Sprache ist verräterisch

(MARCUS FRANZ)  Jede Krise setzt die Politik unter Druck. Und jede politische Krise erzeugt ihre eigenen Euphemismen und Sprachbilder. Kennzeichen all dieser “Wordings” ist heute die politisch korrekte Grundierung der eingeführten Begriffe und deren mangelnde Authentizität und Glaubwürdigkeit. Je mehr sich verantwortliche Berufspolitiker eines bestimmten Begriffs bemächtigen, desto sicherer kann man sein: Er ist geheuchelt, halbwahr oder geschönt. Oder einfach nur inhaltsleer. Der Grund für diese semantische Verhaltensweise ist, sich möglichst unangreifbar und glatt zu verhalten. (Dieses Verhalten ist im übrigen wiederum der Grund dafür, dass man Politikern kaum etwas glaubt.)

Traurig beim alltäglichen politischen Sprachtheater ist, dass viele Medien dabei mitspielen und nur wenige Leute dort den Mut finden, das politisch jeweils gerade konforme Wording zu hinterfragen oder es überhaupt zu verlassen. Das liegt vermutlich an der gegenseitigen Abhängigkeit von Medien und Politik.

Dabei ist Sprache ohnehin immer klar: Wer authentisch spricht und schreibt und wer bei der Wahrheit bleibt, dem glaubt man. Allerdings werden die Verfechter der Wahrheit vom medialen Juste Milieu sofort massiv und persönlich attackiert, diverse altbekannte Keulen finden ihren Einsatz und man versucht stets, die Reputation der Authentischen anzupatzen.

Andererseits gilt: Wer herumrudert, geschönte Begriffe verwendet und sich in der Kommunikation von Halbwahrheiten gefällt, dem glaubt man inoffiziell sowieso nicht. Den verrät seine Sprache – im negativen Wortsinn. Das Ohr des Volkes ist hier sehr fein und man kann die Bürger, wenn überhaupt, dann immer nur kurz hinters Licht führen. Die politischen Herum-Ruderklubs werden trotzdem von bestimmten Medien bei ihrer erbärmlichen Tätigkeit unterstützt. Claqueure finden sich in jeder Regionalzeitung – bis hin zu den sogenannten Leitmedien. Vielerorts wird noch immer die tendenziöse Berichterstattung gepflegt.

Beispiele für unsägliches(!) Wording gibt es täglich. Aktuell ist die Migrationskrise quasi die Fabrik, in der täglich die neue Sprachbilder erzeugt und von wo aus sie in alle Regionen transportiert werden.

Gehen wir ein paar dieser Beispiele durch: Wir reden offiziell von “Schutzsuchenden” und wissen, dass die Mehrzahl der illegalen Einwanderer diesen Schutz nur in unseren Sozialsystemen sucht und niemals für unsere Systeme etwas leisten wird. Wir lesen tagtäglich pauschal von “Flüchtlingen” und wissen, dass bei genauer Auslegung die Genfer Konvention auf fast keinen der Ankömmlinge anwendbar ist.

Die Einwanderer werden gerne in Bausch und Bogen als “Asyl-Werber” bezeichnet. Das klingt fast so schön wie “Braut-Werber”, nur harmloser und unschuldiger. Leider ist nachweisbar, dass die Hälfte aller Asyl-Werber überhaupt keinen rechtlich fassbaren Grund hat, als Asylberechtigte hier zu bleiben und daher auch das Bleiberecht nicht erhält.

Fast alle bleiben trotzdem hier, denn auch in diesem Bereich ist uns bekannt, dass trotz dröhnend eingesetzter Herkules-Maschine und trotz aller martialischen Worte der Minister die große Mehrzahl der Illegalen nicht ausser Landes gebracht wird. Sie bleiben und kosten. Ein Teil von ihnen gefährdet sogar die einheimische Bevölkerung.

Grundsätzlich werden durch die enormen Zahlen von illegalen Einwanderern das Gesundheits- und das Sozialsystem massiv strapaziert und wir erleben bereits jetzt ein Zurückfahren der Leistungsumfänge. Die Migration kostet uns derzeit ca 1 Milliarde Euro pro Jahr. Wer soll das bezahlen?

Gleichzeitig wird uns eingeredet, dass Österreich sich das alles leisten kann und wir natürlich im Rahmen der “Humanität”, die zu jeder Gelegenheit bemüht wird, dazu auch verpflichtet seien. (Warum man als Österreicher die Pflicht hat, illegale Migration zu dulden und zu finanzieren, wird objektiv aber nie erklärt. Es gibt dafür natürlich auch keine rechtlichen Grundlagen).

Dass die Arbeitslosenzahlen gerade Rekord-Höhen erreichen, interessiert den zuständigen Sozalminister nicht. Er outet sich ständig als Migrations-Fan und möchte gerne auch die Ehe für Alle einführen. Bei diesem Thema wird sogar er authentisch. Das scheint ihm viel wichtiger zu sein, als dass er mit Verve der substanziellen Gefährdung unserer sozialen Strukturen entgegentritt.

Gerne erklärt man uns dann noch seitens verantwortlicher (meist linker) Politiker, dass alle, die sich nicht an die “Spielregeln” halten, hier eh nicht geduldet werden. Und in diesem Satz wird die Sprache neuerlich verräterisch: Warum zum Teufel bezeichnet man Gesetze als Spielregeln? Was bedeutet das real? Ist das das Migrationsdesaster für die, die es beenden könnten, nur ein übles Spiel? Und wer sind die Spielfiguren in diesem zynischen Mensch-ärgere-dich-nicht – wenn nicht die Bürger? (thedailyfranz.at)

10 comments

  1. bürger2013

    der drahtseilakt der linken lügenparty wird bei der nächsten nr-wahl mit einem desaster enden. bis dahin muss sich die vp klar sein, wenn sie da weiter mitmacht geht sie mit unter und wird kaum mehr als 10% erreichen. daher sollte sie schon jetzt die situation ändern oder einen koalitionswechsel durchziehen.

  2. waldsee

    dazu gehört auch ” menschen” im zusammenhang mit “schutzsuchenden”. menschen hat die bedeutung in der abendländischen kultur erlangt als folge historischer vorgänge.im islam.umkreis ist die bedeutung nicht gleichlautend.dort finden sich ” gläubige”. für die ” ungläubigen ” ist der begriff mensch nicht reserviert und wird hierorts gerne von linken medien benützt.
    lesen sie LTI.

  3. Calderwood

    Wenn man den perfiden Mißbrauch der Sprache durchschaut, kann man gezielt gegensteuern. Sehr wirksam sind explizite Hinweise und Anführungszeigen (z. B. sogenannte “Flüchtlinge”) und die Neutralisierung von Euphemismen durch Kakophemismen (z. B. “Invasoren”).

    Ein weiteres Mittel ist die ironische Verwendung mißbrauchlicher Wörter und Wendungen (z. B. “Einzelfall” oder “Hat nichts mit dem Islam zu tun”).

    Auf diese Weise kann man die Menschen darauf aufmerksam machen, daß sie sprachlich manipuliert werden. Dann wird die Waffe der political correctness stumpf und ihre ernsthafte Verwendung lächerlich.

  4. Fragolin

    Es sind die letzten Zuckungen einer hilflosen Propagandamaschine, der jedes wahre Wort schadet und die nur auf Lügen fußt. Grüße vom Konterrevolutionären und seiner Jahresendflügelpuppe aus dem kapitalistisch-imperialistischen Ausland.

  5. stiller Mitleser

    Konsequent “Migranten” und “Leute” statt “Flüchtlinge” und “Menschen” verwenden. Hat man früher ja auch so gesagt, Leute, die man nicht persönlich kennt sind eben Leute und Migranten, deren Beweggründe man nicht kennt, sind erstmal eben Migranten.

    “Glückskompetenz” — die der ewig nörgelnden Österreicher muß gesteigert werden! Ha!
    http://www.profil.at/gesellschaft/bhutans-gluecksminister-7544670
    Ich wittere schon einen neuen Umerziehungs-Begriff im Kommen, den das Profil da entriert…

    Und zuguterletzt: schön, wenn ein Politiker/Abgeordneter selber nachdenkt und formuliert, das wird sonst ja immer outgesourct/delegiert.

