Terror-Paten, aber unsere Terror-Paten

Von | 10. Juni 2017

(C.O.) Dass dieser Tage ausgerechnet Saudi-Arabien das benachbarte Emirat Katar beschuldigt hat, ein Hauptsponsor des Terrors zu sein, entbehrte nicht einer subtilen kabarettistischen Note. Wenn ein Pate des islamischen Extremismus einen anderen Paten des islamischen Extremismus einen Paten des islamischen Extremismus heißt, dann hat das schon was. Irgendwie erinnerte der Vorgang an eine berühmte Szene im Film “Casablanca”, in der der korrupte Captain Louis Renault mit seinen Polizisten jenes Casino stürmt, das ihn regelmäßig besticht, und laut ausruft: “Illegales Glücksspiel – ich bin entsetzt!”

Es wird ein bloßer Zufall gewesen sein, dass der Krach der milliardenschweren Islamisten-Finanziers am Golf praktisch zeitgleich mit dem islamistischen Terroranschlag von London losbrach, der sieben Menschen das Leben kostete und zu dem sich der Islamische Staat bekannte. Und trotzdem besteht zwischen beiden Ereignissen ein gewisser Zusammenhang. Denn wieder einmal hat sich in London zumindest einer der Täter in den Weiten des Internets radikalisiert, wo er reichlichen Gebrauch von den dort angebotenen Predigten radikaler muslimischer Propagandisten machte.

Dies aber ist ein Gedankengut, das in vielen Fällen jenem sehr ähnelt, das sowohl Katar als auch Saudi-Arabien mit hohem finanziellen Aufwand promotet haben, auch in Europa. Nicht zuletzt, indem sie Moscheen und Imame finanziert haben, die dergleichen unter die Leute bringen, live vor Ort, aber vor allem auch im Netz. Geld aus Saudi-Arabien, aber auch aus Katar sponsert zum Beispiel am Balkan seit Jahren eine radikal-islamische Infrastruktur.

Wenn heute nach jedem Blutbad in einer europäischen Metropole darüber räsoniert wird, was zu tun sei, um diesen Anschlägen endlich ein Ende zu bereiten, dann werden oft mehr Polizeibeamte, mehr Geld für den Sicherheitsapparat und mehr Rechte für die Ermittler gefordert. Das mag durchaus berechtigt sein, aber irgendwann wird es auch notwendig sein, die Quellen der Radikalisierung in der Golfregion zu benennen und wenn möglich trockenzulegen. Denn ohne die dortigen Ressourcen und die damit dotierten missionarischen Unternehmungen wäre die Radikalisierung von Muslimen in Europa jedenfalls deutlich erschwert.

Das Problem dabei ist freilich: Sowohl Saudi-Arabien als auch Katar sind sogenannte Verbündete des Westens; vor allem das notorisch finanziell klamme Frankreich konnte sich in der Vergangenheit stets an die Kataris wenden, wenn irgendwo ein paar Milliarden gebraucht wurden. Die Position des Bittstellers aber ist nicht wirklich eine, aus der heraus man sein Gegenüber wirksam zu einer Verhaltensänderung bewegen kann. Und schon gar nicht in einer so elementaren Angelegenheit wie der Verbreitung des vermeintlich wahren Glaubens.

Daran wird sich leider in der überschaubaren Zukunft auch nichts ändern. Und so lange wird auch der islamistische Terrorismus in Europa als eine Art Kollateralschaden jener Abhängigkeiten von den Terrorpaten verstanden werden, in die sich der alte Kontinent ohne Not begeben hat. (WZ)

14 Gedanken zu „Terror-Paten, aber unsere Terror-Paten

  1. sokrates9

    Ein ideologischer Kampf muss ideologisch geführt werden! So lange man den Islam verharmlost und immer von Einzelfällen spricht die radikalisiert wurden weil sie in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert werden und Ihnen niemand als Starthilfe einen Porsche geschenkt hat, wird und kann sich das nicht ändern!

  2. mariuslupus

    Terror-Paten suchen sich immer ein Biotop in dem sie ihren Handwerk nachgehen können. Terror-Paten sind nicht blöd, denken ökonomisch, Gewinnmaximierung, bei geringsten Aufwand.
    Wenn die Handlanger der Terror Paten sich in der EU unter dem Deckmantel Flüchtlingskrise ungestört ausbreiten können, warum sollten sie ihrer Tätigkeit nicht weiter nachgehen ?
    Die Saudis und die anderen Burnusträger, können doch in ihrer Arabischen Wüste ihre Fehden austragen. Haben sie schon immer gemacht. Aber, warum werden diese Probleme, mit voller Absicht nach Europa
    importiert ?
    Nur weil die EUMerkel die Grenzen in Europa beseitigt hat ?

  3. mariuslupus

    Korrektur : Weil die EUMerkel die Grenzen Europas beseitigt hat ?

  4. Christian Peter

    Das Problem ist ein ganz anderes : Attentäter von London vom Koran inspiriert. Ermittler fanden in der Wohnung eines Attentäters einen aufgeschlagenen Koran – auf der offenen Seite ging es um den Märtyrertod. Damit ist die Theorie, wonach muslimische Terroristen stets nach Anleitung oder Inspiration des IS handeln sich im Internet ‘radikalisieren’, widerlegt.

  5. Falke

    Es läuft alles immer auf das gleiche hinaus: eine Eindämmung des Terrors (und gleichzeitig auch der Kriminalitätsrate) kann nur durch einen radikalen Stopp der moslemischen Einwanderung erreicht werden. Wobei eine derartige Maßnahme derzeit zwar viel zu spät käme, aber immerhen eine gewisse Schadensbegrenzung mir sich bringen würde. Aus Gründen des “Generalverdachtes”, der “Menschenrechte” usw. wird aber so etwas durch die feige Politik nie verwirklicht werden. Wir müssen uns also auf weiteren Terror, Kriminalität usw. einstellen. So wie es u.a. der Londoner Bürgermeister gesagt hat: wir werden es als einen Teil der täglichen “Normalität” betrachten müssen.

  6. Christian Peter

    @Falke

    Weder wird durch einen radikalen Stopp der Einwanderung das Problem des muslimischen Terrors in Europa gelöst noch wird dieser Terror jemals als ”Normalität” betrachtet werden.

  7. sokrates9

    Was macht man wenn in einem Obstkorb ein fauler Apfel liegt? Diskutieren über die Ursache? Integrationsbestrebungen? Zurück an den Absender? Man sortiert den Apfel aus und das Problem ist erledigt!

  8. mariuslupus

    @Falke
    Es würde genügen die geltenden Gesetze durchzusetzen. Die Politikerkaste hat die Gesetze für inexistent erklärt. Ohne Gesetze, keine Ordnung im Staat. Die Hoffnung dass die EU Machthaber die geltenden Gesetze beachten werden, sollte man so schnell wie möglich vergessen. Die Obrigkeit in Brüssel und Berlin denkt nicht einmal im Traum daran, Gesetze zu akzeptieren. Auch eine Art der Korruption in einen totalitären System, sich selbst als Machthaber über die Gesetze zu stellen.
    Der Mayor of London sollte nicht unterschätzt werden. Sadiq Khan ist der erste, aber sicher nicht der letzte, bekennender Islamist, der in Europa eine Exekutive im Grossformat befehligt. London ist die wichtigste Stadt Europas.
    Jeder der etwas von Strukturen und Hierarchien in grossen Organisationen versteht, wird antizipieren welche Veränderungen in einer Organisation auf Befehl von oben stattfinden. Beispiel, das rot-grüne-häupl Wien.

  9. Falke

    @mariuslupus
    Wenn man die geltenden Gesetze anwenden würde, müsste der Islam, oder zumindest der Koran als Hetzschrift verboten werden. Halten Sie das für realistisch? Wohl eher nicht. Sie sagen es selber: die Hoffnung, dass die derzeitige Politikerkaste die Gesetze beachtet und durchsetzt, kann man ruhig begraben.

  10. Johannes

    Es schaut so aus als ob die Saudis die eigentlichen Herrscher der Welt wären, von den Vorwürfen an 9/11 mitschuldig zu sein haben sie sich offensichtlich mit einen mehrere hundert Millionen schweren Waffenauftrag an die USA freigekauft, so schaut es zumindest aus.

    In Europa haben sie freie Hand die rasante Zunahme an Muslimen ist kein Zufall, die Saudis stellen wie es ausschaut die Infrastruktur für Schulen und Moscheen und wir Dummköpfe übernehmen die Verköstigung, Verpflegung und Ausstattung mit Wohnungen und großzügigen finanziellen Absicherungen.

    Selten habe ich eine derart treffende zutreffende Verhaltensweise für den Spruch “nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selbst“ erkennen können.

    Ohne Not wie sie richtig schreiben verspielen wir genau jene Werte die wir uns so hart erkämpft haben.
    Der Treppenwitz der Geschichte wird sein das die links-linken Weltverbesserer, die Gutmenschen aller politischen Farben und die klerikalen Würdenträger die Totengräber jener Werte sein werden für die sie vorgeben zu kämpfen.

    Ich bin mir sicher diese Menschen werden selbst dann nicht zur Einsicht kommen wenn ihr Weltbild von den Neuankömmlingen hinweggefegt werden wird. Sie werden mit einer Selbstverständlichkeit ihre Vernichtung aber wohl eher ihre Vertreibung (für eine Vernichtung müssten sie sich ja zumindest wehren) hinnehmen so als ob sie es zu Recht verdient hätten als Ungläubige zu verschwinden.

  11. Johannes

    Ich korrigiere mehrer hundert Milliarden natürlich!!

  12. mariuslupus

    @Falke
    Selbstverständlich beurteilen Sie die Situation absolut richtig. Diese Politiker die jetzt in der EU an der Macht sind denken nicht daran die geltenden Gesetze anzuwenden. Die Rechtsbrechung dieser Machthaber wird auch noch vom Wähler honoriert. Richtig, keine optimistischen Aussichten.

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