Terrorismus hat sehr wohl mit Religion zu tun

“….Hinter der Vermutung, dass Religion nichts mit Terrorismus zu tun hat, ja dass sich Terrorismus und Religion geradezu ausschließen, steht ein unrealistisches, kitschiges und verklärtes Bild von Religion. Denn Religion bedeutet nicht Friedfertigkeit, Sanftheit und Milde. Religion meint nicht Lichterketten, Friedensgebete und Händchenhalten. Religionen verkünden die Wahrheit, und zwar die eine, alleinige und umfassende Wahrheit. Religionen sind daher notwendigerweise intolerant. Sie müssen es sein, alles andere widerspricht ihrer Logik…..” (hier)

18 comments

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Ähnliches wie für die Religion gilt auch für “absolut gesetzte Ideologien”.
    Der Marxismus/Leninismus ist ein klassisches Beispiel dafür. Man erkennt dem historischen und dialektischen Materialismus als absolute Theorie / Ideologie und leitet danach die Konsequenzen ab. Das mündet dann in den Totalitarismus der nur mit “Gewehrläufen” (Mao) verwirklicht werden kann. Wir kennen das auch als “Sowjetideologie”.
    PS: die ging ja sogar soweit, dass es an sowjetischen Universitäten Institute für “dialektische Logik” gab.
    Dieses philosophische Monstrum wurde erst aufgelöst, als die SU mit der Raumfahrt und ihren Erkenntnissen der Mathematik und der formalen Logik (mit allen Varianten) wieder den notwendigen wissenschaftlichen Stellenwert zurückgab.
    Auch Stalin hatte bald erkannt, dass bei Beibehaltung der Doktrin auch seine Zeit vorbei – dialektisch überwunden – sein müsste.
    Daher erfand er den Begriff der “nichtrevolutionären Sprünge”. Den Rest kennen wir?

  2. cmh

    Religion hat nichts mit Terrorismus zu tun, aber Islam sehr wohl.

    Ich bin es leid, als Katholik von diesen präpotenten Dilettanten des Religiösen immer mit den Museln in einen Topf geschmissen zu werden. Mit dem Shintoismus im selben Boot zu sitzen würde mich bei all meinem hier diagnostizierten “Absolutheitsanspruch” hingegen nicht stören. Vom Kunfuzianismus kann man auch als Katholik ohne Abfall viel lernen und viel geben – ohne wechselseitige Proselytenmacherei.

    Der Monotheismus ist zum Islam hingegen genau auf die gleiche Weise gekommen, wie die sogenannten “arabischen” Zahlen in die Wurmschrift. Er wurde geklaut un im Basar feilgehalten.

    Den (kleingläubigen) Katholiken, die bei dieser und ähnlichen Stellen immer so betroffen zusammenzucken, weil Religion und so, sei nur gesagt, dass sie in diesem Diskurs genauso gut aufgehoben sind wie die katholischen Kindergärten im Wehsely-Wien: sie werden für die islamistischen Kindergärten geprügelt.

    Danke, Ihr lieben und aufgeklärten Atheisten!

  3. elfenzauberin

    @Ehrenmitglied der ÖBB

    Der religiöse Glaube an die Unfehlbarkeit einer Ideologie führt naturnotwendigerweise dazu, alle anderen, die nicht an diese Offenbarung glauben, als dumm oder deppert oder als Nazi zu bezeichnen. Dieses Phänomen findet man sehr oft.

  4. Lisa

    GuterArtikel. Menschen haben schon in vorgeschichticher Zeit das Bewusstsein von einer “Höheren Macht” ausgedrückt. Heute nennen wir das, je nach “Glaube” Gott, Dao, Wissenschaft, Zufall oder Logik o.a. Magische Rituale bei sog. Naturreligionen gibt es noch heute. bUnd schon Echnaton hat sich usurpierend mit dem Sonnengott identifiziert. Inwieweit Sendungsbewusstsein eine psychiatrische Diagnose nahelegt, wage ich nicht zu behaupten, da ich keinen Propheten oder Guru persönlich kenne. Woher dieses Bedürfnis nach einer höheren Macht als die des Stammesfürsten, Königs oder Parteivorsitzenden stammt, kann man so oder so erklären…Tatsache ist, dass Relativismus und Toleranz keine Sicherheit geben können und ein Agnostiker sich deshlab nie gegen einen Glaubenssicheren durchsetzen wird. Ich kämpfe mit Gott im Bunde – und du mit nichts als farblos-nüchterner Vernunft.

