Total Bekifft: “Die Gefahr einer Niedrig-Inflation”

Von | 6. April 2014

Der Weltwährungsfonds IWF sehe die “Gefahr einer Niedrig-Inflation“ vor allem im Euro-Raum, meint dessen Chefin Christine Lagarde. Na klar, niedrige Inflationsraten sind ja für die meisten Menschen eine echte Bedrohung. Ganz schrecklich, wenn die Preise im Supermarkt nicht rasant ansteigen.

5 Gedanken zu „Total Bekifft: “Die Gefahr einer Niedrig-Inflation”

  1. FDominicus

    Sie sind spät dran:
    Ich führe das gerne mal aus (gepostet vor einem Tag oder so beim Bankhaus Rott unter:
    http://www.rottmeyer.de/ezb-sorgt-fuer-wertlose-stabilitaet/comment-page-1/#comment-18031

    Sehr geehrter Herr Meyer ich möchte Sie auf folgenden Link verweisen:


    http://www.zerohedge.com/news/2014-04-04/christine-lagarde-clueless-70-words-pure-keynesian-claptrap

    Ich zitiere von dort:

    The first obstacle is… the emerging risk of what I call “low-flation,” particularly in the Euro Area. A potentially prolonged period of low inflation can suppress demand and output—and suppress growth and jobs. More monetary easing, including through unconventional measures, is needed in the Euro Area to raise the prospects of achieving the ECB’s price stability objective. The Bank of Japan also should persist with its quantitative easing policy.”

    Lowflation – darauf muß man auch mal kommen.

    Price stability objective – 2 % Preissteigerung im Jahr bedeutet eine Halbierung des Geldwertes in
    36 Jahren.

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie weit und wie lange Gehirnwäsche funktioniert. Oder wie Sie schreiben:
    “Man muss den Leuten nur oft genug ein Märchen erzählen, bis es nach ein oder zwei Generationen zum Allgemeinwissen wird. ”

    Und hier kann ich nur festhalten, was zu beweisen war. Es ist so deprimierend.

  2. Gerhard Huemer

    Lieber Christian,

    es gibt vielleicht einen guten Grund, warum sich die EZB ein Inflationsziel von 2% gegeben hat und nicht eine Inflation von 0% anstrebt. Derzeit ist es unter Ökonomen weitgehen unumstritten, dass die extrem niedrige Inflation in der Eurozone die notwendigen Anpassungen (Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit) in den Problemländern ziemlich erschwert. Da sie defact eine Deflation brauchen um die Preisanpassungen gegenüber Deutschand zu schaffen und Deflation ist halt kein besonders guter Motor für wirtschaftliche Dynamik.

    Daher hat Lagarde recht, wenn sie vor “Niedrig-Inflation” warnt.

    Sorry!

  3. Thomas Holzer

    @Gerhard Huemer
    Ich erlaube mir, Ihnen zu widersprechen.
    2% Inflation, 60% Schulden, 3% Defizit; alles willkürliche politische Festsetzungen, und nichts Anderes. Oder können Sie wissenschaftlich(sic!) erklären, daß 2,85% Inflation, 4,9% Defizit, 61,7% Schulden für die Wirtschaft besser wären? (Sie “dürfen” natürlich jede andere willkürliche Zahl einsetzen 😉

  4. Wettbewerber

    Lieber Gerhard Huemer,

    der Grund, warum sich die EZB das Ziel gesetzt hat, ihr eigenhändig herausgegebenes Geld jährlich um 2 % zu verschlechtern, könnte auch darin liegen, dass das genau der Sinn und Zweck einer Zentralbank ist: Nach Gutdünken Geld drucken zu können für die eigene Klientel, und sich das indirekt von allen anderen, die im gleichen Maße enteignet werden, finanzieren zu lassen. Ja, eine wirklich philanthropische und “wirtschaftsfördernde” Einstellung, das, finden Sie nicht auch? Natürlich sind wir, die wir gottlob nicht zu dieser bevorzugten Klientel gehören, unendlich dankbar dafür, dass es (offiziell) nur 2 % sind, und nicht 400 % wie in Simbabwe. Die wirtschaftliche Dynamik ist aber auch dort bescheiden, ähem…

    Die Vorstellung vom “wirtschaftlichen Motor” ist schon seit Mises und Hayek überholt; und wer im Wettbewerb vorwärts kommen will, muss die Realität meistern (das erordert Anstrengung, Arbeit und Risikobereitschaft), und nicht versuchen, die Realität an die eigenen Bedürfnisse anzupassen (Sie haben Recht, hohe Inflationsraten helfen der Großindustrie, denn der Druck, mit seinem Geld etwas zu kaufen, auch wenn es noch so unnötig und unvernünftig ist, steigt natürlich, wenn die Inflation hoch ist).

    Sie sehen also, Sie haben alles verkehrt rum, aber noch sind Sie unter den Lebenden, also besteht noch Hoffnung, auch für Sie.

  5. gms

    Gerhard Huemer,

    “Derzeit ist es unter Ökonomen weitgehen unumstritten, dass die extrem niedrige Inflation in der Eurozone die notwendigen Anpassungen (Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit) in den Problemländern ziemlich erschwert.”

    In den Problemländern also. Darauf läßt sich auf zwei völlig unterschiedliche Arten antworten:

    Variante 1) Dann sollen sie aus dem Euro austreten und ihre eigene Währung nach Belieben inflationieren. Unter Medizinern, um Ihre Argumentation zu paraphrasieren, ist weitgehend unstrittig, wonach Chemo- und Strahlenbehandlungen für Menschen überwiegend nachteilig sind, die nicht an Krebs leiden.

    Variante 2) Billiges Geld als Morphium mag die eine oder anderer schmerzfreie Bewegung erleichtern, zugleich ist eben diese Schmerzfreiheit ein starkes Motiv, keine tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen. Unter Ökonomen, um erneut Ihre Argumentation zu paraphrasieren, ist weitgehend unstrittig, wonach gerade das billige Geld im Zuge der Euro-Einführung die Problemländer erst zu solchen machte. Das Bild vom Junkie mag abgedroschen sein, weniger zutreffend ist es deswegen aber nicht.

    Bleibt abschließend Ihr eingangs Geschriebenes: “es gibt vielleicht einen guten Grund, warum sich die EZB ein Inflationsziel von 2% gegeben hat und nicht eine Inflation von 0% anstrebt.”

    Ach?! In guten wie in schlechten Zeiten, komme was wolle, die 2% von der Kanzel gesprochen sind also immer richtig, warum also nicht auch in der Krise. Offenbar haben die Priester des Geldsozialismus’ ganze Arbeit geleistet. Würde die EZB das Volk statt mit feuchten Lappen mit Brötchen aus Gips füttern, behirnte auch der Dümmste das falsche Spiel. Beim Mysterium Geld aber fehlt der Durchblick, und allein darauf fußt der Erfolg diese Religion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.