Sozialstaat: Die Party ist vorbei

Von | 12. Mai 2013

(ANDREAS UNTERBERGER) Vor den Wahlen wird es keine Partei zugeben. Alle versprechen vielmehr schon jetzt wieder nur neue Zuckerln, ob für die Familien, die Wohnungssuchenden oder ältere Mitmenschen. Dabei sind schon die Zuckerln der Vergangenheit nie bezahlt worden. Der unfinanzierbar aufgeblähte Schuldenstaat wird nur noch dadurch in Gang gehalten, dass die EZB unbegrenzt Geld druckt und zum Nulltarif hergibt.

Das aber kann nicht dauerhaft funktionieren: Die Sparer flüchten im Eiltempo in Immobilien, wo sich eine große Blase bildet, die unweigerlich platzen muss. Die Investoren sehen keine Anreize, weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Die Staatsschulden wachsen ständig weiter an. Und all das gilt nur deshalb nicht als Katastrophe, weil es in anderen Ländern noch schlimmer zugeht. Seit fünf Jahren wird Europa von einer schweren Krise geschüttelt, während es in allen anderen Kontinenten aufwärts geht.

Von Asien bis Amerika gilt Europas aufgeblähter Wohlfahrtsstaat nur noch als abschreckendes Beispiel. Er bezahlt Menschen, weil sie nicht arbeiten, während diese auf allen anderen Kontinenten (fast) nur für Arbeit bezahlt werden. Zugleich hat Europa auf einen Gutteil der Kinder verzichtet, die das künftig finanzieren können. Es schickt dennoch seine vielen älteren Menschen weit früher in Pension als der Rest der Welt.

Und die Zuwanderer sind mehrheitlich schlecht qualifiziert; viele wandern nicht in einen Arbeitsmarkt zu, sondern gleich in einen Sozialstaat. Und Österreich versucht jetzt sogar, die steigenden Gesundheitskosten durch noch mehr Planwirtschaft bremsen zu können.

Alle Experten sehen den dringenden Reformbedarf ebenso EU oder OECD. Aber keine Partei wagt, die Wahrheit zu sagen.

Denn Wahlen gewinnen offenbar immer noch die Big Spender und nicht jene, die sagen: Game over, die Party ist vorbei, jetzt müssen wir die Rechnung dafür zahlen.

Das macht freilich die Rechnung am Ende noch viel teurer. (Tagebuch)

15 Gedanken zu „Sozialstaat: Die Party ist vorbei

  1. Bösmensch

    Das V fehlt im ersten Wort des ersten Satzes.

  2. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Bösmensch
    na so was!
    Da werd` ich den Computer aber schimpfen!
    Sonst habn`s keine Schmerzen?
    🙂

  3. gms

    Ehrenmitglied der ÖBB :
    Sonst habn`s keine Schmerzen?

    Ohne behaupten zu wollen, dies sei im Anlaßfall ursächlich: Dekadenz äußert sich u.a. darin, sich mit dem Wahnsinn zu arrangieren und dementsprechend Energien anderwärtig zu bündeln. Im gegebenen Kontext “Sozialstaat” hätte es somit kaum einen trefflicheren V-Punkt geben können.

  4. H.S.Louisa

    Bevor der staatliche Schuldenberg beseitigt werden kann ist folgendes zu klären: Wo haben die Gläubiger der verschuldeten Staaten ihr Geld erwirtschaftet?

    Bedeutung des Begriffes “Kredit”: von lateinisch “credere” = “glauben, vertrauen”.

    Wenn jeder Kredit grundsätzlich mit Dank und Vertrauen verbunden ist, er also tatsächlich durch eine entsprechend hohe Leistung des Kreditgebers gedeckt ist, dann ist die Rückzahlung Ehrensache.

    Wem schulden aber all die vielen Länder diese vielen Milliarden?
    Wer ist der glückliche superreiche Gläubiger, der sie zuvor ehrlich erwirtschaftet hat?
    Erst wenn diese Frage geklärt ist, werden die Bürger bereit sein, die enorm hohen Staatsschulden durch ihre Arbeitskraft zu begleichen.