  5. Thomas Holzer

    “Religionen sind daher notwendigerweise intolerant”

    So ist es; nur: Intoleranz impliziert nicht per se Gewalt gegen Andersdenkende, Andersglaubende.

    Gerade die, welche Lichterketten inkl. Händchenhalten veranstalten, neigen (sehr) dazu, Gewalt anzuwenden, wenn deren Vorstellung(en) nicht bedingungslos gefolgt wird; sprich: gerade die sich als Gutmenschen gerierenden Intoleranten suchen leider nur allzu oft schlußendlich in der Gewalt die Lösung

  6. Reini

    jede extreme Glaubensreligion ist abseits von jeder Realität, … und das schon seit Jahrtausenden, … man lebt in einer Scheinwelt! … aber im Leben ist alles irgendwie eine Religion,… sonst stellt man sich noch die Frage der Sinnhaftigkeit des Lebens,…

  7. Christian Peter

    logisch. Nichts kostete in der Geschichte der Menschheit mehr Menschenleben als Religionen. Selbst politische Ideologien wie der Nationalsozialismus oder Stalinismus waren harmlos im Vergleich zu Religionen wie etwa der Islam. Muslimische Krieger haben in den vergangenen 1400 Jahren 270 Millionen Menschen getötet.

  8. Reini

    Christian Peter
    … man könnte dies aber auch Positiv sehen,… die Religion arbeitet gegen die Überbevölkerung des Planeten!

  9. Thomas F.

    Ein Monotheismus ist per Definitionem eine Lehre der Intoleranz. Das haben die Christen das ganze Mittelalter hindurch demonstriert. Der Islam ist eben einige hundert Jahre hinterher. Und davor gab’s bereits das Judentum. Was von dessen Friedfertigkeit zu halten ist, kann man ja ausführlich im Alten Testament nachlesen.
    Vor Zeitgenossen, die “glauben” – und damit blind irgendwelchen kolportierten Lehrmeinungen und Schriften vertrauen – muss man sich immer hüten.

  10. cmh

    Diese Ansichten hier, bei aller Wertschätzung, sind doch nur Wasser auf die islamistischen Mühlen.

    Das Christentum war und ist immer noch das einzige Mittel gegen des Islam. Und die Museln wissen das sehr wohl – gabz im Gegensatz zu den humanistischen Gutties und neunmalgscheiden Atheisten, die nicht wissen ob sie ein Mandl oder Weibl sind.

    Trotz aller Tragik, aber es ist doch schon komisch, wenn Atheisten mit dem moslemischen IS den Krieg führen wollen.

  11. Thomas Holzer

    @Thomas F.
    Ich kann mich nicht entsinnen, daß das Judentum, sich auf das Alte Testament beziehend, tausende von Andersgläubigen hinschlachtete…………

  12. MM

    @cmh: So sieht’s aus: Der alleinseligmachende Relativismus hat uns ja erst in die momentane Krise gefuehrt. Wer von der Existenz der Wahrheit (auch abschaetzend “absolute Wahrheit”) ausgeht, ist auch nicht per se intolerant. Zwar finde ich Menschen dumm, die nicht wissen, ob sie Mann oder Frau sind, ob der IS nun gut oder schlecht ist, ob unser Staatswesen nun besser oder schlechter ist als das pakistanische, ob Eigentum oder doch eher exzessive Steuern Diebstahl sind,…

    Aber nur weil ich die Kulturrelativisten fuer dumm halte, weil sie ihren moralischen Kompass an der Garderobe abgegeben haben, heisst das doch nicht, dass ich zum Terroristen werde und sie toeten will. Der Autor will uns dagegen weis machen, dass ich die Leute nur dann am Leben lassen kann, wenn ich meinen moralischen Kompass auch abgebe oder zumindest in der Tasche lasse.

