Spindelegger auf Orbans Spuren

“…Mit dem Hypo-Gesetz und der damit verbundenen Enteignung gewisser Gläubiger hat Österreichs Finanzminister Michael Spindelegger den gleichen Weg wie Ungarns Premier Viktor Orbán (gegenüber den österreichischen Banken, Anm.)  beschritten….” Gute Analyse, hier.

7 comments

  1. Rennziege

    Eine Pyjama-Party auf Pawlatschen-Niveau, aber nicht so lustig. Es handelt sich um strange bedfellows, denen gemeinsam der Allerwerteste auf Grundeis geht. Aber Viktor Orbán ist ein wettergegerbter Magyare mit Entschlossenheit und Chuzpe — Michael Spindelegger leider nur ein weichgespülter Sesselkleber, dessen Weitsicht schon mit dem eigenen Tellerrand überfordert ist; mit dem österreichischen erst recht.
    Man sagt so gern: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Bei allen Pavianen Afrikas! Haben wir diese Kasperln wirklich gewählt?
    Wenn ich heute lese, dass unser Landwirtschaftsminister, ein gewisser Rupprechter, sich als Kirchenreformator aufspielt, dann frag’ ich mich: Hat der keinen Traktorführerschein? Kann der Roggen und Weizen nicht unterscheiden? Verwexxelt der Kühe mit Ziegen, Ochsen mit sich selbst?
    Muss wohl so sein; ansonsten tät’ dieser Merkwürdige sich wenigstens pro forma mit dem Ressort befassen, in das er aus dem Sumpf der Bünde seiner Partei gezogen würde.
    P.S.: Wie ich soeben von meinem alten Herrn erfahre, ist diesem Minister R. auch die Schwulenehe und deren Adoptionsrecht ein Herzensanliegen. Von mir aus gern — aber erhofft er sich davon eine Beflügelung oder gar Innovation der Landwirtschaft?

  2. Herr Karl jun.

    @ Ad Rennziege
    Leute, die mit Rupprechter zusammengearbeitet haben, kennen seinen “problematischen” Charakter nur allzu gut: Einerseits intelligent, von rascher Auffassung, umtriebig und hyperaktiv, ist er gleichzeitig jähzornig und viel zu oft unbeherrscht-aggressiv. Wundert es einen denn wirklich, wenn er – aufgewachsen als 11. Kind in bescheidenen Verhältnissen – geradezu laufend danach giert, im Mittelpunkt zu stehen, Aufmerksamkeit zu erregen und einfach zu gefallen und das mit dem ungeduldigen Drängen des wohl oft zu kurz gekommenen Kleinbauernbuben? Während ein solcher unterschichtiger Narzissmus in jeder Organisation als ein klarer “Charaktermangel” gelten würde, übersteht dies in der Politik ohne weiteres alle Selektionsbarrieren. Wir werden also noch länger mit diesem ideologischen und kommunikativen Waldschratt leben müssen.
    PS: Derzeit soll er den Vorschlag der ministeriellen Gleichbehandlungskommission prüfen, bei der Viehzählung neben “männlich” und “weiblich” auch eine drittes Geschlecht “x” zuzulassen; es ist offensichtlich, dass sich viele Gezählte einfach nicht entscheiden können…:-).

  3. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Auch der Herrn Strolz hat sich nicht entblödet, in einem Ö1 Interview die völlige Gleichstellung von Mann und Frau in der katholischen Kirche, inkl. Frauenpriesterweihe (na selbstverständlich) zu fordern

  4. aneagle

    seit unzähligen Beispielen, schon lange vor Bandion – Ortner, wissen wir:
    um in der ÖVP Minister zu werden, muss man vor allem eines sein : verhaltensoriginell.
    Wer das braucht, wählt weiter ÖVP.

  5. Nettozahler

    Spindelegger auf Orbans Spuren?
    Schön wärs, wenn er dessen Wahlergebnisse einfahren könnte.

  6. Nettozahler

    lieber Herr Karl,
    treffend beschrieben. Und der “ideologische und kommunikative Waldschratt” einfach köstlich!

  7. G.K.

    Auch wenn das Orbán-Bashing im gelinkten Artikel (obwohl im derStandard!) moderat ausfällt, und nicht von OrtnerOnline ausgeht, ist man hier sofort dabei, Herr Ortner mag ihn einfach nicht, auch wenn er die Schulden des Landes zurückzahlt, was Herr Ortner bei anderen Regierungen sehr begrüssen würde.