    Im Übrigen: wussten die Bürger, was auf sie zukommt, als sie die billigen Kredite und Sozialleistungen nannahmen, für die sie jetzt zahlen sollen?

    Wenn nämlich hinter dem verliehenen Geld keine tatsächliche Wirtschaftsleistung des Gläubigers mehr steht, wenn seine Arbeitsleistung nur darin besteht, innerhalb von 30 Sekunden Zahlen in einen Großrechner einzutippen, dann ist dieses Geld “ertrickst”.
    Das Vertrauen ist missbraucht, und das System erkrankt.

    Richtig, die EZB druckt unbegrenzt Geld und gibt es zum Nulltarif her – aber da jede Währung auf Vertrauen basiert – fehlt es in diesem Fall. Denn der Grund dass die EZB das tut ist nicht, weil sie dem Bürger sosehr vertraut, sondern nur, damit das System nicht zusammenbricht. Das ist zwar auch ein Wert für sich, aber nicht jener, auf dem sich ein nachhaltiges Währungssystem (bzw. eine gesunde Marktwirtschaft) aufbauen lässt.

    Realwirtschaftlich gesehen wäre es an der Zeit, die Bevölkerung über die legale Herkunft der Geldsummen aufzuklären, die der Staat für sie aufgenommen hat.

    Denn nur wenn man weiß WOFÜR man arbeitet und Opfer bringt, kann man auch gut arbeiten.

    Es wird nicht mehr gehen, dass wir halbherzig an der Beseitigung der Schulden arbeiten, unser ganzer Einsatz ist gefragt, der kommt aber nur zustande wenn eine Vertrauensbasis vorhanden ist.

    Also: WO haben die Gläubiger der verschuldeten Staaten ihr Geld erwirtschaftet?
    Und wenn es nicht erwirtschaftet ist, wodurch ist es tatsächlich gedeckt?

  5. gms

    @H.S.Louisa

    Sie schwatzen verdammt viel rote Grütze.

    Die Gläubiger sind dem Volumen nach in der überwiegenden Mehrzahl Pensions- und Versicherungsfonds, manche davon arbeiten, wie im knallroten Österreich, mit per Gewaltmonopol abgepreßten Geldern (Stichwort: Abfertigung neu).
    Superreiche Gläubiger (?!), speziell für Sie auf Neo-Kommunistisch auch Hätschfo-Kapitalisten genannt, machen in dem Konglomerat keine zwei Prozent aus. Im Gender-, Psy- oder Powi-Studium erzählt man euch aber diese Details nicht, gell?

    Zur Deckung: Die Schulden entstanden in den letzten Jahrzehnten. Zuerst auf Teufel-komm-Raus fressen und danach, wenn’s ums Bezahlten geht, spekulieren (sic!), ob das Verfressene anderswo eine Lücke hinterließ, ist in seiner Erbärmlichkeit schon wieder charakteristisch für die geistige Verfaßtheit der heutigen Linken.

  6. H.S.Louisa

    @gms

    Lassen Sie mich zusammenfassen:

    Die Gläubiger sind dem Volumen nach in der überwiegenden Mehrzahl Pensions- und Versicherungsfonds.
    Superreiche Gläubiger machen in dem Konglomerat keine zwei Prozent aus.
    Zur Deckung: keine. Nicht wirklich.

    Na, das sieht doch schon nach was aus.
    Genau das wollte ich wissen.

    Das heißt also, wenn ich jetzt freudig im kommenden Sparprogramm mitarbeite um beizutragen unsere Staatschulden abzubauen, dann ist damit in überwiegender Mehrzahl den Pensions- und Versicherungsfonds gedient.

    Passt doch.

  7. gms

    H.S.Louisa :
    Zur Deckung: keine. Nicht wirklich.

