“Tsipras spielt mit gezinkten Karten”

“…..Die europäische Integration ist getrieben vom politischen Willen, kann aber nur über Verträge funktionieren. Tsipras hat gesagt, dass er dem Hilfspaket zugestimmt hat, obwohl er nicht daran glaubt. Die Griechen spielen offenbar nach wie vor mit gezinkten Karten. Wenn man neue Verträge mit Partnern schließt, zu denen man kein Vertrauen hat, kann das nicht funktionieren….” (Der ehemalige EZB-Chefökonom Otmar Issing, hier)

8 comments

  1. Fragolin

    Falsch, Tsipras spielt sogar erstaunlich offen.
    Er gibt selbst zu, die Reformgesetze durchzupeitschen, um an das Geld zu kommen, aber kein Interesse daran zu haben, diese Gesetze auch zu exekutieren. Er hebt die Steuersätze an, weigert sich aber, auch nur darüber zu diskutieren, wie diese in Zukunft eingehoben werden sollen. Nicht eines der tausend Schlupflöcher, durch die Griechen ihre Steuern statt an den Staat auf ein eigenes Konto fließen lassen können, wurde und wird gestopft. Keine Sonderrechte werden beschnitten, die Verwaltung bleibt aufgebläht, Korruption wird zwar als ganz doll böse eingestuft, aber weiterhin blühen.
    Es wird nur ein riesiger Stapel Papier mit Versprechungen vollgeschmiert und an keiner Stelle daran gedacht, auch nur eine dieser Versprechungen zu halten.
    Dass Tsipras sein eigenes Volk über den Tisch zieht, das können die EUrokraten ja nachvollziehen, ist eben ein Politiker. Aber dass er sie ebenso über den Tisch ziehen will, das stößt den Herren plötzlich sauer auf. Wenn man es gewohnt ist, sein Leben lang andere zu bescheißen, ist es besonders bitter, das einmal am eigenen Leib zu erfahren. Deshalb agieren die Bonzen auch so hilf- und planlos. Da arbeitet jemand mit ihren eigenen Methoden gegen sie. Damit hat keiner gerechnet…

  2. H.Trickler

    Wenn nur die Griechen glaubten, dass diese Verträge nichts taugen, wäre es nur halb so schlimmm!

  3. mike

    Zitat: “Ob Ministerpräsident Alexis Tsipras die Auflagen nun wirklich umsetzt, ob er aus der maroden Verwaltung einen modernen Staat macht, Klientelismus und Korruption erfolgreich bekämpft, erscheint nicht sehr wahrscheinlich. Und da liegt das Grundübel.”

    genau das ist es: es wird zwar alles mögliche beschlossen, es wird aber so wie in den letzten Jahrzehnten fast nichts umgesetzt werden – die griechische Tragödie findet leicht ihre Fortsetzung.

  4. aneagle

    na und?
    Wenn die EU-Länder unbedingt jemanden mit Geld zuwerfen wollen, warum nicht das romantische stolze Griechenland?
    Dem 3. Paket werden, nach der europäischen Managementstrategie “Mehr vom Schlechten”, gemäß dem Psychologen Paul Waczlawick , weitere folgen, bis endlich den Völkern der Geldgeber das Geld ausgeht.

    Griechenland wird erst lange nach Deutschland pleitegehen. Eine osmanisch kultivierte Klientelgesellschaft ist ungleich robuster als ein Haufen pseudodemokratischer populistischer Staaten, geführt von eitlen Narren.

    Das Letzte, was das, unter dem Händereiben Russlands und teilweise der USA, untergehende Europa bewusst wahrnehmen wird, ist das Lachen der Griechen. 😉

  5. Thomas Holzer

    Politischer Wille unter Umständen schön und gut, aber wenn die ökonomische Realität und Vernunft negiert wird, um ein politisches Ziel zu erreichen, schaut es ziemlich düster für die Zukunft der Bevölkerung aus

  6. Wolfgang Brunbauer

    jetzt sind eben Griechenland € 7,2 Mrd Hilfsgelder zugeflossen wovon wiederum € 6,3 Mrd an die EZB geflossen sind. Bleibt für Griechenland 900 Millionen, d.s. 12%. Man halte sich vor Augen dass dieses Zahlenkarussell der wahre Hintergrund des politischen Theaters ist, das da vorgeführt wird. Die Gläubigerstaaten feilschen um die an Griechenland vergebenen Kredite: Österreich um €. 7,5 Mrd:, Deutschland um € 72,7 Mrd., Frankreich um € 55,7 Mrd., Italien um € 48,2 Mrd, , Spanien um € 32,7 Mrd..zusammen also € 216,8 Mrd. Merke: Milliarden. das sind 216.800,000.000,- EURO
    Mit diesen aushaftenden Geldmengen hät Griechenland die europ.Finanzpolitiker im Griff.. Die Fabrikanten in Europa haben abgezockt und die Geldsäcke in Griechenland lachen weiter. Im griechische Parlament werden Papiere beschlossen, an die sich niemand halten wird. das erklärt man unverholen.
    Europa spielt indessen ” wie krieg ich die Kuh vom Eis.”. Sie spielen auf Zeit, bis die ärgsten Salden samt den impliziten politischen Gefahren geschlossen sind. Dann geht Griechen land in Konkurs. Ist doch offensichtlich.Wetten?

  7. sokrates9

    Varufakis sagt die Griechen haben 70 MRD Steuerschulden! da ust es doch ganz logisch, wenn die EU mit weiteren 80 MRD weiterhilft!

  8. Thomas Holzer

    Und die Gehälter der griechischen Parlamentsabgeordneten sind ja auch nicht von schlechten Eltern 😉

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