Terror in Brüssel – ein Menetekel für das Versagen der Politik

Von | 23. März 2016

(MARTIN VOTZI) Eine neuerliche Katastrophe hat sich ereignet. Die Anteilnahme mit den Angehörigen der Opfer und die Wünsche für eine rasche Genesung der Verletzten verbinden ausnahmsweise Europa. Gut so. Die Medien überschlagen sich mit Berichten, Kommentaren und ersten Analysen von Terrorexperten. Belgien, ja Belgien. Man habe es kommen sehen. Da gibt es Molenbeek, einen Stadtteil Brüssels mit mehr als 80% moslemischer Bevölkerung. Man habe zu lange zugesehen. Und außerdem gäbe es in Belgien den höchsten Anteil an radikalen Islamisten, die nach Syrien gegangen sind, um für den sogenannten Islamischen Staat zu kämpfen. Und die sind nun zurückgekehrt und verbreiten Angst und Schrecken.

Brüssel war vor einigen Wochen wegen konkreter Hinweise auf Terroranschläge tagelang lahmgelegt. Der Stadtteil Molenbeek wurde in den letzten Tagen wie nie zuvor observiert und durchkämmt. Das Ergebnis: Der letzte noch lebende Attentäter von Paris wurde zwar verhaftet, aber eine Welle des Terrors hat sich über Brüssel entladen.

Eine abstrakte Gefahr gäbe es auch in Österreich. Aber nur keine Panik auf der Titanic.

Können wir uns denn gegen diesen Terror überhaupt noch wehren? Müssen wir, ähnlich wie in Israel, mit einer ständigen Terrorgefahr zu leben lernen? Schöne Aussichten sind das. Die Gründe dafür nur bei den aus Syrien zurückgekehrten Islamisten zu suchen, greift viel zu kurz.

Es ist diese Wegschau- und Verharmlosungspolitik, die ein Entstehen von Glutnestern des Terrors wie in Molenbeek erst möglich gemacht hat. Es ist die Multikulti-Vision und der gutmenschliche Glaube an das ausschließlich Gute im Islam, die einen Bodensatz an Hass auf die westliche Zivilisation gedeihen hat lassen.

Die kleinen Molenbeeks kann man in ganz Westeuropa finden. Ghettobildung gibt es auch in Wien. Islamistische Kämpfer, die aus welchen Gründen auch immer aus Syrien zurückkehren, sind in Österreich keine Mangelware. Migranten ohne Perspektiven und ohne jeden Willen zur Anpassung wachsen auch bei uns heran. Und wir fördern das alles noch, weil wir nichts von ihnen fordern. Das wäre ja diskriminierend.

Wien wird immer islamischer, vielleicht auch islamistischer. Kindergärten werden zu Brutstätten einer kulturellen Abschottung, die Integrationsverweigerung von Teilen der muslemischen Migranten ist sattsam bekannt. Wer dass ausspricht, ist freilich schnell  im rechten Eck. Eh alles paletti, sagen unser Bürgermeister und seine Stadtrats-Amazonen.

Was hat Europa in dieser Situation beschlossen? Die Visafreiheit für türkische Staatsbürger. Peter Gridling, unser oberster Verfassungsschützer – bei ihm fühlt man sich sicher, hat schon im Herbst vorausgesagt, dass die Terroristen eher mit dem Flugzeug kämen, als sich der Gefahr einer Überfahrt über das offene Meer auszusetzen. Was das Mitschwimmen im Migrantenstrom betrifft, hat er leider nicht Recht behalten. Bei den Im Flugzeug anreisenden Terroristen hat er aber definitiv prophetisches Talent gezeigt. In der Türkei gibt es jede Menge islamistischer Extremisten. Lasst sie ohne Einschränkung zu uns kommen.

54 Gedanken zu „Terror in Brüssel – ein Menetekel für das Versagen der Politik

  1. Fragolin

    @gms

    Bitte nicht missverstehen, Meister gms, ich bin nicht der Ansicht, dass es kein Drehbuch gäbe. Ganz im Gegenteil, allein das Agieren Merkels vor den Kameras, ihr gestelztes Aufsagen vorgekauter Texte und ihre Hilfllsigkeit gegenüber unerwarteten Fragen oder Situationen, erinnert mich an eine Marionette. Inhaltsleer, gebrochen, ausgelaugt, kurz vor dem Abgang.
    Aber ich sehe das nicht wie ein Theater-Drehbuch, wo jedem einzelnen Darsteller ein fester Part auf den Leib geschrieben ist, sondern eher ein Stegreif-Stück, bei dem die führenden Rollen von Zeit zu zeit ganz klare Regieanweisungen bekommen, während die Bühne gefüllt ist mit Statisten und auch das Publikum mit eingebunden ist. Und das macht den Verlauf im Detail unpräzise, es treten Störungen auf, unter die nützlichen Idioten mischen sich Zweifler und renitente Nörgler, ein Statist ohne präzise Anweisung bekommt unverhofft die Möglichkeit eines Monologes und löst Denkprozesse bei den anderen Kleindarstellern und dem Publikum aus, die so nicht vorgesehen waren. Und hier muss die Regie wieder regelnd eingreifen, nachjustieren, ein paar Texte umformulieren, vielleicht auch mal eine bisher tragende Gestalt aus dem Skript streichen und anders besetzen.

    Nennen wir es ein dynamisches Schauspiel, das mal langsamer und mal schneller mit allen möglichen Haken und Wendungen einem bereits fest ins Auge gefassten Ende zustrebt. Es kam letzthin etwas ins Stocken, daher man eine neue “Krise” erschaffen musste, denn so ganz ohne Handlung geht einfach nix weiter. Und im Windschatten dieser Krise jubelt das Publikum wieder seiner Entrechtung und Entmündigung zu, denn das wirklich Erstaunliche an dieser ganzen Schmierenkomödie ist die Tatsache, dass das Publikum sich in einem demokratischen System wähnt und glaubt, es würde dem Regisseur Anweisungen geben, und dabei ist der, den sie für den Regisseur halten, selbst nur ein Schauspieler. Es gibt nicht den einen Regisseur sondern eine Art Kartell der Interessen.

    Und darin liegt aber auch die Unsicherheit in der Vorhersage. Denn auch dieses Regie-Kartell ist nicht unfehlbar. Es ist getrieben von eigenem Ehrgeiz, eigenem Machtstreben, der Hatz nach dem eigenen Vorteil. Es hat nicht immer Zeit und auch kaum Gelegenheit, sich abzusprechen und zu synchronisieren. Und da sehe ich die Gefahr, dass bei der Szene, wo der Held das rote Kabel durchschneiden soll, wenn die Uhr auf 2 Sekunden springt, irgend einer das blaue erwischt. Und der Knall dann das ganze Theater verwüstet. Es können Kleinigkeiten sein, die einen noch so klug ersonnnenen Plan zum Scheitern verurteilen.

    Wir können nur zuschauen und gelegentlich Theaterkritik absondern. Und schauen, dass man in der Nähe von Ausgang und Feuerlöscher bleibt.

  2. gms

    Fragolin,

    “Und darin liegt aber auch die Unsicherheit in der Vorhersage.”

    Die Unsicherheit der Vorhersage liegt einzig und allein im zeitlichen Aspekt, nicht im Endergebnis. Daß nichttriviale Projekte (Insider bezeichnen die EU sogar unverblümt als solches) nicht zum Stichtag im vorgegebenen Kostenrahmen abgeschlossen sind, ist Binsenweisheit aller Manager.

    “Denn auch dieses Regie-Kartell ist nicht unfehlbar.”

    Das behauptet auch niemand. Die einzige Unvermeidbarkeit liegt darin, woran nach einem großen Regieerfolg das relevante Script durchsickert, weil Dokumente offengelegt oder ehemalige inzwischen ausrangierte Politgrößen aus dem Nähkästchen plaudern, bloß dann sind die Fakten längst geschaffen und die Karavane zieht weiter. Solange Bürger nicht aufschreien, wird die Ebene zunehmend weiter geneigt, und das seit dem Ende des zweiten Weltkriegs schon mit Deutschland als Ziel-1-Gebiet.

    Offen aussprechen darf das aber kein Deutscher, das können nur Historiker wie etwa Brendan Simms [1], nachdem im anglosächsichen Raum die sogenannte ‘deutsche Frage’ weitaus nüchterner debattiert wird, als im organisatorisch umzingelten und sorgsam dressierten ‘Germany made in USA’.

    “Es ist getrieben von eigenem Ehrgeiz, eigenem Machtstreben, der Hatz nach dem eigenen Vorteil. Es hat nicht immer Zeit und auch kaum Gelegenheit, sich abzusprechen und zu synchronisieren.”

    Das läßt sich eher vergleichen mit einem Fußballmatch Obertanen vs. Volk, bei dem internationale Profis gegen eine impotente und träge Menschenmasse auf den Tribünen spielen. Die einen kennen und schreiben die Spielregeln, haben Strategien und Taktiken, tausende Coaches, Masseure , Linienrichter und Claqueure, während das Volk glaubt, man würde gemeinsam mit den Profis aufs selbe Tor spielen. Gelegentlich rollt der Ball ins Out oder es kommt zu einem Fehlpass, na und? – am überlegenen Spielausgang ändert das nichts.

    [1] faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/zerfaellt-europa-5-die-deutsche-frage-14136285.html

  3. gms

    Fragolin

    “Wir können nur zuschauen und gelegentlich Theaterkritik absondern.”

    Nein, eben nicht. Wir können und müssen es prinzipiell als Aufführung erkennen und aufzeigen, anstatt über die für uns inszenierten Akte mit Applaus oder Buhrufen zu reagieren, steht doch die Reaktion des Publikums nicht minder im Drehbuch.

    Die Ablehnung des Türkeideals durch die Öffentlichkeit im Zusammenspiel mit der veröffentlichten Meinung war vorhersagbar wie Dunkelheit bei Nacht. Stimmungen werden erzeugt und die Politik reagiert darauf, so wie Werner Reichel es hier unlängst mit dem Kasperl verglich, der von Kindern angekreischt wird, er solle doch das Krokodil im Hintergrund auf der Bühne erkennen. Die Spannung steigt und steigt, bis der heldenhafte Mützenträger sich doch endlich umdreht und dem Reptil eins überzieht.

    Glauben Sie ernsthaft, die Puppenspieler wüßten nicht, daß die Kinder im Auditorium fast auszucken würden, bevor sie dann scriptkonform doch befriedet werden und glücklich sind? Theaterkritik wäre in diesem Kontext Kritik am Drehbuch oder dessen Umsetzung, aber nicht am Umstand ansich, daß es sich überhaupt um eine Show für Infantile handelt.

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