Saustall lässt sich nur durch eine Rückbau staatlicher Einflussnahme – insbesondere der Staatsquote – bekämpfen. Wer diese Zustände satt hat, sollte eine Partei wählen, die glaubhaft vermitteln kann, dass sie den Big State zurückdrängen wird.

  6. Max Mustermann

    Kurz ist schuld. Er hat die Regierung ohne Not gesprengt. (aber zündschnur hat natürlich HC gelegt)

  7. Selbstdenker

    Jaja … und den Misstrauensantrag hat Kurz auch gleich gegen sich selbst eingebracht, weil er davon profitieren könnte. Und am wasauchimmer-Rausch von Strache und Gudenus ist sicher auch Kurz schuld – The devil made me do it!

    Liebe FPÖler: bitte werdet erwachsen und nehmt Euch selbst einmal an der Nase. Es mag schwer zu fassen sein, da die Chance auf eine Normalisierung der FPÖ eine Zeit lang echt nicht schlecht standen. Aber die FPÖ hat es einmal mehr vergeigt.

    Wenn der FPÖ etwas an der Rettung der Regierung – oder zumindest an der Staatsräson – gelegen wäre, hätte sie auch nach Ibizagate etliche Chance gehabt das zu bewisen. Sie hat hingegen den Weg des maximalen Flurschadens gewählt. Ausnahmsweise muss ich Karoline Edstaller recht geben: man lernt sich erst so richtig kennen, wenn man sich trennt.

    Das geradezu peinliche Anbiedern der FPÖ an die SPÖ zeigt ausserdem wie “bürgerlich” die FPÖ in Wirklichkeit ist.

    Eines steht für mich inzwischen fest: die FPÖ ist nicht regierungsfähig und sie wird es ohne tiefgreifende Veränderungen auch nie werden.

  8. jaguar

    ad Mustermann: völlig richtig. Kurz hätte mit Hofer, der knapp 50% Zustimmung bei der BP – Wahl erzielte, weiterregieren können. Er hätte seine Wahlversprechen einlösen können. Mit guter Chance auf weitere bürgerliche 4 Jahre. Minister sind schön öfters aus unrühmlichen Gründen ausgeschieden, da könnte man zahlreiche Namen nennen. Und oftmals wieder später auferstanden. Das Beharren auf Ausscheiden Kickls ist in Hinblick auf seine Erfolge im Migrationsbereich absolut unverständlich. Und mit einer Nicht- FP – Koalition kann Kurz seine Versprechen bis hin zu ORF und Östat oder AMS nicht realisieren.
    Schüssel hat selbst den widerrechtlichen EU – Sanktionen widerstanden.

  9. Max Mustermann

    Falls einigen hier offensichtlich der exakte Ablauf nicht oder nicht mehr klar ist, nochmal eine Auffrischung.

    1. Vereinbarung war, daß Strache zurücktritt und Hofer das VK Amt übernimmt. Kurz und Hofer waren sich da einig.
    2. Strache tritt zurück und die FPÖ erwartet daß Kurz die Vereinbarung einhält. Das tut er nicht. Er fordert indessen am Nachmittag des gleichen Tages überraschenderweise auch den Rücktritt von Kickl.
    3. Kickl geht darauf zögernd ein und meint er würde zurücktreten und, allerdings nur wenn der Innenminister weiterhin aus den Reihen der FPÖ kommt.
    4. Kurz lehnt das ab und will das Ressort in Hinkunft für die ÖVP. Er läßt Kickl vom BP entlassen.
    5. Die empörte FPÖ folgt Kickl aus Solidarität.
    6. Die SPÖ bringt einen Mißtrauensantrag gegen den schwarzen Wortbrüchigen ein und die FPÖ stimmt diesem (natürlich – alles andere wäre enttäuschend gewesen) zu.

  10. aneagle

    @ Selbstdenker- 11:09
    …”Dieser Saustall lässt sich nur durch eine Rückbau staatlicher Einflussnahme – insbesondere der Staatsquote – bekämpfen. Wer diese Zustände satt hat, sollte eine Partei wählen, die glaubhaft vermitteln kann, dass sie den Big State zurückdrängen wird”…..

    Sehr gerne, bloß gibt es in Österreich keine Partei, die glaubwürdig einen Rückbau des staatlichen Einflusses anstrebt, schon gar nicht eine, die vermitteln kann, den Big State (wohl eher den Deep State) zurückzudrängen.
    Läßt man, zum Wohle Österreichs, die gesamte derzeitige Opposition aus vielen verschiedenen guten Gründen als unwählbar beiseite, muss man trotzdem konzedieren:

    Ein Kurz macht noch keinen Frühling und folgerichtig keinen Sommer. Zu nahe stehen ihm seine echten Gegner. Von Landesfürsten in Vorarlberg bis EU-Karas und NEOS Berater Ferry Mayer konterkariert die breit aufgestellte alt-ÖVP(Zustimmung in der Bevölkerung-ca. 10%) die Migrationslinie “ihres” Kanzlers.
    Sie sind ihm unversöhnlich böse, dass sie nur durch ihn überlebt haben und Einsicht in das Erfolgsasset der Kurzschen Migrationspolitik, ist ihre Stärke nicht.

    Wenn die alt-ÖVP eines mit der SPÖ/FPÖ gemeinsam hat, dann ist es die Fähigkeit aus jahrelangen Fehlern nicht das Geringste lernen zu wollen. In fehlender Demut vor dem Wählerwillen kann diese Partei niemandem vermitteln, sie könnte Österreich vor ihren Selbstnutzen stellen, oder die Bürger nicht vordergründig für den Eigennutz zu instrumentalisieren. Nötigenfalls auch zu Lasten des gemeinsamen Staates.

    Hier ähnelt die alt-ÖVP stark der machtbeharrlichen CDU, die den Staat und seine Bürger wie ihr Eigentum behandelt und dafür hoffentlich bald der italienischen Democrazia Cristiana nachfolgt. Herr Kurz hat eventuell guten Willen, aber die Aufarbeitung des BVT- Skandales, wird vielleicht mehr ÖVP- Beteiligung aufdecken, als ihm recht sein kann. Ein guter Grund, sich vorsichtshalber nicht in die Geiselhaft von Herrn Kickl zu begeben. Vorstellbar, dass Kurz in dieser Causa ohnehin schon Geisel seiner eigenen Partei ist .

    Schade um Österreichs größtes politisches Talent, aber in der ÖVP wurde auf dem Thron immer nur der Schwächste, niemals aber der Stärkste geduldet. Alter ÖVP-Reflex, auch als der Todestrieb der Konservativen bekannt.
    Soweit zur schmerzhaften Beschreibung der Parteienlandschaft Österreichs.

    Ihrer durchaus treffenden Beschreibung des politischenSystems in Österreich unter Punkt 1)-korrupt bis in die Knochen-, kann sich wohl keine der in Österreich maßgeblichen Parteien zur Gänze entziehen. Auch wenn man also die Zustände mehr als satt hat, ist Ihr Aufruf, sehr zu meinem Bedauern, undurchführbar.

  11. Selbstdenker

    @Max Mustermann:
    Bitte hören Sie auf so zu tun, als wäre die FPÖ an dieser Situation unschuldig.

    Selbst wenn die FPÖ das unschuldige Opfer einer Intrige wäre – was sie definitiv nicht ist – so, hätte ich für diesen Kindergarten nicht das geringste Verständnis. Von ehrlicher Selbstkritik, Aufarbeitung und Staatsräson keine Spur. Stattdessen schreien sie laut: Haltet den Dieb!

    Die FPÖ kann froh sein, dass die Rauschphantastereien von Strache und Gudenus Pipedreams blieben, denn spätestens nach dieser abstoßenden Kombination aus Versagen, Uneinsichtigkeit und hysterischer Destruktivität würde jede Mafiaorganisation mit aufrechten Ehrenkodex Kleinholz aus dieser Partei machen.

    Die ultimative Ironie ist aber, dass eine sogenannte “rechts-populistische” Partei sowohl den Wählerwillen mit Füßen tritt als auch im bürgerlichen Lager den maximal möglichen Flurschaden anzurichten probiert.

    Die FPÖ ist die Definition einer Lose Cannon.

  12. Selbstdenker

    @aneagle:
    Mich beschleicht eher der Eindruck, dass sich die FPÖ um die Aufnahmeprüfung in den Deep State bemüht; man denke einmal mehr an die peinliche Anbiederung an die SPÖ.

  13. Johannes

    Es wird jetzt eine Expertenregierung ca. 3-4 Monate eine unspektakuläre Verwaltung des Österreichischen Staates durchführen und man wird in dieser Zeit des seriösen Arbeitens als Kontrast die kindischen Streitereien der Parteien um Macht und Stimmen verfolgen können.

    Ich weiß nicht ob meine Meinung repräsentativ für die Bevölkerung ist, aber wenn ich jetzt 3-4 Monate mit dümmsten Streitereien und Schuldzuweisungen, vollkommen entbehrlichen Exzessen von Beleidigen und Beleidigt sein, von Aufrechnen und Herumreiten auf vergangene gegenseitige Winkelzüge um sich zu Fall zu bringen und mit wadelbeisserischen Versuchen der Dackelparteien alles und jedes zum mordsdrumm Skandal zu erklären, belästigt werde dann wende ich mich voll Ekel ab. Dann werde ich jene Partei wählen die das alles nicht mitmacht und die mir ruhig und sachlich in dieser Zeit erklärt was sie besser machen will in der Zukunft.

    Wer jetzt glaubt 3-4 Monate sich nur mit Befetzen und Beleidigen bemerkbar zu machen wird meine Stimme nicht kriegen.
    Und wenn es alle so treiben dann werde ich etwas machen was ich noch nie tat, dann werde ich nicht wählen gehen.

  14. Mourawetz

    Man sollte halt gegen den Wählwillen keine Regierung stürzen. Sowas kommt gar nicht gut an in einer Demokratie, besonders dann nicht, wenn Wahlen vor der Tür stehen. SPÖ und FPÖ haben den Boden unter den Füßen verloren. 66 % waren am EU-Wahlwochende dafür dass Kurz Kanzler bleibt. Die ÖVP fuhr einen fulminanten Wahlsieg ein. Trotzdem brachte die SPÖ einen Misstrauensantrag ein und dann noch gegen die ganze Regierung. FPÖ schließt sich an. Ja glauben die denn, man kann gegen die eigene Bevölkerung regieren? Von allen guten Geistern verlassen.

  15. Selbstdenker

    @Johannes:
    Ich gebe Ihnen völlig Recht: diejenigen, die in den nächsten drei bis vier Monate am meisten mit Dreck um sich werfen, werden aus dem Kreis wählbarer Alternativen eliminiert.

  16. sokrates9

    Abwarten! Die jetzige Regierung ist eine perfekte Kopie der alten Koalition die derzeit nur das Ziel hat alle Ideen der freiheitlichen Rückzuabwickeln! es wird alles eliminiert was eingeführt wurde, von 140 km Versucht, rechtsabbiegen, Raucherproblematik, keine Nennung der Herkunft von Verbrechern, Flüchtlinge bekommen selbstverständlich doppelte Aufwandsentschädigung gegenüber österreichischen Zivildienern und Wehrdienern ( die natürlich alle viel unqualifizierter sind), Genderdenken ist wieder angesagt, Grünideen sind ganz wichtig! Flüchtlinge willkommen! Lehrlinge bekommen Ausnahmeregelungen und dürfen nicht abgeschobeb werden -(Im Gegensatz zu Studenten)
    Ob das das ist was der österreichische Wähler wollte? Daher schnell wählen bevor die Leute erkennen was da wieder kommt!

  17. Selbstdenker

    @sokrates9:
    Aktuell ist der Deep State am Zug – und zwar ohne den Schein einer Gewaltenteilung.
    Ein Problem, das wir sicher nicht hätten, wenn die FPÖ nicht den Misstrauensantrag unterstützt hätte.

    Ich sage es einmal mehr: man hätte mehrfach die Möglichkeit gehabt die Notbremse zu ziehen.

  18. sokrates9

    Selbstdenker@ Keine Bremse hätte es gebraucht die Regierung nach dem Abgang Straches einfach weiterarbeiten zu lassen! Eine Regierung wegen einen bsoffenen Uhu zu sprengen ist doch wirklich lächerlich- wobei natürlich andere Motive dahinter standen! Rolle des BVT: Hat der nichts gewusst? Dann herrscht totale Unfähigkeit wenn ein deutscher Komiker mehr weiß als unser Geheimdienst! wenn er etwas gewusst hätte wäre es seine Verpflichtung den Vizekanzler / Österreich vor Schaden zu bewahren! Möchte gerne wissen wie viele Attentate US / Russische Geheimdienste auf ihre Präsidenten / Politiker schon verhindert haben! Oder wollte man Strache / die FPÖ absichtlich ins Messer laufen lassen? Wer ? Warum??
    Der deep state agiert perfekt! Es wird ermittelt! – Gegen Gudenus! Wo sind die Zeiten als es nicht zulässig war illegal beschaffte Informationen gerichtlich zu verwerten! Rechtsstaat ist nur mehr für Dummies!

  19. Selbstdenker

    @sokrates9:
    Warum hat man Kickl nicht ein anderes Ministerium angeboten? Kickl war meines Wissens der einzige strittige Punkt. Die FPÖ hätte da schon auch eine Gang zurückschalten können.

  20. Falke

    Da geht sich eine Dreierkoalition ÖVP/Grüne/Neos locker aus. Offenbar ist es das, was Kurz will; dann kann er mit zwei schwachen Partnern praktisch fast absolut regieren.

  21. Max Mustermann

    @Falke
    “Da geht sich eine Dreierkoalition ÖVP/Grüne/Neos locker aus.”

    Das wäre aber eine recht lustige Truppe. Lauter stramme EU Fans. Da werden dann alle Anordnungen aus Brüssel umgehend umgesetzt. (zackzack! sozusagen :))

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