  6. Falke

    O.T. aus Aktualitätsgründen, hat aber doch auch etwas mit “Sprache” zu tun: Der tschechische Fußballverein Viktoria Pilsen wurde bestraft, weil seine Zuschauer bei einem Match “rassistische Äußerungen” gemacht haben. Ganz abgesehen davon, dass es eigenartig anmutet, den Verein für Aktionen der Zuschauer zu bestrafen (soll vielleicht jeder Zuschauer beim Eintritt eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben müssen, dass er sich p.c. verhalten wird?) ist bemerkenswert, wer diese Strafe ausgesprochen hat: nämlich die UEFA. Da spielt sich also ein Verein, der (zusammen mit der FIFA und dem IOC) bis zum Hals im Korruptionssumpf steckt und dessen Funktionäre reihenweise verhaftet werden, als moralische Instanz und Bewahrer der p.c. auf. Und das wird so einfach zur Kenntnis genommen und akzeptiert.

  7. Mourawetz

    Im englischen Sprachraum nennt man solche Personen, was sie sind: Illegal Aliens.

    Ich neige immer mehr dazu, in Ermangelung passender deutscher Sprachbilder den englischen Begriff mir eigen zu machen. Klartext und deutsche Sprache sind offenbar miteinander unvereinbar.

    an illegal alien or ‘undocumented alien’ is a non-citizen whose has entered a country through irregular migration,[2] for example entered illegally, or an alien who entered a country legally but who has fallen “out of status.”

    https://en.wikipedia.org/wiki/Alien_%28law%29

  8. Fragolin

    Für mich ist ja der absolute Knaller momentan die Aufregung um dm in Deutschland, weil die jetzt Pfefferspray im Angebot haben.
    Dabei war der größte Aufreger die Bezeichnung, irgendwelche Doppelnamentrullas aus dem üblichen Eck empörten sich besonders über den Namen “Tierabwehrspray” und echauffierten sich, dass dm damit auf das zynischste und menschenverachtendste “Flüchtlinge” mit Tieren gleichsetze. Die Einstufung unter die Produktgruppe “Insektenschutz” würde die “Flüchtlinge” sogar als einfallende Heuschrecken darstellen.
    Nun ja, abgesehen vom guten alten “Was ich denk’ und was ich tu'”, dem die Guterrassisten so gerne anhängen, war diese Meldung für mich eine neuerliche Offenbarung der offensichtlich fortgeschrittenen Hirnweiche der üblichen Verdächtigen. Warum? Naja, schauen wir uns mal die Fakten an:
    Pfefferspray wird in Deutschland ausschließlich als Tierabwehrspray verkauft, das hat dm nicht erfunden sondern der Gesetzgeber, der das Mitführen von Waffen sofort verbietet, wenn diese gegen Menschen eingesetzt werden dürfen. Das heeißt es ist auch nur der Einsatz gegen Tiere erlaubt; eine Frau sollte immer argumentieren, sie hätte das Zeug in der Handtasche, weil sie auf ihrem üblichen Weg schon streunenden Hunden begegnet wäre, vor denen sie Angst hätte. Sobald sie sagt, es wäre Angst vor Vergewaltigern, nimmt ihr die Polizei das Zeug ab und zeigt sie an. Es IST ein Tierabwehrspray. Wie ein Gemüsemesser ein Gemüsemesser ist und nicht für den Einsatz gegen Menschen gedacht.
    ABER: Wenn ein Mensch massiv an Leib und Leben bedroht wird (also nicht bloß dumm angequatscht oder auf die Möpse gefasst) darf er oder sie jedes verhältnismäßige Mittel zur Selbstverteidigung ergreifen, also auch eventuell rein zufällig griffbereites Tierabwehspray oder Gemüsemesser. Und so, wie ich beim Gemüsemesser argumentieren müsste, das gerade eben gekauft zu haben und rein zufällig mitzuführen, darf ich der Polizei über das Spray auch nicht sagen, ich hätte es genau wegen solcher Fälle mitgehabt sondern, wie erwähnt, wegen der streunenden Hunde. Sonst freut sich der Angreifer bzw. sein Anwalt.
    Dass dm das Zeug verkauft mag man kritisieren, aber eher aus Sicherheitsaspekten. Man sollte wissen, wie man so etwas einsetzt ohne sich selbst in Gefahr zu bringen und sich auch gewiss sein, dass jede Waffe auch einem eventuellen Angreifer nützen kann, wenn er ihrer habhaft wird und keine Skrupel hat, sie illegal gegen Menschen als Angriffswaffe einzusetzen – Kriminelle lassen sich eben manchmal zu illegalen Taten hinreißen. Dass dm auch keine Produktgruppe “Sicherheit” hat, zeigt dies ja. Deshalb musste das “Tierabwehrspray” unter die einzige Produktgruppe einsortiert werden, die dem am Nächsten kam, eben “Insektenschutz”. Naja, sicher nicht geschickt, aber zur Deutung komme ich noch. Was wären Alternativen gewesen? Nach Meinung dieser Empörungstusnelda wohl “Migrantenschreck” oder “Flüchtlingsvertreiber”. Oder auch als “proaktives Deo” für die “scharfe Frau von heute”.
    Egal. Viel interessanter finde ich die Argumentation der Empörungsbevollmächtigten. Denn die gehen wie selbstverständlich davon aus, dass dieses Spray ausschließlich gegen “Flüchtlinge” eingesetzt wird.
    Noch mal kurz die Fakten: Chilli-Spray ist ein behördliich genehmigtes Abwehrmittel gegen Tiere; der Einsatz gegen Menschen führt zu einer Anzeige und wird nur bei verhältnismäßiger Notwendigkeit in akuter Notwehr akzeptiert, ansonsten ist der Einsatz strafbar.
    Kommen wir zu versprochenen Deutung: Die Empörungsbeauftragte sieht in der Bezeichnung “Tierabwehrspray” jetzt eine Verhetzung und Verächtlichmachung ihrer “Flüchtlinge” – und damit hat sie selbst jetzt genau das getan. Denn sie setzt voraus, dass dieses Spray ausschließlich und ausnahmslos gegen “Flüchtlinge” eingesetzt würde. Das würde aber bedeuten, dass ihrer Meinung nach ausschließlich und ausnahmslos diese “Flüchtlinge” sich so schwer an Frauen vergehen, dass deren Angst vor Strafverfolgung kleiner wird als ihre Angst vor den körperlichen und seelischen Schäden durch die Handlungen dieser “Flüchtlinge” und sie deshalb sogar Tierabwehrspray gegen diese “Flüchtlinge” einsetzen. Damit hat SIE SELBST behauptet, dass diese “Flüchtlinge” sich gemeinhin so benehmen, wie sie darzustellen dm anklagt. Ja, sie behauptet damit sogar, dass andere Leute als “Flüchtlinge” sich da keine Sorgen machen müssten, was ja nur bedeuten kann, dass es keine anderen Gruppen gäbe die sich auf solche Weise gegen Frauen benehmen. Hä??
    Ich halte das für ein klassisches Eigentor und einen absoluten Augenöffner, denn wenn selbst die engagiertesten Fans, Helfer und Diener der “Flüchtlinge” diese für eine dermaßen aggressive und gewalttätige Gruppe halten, dass sie Angst haben müssen, mit Pfefferspray Bekanntschaft machen zu müssen – was sagt das dann über die “Flüchtlinge” aus?
    Sollte der blöde neue Witz doch stimmen? Eh schon kennen: “Warum haben unsere “Flüchtlinge” nach dem Sex immer Tränen in den Augen? Wegen dem Pfefferspray!”

  9. Fragolin

    Nachtrag: Das zeug ist bei dm ruckzuck ausverkauft gewesen. Entweder ziehen die brandenburgischen Wölfe jetzt großflächig durch deutsche Lande oder die Guterrassistin liegt mit ihrer eigenen Einschätzung ihrer Zöglinge gar nicht so falsch….

  10. mariuslupus

    Lingua tertii imperii. Dem deutschprachigen Raum wurde die Auseinandersetzung und Vergangenheitsbewältigung mit der Sprache des Dritten Reiches, auferlegt. Durchaus richtig. Jede Dikatur, jede Untedrückung fängt mit der Sprache an. Nur in diesen Fall, wurde im Untergrund, unterhalb der Wahrnehmungsschwelle eine neue totalitäre Sprache eingeführt, die politische Korrektheit. Unter dem Schleier der Moral wurden, nach und nach, Denk- und Redeverbote, Einschränkungen der Meinungsfreiheit eingeführt. Diese zuerst, sich als humanistisch tarnende Bewegung, hat es den Machthabern ermöglicht dass Denken ihre Untertanen in die von ihnen gewünschten Bahnen, zu lenken.

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