    Das selbst erbrachte Orbán-Bashing tönte seinerzeit viel drastischer (auf OrtnerOnline nicht mehr auffindbar):
    http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/693589/Regieren-per-Rechtsbruch_Wie-Brussel-zu-Budapest-wurde
    Lassen wir es, dass es umgekehrt ist, dass Brüssel schon lange Rechtsbrüche begangen hat, als Budapest das tat, was Herr Ortner dort als Rechtsbruch einstuft.

    Der Artikel ist nicht nur in Bezug auf Orbán eine Entgleisung sondergleichen (“gelernter Populist”, Ladendieb), sondern in Bezug auf seine Wähler schier unerträglich, die pauschal als “bildungsfern” verachtet und als wahlunmündig disqualifiziert werden.

    Nebenbei, inzwischen gesellt sich Herr Unterberger zu diesen bildungsfernen Ungaren, da er sich dazu bekannt hat, dass er 2014 selber auch Orbán gewählt hätte:
    http://www.andreas-unterberger.at/2014/04/ich-haette-orban-gewaehlt (interessanterweise nicht auf OrtnerOnline veröffentlicht)

    Die Muster des Hasses auf Orbán, welche Herr Unterberger beschreibt, kommen im Artikel von Herrn Ortner reihenweise vor. Ohnehin wäre es von Herrn Ortner redlicher, zuerst mal vor der eigenen Haustüre zu kehren, und die österreichischen Wähler auf ihren Abstand zur Bildung näher zu untersuchen und dabei etwa der Frage nachzugehen, wieso im Land eine Partei noch gewählt wird, die in Sachen Unglaubwürdigkeit alle Rekorde bricht. Oder sind es gar zwei? Ist es überhaupt eine Frage der Bildung, wie man politisch denkt? Wohl kaum.

    Was mich bis heute auch beschäftigt, ist, ob Herr Ortner inzwischen verstanden hat, dass die Orbansche “Enteignung” die genialen österreichischen Banken vor einem wesentlich grösseren Verlust bewahrt hat. Lassen wir beiseite, dass der “legale” Weg bis zu 350.000 ungarische Familien d.h. bis zu 10% der Bevölkerung in den Ruin ohne Dach über dem Kopf getrieben hätte, was weder die Regierung noch das Land überstanden hätte (und damit die Schuldentilgung des Landes nicht im Traum in Gang gekommen wäre, ob da nicht wesentlich mehr Geld für den westeuropäischen Steuerzahler auf dem Spiel steht?).

    Was hier zählt, ist, dass die österreichischen Banken im Endeffekt bis zu 350.000 Häuschen samt Grundstück ihr Eigentum nennen können hätten! Da wäre ihr Geld drin gewesen, bis zum letzten Cent, ähm, Rappen, ohne jede Enteignung! Wie schön, alles da! Also nicht hier sondern da, in einem anderen Land, mit einem Immobilienmarkt, der nicht nur um ca. 30% einbricht, wie geschehen, sondern vollständig. Naja, in 20-30 Jahren hätte man schon mit der Verwertung der Immobilien beginnen können. Kein Problem, die Zeit vergeht ja schnell! Inzwischen hätten die Bankangestellten in Ungarn in bankeigenen Häuschen Jahr für Jahr gratis Ferien machen können!

    Lehrgeld nennt man das, nicht Enteignung, was man zahlen muss, wenn man nicht Eulen nach Athen sondern Zigmilliarden einer Fremdwährung in ein Drittland mit unvergleichbar weniger stabilen Wirtschaftsverhältnissen trägt und was dummes wie die weltweite Finanzkrise dazwischen kommt. Die kleinen österreichischen Banken schafften es, die US-amerikanische Subprime-Krise masstabsgetreu nachzubilden! Da sie das allein in Österreich nicht schafften, mussten sie auf das Ausland ausweichen. Die weltweite Finanzkrise ist nicht von Orbán ausgelöst worden, die Frankenkredite hat auch nicht Orbán erfunden und eingefädelt, er hat für alle Beteiligten eine akzeptable Lösung erbracht – wobei, nicht mal das ist gesichert, dass dies so klappen wird.

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