    Und ausser den Katholiken sind ja eigentlich auch (zumindest ernsthafte) Liberale ueberzeugte Naturrechtsvertreter, wenn auch die vertretenen Naturrechte unterschiedlich sein koennen. Da koennen aber auch keine Kompromisse mit der Wahrheit gemacht werden.

  13. gms

    Könnte man von einem promovierten Mediziner lesen, der menschliche Blinddarm befinde sich an der Rückseite des Hauptes und könne, bedingt durch diese den Augen abgewandte Position, nichts sehen, was wiederum zu permanenter Gereiztheit und Kopfschmerzen führe, könnten selbst medizinisch Ungebildete dies mit Leichtigkeit als Unsinn entlarven.

    Schreibt aber ein Philosoph und Linguist Vergleichbares über Religion und Toleranz, erlangt er dafür verblüffend viel Zustimmung, was umso erschreckender ist, alsdaß man dem Autor und den Affirmanten zugleich nicht nachsagen kann, sie entstammten einem bildungsfernen oder antiaufklärerischen Milieu.

    Alexander Grau im Cicero: “Denn Religion bedeutet nicht Friedfertigkeit, Sanftheit und Milde. Religion meint nicht Lichterketten, Friedensgebete und Händchenhalten. Religionen verkünden die Wahrheit, und zwar die eine, alleinige und umfassende Wahrheit. Religionen sind daher notwendigerweise intolerant. Sie müssen es sein, alles andere widerspricht ihrer Logik.”

    Einmal mehr folgt Falsches aus Beliebigem, und beliebig ist Graus Definition von Religion ebenso, wie jene von Toleranz. Das gleichzeitige Versagen im Unterscheiden zwischen Nicht-Sein und Diametrie setzt die Willkür im Inhalt in der Methode fort, denn den Syllogismus, den er strapaziert, gibt es nicht.

    Richtig und demgemäß Grau beizupflichten ist: Religion bedeutet nicht Friedfertigkeit, Sanftheit und Milde.

    Religion (etymologisch abgeleitet von ‘Quelle’) behauptet Wissen um den Ursprung all dessen was ist, das Wirken einer geschaffenen Ordnung und die Existenz eines Zieles, auf das all dies hinausläuft. Doch so sehr dieses behauptete Wissen allumfassend wirkt oder gar totalititär, so unterschiedlich sind die Folgerungen, je nachdem, aus welchem religiösen Wissen Anweisungen ableitet werden.
    Unterschiede wirken, und dies zu negieren ist ein Armutszeugnis für jeden Philosophen. Ein Vertiefen der Unterschiede zwischen den explizit thematisierten monotheistischen Religionen erübrigt sich dank Trivialität dieser Übung.

    Der zweite nicht minder gravierende Kardinalfehler des Autors steckt im Verkennen von Toleranz und den zwingend damit einhergehenden Aspekten, die sich verkürzt auf das Vorhandensein eines Wertesystems kombiniert mit Wille und Möglichkeit, dieses zu verteidigen, zusammenfassen lassen.
    Toleranz folgt ebenso der bewußten Abwägung wie Intoleranz, sie resultiert im Unterlassen oder alternativ im Handeln und hängt vom Resultat der Werteabwägung ab.

    Der Nihilist hat mangels Prinzipien nichts zu wägen; der Ohnmächtige kann mangels Option zur Verteidigung seiner verletzten Werte nicht agieren und ist daher ebenso weder tolerant noch intolerant. Der Dumme wiederum, der die Folgen seines Tuns oder Unterlassens nicht abschätzen kann oder einem insich widersprüchlichen Kanon folgt, mag aus seiner subjektiven Sicht tolerant oder intolerant sein und dies von sich als objektiv behaupten.

    Wenn daher auch, wie Alexander Graus richtig festhält, Religion nicht Friedfertigkeit, Sanftheit und Milde bedeutet, so gibt es doch Religionen, die im Gegensatz zu anderen exakt diese Tugenden innerhalb ihres Wertesystems höher ansiedeln und demgemäß selbst bei praktizierter Intoleranz sich nicht gewaltsamer Mittel bedienen, sondern ihre Werte bestenfalls mit Worten, Lichterketten, Friedensgebeten und Händchenhalten verteidigen.
    Selbst dann, wenn man als Arbeitshypothes allen Religionen unterstellen würde, sie würden streitbar um ihre Vorherschaft ringen und dies totalitär heißen, so macht es doch einen gewaltigen Unterschied, was im Kontext der jeweiligen Religion als höher- oder als niederwertigeres Gut gilt.

    Religionen, Ideologien, x-beliebige Ismen — man kann sie im furorischen Fucking-for-Virginity in einen Topf werfen und die Unterschiede zwischen Humanismus, Islam, Pazifismus, Buddhismus, Bellizismus etc. pp. shreddern, ist doch Toleranz gegenüber der eigenen Dummheit in bestimmten Kreisen, wo der Zweck die Mittel heiligt, schon wieder eine Tugend.

    Der Ungeist im besagten Cicero-Artikel ist leicht erkennbar und speist sich aus dem Ansinnen, im Kontext der ömnipräsenten Flüchtlingsfrage die in unseren Breiten noch vorherrschende christlich-jüdische Gesinnung gemeinsam mit dem Islam zu diskreditieren.
    Überzeugter Atheist bin ich ebenso wie Richard Dawkins oder eben Alexander Graus, doch anders als diese bin ich nicht linksliberal und folge auch keinem Antidiskriminierungsgebot, demzufolge bestimmte Unterschiede weder thematisiert noch honoriert werden dürfen, weil einem das daraus Gefolgerte nicht behagt, wie im Anlaßfall der Glaube an Gott.

    Christen- oder Judentum, Buddhismus und viele Religionen mehr konfligieren nicht mit Liberalismus. Diese Religionen sind tolerant, weil ihr allfälliger totalitäre Anspruch sich nicht totalitärer Mittel bedient. Wer diesen Religionen per Selbstauskunft intolerant gegenüber auftritt, toleriert das Wort nicht und setzt es mit dem Schwert gleich. Wer aber bloß Schweigen toleriert, sollte seinen Wertekanon ebenso hinterfragen, wie das eigene Wirken zur Verbreitung eigener Weltanschauungen.

    Willkür, dein Name ist ‘links’. QED

  14. Gerhard

    Wer den Koran und die wichtigsten dazugehörigen Hadithen kennt, der muss feststellen, dass der Islam keine mit dem Christen- oder Judentum vergleichbare Religion ist. Er will vielmehr den ganzen Menschen und die ganze Welt mit Gewalt beherrschen.
    Sowohl die christliche Bibel als auch der Koran verlangen von ihren Gläubigern die Mission, d.h. andere Menschen zum jeweiligen Glauben zu bewegen. Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass es bei den Christen um eine freiwillige Entscheidung geht, während die Konvertieurng zum Islam erzwungen wird. Ja der Koran gibt sogar Anweisung, wie bei Ablehnung vorgegangen werden muss (Strafzahlung bzw. Vernichtung). Ebenso wird ein vom Islam abgefallener Gläubige als “vogelfrei” bezeichnet und soll getötet werden.

  15. gms

    Lisa,

    “Tatsache ist, dass Relativismus und Toleranz keine Sicherheit geben können und ein Agnostiker sich deshlab nie gegen einen Glaubenssicheren durchsetzen wird. Ich kämpfe mit Gott im Bunde – und du mit nichts als farblos-nüchterner Vernunft.”

    Relativismus ist situationselastischer Pragmatismus zur Erreichung eigener Ziele. Er unterscheidet sich eklatant von wahrhaftiger Toleranz, die einem bei entsprechendem Wertekanon bestimmte Wege und damit auch gewisse Ziele verbietet.

    Ob die innere Verfaßtheit und das daraus resultierende Handeln der Selbstwahrnehmung nach göttliche Mithilfe haben oder nicht — entscheidender ist viel mehr, was sich ungeachtet der Quelle zwischen den Ohren manifestiert. Ein pazifistisches höheres Wesen zeitigt ebenso friedfertige Krieger, wie bodenständiger Humanismus, weswegen der Waffenstillstand, den Papst Benedikt mit seinen Ausführungen zur katholischen Religion und Vernunft ausrief, ein echter und gut begründeter ist.

    Entscheidender zur kurz- und mittelfristigen Erlangung von Zielen in der Gesellschaft ist daher weniger göttlicher Beistand oder nicht, sondern Schmerzbefreitheit! Wer durch Verdrängung, Ignoranz oder auch Pathologie die Widersprüche im eigenen mentalen Kosmos ertragen und deshalb anderen Unheil antun kann, setzt sich kurz- und mittelfristig eher durch. Gewalt wirkt!

    Der Gleichklang von Islam und Sozialismus und dessen gemeinsame Ausbreitung basieren auf derselben Willkür, wonach der Zweck die Mittel heiligt. Es ist sekundär, ob dem einen nun Allah und dem anderen der heilige Marx einflüsternd zur Seite steht, es ist die Botschaft, die das Gift darstellt, sowie die Tatsache, daß beide das vorgeblich Böse vom Erdball tilgen wollen.
    Mit Gott im Bunde handelt auch der Christ, und ebenso wie der Humanist glaubt er, daß langfristig sich alles zum Besseren wenden wird. Wie das Irdische sich dann darstellt, wissen beide nicht, und diese gemeinsame vernunftgedingte Schwäche mag tatsächlich ein Hemmnis sein.

    Die Wege des Herrn sind für alle bescheidenen Ismen tatsächlich unergründlich, was sie von Sozialismus und Islam unterscheidet. Nicht der Glaube an Gott gibt daher den Ausschlag, sondern die Neigung zu Willkür und Gewalt, gottesgleich auf Erden schon Wege zu ziehen.

  16. Lisa

    @gms: ich habe ihre einzelnen Punkte genau durchgelesen, aber mir fehlt da der Lebens-, der REalitätsbezug und Begriffe werden nicht genau auseinandergehalten. Agnostiker und Relativisten oder gar Nihilisten sind nicht dasselbe. Einfach demütig zu sagen: ich weiss nichts über “Gott” ist etwas anders als zu behaupten, es gebe keinen oder beliebig viele Götter. WAs ich über Gott hörte, haben mir Menschen erzählt. Ich kenne die Bibel – sogar ziemlich gut – aber Gott ist das Eine, die Bibel ein Buch. Jeder Terrorist sprengt sich mit “Allahu akbar”-Schrei in die Luft. Einem Wahn ist schlecht beizukommen, nciht mal mit Psychopharmaka. In einem Buch wie dem Koran werden den MEnschen – sozusagen as GEsetzersatz und Verhaltenskodex – exakte Regeln gegeben. Da Muslime unter Todesandrohung glauben müssen, dass Mohammed diese Worte von Gott persönlich diktiert wurden, gibt das ihnen bei genauer Befolgung eine Sicherheit, die aufgeklärte Christen niemals so entwickeln können. Nicht zuletzt auch, weil heute keiner mehr wegen Ketzerei verbrannt wird. Und zusätzlich, weil die “Schuld” (Erbsünde, Verstoss gegen die Zehn Gebote) heute wegtherapiert wird.

  17. gms

    Lisa,

    “.. mir fehlt da der Lebens-, der REalitätsbezug”

    Manche bevorzugen die anektotische Betrachtung, andere die abstrakte.

    “.. und Begriffe werden nicht genau auseinandergehalten.”

    Diese Untugend wollen Sie mir gewiß nicht nachsagen.

    “Agnostiker und Relativisten oder gar Nihilisten sind nicht dasselbe.”

    Ja.

    “Einfach demütig zu sagen: ich weiss nichts über „Gott“ ist etwas anders als zu behaupten, es gebe keinen oder beliebig viele Götter.”

