TV-Debatten: Manchmal aufstehen und gehen!

(ANDREAS UNTERBERGER) Der Chef der „Alternative für Deutschland“ hat eine Diskussions-Sendung nach elf Minuten verlassen, weil er sich vom Moderator dauernd unterbrochen fühlte. Das, was Bernd Lucke da beim „Studio Friedman“ getan hat, wird ihm Sympathien eintragen. Denn Konsequenz wird immer geschätzt. Ich habe mich bei österreichischen Fernseh-Diskussionen schon oft gefragt: Warum geht der nicht einfach weg, wenn ihn die durch und durch einseitige Moderatorin schon zum zehnten Mal unterbricht, Grünpolitiker aber völlig ungestört lässt? Lucke hatte bei der Diskussion eigentlich einen Grünpolitiker als „Gegner“, aber zugleich hat ihn „Moderator“ Friedman konfrontiert. Wenn Moderatoren einseitig agieren, sehen das Zuseher immer als unfair an („Moderator“ heißt „Mäßiger“ und nicht „einseitiger Scharfmacher“). Friedman hat mehrfach eine Parteikollegin Luckes mit dem Satz zitiert: „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.“ Und dann gleich selber verachtungsvoll inquisitorisch konstatiert: „Wenn das nicht Rassismus ist, was ist dann Rassismus?” Nun, da wüsste ich eine ganze Menge von Vorgängen in der Welt, die wirklich Rassismus sind, und nicht eine kritische Aussage über „Multikulti“, die vom Großteil der Menschen geteilt wird. Es ist eine der allergrößten Dummheiten, ständig in allem „Rassismus“ zu wittern. Dann merkt man es nämlich nicht mehr, wenn wirklich der Wolf kommt. (TB)

7 comments

  1. Christian Peter

    Wer sich freiwillig bei einem amtsbekannten Drogenkonsumenten wie Michel Friedman auf die Couch setzt, sollte sich nicht wundern. Dass diese Person weiterhin im Fernsehen als Moderator auftritt, ist ein Skandal.

  2. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>> „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.“ <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Die Ideologie, wonach sich das Individuum einem Kollektiv (= Volk) zu unterwerfen habe nannte man einst Kommunismus. Dieser ist angeblich 1989 gestorben. Offensichtlich ist er aber doch nicht tot, sondern kommt nur in einem neuen Gewande daher.

  3. gms

    Christian Peter,

    > Dass diese Person weiterhin im Fernsehen als Moderator auftritt, ist ein Skandal.

    Nope! N24 ist ein 100%ig privates Unternehmen der Springer-Medien. Daß Friedmann nun als schmieriger und selbstgerechter Fatzke die Speerspitze der vereinigten, öffentlichen Umerziehungsbewegung darstellt, ist kein Skandal, sondern selbstgewähltes tragisches Schicksal.

    Als er seine sieben Sinne noch beisammen hatte, war er zwar auch schon links der Mitte, aber meiner Erinnerung nach ganz OK im Sinne intellektueller Redlichkeit [1]. Umso härter drosch man auf ihn ein, als sein fragwürdig legales Vögeln unter dem Einfluß synthetischer Stimulanzien öffentlich wurde. Als Dank dafür, vom Mean(sic!)stream nicht 100%ig letal abgewatscht worden zu sein, erfüllt er nun seinen Teil der Abmachung, indem er von einer Seite der Prostitution zur anderen wechselte, anstatt aufzustehen und zu gehen.

    [1] Zitat aus 2001: “Die Intellektuellen sind süchtig nach Harmonie – das ist nicht produktiv. In diesem Land gibt es so etwas wie einen Zwangskonsens: Der Kompromiss ist nicht das Ergebnis eines Gesprächs, sondern bereits sein Ausgangspunkt.”

    Heute ist für Friedmann linkes Diktum das Alpha und Omega jedes Gespräches mit ihm. Daß er sich seinen Restverstand vollend weggekoks hat, ist zweifelhaft, es kann daher angenommen werden, daß er sich seiner tragischen Lächerlichkeit bewußt ist. Skandal? – Nein, gewiß nicht.

