Systemwechsel, nein danke!

Von | 16. August 2021

(C.O.) Manche Ideen zur Bekämpfung des Klimawandels sind gefährlicher als das Problem selbst. Greta Thunberg, die jüngst das Cover der “Vogue” zierte, ließ deren Leserinnen wissen, was es jetzt braucht: nichts weniger als einen Systemwechsel. Die Wiener Politologin Natascha Strobl erklärte dazu via Twitter: “Ganz nüchtern werden wir uns zwischen Kapitalismus und dem Fortbestehen weiter Teile der Menschheit entscheiden müssen.”

Nun ist die Frage, wofür Strobl, die immer wieder in “Standard”, “Falter” und ORF auftritt, sich nüchtern entscheiden mag oder auch nicht, von eher überschaubarer Bedeutung. Interessant ist die Sicht der Dinge allerdings, weil sie ein gar nicht so kleiner Teil der Bevölkerung in der einen oder anderen Form teilt, vor allem unter den Jüngeren. So gab 2020 bei einer Umfrage in 28 Staaten eine Mehrheit von 56 Prozent an, der Kapitalismus richte “mehr Schaden als Gutes in der Welt” an, wobei Jüngere stärker zu dieser Annahme neigten als Ältere; nicht zuletzt dank Thunbergs Wirken. Denn der Klimawandel – oder genauer gesagt: die gelegentlich hyperventilierende öffentliche Debatte darüber – hat diese krude These noch weiter befeuert. Kapitalistische Profitgier gleich Umweltzerstörung gleich Klimaveränderung, lautet die simple Gleichung; und wenn etwa der ORF jüngst die “ZiB 1” mit dem Satz “Die Welt brennt” einleitete, dann triggerte das beim einen oder anderen naiven Zuschauer die Assoziation: “Und der Kapitalismus ist schuld.”

Das führt zu einer akademisch interessanten Frage: Wenn das Fortbestehen weiter Teile der Menschheit davon abhängt, dass wir den Kapitalismus abschaffen – wodurch ersetzen wir ihn dann eigentlich? Ganz einfach: Da Kapitalismus im Wesentlichen auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt (Marktwirtschaft) beruht, sind sowohl Privateigentum als auch freier Markt abzuschaffen, um in der Logik dieser Leute die Menschheit zu retten. Nun ist das Recht auf Eigentum in der österreichischen Verfassung ebenso wie im deutschen Grundgesetz verankert; wer es abschaffen will, ist somit ein Fall für die Verfassungsschützer und nicht für Qualitätsmedien; aber bitte, wenn es um die Rettung der Welt geht, wollen wir nicht so sein.

Was aber soll, wenn wir aus Klimaschutzgründen unsere Verfassungen gekübelt und das Privateigentum abgeschafft haben, an dessen Stelle treten?

Natürlich aus logischen Gründen – irgendwem müssen die Betriebe ja gehören – der Staat. Und an die Stelle des freien Marktes tritt, da es auch hier keine Alternativen gibt, die Planung des Staates. Sonst wird das ja nix mit dem Kapitalismus-Abschaffen.

Es ist ein seit mehr als 100 Jahren erprobtes Modell, das uns die Soziologin Strobl und all die anderen akademischen Leichtmatrosinnen dieses Milieus da aufwärmen, was leider den ranzigen Geruch nicht zu übertünchen vermag. Und es ist vor allem ein Modell, das in jedem einzelnen Fall, in dem es erprobt wurde, gescheitert ist; zuletzt etwa in Venezuela oder Kuba.

Ganz nüchtern werden wir uns zwischen dem Fortbestehen weiter Teile der Menschheit oder dem Glauben an wirre Systemwechsel-Thesen der Kapitalismus-Gegner entscheiden müssen. (“WZ”)

16 Gedanken zu „Systemwechsel, nein danke!

  1. Susi

    Die “Jungen” vergessen stets dass der Kapitalismus ihnen ja erst das bequeme Leben ermöglicht hat und sie erst dadurch die Arroganz entwicklen konnten um UNS, die “Älteren” zu beschuldigen, am Klimawechsel und anderen Problemen Schuld zu sein. Die Arroganz, die übrigens auch die NGO´s zeigen, die NUR von unseren Steuergeldern leben (sie produzieren oder verkaufen ja nix), protestieren und “zerstören” bei div. gewalttätigen Demonstrationen ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.

  2. Selbstdenker

    Ausgezeichneter Beitrag, Herr Ortner!

    Ein (vermeintliches) Problem, das durch das Nichtvorhandensein von Eigentumsrechte an der Ressource Luft entsteht, soll also durch Abschaffung von Eigentumsrechten gelöst werden.

    Und durch die Umstellung von einem System, das auf der bestmöglichen Nutzung knapper Ressourcen aufbaut auf ein System, das alles und jeden zur Allmende erklärt, soll der Raubbau an der Umwelt abgeschafft werden.

    Soso.

    Der nicht vorhandene Umweltschutz im ehemaligen Ostblock und in Maos China war ja auch geradezu legendär. Siehe: Ecozide in the USSR.

    Das “Kunststück” in einem hochgradig fruchtbaren Gebiet (Ukraine, China) eine Hungersnot zu entfachen, an der mehr als 50 Millionen Menschen sterben, bringt nur der Kommunismus zustande.

    Wer andere Menschen zu Dunkeldeutsche, Deplorables und sogar zu Ungeziefer erklärt, für den dürfte dieser Bug aber ein Feature sein.

    Und Natascha Strobl sieht sich in ihrem “ganz nüchtern” daherfabulierten System ganz gewiss in der Rolle der Wenigen, die den Verzicht der Vielen verwalten. Naaaaa ganz bestimmt nicht.

  3. sokrates9

    Interessanterweise ist hier ein ganz große Gruppe von Frauen unterwegs die beweisen dass Emotionen jede Art von Ratio perfekt schlagen! Diese ganze Klimahype haben wir den Frauen zu verdanken, für die Atomkraftwerke GAGA sind, der Strom aus der Steckdose kommt und das Weltklima gerettet wird wenn Österreich Deutschland das böse
    C02 eliminiert! In welcher Welt leben die wenn sie erklären wie wichtig das Radfahren ist und alle Probleme löst? Vor allem in winter, wenn es regnet, wenn man nicht in Wien wohnt und es gebirgig ist, ie Alten / ganz Jungen, die Behinderten und Kranken warten schon sehnsüchtig darauf auf das Rad umsteigen zu können, oder auf die öffis die am Land 3x am Tag fahren!

  4. Alfred Mayerhofer

    Solange die ‘Jungen’ nicht am eigenen Leib erspüren, was es heißt, so wie unsere Eltern und Großeltern nach dem Krieg zu leben, oder aber in der DDR und den anderen Warschauer Pakt Staaten wird da nichts passieren. Nach ein bisserl Demonstrieren am Freitag im bequemen Auto abgeholt zu werden und im Winter eine warme Wohnung und ausreichend Essen zu haben ist halt sehr einfach. Aber hungrig und kalt, mit alter, einfacher Kleidung und ohne Perspektive und Meinungsfreiheit das restliche Leben zu führen ist was anderes. Aber das kennen sie halt nicht.

  5. GeBa

    Früher hat man einmal gesagt – Trau keinem über 30, die Situation hat sich gewaltig geändert, inzwischen kann man ganz ehrlich sagen – Trau keinem unter 40. Gehört doch unser Schwiegermutter-Höschenfeucht Bundeskanzler auch dazu.

  6. Allahut

    Interessant ist immer wieder die große Zahl an “Experten”, eine Politologin erklärt uns das Problem des Klimawandels, im ORF erklärt uns jeden Tag ein Kommunikationswissenschaftler Corona, dazu kommen noch “Zukunftsforscher” u.a. Auffallend ist nur, dass es immer wieder die selben “Experten” sind, jene die eine etwas andere Sicht der Dinge haben, kommen zumindest öffentlich kaum zu Wort.
    Gerade beim Klimawandel und den Lösungen die die Grünen anzubieten haben sind allerdings schon viele Fragen offen. Auch die vielgepriesene erneuerbare Energie ist zu hinterfragen, oder glauben die Naivlinge wirklich, dass die Erzeugung und Verbrennung von Pellets kein CO2 produziert, da wäre der Vergleich mit fossilen Energieträgern auch interessant.
    Ich sehe in der Erderwärmung größtenteils nur Vorteile, man braucht vielleicht im Winter nicht mehr heizen, dadurch ist auch die Produktion von Heizungsanlage hinfällig, die landwirtschaftliche Produktion ist ganzjährig und auch in höheren Lagen möglich, die Vorratsspeicherung vielfach unnötig, Winterbekleidung braucht auch fast niemand mehr, teure und umweltschädliche Dämmstoffe beim Hausbau kann man sich ersparen, Energieerzeugung mittels Sonnenkraft wäre wesentlich effizienter, steigt der Meeresspiegel, dann haben auch mehr Fische in den Weltmeeren Platz, das dient wiederum zur Ernährung der rasant zunehmenden Erdbevölkerung, un im günstigsten Fall haben wir in Zukunft wieder das Meer vor der Haustüre, dadurch würden auch die kilometerlangen Staus in der Urlaubszeit wegfallen, usw.