    Korrekt. Angesichts der kursierenden Religionssubstitute verliert dieser Aspekt aber an Bedeutung. Die Vermutung, ein wie auch immer gearteter Glaube an Gott wäre ein Joker im Canasta des Lebens, ist naheliegend, verkennt aber, wonach ausgerechnet Atheisten zunehmend vehementer auftreten, sei’s im Diskreditieren des Glaubens ansich oder im Vorgehen wider politische Opponenten.
    Unterm Strich läuft’s aufs selbe hinaus, ob man mit einem martialischen Gott in der Hinterhand brutal agiert, oder bar jeder wahrgenommenen Ordnung über sich alle Hemmungen verliert. Am anderen Ende der Skala speisen sich Zurückhaltung und Bescheidenheit aus einem Glauben an einen bestimmten Gott ebenso, wie aus einem Humanismus ohne jeden Gottesbezug.

  18. Lisa

    Was Sie in meinem Beitrag als anekdotisch empfinden, ist eine Beschreibung aus dem vollen Leben, in all seiner Buntheit, mit seinen immer wieder neuen, andersartigen Individuen, die immer wieder neue Kombinationen von Gesellschaften bilden. Darum hinken Gesetze auch der Realität immer hinterher. Wenn nie jemand gestohlen, gelogen, den Eltern keinen Respekt gezollt oder einen andern Menschen getötet hätte, hätte es auch keiner zehn Gebote bedurft. Nun, da das Leben viel komplizierter geworden ist, braucht es eben mehr Gesetze (ausserhalb des Naturrechts) – oder steht in der Bibel oder im Koran etwas darüber, ob man vorm Rotlicht anhalten soll oder wann eine Forderung verjährt?Abersie könnten auch einfacher formuiert werden.

    Vor allem die Substantivitis, der Gebauch vieler abstrakter Nomen ist schwer nachvollziehbar Nicht gegen Abstrahierungen von der Realität (Begriff kommt von be-greifen), um Zeit zu sparen, um Begriffe unter Oberbegriffe einzuordnen etc, Aber wenn es nur noch ein Wortgeklingel, ein syntaktisches Ggeschwurbel ist, dem kein Nichtjurist (oder Nichtpolitiker…) mehr folgen kann, muss man sich prinzipielle Zweifel an diesem Wildwuchs immer differenzierterer Fachsprachen gefallen lassen…(es gibt auch Rotkäppchen auf Amtssprache, witzig).

    Was ursprünglich den Zweck hatte, keine Missverständnisse aufkommen zu lassen (Kindsmutter statt einfach Mutter) hat nicht nur zu einem esoterischen Sprachgebrauch geführt, sondern dient Schlaubergern auch dazu, Gesetzeslücken zum eigenen Vorteil und zum Schaden der Gemeinschaft auszunutzen: Der Wortlaut wird beachtet, die Tatsachen mit all ihren Anhängseln nicht. (was heisst illegale Zuwanderer genua?!?)Genaugenommen ist jeder Fall ein Präzedenzfall 😉 In der Scharia gilt: Hand ab bei Diebstahl. Da wird nicht zwischen Mundraub, böswilliger Absicht, verwerflicher Gesinnung, erschwerenden oder mildernden Umständen unterschieden – und da gibts auch keinen „Ermessensspielraum“. Rechtssicherheit für Beschränkte – aber effizient.

    Die verschiedenen jur. Fachsprachen, samt ihren metasprachlichen Unterscheidungen (die ja auch wieder über die Sprache erfolgen…) haben im Gegensatz zum med. Fachwortschatz nicht zu mehr Klarheit geführt, sondern zu mehr Verwirrung und vor allem einer ungerechtfertigten Abgehobenheit gegenüber den Menschen, für die diese Gesetze gemacht wurden und denen sie helfen sollten, den Unterschied zwischen gut und böse, bzw. richtig und falsch in einer Gemeinschaft zu kennen und diese Regeln zu befolgen . Dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer zusammengehen, ist eine Binsenwahrheit. Und Rechthaberei wird sogar negativ bewertet:“…eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein, mit Worten lässt sich trefflich streiten …“ (Mephisto im Faust)

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