“Staatsverschuldung ist ein Ponzi-Spiel”

“Staatsschulden sind eine schwere, nicht selten sogar eine katastrophale Hypothek für jedes Gemeinwesen. Sie werden von Regierung zu Regierung, von Wählergeneration zu Wählergeneration aufgetürmt. Solange sich das Verschuldungskarussell munter dreht, werden die, die gerade regieren und regiert werden, bereit sein, artig die Zinsen auf die Altschulden, die nicht sie, sondern ihre Vorgänger aufgetürmt haben, zu entrichten. Indem sie für die Altschulden einstehen, kommen auch sie in den Genuss kreditfinanzierter Staatsausgaben. Das ist verlockend, wenn die Aussicht besteht, die Rückzahlung der Schulden auf künftige Steuerzahler abwälzen zu können. Staatsverschuldung ist ein hoch professionelles „Ponzi-Spiel“, aufgebaut auf dem staatlichen Papiergeldmonopol…” (Der deutsche Ökonom Thorsten Polleit in der “WiWo“)

4 comments

  1. Christian Peter

    “Schuldenschnitte sind der richtige Schritt” : Richtig, das Sanierungsinstrument Debt Equity Swap schlägt Hans Werner Sinn bereits seit Jahren vor (auch für die Entschuldung von Banken). Statt die Schulden angeschlagener Staaten durch Gewähren neuer Kredite ständig zu erhöhen, sollten Staaten durch eine geordnete Staatsinsolvenz entschuldet werden. Somit fallen Verluste endlich dort an, wo das Risiko eingegangen wurde : bei den privaten Gläubigern.

    Die zugrundeliegenden Mängel liegen jedoch im heutigen Kreditgeldsystem, welches früher oder später unweigerlich im Crash endet.

  2. Smarti

    Na dann versuchen Sie mal die Staatsschuldenhalter zu Eigenkapitalgebern der Deutschland-AG zu machen… Letztendlich wird es nur zwei Wege aus der Schuldenkrise geben: Haircut oder stille Entwertung durch Inflation. Und wir alle wissen welche “Lösung” gewählt werden wird. Ich persönlich würde, wenn ich Kanzler wäre, einfach alle Staatsschulden verleugnen (gut, dann bricht das Bankensystem zusammen, aber das tut es ja eh irgendwann). Dann wird das Spiel nämlich mal andersherum gespielt: Nicht die Sozen errichten ein staatliches Schneeballsystem nach dem anderen, wo man nicht mehr herauskommt, selbst wenn der politische Wille vorhanden wäre, sondern ich erschaffe eine Altlast im Sinne einer nicht mehr gutzumachenden Schädigung “des Vertrauens in die Bonität des Staates”, die es nachkommenden Regierungen egal welcher Coleur unmöglich machen wird, innerhalb der nächsten 50 Jahre jemals wieder eine Staatsanleihe platzieren zu können (gut, etwas optimistisch, aber immerhin).

  3. Heinrich Elsigan

    Das Konzept von Staat funktioniert ja, genauso wie das Konzept von Märkten funktioniert. Man darf es nur nicht exzessiv übertreiben.
    Eine Null-Bonität wäre dumm, weil dann würden irgendwelche Hirnis das Wasser zum Schrottpreis verscherbeln nur um 1 Jahr GÖD Neugebauerpensionen zu sichern.

    Außerdem haben wir ja in Griechenland schon NULL-Bonität.
    Na aber wer borgt den Pleitestaaten Geld, außer der IWF, die EZB (Herr Draghi), die Troika und Mutti? Niemand! Da hätte Herr Draghi ja gleich auch schön langsam (um zu starke Inflation zu vermeiden) einfach alle Staatsanleihen und faule Banken Kredite aufkaufen können. Langsam gemächlich, aber konstant! bloß nur keine Hyperinflation, sondern nur eine 3% bei 0,25% Leitzins anheizen, und das über 10 Jahre. Das erzeugt Inflationsangst bei Reichen und mehr noch bei den eher kleineren Sparern. Die werden ihr Geld entweder sinnvoll oder in eine neue Blase investieren, damit sie zumindest 3% Inflationsausgleich haben. Blöderweise hat sich im ClubMed noch nicht herumgesprochen, dass man zumindest 1% – 5% Rendite bieten muss. Im Ösiland crowdfunden die Leute ja, sehr zum Ärger der FMA.
    (Weil die maroden Banken mehr brauchen um ihre Bilanzen wieder sauber zu bekommen. Blöderweise ist durch den Umweg Bank, die Rendite wieder viel niedriger)

    Vielleicht ist das eh der Plan:
    10 Jahre gemächlich weginflationieren, aber löst das die Jugendarbeitslosigkeit im Süden?
    Nein, aber es kommt nur zu einem verlorenen Jahrzehnt in €uropa, nichts ist zu hart und die Enteignung auch nicht zu heftig, solange nichts unerwartetes passiert. (Weil stabil ist das ganze so sicher nicht)

  4. Christian Peter

    Das staatliche Notenmonopol ist nicht die Ursache der Krise, sondern das Privileg der Geschäftsbanken der Teilreserve. Staaten müssen sich von Natur aus verschulden, denn trotz Notenmonopols muss sich der Staat im heutigen Geldsystem Geld von Geschäftsbanken leihen und dafür auch noch einen Zins entrichten.

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