  7. Daniel B.

    “Die “Jungen” vergessen stets dass der Kapitalismus ihnen ja erst das bequeme Leben ermöglicht hat und sie erst dadurch die Arroganz entwicklen konnten um UNS, die “Älteren” zu beschuldigen, am Klimawechsel und anderen Problemen Schuld zu sein.”

    “Die Jungen” haben vielfach keinerlei Ahnung mehr was Sozialismus/Kommunismus bedeutet und anrichtet. Im Standardforum z.B. wird sehr oft Sozialstaat mit Sozialismus und mit dem Wort “Sozial” in Verbindung gebracht oder gleichgesetzt. Ist erschreckend was sich in Foren offenbart. Die Ideologie vom Sozialismus/Kommunismus hat nichts mit Sozial oder Freiheit zu tun, schon gar nichts mit Sicherheit.

    In der Bibel steht…an den Früchten wird man erkennen was gut ist.
    ~500Mio Ermordete, Verhungerte, Vertriebene, Enteignete, politisch gefangen Genommene und mutwillig Verwahrloste in den letzten 100 Jahren durch sozialistische Staatsexperimente, würden eine deutliche Sprache sprechen, die heute in Universitäten und Schulen aber nicht mehr gehört wird oder aktiv mit Gewalt zum Verstummen gebracht wird.

  8. timeo

    Ein Lehrbeispiel zwischen Kapitalismus und Kommu-/Sozialismus:
    Nach 45 Jahren die Entwicklung der BRD (Kapitalismus) und der DDR ((Kommunismus/Sozialismus),
    bei gleichen Startbedingung 19 45

  9. Reinhard Moser

    Der Hauptgrund des Klimazustandes ist wohl kaum das System sondern die Zunahme der Weltbevölkerung – in 100 Jahren von 2 Mrd auf 8 Mrd Menschen – alle wollen essen, wohnen, benötigen Kleidung…….etc…..diese Entwicklung wird kein System ändern bzw. stoppen……lassen wir uns überraschen, was da noch auf uns zukommt, wenn die Welt 10 Mrd Menschen hat………

  10. hausfrau

    Aber jetzt gäbe es eine Wunschdestination für alle Öko-Verwirklicher : Afghanistan!
    Das gäbe 2 Fliegen mit einer Klappe, sind die Protagonisten doch Liebhaber aller Einwanderer von dort.

  11. Gerald Steinbach

    Vielleicht kann man ja die Taliban überreden den Pariser Klimaabkommen beizutreten, da wäre zumindest in Deutschland eine künftige Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen, Erfahrung mit Ajatollahs dürften da helfen

  12. Franz Meier

    Schon wenn ich den Lebenslauf der Dame auf Wikipedia studiere wird mir schwindlig. Der perfekte Lebenslauf – steht ultra-perfekt im allgemeinen Zeitgeist – sehr schick, sehr cool, ach so modisch. Hervorragend – sozialistischer Hochadel vom Feinsten. Sie forscht über den Rechtsextremismus! Gibt es eigentlich auch Forscher die über den Linksextremismus forschen? Sehr interessant, dass immer gegen ein rechtes Phantom geforscht wird. Gähn! Wie äussert sich sich denn dieses rechte Phantom und welche Gefahr stellt es wirklich dar? Wiederholte Auftritte im ORF, Beiträge im Standard, in der Zeit, in der taz, im Falter – das sind alles Organe und Institutionen des radikalen, anti-demokratischen Linksextremismus, also Feinde der liberalen Demokratie. Feinde der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung, Feinde unseres Wohlstandes und unserer Freiheit. Wirre, abstruse, kindlich-naive, läppisch-dümmliche Ideen und Gedanken zum Klimawandel und zur Abschaffung des Kapitalismus. Ein hohes Ausmass an politischer und ökonomischer Inkompetenz und Unfähigkeit. Was lernen diese Typen im Politologiestudium? Ist das ein reines Ideologiestudium? Lernen die etwas über volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, über den Unterschied von Einnahmen und Ausgaben, über Kosteneffizienz? Sprechen die auch einmal über Gewinne und Verluste? Lernen die etwas über Staatskunde, wissen die wie eine westlich-demokratische Volkswirtschaft funktioniert? Behandeln die in der Politikwissenschaft auch die Geschichte der grossen Sowjetunion und des ehemaligen Ostblocks? Wissen die wo Kuba, Nordkorea und Venezuela liegen? Wer sind die Professoren die dort unterrichten, welcher Professor/welche Professorin hat die Dame bei ihrer sicher sehr interessanten Diplomarbeit begleitet? Kann ich an derselben Universität, bei demselben Professor eine Dissertation über die Verbrechen und das totale Versagen der sozialistisch-kommunistischen Länder und über den Zwangs-Kollektivismus in den kommunistischen Ländern schreiben? Und zuletzt noch dies: Hat sich diese Dame einmal überlegt, wie wir die Lieblingsspielzeuge der Linken (Klimawandel, Massenmigration, Antirassismusbewegung, LGBTQ und die vielen NGOs) dann eines Tages finanzieren und bezahlen sollen, wenn niemand mehr eigene Mittel hat und alles dem Staat und den linken Funktionärsbonzen gehört? Wer kann das alles dann noch bezahlen?

  13. Johannes

    In der Welt von Greta kann nicht jeder machen was er will. In der Welt von Greta muss es einen Kreis von Menschen geben die wissen was erlaubt ist und was schlecht ist für das Klima. Und diese Menschen müssen mit einer Macht ausgestattet werden die es ihnen erlaubt schlechtes Verhalten abzustellen.

    Jene welche sich schlecht verhalten sind schuldige Menschen in der Welt von Greta, es sind Menschen welche die Welt zerstören wenn man sie nicht daran hindert. Aber wie kann man diese Menschen welche glauben Rechte und Freiheiten zu haben daran hindern?
    Indem man ihnen ihre vermeintlichen Rechte und Freiheiten nimmt.

    In Gretas Welt braucht man keine Unternehmer mehr, der Staat muss alles was produziert werden darf selbst in die Hand nehmen um es so zu erzeugen wie Greta es in ihrer Weisheit als gut befunden hat.

    Und hier kommt die Krux, in Gretas Welt müssen auch weiterhin für immer mehr Menschen (Migranten) immer mehr Wohnungen gebaut werden, es muss immer mehr Strom erzeugt werden und immer mehr Lebensmittel, Kleidungen, Medikamente, Spitäler zur Verfügung gestellt werden.

    Aber was das wichtigste ist es muss Arbeit zur Verfügung gestellt werden, der Staat hat keine Einnahmen mehr aus den Bereichen des hochversteuerten freien Unternehmertums.
    Das heißt der Staat muss etwas erzeugen und verkaufen um Einnahmen zu lukrieren um damit wiederum Gutes für die Menschen tun zu können.

    Irgendjemand muss Kühe melken um zu Milch zu kommen, irgendjemand muss Stahl gießen um Schienen und Pflugschare zu schmieden, irgendjemand muss Zement brennen um das Baumaterial zu erzeugen, will man den Menschen ihr Recht auf Wohnungen nicht vorenthalten, irgendjemand muss Maschinen bauen um die Veredelung der Rohprodukte zu Lebensmittel zu ermöglichen.

    In der Welt von Greta entstehen ganze Ketten welche vom Staat betrieben werden müssen und es darf kein einziges Glied dieser Kette auslassen oder versagen denn es gibt kein anderes.
    In der Welt von Greta steht alles still wenn ein Glied ausfällt, dann gibt es niemanden der es ersetzen kann dann muss die Ernte warten bis der Staat eine Lösung gefunden hat und hat er sie endlich gefunden ist die Ernte verdorben.

    In der Welt von Greta gibt es kein konkurrierendes Unternehmertum mehr, niemand ist angehalten mehr zu tun als das System von ihm verlangt, in der Welt von Greta macht man sich verdächtig wenn man eigen Ideen hat, in der Welt von Greta sind sie ein Anschlag auf die Welt.

    In dieser Welt portioniert der Staat Dein Leben, teilt es ein, sagt Dir was richtig und falsch ist, macht Dich zum schlechten Menschen wenn Du nicht mitgehst.
    Andauernd hängt ein Damoklesschwert über Deinem Haupt, es gibt nur gehorchen oder schuldig werden, es ist Diktatur in seiner reinsten Form.

  14. Kluftinger

    @Franz Meier
    Sie haben das wichtige Stichwort geliefert: “linke Funktionärsbonzen”.
    Die Erfahrungen in der UdSSR und den Bruderstaaten und ihrer NOMENKLATURA ist heute noch ein schreckendes Beispiel. ( man denke nur, eine Frau Herr oder eine Frau Maurer et. al. hätten das Sagen ???????).
    Man hat auch noch zu wenig die Rolle der SED Bonzen in der DDR beleuchtet, warum wohl?

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