  4. gms

    WC,

    Es war in der Tat nur eine Frage danach, wann, und weniger ob hierbei nützliche Idioten das Rad des Irrsinns weitertreiben würden. Speziell für Sie daher:

    –Zitat– Und der angeblich so rassistische Beitrag setzt sich tatsächlich in weiten Teilen mit dem historischen Nationalsozialismus auseinander. Dem von Michel Friedman skandalisierten Satz „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen“ folgen unmittelbar darauf diese Worte: „Das Ergebnis ist das gleiche wie bei den Nazis: Ein gleichgeschalteter Bevölkerungsbrei, den nichts mehr verbindet als die Abhängigkeit vom vormundschaftlich-diktatorischen Regime. Aus Nationalsozialisten sind Supranationalsozialisten geworden, mit einem Maoisten namens Barroso als Führer in Brüssel.“ –Ende–[1]

    Oder, um es mit den Schlußworten von Thomas Rietzschels Kommentar [2] zu formulieren:

    “Es fragt sich nur, ob das Europaprojekt nicht an sich schon ein Anachronismus ist, ein Rückfall in das überlebte Großmachtdenken dynastischer Epochen; und mehr noch muss man sich fragen, ob das verfolgte Ziel wirklich im Interesse der Völker liegt oder ob es sich dabei doch nur um eine Geschäftsidee des politischen Kartells handelt. Ihm eröffnet es in jedem Fall ganz neue Perspektiven: den Einstieg in die postdemokratische Epoche.

    Auf dem Weg dahin sind wir bereits ein gutes Stück vorangeschritten. Europa ist längst zum Dogma geworden; und wie jedes Dogma wird auch dieses von einer Elite propagiert, die den Glauben an das einfordert, was vernünftiger Überprüfung nicht standhalten würde. Wo aber die Vernunft ins Hintertreffen gerät, ist der Demokratie die Basis entzogen. Glauben können die Menschen an Götter und deren Stellvertreter auf Erden, sogar an Kaiser und Könige, an Diktatoren mitunter, an alle, die über ihnen stehen.

    Da, wo die Bürger gemeinsam als Souverän an erster Stelle stehen, müssen sie in der Lage sein zu verstehen, was ihre Angestellten in der Politik treiben. Ansonsten ernähren sie eine Kaste, die um ihrer selbst willen existiert. Die Politik wird zum teuren Kostgänger der Gesellschaft – so wie der Adel zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, am Vorabend der französischen Revolution.”

    [1] ef-magazin.de/2014/02/21/4988-hintergrund-des-eklats-zwischen-bernd-lucke-und-michel-friedman-eigentuemlich-frei-wars-nicht-beatrix-von-storch
    [2] diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1566168/Vom-leichten-Spiel-der-Demagogen

  5. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>> ob das verfolgte Ziel wirklich im Interesse der Völker liegt <<<<<<<<<<<<<<<<<<

    "Völker" können keine Interessen haben – dies würde nämlich bedeuten, dass alle Menschen die gleichen Bedürfnisse haben. Interessen haben nur Individuen und diese können zwangsläufig nur in einem Parlament mit unterschiedlichen Parteien einigermaßen repräsentiert sein.
    Demokratie ist nicht die Diktatur des Proletariats sondern nur die Möglichkeit, ungeliebte Regierungen ohne Gewalt abzuwählen. (vgl. Sir Karl Popper).

  6. gms

    WC,

    > Interessen haben nur Individuen

    Klug bemerkt – und nun spinnen Sie den Faden auch fertig! Die zur Debatte stehenden Individuen haben nämlich ein gerütteltes Interesse an Kontinuität für sich und ihre Kinder, sie haben ein Interesse daran, ihr Umfeld nach eigenen Gesichtspunkten zu gestalten, was wiederum in Gesellschaft jener leichter fällt, die ähnlich ticken wie man selbst. Das Wort “Kultur” haben idR sogar jene mal vernommen, die hierfür Banausen sind.

    Sie wollen Individuen das legitime Interesse am Aufrechterhalten ihrer Kulturnation (sic!) absprechen? Soll sein! Als Liberaler werde ich sogar für Ihr Recht eintreten, sich nach eigenen Vorstellungen lächerlich zu machen. In diesem Sinne: Nur zu!

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .