Sorry, aber Aufgabe von Konzernen ist es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen

“(C.O.) Dass selbst hochprofitable Unternehmungen wie Siemens Mitarbeiter freisetzen, die sie nicht mehr benötigen, empört viele Menschen. Aber zu Unrecht.” (weiter hier)

20 comments

  1. Thomas Holzer

    So ist es, dem ist nichts hinzuzufügen!
    Leider ist der geistige Horizont “unserer” gewählten Politiker ziemlich eingeschränkt, und/oder beschränkt.
    Man sehe sich nur den geifernden Auftritt des Herrn Schulz vor ein paar Tagen an

  2. Fragolin

    Wenn man zwanzig Leute fragt, was der Daseinszweck des Unternehmens ist, in dem sie arbeiten, kommen immer die zwei Antworten “Dies und das herzustellen” oder “Arbeitsplätze zu schaffen.” Maximal einer ist dabei, der nach längerem Überlegen darauf kommt, dass der einzige Daseinszweck eines Unternehmens ist, Gewinn zu erwirtschaften.

  3. Christian Peter

    Allerdings genießen Konzerne jede Menge (Steuer-) Privilegien und erhalten Milliardensubventionen aus öffentlichen Mitteln (Großunternehmen und Konzerne erhalten als Netto-Subventionsempfänger mehr Subventionen als sie Steuern bezahlen). Die von Großunternehmen und Konzernen geschaffenen Arbeitsplätze werden stets als Argument angeführt, diese verfehlte Politik zu rechtfertigen.

  4. Gerald Steinbach

    Christian Peter

    Also ich arbeite für ein sehr großes Unternehmen hier in Österreich, große Unternehmen haben den Vorteil sie zahlen besser, dadurch verdient der Staat besser an der höheren Steuerbelastung, auch diverse Sozialleistungen kommen den Mitarbeiter zu gute, diese wiederum den Staat, ein weiterer Punkt ist die hohe Anzahl der Mitarbeiter und die hohe Anzahl der Zulieferer und wiederum profitiert indirekt der Staat

    Wettbewerb um einen Standort finde ich gut oder glauben sie wirklich eine höhere Steuerbelastung, sprich Einnahmen würden den Volk zu gute kommen

  5. Christian Peter

    @Gerald Steinbach

    Wem sonst ? Ausländische Konzerne hinterziehen in Österreich nach seriösen Berechnungen etwa 14 Milliarden Euro Steuern pro Jahr – mit diesem Geld ließe sich die Steuerreform des Jahrhunderts finanzieren und die weit über Gebühr belastete heimische mittelständische Wirtschaft entlasten.

  6. Gerald Steinbach

    Christian Peter
    “Entwicklungshilfe” in Afrika, Migrationsanstrengungen jeglicher Art, Förderungen an dubiose chorherrische Vereine, Kampf gegen rechts,, Diskriminierungen,….usw
    Wen dem so ist, wäre das kriminell und wäre ein Fall für die Gerichte,

  7. Christian Peter

    @Gerald Steinbach

    Von wegen – statt Großunternehmen und Konzerne zu privilegieren und subventionieren sollte die mittelständischen Wirtschaft entlastet werden.

  8. Gerald Steinbach

    Christian Peter

    Subventionieren und Privilegieren ist ja an und für sich nichts kriminelles, Steuerhinterziehung sehr wohl

    Das es eine Steuererleichterung in Österreich geben soll sind wir uns einig, da wäre aber das Gebot der Stunde mit Steuermitteln sorgsamer umzugehen, ad hoc fällt mir das neue noch nicht fertig Krankenhaus in Wien ein, kalkuliert hat man mit 320 Millionen vor 11 Jahren jetzt sind wir bei 1,4 Milliarden und kein Ende in Sicht, weder bei der Bauzeit noch beim Geld, eines von vielen

  9. Christian Peter

    @Gerald Steinbach

    Subventionen und Privilegien für Großunternehmen und Konzerne sind nichts Kriminelles, aber genauso schädlich wie die Verschwendung der Steuermittel. Eine vernünftige Steuerpolitik + sorgsamer Umgang mit den Steuermitteln sollte das Gebot der Stunde lauten.

