Top-Ökonom Sinn: “Wir sind auf gefährlichem Territorium”

Von | 23. März 2016

“Jede Blase platzt. Meistens passiert das nach etwa ein bis zwei Jahrzehnten. Die ersten zehn Jahre, von denen wir nun fünf hinter uns haben, sind in der Regel ganz erbaulich. Aber danach begibt man sich in sehr gefährliches Territorium. Wenn eine Blase platzt, wird es schrecklich. Es gibt Konkurse, die Arbeitslosigkeit steigt, und Vermögen wird vernichtet. Das ist der Kater, der nach der großen Party unweigerlich folgt. Wir haben das in Japan nach 1990, in den USA und Irland nach 2006 und in Südeuropa nach 2008 gesehen. Vor dieser Gefahr muss man heute eindringlich warnen und eine andere Politik der EZB verlangen. ” (Hans-Werner Sinn)

8 Gedanken zu „Top-Ökonom Sinn: “Wir sind auf gefährlichem Territorium”

  1. Fragolin

    Es wäre das erste Mal, dass jemand auf HWS hört.
    Es wäre nicht das erste Mal, dass er recht behält.
    Tja, so sind sie, unsere Obertanen; sie halten sich für unser Geld teure Beratungsinstitute, um sich dort von Beratern eine Meinung abzuholen, die sie dann in der praktischen Umsetzung gekonnt ignorieren können. Zumindest wurde auch ein HWS üppig genug entlohnt, um es sich anzutun, als einer der Hofnarren die Rolle des nörgelnden alten Mannes mit dem lustigen Bart zu spielen ohne jemals ernst genommen zu werden.

  2. Gerald Steinbach

    Die Nullzinspolitik haben wir den Club Med in der EU zu verdanken, also Griechenland, Portugal,….alleine aus dieser Sichtweise ist der Euro eine Missgeburt, die auf Dauer nicht vertretbar ist und den Club Med weiterhin im Tiefschlaf verweilen lässt, die Enteignung des Sparers wird noch länger andauern

  3. Lisa

    Ist die EZB die Fünfte Macht? (die Vierte ist wegen aufgedeckter Lügen und dank Internet ja nicht mehr so potent). Und wer kontrolliert die eigentlich?

  4. Gerald Steinbach

    Lisa: Gute Frage, eigentlich so direkt keiner, am ehesten noch der Europäische Rechnungshof, der aber nur ihre Bilanzen, politisch auf jeden Fall nicht, ist auch natürlich nicht gewünscht
    Also, so richtig prüft sie keiner

  5. Lisa

    Das ist aber sehr gefährlich. Warum haben wir denn in Nichtbananenrepubliken die Gewaltentrennung?!?

  6. Reini

    … das wir in einer künstlich zu erhaltenden, finanziellen Scheinwelt auf Schulden leben, ist ja nichts neues,… es wurde nicht die Ursache der Krankheit bekämpft, sondern nur ein paar sinnestäuschende Medikamente ausgegeben – etwas Geld lockergemacht, für ein “längeres Leben” des Wirtschaftswachstums in Österreich (Europa). … nennen wirs erhöhte Ausbildungskosten! 😉

  7. sokrates

    Lisa@Die EZB hat sich einen Sonderstatus geschaffen! Die Mitglieder haben sich sofort internatioale Immunitaet gesichert, die Hoehe ihrer Gehaelter ist geheim!

  8. gms

    Gerald Steinbach,

    “[ Wer kontrolliert die ECB? ]
    Gute Frage, eigentlich so direkt keiner, am ehesten noch der Europäische Rechnungshof.”

    Falsch, niemand kontrolliert die ECB, nichtmal indirekt, was die Dressurelite mit der Unabhängigkeit dieser absurden monetären Superpower begründet. Von sich aus zusammengeschlossen hatten sich diverse Zentalbanken unter dem Schirm der IDS (International bank for settlements), bloß ist dies weniger eine Aufsicht, denn eine Ansammlung mehrer konzentrischer Kreise zwecks Absprache globaler Währungspolitik, aufdaß im Zusammenspiel mit IMF und Worldbank der Zugriff auf Ressourcen auch tatsächlich friktionsfrei funktioniert.

    So dennoch der geknechtete Untertan gelegentlich öffentlich wirksam die Frage aufwirft, was es mit all der Geheimniskrämerei in den diversen weltweiten Papsttümern der Hochfinanz mit ihren Oberhirten mit deren Enzykliken, Edikten und Ablaßbestimmungen aufsich hat und ob diese glaubenstechnisch korrekt umgesetzt würden, wird mit der Predigt abgespeist, Offenlegungen würden den freien Markt unzulässig beeinflussen.

    Was es gibt, sind einige rechtschaffene Geister wie Sinn, die sich durch unzählige veröffentliche Statistiken zu den tatsächlich relevanten Zahlengrößen durchrechnen, wie etwa jene der Targetsalden oder der seit langem nicht mehr offiziell publizierten Basisgeldmenge M0. Wer als Staat oder Firma vom Treiben der Zentralbanken profitiert, läßt sich ebenfalls dank Intransparenz nur indirekt ermitteln, aber alles was an Material vorhanden ist, zeigt die Reibungslosigkeit der Umverteilung von Wohlstand hin zu jenen, die zugleich personell auch die Päpste stellen.

    Es irrt aber gewaltig wer glaubt, Plutokraten hätten vor Ewigkeiten währungsmäßig einzig den sprichwörtlichen Westen ursurpiert. Nachdem die Kreise um Rockefeller, Rothschild und Co in Rußland erfolgreich die Bolschewiken finanzierten und an die Macht brachten [1], gründeten sie mit dem Sanktus Lenins auch die dortige Zentralbank, aufdaß das Volk finanziell und rohstofftechnisch in Richtung Westen abgekocht werden konnte, nachdem die gestürzten Zaren gegenüber solchen Zentralbanken dauerhaft Aversionen hatten.
    Der letzte Monarch in Moskau erhielt daraufhin dasselbe letale Schicksal verordnet wie später Saddam Hussein und Baschar al-Assad, die währungstechnisch das mafiöse Angebot, das man besser nicht ablehnen solle, trotzdem zurückwiesen und damit ins perfekte Beuteschema der heutigen Demokratur-Herbeibomber paßten.

    [1] wildboar.net/multilingual/easterneuropean/russian/literature/articles/whofinanced/whofinancedleninandtrotsky.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.