Tsipras, der teuerste Regierungschef der Welt

Von | 16. Juli 2015

“……Gut 54 Milliarden Euro könnte der Schlingerkurs von Tsipras das Land gekostet haben, verursacht durch Bankenschließung, Konsumzurückhaltung, Investitionsstop und Marktturbulenzen. Die Verluste entsprechen immerhin einem Drittel der Wirtschaftsleistung….” (Interessante Analyse in der “Welt”)

29 Gedanken zu „Tsipras, der teuerste Regierungschef der Welt

  1. Christian Peter

    Absoluter Stumpfsinn. Die Griechen werden dank Tsipras ohne großartige Auflagen weiterhin viele Milliarden Steuergeld erhalten : Der Poker dieses Mannes war ein durchschlagender Erfolg für die griechische Bevölkerung.

  2. Karl Markt

    Demokratie ist einfach zu teuer für den Neoliberalismus.

    Außerdem will Syriza ein ENDE des Troika/Merkel/EZB Hilfsprogrammes.
    Varoufakis war schon 2010 GEGEN die Transferunion, weil er völlig richtig erkannte (wie zuletzt auch der IWF, also 5 Jahre später), dass sich die Schuldenspirale weiter drehen wird.

    Und nicht Tsipras ist teuer, sondern der aus der neoliberalen Wirtschaftlspolitik der letzten 30 Jahre gewachsene Finanzsektor, für den bald die halbe Welt hackelt nur um seine Zinsauswüchse zu bedienen.

  3. sokrates9

    Völlig egal! Wird alles von den Europäern bezahlt! In einem ” Strukturfonds sind weitere 35 MRD für Griechenland vorgesehen! Um zu verhindern dass absolute Nonsensinvestitionen getätigt werden ist “Eigenbeteiligung” vorgesehen! Wird jetzt für Griechenland gestrichen! Die nächste Autobahn die bei einer Müllhalde endet ist schon vorprogrammiert!

  4. Karl Markt

    Und das natürlich ohne funktionierendes Gesundheitssystem, Bildungssystem und Pensionssystem.
    Der neoliberale Reihenorgasmus.

  5. H.Trickler

    Der Titel in der “Welt” ist viel zu reisserisch, aber zweifellos hat die Regierung Tsipras bisher gewaltigen ökonomischen und emotionalen Schaden (Aussenwirkung) verursacht.

    Aus den neueren Verlautbarungen von Varoufakis kann man entnehmen, dass Syriza und er selber vor der Wahl einen Grexit als unausweichlich erachtet haben. Tsipras hat dann zu Beginn des Wahlkampfs Blut geleckt und deshalb öffentlich immer vorgegeben, keinen Grexit (mehr) zu wollen – Seine Rechnung ist aufgegangen und er wurde gewählt.

    Die Verhandlungstaktik war so, dass entweder die als unfähig angesehenen Institutionen auch ohne Spardiktat Griechenland im Euro halten würden – oder andernfalls eben der Grexit kommen würde.

    Nachdem die Institutionen nicht darauf eingetreten sind, stand Tsipras vor der steilen Klippe und musste entscheiden. Im Finanzdepartement Varoufakis hatte ein kleines Team Vorbereitungen für den Grexit getroffen, Varoufakis vertrat die Meinung dass dies nun der nächste Schritt sein müsste.

    Tsipras bekam kalte Füsse und wollte nicht allein entscheiden. Deshalb das Referendum bei welchem er öffentlich das Nein empfahl, weil er immer noch hoffte dass dann die Institutionen einschwenken würden.

    Seine Rechnung ging erneut nicht auf, und bei der Abstimmung “im engsten Kreis” wurde Varoufakis mit 4:2 überstimmt, d.h. der Grexit doch nicht beschlossen. Daraufhin hat Varoufakis demissioniert und Tsipras das in seinen Augen schändliche Angebot angenommen.

    Es wäre äusserst interessant zu wissen, auf welche Weise dieses 4:2 zustande gekommen ist. Ob die Absichten der 4 Kapitulanten in Erfüllung gehen wage ich zu bezweifeln, vlt. sieht man schon Ende Jahr ein Scheitern der Reformen.

  6. Thomas Holzer

    @Karl Markt
    Dann wäre ja u.U. interessant, von Ihnen zu erfahren, wie Griechenland ohne fremdes Geld -welches natürlich von den bösen Kapitalisten kommt- seine Bevölkerung finanzieren will

  7. Karl Markt

    @Thomas Holzer

    Es geht um die Bedingunegen und wohin das Geld geht!

    Die Sparmaßnahmen im Sozialbereich bringen nichts, weil Wirtschaftswachstum nicht von gekürzten Pension kommt.
    Das ist ein Resultat wirtschaftlicher Ahnungslosigkeit (welche vom Neoliberalismus gespeist) der politischen Eliten (Merkel, EZB, IWF), welche im Endeffekt immer noch an das Modell der schwäbischen Hausfrau glaube.
    Das Problem für Griechenland ist, dass es dem Diktat der EZB unterworfen ist, sonst würde es sich das Hilfsprogramm halt einfach selbst geben (so wie die USA zum Beispiel).

  8. Fragolin

    Demokratie ist einfach zu teuer für den Neoliberalismus?
    Ach was, witschaftliches Rechnen ist einfach zu hoch für kommunistische Gemüter. 😉
    Und kommunistischer Reihenorgasmus, das hat die Geschichte gezeigt, kommt bei Massenerschießungen von frisch deklarierten Klassenfeinden auf. Da ist mir ein miserables Pensionssystem lieber.

  9. Fragolin

    Herr Marx, Wirtschaftswachstum kommt aber auch nicht daher, dass man Milliardenkredite für Auszahlungen von Pensionen und Sonderrechten aus dem Fenster wirft. Wenn ich einen Kredit aufnehme, muss ich das Geld so investieren, dass ich es zurückzahlen kann. Baue ich ein Haus, zahle ich den Kredit mit der eingesparten Miete. Schenke ich das Geld meinen kindern zum Verjuxen in der Disco, bekomme ich Probleme. So einfach ist das.

  10. MaKu

    Schauen wir den Tatsachen ins Auge !
    Tsipras u. Spiessgesellen haben die ganze EU ‘am Schmäh gehalten’ und das sehr erfolgreich!
    Ob 50 MILLIARDEN € – oder weniger oder mehr, wir haben gezahlt, die Griechen haben genommen und haben und werden NICHTS tun als weiter verlangen!
    Und kriegen !

  11. Thomas Holzer

    “Das Problem für Griechenland ist, dass es dem Diktat der EZB unterworfen ist, sonst würde es sich das Hilfsprogramm halt einfach selbst geben (so wie die USA zum Beispiel).”

    Das würde aber in Griechenland nicht funktionieren, weil niemand den Griechen deren Anleihen abkauft, außer die EZB; und dies nur, weil die EZB die Eurozone noch ein paar Jahre zusammenhalten möchte.
    Ihr “Wirtschaftsmodell” steht auf weniger als nur tönernen Füßen!

  12. Karl Markt

    @Fragolin

    Ein Staat invstiert kein Geld, weil er nichts produziert.

    Ein Haus zahlen Sie nicht “mit der eingesparten Miete”!
    Das ist genau der Irrglaube, dem auch die Troika aufsitzt!
    Danke, dass sie die Probe aufs exempel liefern!

    Das Haus zahlen Sie von Ihrem LOHN (oder Einkommen).
    Wenn sie aber keinen Lohn mehr bekommen (weil ihn die Troika gekürtzt hat oder wegen Massenkündigungen aufgrund liberalisierter Märkte), dann können Sie auch den Kredit nicht zurückzahlen

    Dann brauchen Sie ein Hilfsprogramm, das Sie aber auch nicht zurückzahlen können, etc…

    Willkommen beim wirtschaftlichen Rechnen.

  13. Karl Markt

    @Thomas Holzer

    Statt der EZB, könnte es dann die Griechische Nationalbank sein, was auch sonst.

  14. Thomas Holzer

    @Karl Markt
    Das funktioniert aber nur außerhalb der Euro-Zone, und dann auch nur für kurze Zeit.
    Papier bedrucken ohne Limit hat noch keine Wirtschaft saniert, das sollten Sie als Kommunist eigentlich wissen; aber so wie der Herr Tsipras blenden Sie die Realitäten aus

  15. Karl Markt

    @Thomas Holzer
    Ohne Investition gehts nicht.
    Am Anfang steht immer eine Investition.

