Studie: Entwicklungshilfe versickert in Steueroasen

Die FAZ berichtet: “Ein wissenschaftlicher Aufsatz hat ein Beben in der Weltbank ausgelöst und wird in Zusammenhang mit dem überraschenden Abschied der Chef-Volkswirtin Pinelopi Goldberg gebracht. Drei Forscher, darunter ein Weltbank-Ökonom, haben starke Hinweise dafür gefunden, dass die Eliten armer Länder bedeutende Anteile der Entwicklungshilfe einkassieren und in Steueroasen schleusen.“ Das zugrunde liegende wissenschaftliche Papier lässt sich hier herunterladen.

7 comments

  1. Kluftinger

    Man kann sicher sein, dass sehr schnell “Argumente” gefunden werden,dass
    a) die Studie nicht korrekt ist,
    b) man das Ganze verzerrt darstellt
    c) etc….
    Der aufmerksame Zeitgenosse hat aber schon viel Artikel und Vorträge gelesen und gehört, die das Desaster mit der Entwicklungshilfe erwähnen.
    Fazit: Schwamm darüber und weiter gefordert.

  2. Kluftinger

    Nachtrag:
    Erwähnenswert , das in diesem Blog bereits vorgestellten Buch von Volker Seitz:
    Afrika wird armregiert.

  3. GeBa

    Dazu hat es Forscher gebraucht? Jeder der jemals in einem solchen Land war weiß das und wenn jemand nicht dort war, weiß er es auch

  4. Volker Seitz

    @Kluftinger
    Danke, dass auf mein Buch (gerade ist die 11 Auflage erschienen) hinweisen. Entwicklungsgelder landen auf Privatkonten. Sicher, man weiß das schon lange und ich habe darüber in “Afrika wird armregiert” geschrieben, aber die empirischen Beweise waren bisher spärlich. Ich hatte auf meinen Posten Zugang zu verschiedenen Versionen von KfW Berichten. Sie wurden systematisch entschärft. Im neuesten Fall hat der dänischer Co-Autor einfach frühzeitig den Text selbst veröffentlicht auf seiner Homepage. Ob er jemals wieder für die WB tätig sein wird ? Das Thema ist ja schon seit vielen Jahren Gesprächsstoff in Entwicklungshilfekreisen. Die Weltbank und der IMF oder auch Entwicklungshilfe- Organisationen haben schon zu meiner Zeit als deutscher Botschafter in Kamerun und anderswo das Thema Korruption in ihren Gesprächen mit der Regierung nicht aufgreifen wollen.

  5. Hausfrau

    Die Tatsache, dass viele Entwicklungsgelder in die Taschen der korrupten dortigen Politiker gelangen, ist seit langem bekannt. Volker Seitz hat auch schon oft darauf hingewiesen, aber scheinbar ist es eine Beruhigung für die Politiker, einfach Geld zu versenden. Da müsste zumindest vor Ort geplüft werden, was damit geschieht.
    Ich glaube, ein vernünftiger Präsident aus Ruanda (?) hat einmal empfohlen, diese Art der Entwicklungshilfe ganz einzustellen. Wichtig wären Hilfen vor Ort, um erstens Investitionen für Bildung, Industrie und Landwirtschaft zu machren, statt zweitens nicht mit Überschussgütern der EU die lokale Wirtschaft (KMUs) zu unterbieten. Angela Merkel, bitte dies akzeptieren!

  6. Elvira

    Gibt es Hinweise,dass nicht nur Eliten in den Empfängerländern nehmen, sondern dass ein Teil des Geldes wieder zurückfließt?

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