Technik is good for you!

Von | 18. September 2016

“……Die Mehrheit der Menschen tendiert zu einer Verklärung der Vergangenheit: «Früher war das besser.» Entsprechend skeptisch beurteilen viele den Nutzen oder Sinn der technologischen Errungenschaften, die seit Jahrzehnten die Welt umgestalten. Zu Unrecht: Technologie spart Ressourcen, schafft Freiheiten und verringert wohl sogar soziale Ungleichheiten. Eine grössere Wertschätzung der Naturwissenschaften tut Not…..” (hier weiter)

10 Gedanken zu „Technik is good for you!

  1. Fragolin

    Zitat: “Nicht mehr der Kläger muss die Gefahren einer neuen Technologie aufzeigen, sondern ihr Anbieter muss die Ungefährlichkeit restlos nachweisen können.”
    Wenn man unsere heutige angstgetriebene Einstellung zu Neuerungen betrachtet, würden die EU-Behörden sehr wahrscheinlich Erfindungen wie Dampfmaschine, Eisenbahn oder Flugzeug niemals eine Zulassung erteilen.
    Die Menschen sind, Einsteins Einschätzung eingedenk, eine sehr intelligenzbegrenzte Biomasse. Es ist nicht “die Technik”, die unser Leben versaut, sondern die offensichtliche Unfähigkeit der Menschen, sie zu nutzen und für sich zu entscheiden, welche man sinnvoll zum eigenen Vorteil einsetzen kann und welche nicht. Getreu dem guten alten Spruch, ein Computer ist nur so klug, wie der, der davorsitzt. So betrachtet ist der Grad der Technikfeindlichkeit ein Hinweis auf den Grad der Intelligenz – je dümmer der Mensch, desto technikfeindlicher ist er eingestellt. Das erklärt die Ablehnung technischen Fortschritts bei den sich als Vorreiter des Fortschritts selbstbegreifenden Linken, die gerne intellektüll daherstolzieren, aber oft nicht mehr als intellektuelles Vakuum verbreiten. Die glauben wirklich, dass moderne Maschinen haufenweise Arbeitslose produzieren und begreifen nicht, dass der Arbeitsmarkt nicht abgeschafft sondern verändert wird. Sie bejammern das unmenschliche Los des hart körperlich schuftenden Industriemalochers, lehnen es aber gleichzeitig ab, wenn eine moderne Maschine ihm die Arbeit erleichtert und er sich zum Maschinenbediener, Programmierer, Instandhalter oder Fertigungstechniker hochqualifizieren kann. Sie fordern eine höhere “Akademikerquote” als Spielwiese für aus Zwangsabgaben finanzierte Orchideen-Studenten, lehnen aber jene hocheffizienten Fertigungsstraßen ab, die solche Gewinnmengen erst möglich machen, mit deren vom Staat zwangsabgepressten Anteilen dieses Massenhobby für Leistungsaffinitätsallergiker erst möglich gemacht werden. Selbst nach dem kombinierten Soziologie-, Gender- und Ökologiestudium und der bahnbrechenden und gesellschaftlich umwälzend hochwichtichen Diplomarbeit über den Einfluss von Frauenquoten in den Vorständen kapitalistischer Megakonzerne auf das Sexualverhalten der Borkenkäfer im Odenwald sind sie nicht in der Lage zu erfassen, dass nur der Einsatz dieser modernen Technik jenen Wohlstand geschaffen hat, auf dessen Polster sie die Möglichkeit haben, sich den ganzen Tag mit sinnlosem Quatsch zu befassen anstatt, wie in der guten alten Zeit üblich, täglich darum zu kämpfen genug messbaren Nutzen zu erbringen um genug Geld zu bekommen, um Essen, Schlafen und Heizen zu können. Wohlstandsverwahrlosung im Endstadium und geistige Verkümmerung auf höchstem Level. Jeder kleine Maschinenprogrammierer ist nützlicher, wichtiger und wertvoller als dieser ganze parasitäre Ausfluss geistiger Leeranstalten, und er darf jene, die ihm das gute alte Los des von fettgefressenen Couch-Potatoe-Töchtern sozialromantisch angehimmelten muskelbepackten und durch Mangel gestählten Industriearbeiters, der mit dem Schmiedehammer widerspenstige Stahlklötze mit proletarischer Begeisterung in formschöne Produkte hämmert, an den Hals wünschen, auch noch ihre süßen Träumerien finanzieren.
    Zum Glück lässt sich auf Dauer die Vernunft nicht aufhalten, auch wenn sie in unseren Zeiten wohlstandsursächlich degenerationsbedingt durch eine sehr zähe Masse an Widerstand kämpfen muss.

  2. Fragolinversteher

    Sic est! Fragolin, you made my day. Schönen Sonntag Ihnen!

  3. stiller Mitleser

    Es braucht Selbstdisziplin um mit dem, im Alter beinah zwangsläufig sich einstellenden, Kulturpessimismus reflektiert umzugehen. Altern ist eine Kränkung, wenn man das Neue und diejenigen die es voller Vitalität
    nutzen können, ein bißchen runtermacht, geht’s einem gleich ein bißchen besser.
    Dennoch braucht man nicht alle technischen und sozialen Innovationen zu bejubeln.

  4. kleingeschrieben

    immer diese absoluten aussagen.

    was bei den meisten themen nicht berücksichtigt wird sind fragen. wieviel? wie? wozu? was sind die auswirkungen….

    das sind in wirklichkeit die entscheidenden punkte. meist werden die falschen fragen gestellt. nicht ob technik ja oder nein ist die frage. nicht ob wir flüchtlingen helfen ja oder nein. es geht um die menge,wo, wie…. um die fähigkeit zwischen sinnvollem, intelligentem einsatz von technologie und einer konsumspirale nach oben zu unterscheiden die völlig sinnlosen verbrauch generiert der extrem negative folgen für unseren planeten hat. rationalisierung dient dem wettbewerb. steigert aber den konsum immer weiter in völlig unnötige dimensionen. die wirtschaft ist kein selbstzweck indem der mensch nur mittel für diesen zweck ist. es sollte umgekehrt sein. von anderen lebewesen noch gar nicht gesprochen.

    in wirklichkeit haben wir zu wenig fortschritt. nämlich intellektuellen. die verantwortung der technischen macht erfordert “weise” menschen die mit dieser macht verantwortungsvoll umgehen können.

    davon ist in der gesamtwirkung des menschen wenig zu sehen. anstatt die wunderbare natur zunehmend zu achten und zu schützen ersetzt die technologiehörigkeit für viele die religion. viele verhaltensweisen sind bei religiösen und fortschrittsgläubigen sehr ähnlich. ausblenden von rationalen und sachlich notwendigen überlegegungen und das völlig überzogene huldigen eines gottes, götzenbildes ober eben in diesem fall des fortschrittes.

    dabei liegt das mit abstand größte potential des fortschritts im kopf. natürlich ist technologie eine gute sache. aber nur wenn sie entsprechend intelligent und weise genutzt wird.

    insofern kann man dem thema auch recht geben. das problem ist nicht die technologie, sondern der mensch.

    abschliessend noch ein hinweis. obwohl ich immer wieder auf seiten wie dieser, roland tichy usw, lese weil hier wohltuend sachliche argumente zum thema migration zu finden sind, muss ich auch kritik anbringen. denn wenn es um ökologie und umwelt geht verhalten sich die bei zuwanderungsfragen klar denkenden menschen genauso wie die sogenannten “linken gutmenschen” beim “flüchtlingsthema”. pauschalierend, diffamierend, beleidigend werden ganzen gruppen von menschen als idioten abgestempelt. werden sachen unterstellt die völlig hirnrissig sind ( bestseller: “wollen zurück in die steinzeit.). zwei höhepunkte dieses verhaltens:

    1- dieter nuhr in der stadthalle. grundsätzlich gute show, viel gelacht. – – – er zieht über die dämlichen, lästigen ökos her. er beschreibt einen sauberen fluss. versteht überhaupt nicht warum sich diese dämlichen ökos dauern aufregen wo doch dieser fluss eh so sauber ist. mann muss dass doch auch mal sagen, meint er.

    bei mir stellt sich wieder dieser schmerz ein. sind menschen wirklich so dumm? tun sie nur so? nuhr sollte doch wissen warum dieser fluss so sauber ist. wie die flüsse in europa noch vor wenigen jahrzehnten waren und wie sie wären wenn die ökos nicht andauernd für die umwelt kämpfen würden. aber anstatt anzuerkennen dass wir diesen dämlichen ökos diesen sauberen fluss zu verdanken haben, macht er sich über sie lustig.

    2- ein klassiker ist der saure regen. “ja damals, die dämlichen ökos mit ihren horrorszenarien wegen dem sauren regen. und was ist? der wald ist heite gesund. die haben doch einen schaden….”

    tatsache ist dass die politik aufgrund der erkenntnisse der umweltforscher emmissionsgesetzte geändert hat und der ausstoß entsprechend reduziert wurde. der wald hat sich erholt. eine weitere erfolgsgeschichte die bei vielen wie beschrieben umgekehrt wahrgenommen und vor allem kommuniziert wird.

    ähnlich bei der klimafrage. auch hier sind weltweit die besten wissenschaftler am werk. wenn aber die forschnungsergebnisse nicht die gewünschten ergebnisse bringen sind ganz plötzlich unsere fortschritts- und technologiefanatiker gar nicht mehr scharf auf die neuesten forschungsergebnisse der wissenschaft.

    wie gesagt, sehr mühsam…….

  5. sokrates9

    Ursachen der Technikfeindlichkeit liegt meiner Meinung nach in der Ausbildung! Begonnen vom Zwangskindergatten , der Volksschule bis zur neuen Mittelschule werden unsere Kinder beinahe lückenlos von Frauen erzogen! Und da ist doch Technikfeindlichkeit massiv ausgeprägt! Der Strom kommt von der genderkonformen Steckdose, und das war es schon das Maximum an Technikverständnis! Immerhin heißt es DIE Steckdose, und das reicht!!

  6. Christian Peter

    Ich bleibe skeptisch. Wenn man sich die heutige Jugend mit ihren Smartphones ansieht, darf man ernsthaft bezweifeln, dass sich die Welt durch moderne Technik zum Besseren wandelt.

  7. Falke

    Auf eine Kurzformel gebracht: Hätte die Menschheit aus panischer Angst die technischen Erfindungen und Neuerungen verhindert oder gebremst, würden wir heute noch in Höhlen wohnen und Ochsenkarren als Transportmittel verwenden. Als kleines, aber typisches Beispiel mag die Erfindung der Eisenbahn gelten: Damals haben durchaus seriöse Wissenschafter davor gewarnt, dass die Passagiere wegen der “hohen Geschwindigkeit” (das waren seinerzeit 50-60 km/h) nachhaltige Schäden der inneren Organe erleiden würden.

  8. sokrates9

    falke@..nachhaltige Schäden der inneren Organe erleiden würden…bei manchen ( Spiegeljournalisten) scheint dies tatsächlich der Fall zu sein!! 🙂

  9. Fragolin

    @Fragolinversteher
    Danke, gerne, Ihnen auch!

    @kleingeschrieben
    Das meinte ich mit:
    “Es ist nicht „die Technik“, die unser Leben versaut, sondern die offensichtliche Unfähigkeit der Menschen, sie zu nutzen und für sich zu entscheiden, welche man sinnvoll zum eigenen Vorteil einsetzen kann und welche nicht.”
    Technischer Fortschritt per se ist weder gut noch schlecht, sondern einfach nutzbringend oder nicht nutzbringend. Die Fragen, die alles entscheiden, lauten nur: WEM bringen sie Nutzen und WER denkt darüber nach, was Nutzen bedeutet? Alles rein menschliche Fragen, die man abgekoppelt vom Thema “Technik” auch auf jedes andere Thema übertragen kann.
    Ich habe als Mensch mit überschrittener statistisch erwartbarer Lebensmitte auch keine Lust, jede technische Spielerei zu bejubeln, als jemand der seinen Kunden aber auch mal comptergesteuerte Fertigungsanlagen progarmmiert oder ihnen das Programmieren beibringt oder der ihnen CAD-Kenntnisse vermittelt, muss ich aber dem Fortschritt auf den Fersen bleiben und kann nur staunen, welche Arbeitserleichterungen und Fehlervermeidungen damit möglich sind.
    Das Thema “Klima” lassen wir mal lieber, da sind sicher sehr tolle Wissenschaftler am Werk, aber leider auch eine ziemliche Menge opportunistischer Schreihälse, die eine ganze Industrie mit Milliardengewinnen versorgen, natürlich ganz ohne Gegenleistung… wie gesagt, lassen wir’s lieber.

    @Christian Peter
    Liegt daran, dass nicht “die Technik” etwas zum Besseren wandelt sondern immer nur “der Mensch”. Die Kids sind erfahrungsgemäß Meister des 37. Levels irgend einer Ballerutopie, können twittern und chatten mit linkem Daumen, sehen in Echtzeif den Beziehungsstatus ihrer Musikidole und wissen jeden Kopierschutz zu knacken – sind aber leider zu blöd, über Chrome Informationen zu ergoogeln, was ein unverständliches Wort im Schulbuch bedeuten könnte. Die kommen gar nicht auf die Idee, das Ding als gigantischen WIssensspeicher und Recherchemaschine zu betrachten, ist doch nur ein “Handy” zum Pokemon-Jagen…

    @Falke
    Und dazu kam der angebliche Vorwand, dass zehntausende Schiffsleute und Schleusenbediener auf den Kanälen, auf denen bisher Kohlekähne von den Gruben zur Industrie schipperten, jämmerlich verhungern müssten. Die Propagandisten hatten kein Interesse daran, dem Volk weitere Gedanken einzuimpfen, handelten sie doch im Interesse jener Lords, die das Schiffahrtswesen dominierten und keine Anteile an ein (auch noch schnelleres) Landtransportmittel verlieren wollten. Wieteres Denken hätte nämlich die Erkenntnis gebracht, dass auch die Eisenbahn Bedienstete braucht um zu funktionieren. Arbeitsplätze werden vernichtet, Arbeitsplätze entstehen – panta rhei.
    Aber dass die Panik heute ausgerechnet immer wieder jene heimsucht, die sich als Progressive sehen und dabei eher ultrakonservativ handeln, ist ein Treppenwitz der geshcichte. Wenn Kern heute Ideen aus der sozialistischen Steinzeit aufwärmt und dann andere als “ewiggestrige Blockierer” bezeichnet, weiß man doch, wie weit es mit dem Progressivismus her ist.

  10. astuga

    Hier wird ja einiges durcheinandergemischt, zB Technik und Naturwissenschaft.
    Die beiden gehören zwar untrennbar zusammen, dennoch handelt es sich um unterschiedliche Phänomene.
    Und zum reifen Umgang mit Technik wie mit Naturwissenschaft gehört auch, sich bewusst zu sein, dass 1. Fortschritt seinen Preis hat.
    Mitunter geht das nämlich mit einer Anfangsverschlechterung für Teile der Gesellschaft einher, bis es wirklich für alle besser wird.

    Und 2. Dass technologisch etwas möglich ist, heißt nicht, dass wir auch in jedem Fall vernünftig damit umgehen können.
    Ganz einfach weil wir als Lebewesen intellektuelle, moralische und soziale Grenzen haben (Menschen sind korrumpierbar, haben Vorurteile und Illusionen – über sich selbst und ihre Welt).
    Technik kann uns überfordern.
    Jemandem wie Einstein, der nun sicher nicht technologiefeindlich gewesen ist, war das beispielsweise sehr wohl bewusst (in Bezug auf die Atomspaltung), und vielen anderen Naturwissenschaftlern ist es das ebenso.
    Und die Physik eines Newton und die Ballistik eines Tartaglia haben eben eine für die Menschheit völlig andere Qualität als die Arbeiten von Oppenheimer oder Teller.

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