    Woher soll das Geld für Investitionen kommen?

  16. Karl Markt

    @Thomas Holzer

    Es würde auch innerhalb der Eurozone gehen, wenn die Eliten nicht der Ansicht wären, dass man einen Kredit “mit der ersparten Miete” zurückzahlt, Sie verstehen was ich meine.

  17. Syria Forever

    Shalom.

    Zu viel der Ehre dem Herrn Tsipras! Die “Queen of Prolos Frau Angie von Merkel” wird mit einem Beschluss des Bundestages, das geht in wenigen Minuten, 89 Milliarden verbrennen. Da sind die 57 Milliarden von Herrn Tsipras, noch dazu hat Herr Tsipras Monate gebraucht diese zu verbrennen, eine Kleinigkeit.

    Guten Tag.

  18. Thomas Holzer

    Unabhängig von Investitionen.
    Was hat denn Griechenland in den letzten 200 Jahren hervorgebracht?!
    Nichts, außer Olivenöl und Ziegenkäse, nicht sehr innovativ
    Worin soll man denn in Griechenland investieren?

  19. Syria Forever

    Herr Holzer,

    in Olivenöl und Ziegenkäse.

    Shalom

  20. Syria Forever

    Herr Holzer,

    Sie meinen ich mache Witze. Gut, es war schon ein wenig zynisch geschrieben..
    Aber nein. Investments in Lebensmittel sind nie eine schlechte Sache und ganz besonders in Griechenland werden Lebensmittel horrende Preise erreichen nicht anders im Rest Europas.
    Verfolgen Sie nur die Preisanstiege bei Lebensmittel in den letzten Dekaden, speziell in den letzten Jahren.
    Die Preise steigen dafür sinkt die Qualität. Österreich hat da noch bessere Karten. Einkaufen in Holland oder Teilen Deutschlands? Ganz zu schweigen von Irland oder UK! Die Qualität der Lebensmittel in Teilen Europas ist ein Hohn! Und dieses Grauen breitet sich aus, überall in Europa.

  21. Marcel Elsener

    @Karl Markt

    Wie ich sehe, wissen Sie auch keinen Rat, wie man die griechische Wirtschaft ankurbeln könnte. Stattdessen erzählen Sie nur immer wieder, was alles nicht funktionieren könne.

    Und das Geschwafel von den Investitionen, die man tätigen müsse, klingt zwar nett. Aber worin wollen Sie in Griechenland investieren? In die Rentner, die keine Wertschöpfung erbringen, aber dafür Wertschöpfung verkonsumieren? Oder in einen noch grösseren Staatsapparat mit unproduktiven Arbeitsplätzen?

    Das Problem sind keineswegs fehlende Investitionen, denn Geld gab es ja mehr als genug in den vergangenen über 10 Jahren. Es wurde jedoch nicht in eine Steigerung der Wertschöpfung investiert sondern für wertevernichtenden Konsum auf Pump verschwendet. Diese Party ist vorbei und jetzt folgt der Katzenjammer.

    Die Löhne sind seit Einführung des Euro sehr stark gestiegen, während die Wertschöpfung nicht annähernd im gleichen Masse gestiegen ist. Griechenland war noch nie ein besonders produktives Land; aber diese jahrelange Diskrepanz zwischen Lohnsteigerungen und weit hinterhinkender Produktivität, obendrein noch garniert mit einem grossen Zuwachs an unproduktiven Arbeitsplätzen beim Staat, deren nicht-wertschöpfenden Dienstleistungen irreführenderweise trotzdem ins BIP einflossen, konnte nirgendwo anders hinführen als in die Katastrophe.

    Nein, ich glaube nicht, dass man die griechische Wirtschaft von aussen ankurbeln kann. Das müssen die Griechen schon selbst an die Hand nehmen; dazu wäre bei vielen Griechen aber wohl ein grundlegender Wandel in ihrer Einstellung zur wertschöpfenden Arbeit notwendig. Hier liegt der Hund im Pfeffer begraben! Fairerweise muss man sagen, dass in dieser Hinsicht nicht bloss viele Griechen völlig falsch ticken.

    Ein Zuwachs an Wertschöpfung ist höchstens dann zu erzielen, wenn ein weitgehend freier Markt blühen und gedeihen kann; d.h. wenn die Wertschöpfenden die Früchte ihrer eigenen Arbeit selbst geniessen können und sie nicht via Zwangsumverteilung (vulgo Sozialstaat) an irgendwelche Parasiten abgeben müssen. Parasitentum wiederum gedeiht überall dort, wo der Staat es durch seine Zwangsumverteilungsprogramme fördert.

    Vielleicht ziehen die Griechen grossmehrheitlich ein ruhiges und beschauliches Leben in materiell bescheidenen Verhältnissen vor? Ich weiss es nicht. Aber wenn es so ist, dann sollen sie die Folgen ihrer Entscheidung auch selbst tragen. Und wenn es nicht so ist, dann werden sie sich im freien Markt und ganz ohne Konsumkredite wirtschaftlich entwickeln.

    Fazit: Diejenigen, die mehr konsumieren wollen, müssen auch mehr produzieren, damit sie sich den Konsum leisten können. Wer nicht mehr produzieren will, der kann folgerichtig auch nicht mehr konsumieren. Und wer gar nichts produzieren will, der muss halt verhungern. Das ist eine individuelle Entscheidung, die jeder selbst treffen kann. Jeder bekommt das, was er sich selbst erarbeitet. Diesen simplen Sachverhalt nennt man übrigens Gerechtigkeit – allerdings ohne vorangestelltes Wieselwort ‘soziale’.

  22. Thomas Holzer

    Sie glauben doch nicht, daß die Griechen in Qualität investieren?!

  23. Markus Sommer

    Die teuerste Regierungschefin in Friedenszeiten ist sicherlich Angela Merkel. Mit ihrem “Großen Sprung nach vorn” in Deutschland genannt “Energiewende” hat sie mindestens eine Billion in den Wind geblasen bzw. in der Sonne verbrannt. Eine Geldvernichtung in dieser Größenordnung kann nur ein Kommunist wie z.B. Mao Zedong oder halt eine gelernte Kommunistin wie Angela Merkel hinbekommen.

  24. Fragolin

    @Karl Markt 12:32
    Erstens bezahle ich den Kredit nicht vom Lohn sondern vom Einkommen, aber diesen Unterschied erkläre

    ich Ihnen jetzt nicht.
    Zweitens, wenn ich kein Einkommen habe, kann ich weder Kredit noch Miete bezahlen und mich unter die

    Brücke verziehen. Ich kann aus einer Mietwohnung heraus ein Eigenheim aufstellen, von unter der Brücke weg funktioniert das sowieso nicht. Ich dachte, das wäre klar, aber bei Ihnen weiß man das wirklich nie.
    Drittens brauche ich dann kein Hilfspaket sondern Eigenverantwortung – ich habe vor zehn Jahren nach

    einer achsobösen kapitalistischen Kündigung einfach den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und

    bin dadurch nicht unter der Brücke gelandet, sondern im Eigenheim. Nach dem Staat, nach Hilfe und dem Geld anderer Leute schreien ist vielleicht einfacher, aber ich habe da einen anderen Begriff von Würde als die Griechen.
    Viertens kann man auch im nicht produktiven Bereich investieren, Sie Schlaubügel, zum Beispiel in eine schlanke Verwaltung, in Infrastruktur und vielleicht ein funktionierendes Katasteramt, Finanzamt oder auch Gesundheitswesen.
    Übrigens, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, kann die Troika keinen Lohn kürzen, denn Lohn ist eine BeLOHNung für geleistete Arbeit und kein nachgeschmissenes Kreditgeld, und es sind keine liberalisierten Märkte, die die Firmen in den Ruin treiben, sondern ausbleibende Kunden. Warum finanziell durchaus potente Kunden lieber billigen Fernost-Ramsch kaufen (außer bei Handy, Laptop und Auto, da spielt Geld keine Rolle) als heimische Qualität, wäre einmal interessant zu eruieren, hat aber mit liberalisierten Märkten nichts zu tun.

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