    Was heiß “keine Deckung”? Haben die Schuldner damals nichts bekommen fürs fremde Geld?

  8. H.S.Louisa

    Meine ursprüngliche Frage war ja, welcher reale Wert hinter diesem Geld des Gläubigers steht, oder z.B. hinter den 85 Milliarden Dollar monatlich Quantitative Easing der FED, das sich in die anderen Großbanken ergießt, wobei es weit ab vom kleinen Mann versickert, und so das System erhält.

    Ob es sich insofern tatsächlich um eine (moralisch einleuchtende) “Schuld” handelt, ob dieser Gläubiger dadurch eine Leistung erbracht hat, die diesem hergeborgten (quantitative geeasten) Geld entspricht.

    Wenn ich Ihnen, lieber gms, EUR 10.000 in Ihr Konto tippe, und Sie sich was schönes kaufen, dann haben Sie ja auch was bekommen für dieses Geld. Die Frage ist, ob Sie mir die Rückzahlung wirklich schulden, oder ob sie nicht meinen würden, ich hätte die Rückzahlung EUR 10.000 gar nicht verdient. Mit wie viel Begeisterung Sie nun dafür arbeiten, mir hier was zurück zu zahlen, kann ich mir ausrechnen…
    Da müssten Sie schon sehr, sehr abhängig von mir sein ….

  9. gms

    H.S.Louisa :
    Wenn ich Ihnen, lieber gms, EUR 10.000 in Ihr Konto tippe, und Sie sich was schönes kaufen, dann haben Sie ja auch was bekommen für dieses Geld. Die Frage ist, ob Sie mir die Rückzahlung wirklich schulden, oder ob sie nicht meinen würden, ich hätte die Rückzahlung EUR 10.000 gar nicht verdient.

    Falls Sie als Geschäftsbank besagte 10T “ins Konto tippen”, müssen Sie diese Summe einem anderem Menschen abknöpfen, falls ich die Schuld nicht begleiche. Kommt niemand sonst für meine Schuld auf, bleiben Sie selbst auf dem Schaden sitzen und sind um diesen Betrag ärmer. Meine moralische Verpflichtung, als Begünstigter des Kredites diesen auch zu begleichen, ist in jeder Hinsicht wasserdicht.

    Wenn Sie als Notenbank Geld tatsächlich erschaffen, sei es elektronisch oder physisch (Notenbankgeld M0 und Giralgeld (M1 usw.) sind nun mal zwei Paar Schuhe), mag der Fall anders gelagert sein. Notenbanken ~betrügen~ die Allgemeinheit durchs Vorgaukeln von Werten, und wer seine Schuld gegenüber der Notenbank nicht begleicht, schädigt mittelbar die Allgenheit. Für Private jedoch stellt sich diese Frage nicht, kommen diese doch einzig über physische Banknoten mit Zentralbankgeld in Kontakt. Dann jedoch liegt dem ein echter Tausch zugrunde (Leistung gegen Banknoten).

  10. Lodur

    “Und die Zuwanderer sind mehrheitlich schlecht qualifiziert; viele wandern nicht in einen Arbeitsmarkt zu, sondern gleich in einen Sozialstaat. Und Österreich versucht jetzt sogar, die steigenden Gesundheitskosten durch noch mehr Planwirtschaft bremsen zu können.”

    Da predigen die Apologeten des Kapitalismus permanent Flexibilität und Mobilität und regen sich dann darüber auf, wenn das dann auch praktiziert wird. Die Liberalen sind genauso widersprüchlich wie das System, das sie verteidigen. Überproduktionskrisen und die Tendenz der fallenden Profitrate sind verantwortlich für die Dysfunktionalität des Kapitalismus und nicht irgendwelche “unqualifizierten” Ausländer.

  11. H.S.Louisa

    Wenn ich als Geschäftsbank viele Kredite an zahlungsunfähige Kunden gebe, arbeite ich mich also in die roten Zahlen, bis ich konkursreif bin. Mein Konkurs würde die Allgemeinheit schädigen, daher kommen nun Notenbanken ins Spiel, die meinen Konkurs verhindern, “Werte vorgaukeln” und mir mit diesen den bailout machen.

    Notenbanken ~betrügen~ die Allgemeinheit durchs Vorgaukeln von Werten, und wer seine Schuld gegenüber der Notenbank nicht begleicht, schädigt mittelbar die Allgenheit.

    Schädigt er wirklich die Allgemeinheit, wenn er dieses durch die Zentralbank neu geschaffene Geld, das auf vorgegaukelten Werten beruht, nicht zurück zahlen kann? Wenn ja, wodurch?
    Geht die Zentralbank allen ernstes davon aus, dass die Arbeitskraft den vorgegaukelten Wert mit Realität erfüllen wird, also in einen realen Wert umwandelt?

    Ein recht unstabiles Gebilde, wo am einen Ende der zahlungsunfähige Privatmann steht, der mich als Geschäftsbank in den Konkurs treibt, der von den Zentralbanken verhindert wird mit Geld, das wiederum auf einer hypothetischen Arbeitskraft des ursprünglich zahlungsunfähigen Privatmannes beruht.

    Das einzige was man also tun kann, ist den Privatmann irgendwie dazu zu bringen, dass er zu arbeiten beginnt.
    Und wenn dieser nicht mehr arbeitet, weil er entweder nicht mehr kann oder nicht mehr will, dann wird ein neuer, noch arbeitsfähiger/williger Privatmann angenommen, der nun statt dem anderen die Wirtschaftsleistung erbringen soll, welche die Notenbank vorgegeben (vorgegaukelt) hat. Und weil die zu zahlenden Summen so hoch sind, wird auch noch die zukünftige Arbeitskraft seiner Kinder als Sicherheit herangezogen. Als Gegenleistung gibt es Brot und Spiele.

    Entnimmt die Zentralbank diese Berechtigung einer Philosohpie die davon ausgeht, dass alles Machbare alleine durch die Machbarkeit gerechtfertigt ist?
    Der Stärkere gewinnt über den Schwächeren.
    Die entscheidende Frage ist, ob der ausgeübte Druck den Schwächeren zu besserne Leistungen anregt, oder ihn schädigt und zerstört.
    Moral ist hier wohl nur insofern ein Thema, als man davon ausgeht, dass die Wirkung des eigenen Handelns mit der Zeit auf einen selbst zurück fällt.

    Aber die Sache wird mir langsam klarer, danke.

  12. gms

    H.S.Louisa :
    Schädigt er wirklich die Allgemeinheit, wenn er dieses durch die Zentralbank neu geschaffene Geld, das auf vorgegaukelten Werten beruht, nicht zurück zahlen kann? Wenn ja, wodurch?

    Er tut dies dadurch, indem er um dieses Luftgeld bei der Allgemeinheit echte Leistungen bezieht, ohne dafür eine Gegenleistung zu bringen.

  13. H.S.Louisa

    gms :

    H.S.Louisa :
    Schädigt er wirklich die Allgemeinheit, wenn er dieses durch die Zentralbank neu geschaffene Geld, das auf vorgegaukelten Werten beruht, nicht zurück zahlen kann? Wenn ja, wodurch?

    Er tut dies dadurch, indem er um dieses Luftgeld bei der Allgemeinheit echte Leistungen bezieht, ohne dafür eine Gegenleistung zu bringen.

    Er macht doch genau das, was die Zentralbank gemacht hat.
    Es gibt das Luftgeld weiter.

    Rückzahlung ist in diesem System eigentlich nicht notwendig – Hauptsache der Handel läuft weiter.
    Allerdings sollte die im Umlauf befindliche Geldmenge dabei gleich bleiben.
    Ist halt schon praktisch, eine Gelddruckmaschine.
    Der Schönheitsfehler ist nur, dass sie das System zerstört.

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