  10. dna1

    @Fragolin

    Also, “dass der einzige Daseinszweck eines Unternehmens (es) ist, Gewinn zu erwirtschaften” würde ich so nicht stehen lassen. Gewinne zu erwirtschaften ist jedoch eine systembedingte Notwendigkeit in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem, da geht kein Weg daran vorbei. Aber deshalb sind Gewinne nicht “der Daseinszweck, und schon gar nicht einzige” eines Unternehmens.

  11. MM

    @dan1, Fragolin: Sehe ich wie dna1. Selbstverständlich muss ein Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Aber nicht als Selbstzweck, sondern um die eigentliche Unternehmung durchführen zu können. Als Kunde kaufe ich z.B. lieber bei dem Bäcker, dem ich abnehme, dass er gerne gutes Brot oder gute Torten backt. Wenn ich den Eindruck bekomme, dass er nur auf Gewinn aus ist, frage ich mich, was denn in der Torte evtl. drin ist.

    Für Kapitalgesellschaften ist dieser Ansatz zwar etwas zu romantisch, aber auch da geht es in der Regel mit dem Gewinn schief, wenn man sich zu wenig um das Produkt kümmert.

  12. MM

    Habe mir auch teilweise die aktuelle Stunde zu Siemens im Bundestag angehört.

    – Die 3 linken Parteien hetzten gegen die raffgierigen Unternehmer, die trotz Milliardengewinne Arbeitsplätze abbauen und forderten staatliche Programme.

    – CDU und FDP hetzten gegen die AfD (der z.B. vorgewurfen wurde, wie Honecker zu reden; und das von einem ehemaligen CDU-Blockflötenmitglied aus MacPomm), waren aber tendenziell gegen die von den Linken geforderten Programme.

    – Die AfD dagegen wies darauf hin, dass durch Reglementierung (in diesem Falle des Energiesektors; es geht ja um die Turbinensparte) immer weitere Branchen aus Deutschland abwandern und forderte weniger Regulierung, mehr Planungssicherheit und niedrigere Steuern.

  13. Johannes

    Ich würde es so sehen, Personalabbau um profitabel zu bleiben ist eine kaufmännische Notwendigkeit.
    Personalabbau um den Profit zu steigern, bei gleichzeitiger Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer ist eine unternehmerische Entscheidung die zumindest bei mir auf wenig Resonanz stößt.
    In diesem Fall müßte ich als Konsument derartig reagieren das ich Produkte dieses Erzeugers vermeide und wo immer es geht auf Konkurrenzprodukte anderer Firmen umsteige, Firmen die im Inland produzieren und deren Firmen oder Konzernphilosophie mir sympathischer ist.

  14. dna1

    @Johannes
    Und ab wann darf/soll man den Profit nicht mehr steigern, mit anderen Worten: Bis wieviel Profit bleibt ihnen das Unternehmen sympathisch?

  15. Christian Peter

    @Johannes

    Wichtig wäre die Veröffentlichung der Steuerzahlungen von Großunternehmen bzw. Konzernen in Österreich – in Australien gibt es ein derartiges Modell bereits, dort werden die Steuerzahlungen von Konzernen veröffentlicht, deren Erträge 100 Millionen Dollar im Jahr übersteigen.

  16. Johannes

    dna1
    Schauen Sie profitabel bedeutet nicht in die roten Zahlen zu rutschen, das heißt Gewinn zu erwirtschaften.
    Wir alle wissen das der Staat Arbeitsplätze fordert und gleichzeitig die Daumenschrauben ansetzt, dennoch Konzerne wie die oben beschriebenen verdienen nicht zuletzt durch staatliche Aufträge, mir ist ein Unternehmen sympathisch wenn es Mitarbeiter wie Menschen behandelt und Aktionäre ebenso keinen von beiden besser oder schlechter denn beide sind notwendig. Nur die Gier darf nicht siegen sonst wird es unmenschlich.

  17. dna1

    @Johannes
    Sie urteilen aus einer emotionalen Sicht heraus, das ist völlig verständlich und zeugt davon, dass sie Empathie besitzen, aber das Problem ist, wie man “eine erlaubte Höhe eines Gewinnes” definieren soll. M.M.n. kann man das nicht, ohne das Wirtschaftssystem zu ändern. Sie müssen weg von Marktwirtschaft (die wir so richtig in Europa ohnehin nicht haben) und hin zu reiner Sozialwirtschaft, und dann müssen sie mit den Defiziten dieses Systems leben.
    Zwei Punkte noch:
    > “Die Konzerne verdienen durch staatliche Aufträge.” Das klingt nach “sie bekommen etwas gratis”, das tun sie aber nicht, sie erbringen eine Leistung, genau wie für jedes andere Unternehmen oder Privatperson auch, und werden dafür bezahlt. Punkt.
    Wenn Politiker korrupt sind ist das eine andere Frage, dafür können die Konzerne nichts.
    > Gerade bei einem Unternehmen wie Siemens müssen wir sicher nicht darüber diskutieren, ob die Mitarbeiter gut oder schlecht behandelt werden, ich bitte sie. Siemens gleicht eher einer karitativen Sozialorganisation, als einem knallharten Kapitalismusbetrieb.

  18. Johannes

    @dna1
    Es gibt keine erlaubte oder unerlaubte Höhe eines Gewinnes, je höher umso besser, wichtig ist nur das die Spielregeln eingehalten werden.
    Marktwirtschaft und Sozialwirtschaft beides sind Faktoren im Spannungsfeld Wirtschaft. Das eine zu Gunsten des anderen vollkommen auszublenden ist nicht möglich will man sozialen Frieden und Prosperität erhalten.

    Ich habe bewußt keinen Namen einer Firma genannt denn es wäre unseriös ohne Kenntnis der Zahlen zu argumentieren. Ich habe lediglich auf die Frage reagiert ob man trotz Gewinn Menschen entlassen soll um noch mehr Gewinn zu machen.

    Natürlich stellt sich die Frage haben sich die Bedingungen geändert, sind andere Produktionsmethoden hinzugekommen, ist die eine Sparte des Betriebes betroffen weil sie nicht mehr rentabel ist usw.

    Ich bin gegen pauschale Verurteilung aber wenn Menschen entlassen werden um in einem guten Unternehmen mit schönem Gewinn noch ein paar Milliarden dazu zu verdienen dann darf ich eine Meinung dazu haben.

    Niemals habe ich behauptet staatliche Aufträge würden ein Gratisgeschenk für ein Unternehmen sein.
    Jeder kann produzieren wo er will und der Staat hat auf seine Bürger zu schauen! Punkt.
    Wenn der Staat Milliardenaufträge zu vergeben hat und diese Aufträge können heimische Arbeitsplätz sichern dann bin ich dafür das eben jener der die Aufträge bekommt dort produziert wo er seine Aufträge bekommt wenn er die Infrastruktur dort hat.

    Natürlich ist das jetzt stark vereinfacht und in einer vernetzten Weltwirtschaft nicht immer möglich und manchmal auch gar nicht wünschenswert. Aber im Grunde ist die einzige Möglichkeit es zu steuern das ich als Konsument dort kaufe wo ich das Gefühl habe das es meinen Lebensraum stärkt.

    Wir können es doch klar und deutlich sehen wandert die Wirtschaft in Billiglohnländer ab gräbt sie dem Konsum und der Kaufkraft in ihren Herkunftsländern das Wasser ab.

  19. Christian Peter

    @dna

    Konzerne sollen so viel Gewinne erwirtschaften wie möglich. Das Problem ist, dass Großunternehmen und Konzerne wegen einer völlig verfehlten Politik zahllose Privilegien genießen (nicht nur im steuerlichen Bereich) und Milliardensubventionen aus öffentlichen Mitteln erhalten. Gerechtfertigt werden diese Privilegien stets mit dem Argument, dass Konzerne angeblich so viele Arbeitsplätze schaffen, was allerdings nicht den Tatsachen entspricht : Die einzigen Profiteure der Privilegierung und Subventionierung von Großunternehmen und Konzernen sind die Mitarbeiter und Aktionäre der entsprechenden Konzerne.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .