Und jetzt, Mr. Keynes?

Von | 5. Mai 2013

(FRANZ SCHELLHORN)  Apple zählt nicht nur zu den coolsten Arbeitgebern der Welt, sondern auch zu den reichsten. Das Unternehmen sitzt auf Unmengen von Geld, genauer gesagt sind es 145 Milliarden Dollar, die auf diversen Apple-Konten herumkugeln. Und dennoch pilgerte Apple am vergangenen Dienstag an die Kapitalmärkte, um sich 17 Milliarden Dollar zu borgen. Geld, mit dem eigene Aktien zurückgekauft und Dividenden an die Eigentümer ausgeschüttet werden sollen. Das ist zwar weder ungewöhnlich noch verwerflich, aber doch ein wenig rätselhaft. Warum um Himmels willen pumpt sich jemand Geld, der ohnehin in selbigem schwimmt? Ganz einfach: Weil Geld nichts mehr kostet – und es Apple daher günstiger kommt, sich welches zu leihen, als Barreserven aufzulösen und dafür möglicherweise noch Steuern zu zahlen.

Herzlich willkommen in der irren Welt der „modernen“ Wirtschaftspolitik, in der die großen Zentralbanken rund um den Globus die Leitzinsen gegen die Nulllinie drücken. Das tun sie angeblich nur deshalb, um die Unternehmer scharenweise in die Kreditabteilungen der Banken zu treiben, damit sie endlich lang gehegte Investitionspläne in die Tat umsetzen und für Wachstum sorgen. Das klingt zwar sehr nett, ist aber ein ziemlich dreister PR-Gag der per Statut unabhängigen, aber nicht ganz unpolitischen Notenbanken. Das Ziel ihrer Zinsschlachten sind nicht investitionsmüde Unternehmer, sondern ausgabefreudige Staaten, denen seit Jahrzehnten das Geld durch die Finger läuft und die seit Ausbruch der Finanzkrise mit dem Rücken zur Wand stehen. Die Staatsschulden der industrialisierten Welt sind mittlerweile auf 110 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung gestiegen, womit sie die haushaltspolitische „Todeszone“ erreicht haben. Eine Höhenlage, in der geschenktes Geld zum lebensrettenden Sauerstoff wird.

Zumal das politische Führungspersonal seit fünf Jahren zu beweisen versucht, sich in den steilen Berghängen besser zurechtzufinden als ihre ortskundigen Sherpas. Während Politiker und Ökonomen allerorts die verheerenden Folgen der Austeritätspolitik beklagen, treiben die Regierungen die öffentlichen Ausgaben still und leise in luftige Höhen, um so Wachstum zu schaffen. Allein in Österreich sind sie seit Ausbruch der Krise um 14 Prozent auf knapp 159 Milliarden Euro angeschwollen. Nicht viel anders ist es in Frankreich, Italien und Deutschland, das trotz wachsender Ausgaben besonders hart für seinen „Sparkurs“ gescholten wird. Nur Spanien und ein paar kleinere Länder kürzen ihre Etats, nachdem sie diese nach der Einführung des Euro um bis zu 50 Prozent nach oben gefahren haben.
Ohne den Staat geht gar nichts. Die großen Volkswirtschaften der Eurozone haben aber die Krisenpläne von Mister Keynes ausgegraben und folgen diesen auf Punkt und Beistrich: Wenn Unternehmen trotz niedriger Zinsen nicht mehr investieren wollen, muss der Staat eingreifen, um die fehlende private Nachfrage zu überbrücken. Das kostet zwar jede Menge, komme aber immer noch günstiger, als die Staatshaushalte in Ordnung zu bringen und so eine Spirale nach unten in Gang zu setzen, wie nahezu alle Ökonomen von heute behaupten.

Und dennoch starren die großen Staaten der Eurozone nach fünf Jahren keynesianischer Intervention der Rezession in die Augen. Warum? Weil die Menschen sehen, dass sich die Staaten verschulden, um Reformen zu vermeiden und sich Wachstum zu erkaufen. Weil den Bürgern einleuchtet, dass nachhaltiger Wohlstand nicht aus der Notenpresse kommen kann. Und weil sie wissen, dass sie es sein werden, die für die Kosten dieser teuren, aber offensichtlich unwirksamen Programme aufzukommen haben. Entweder über höhere Steuern und Abgaben (wenn die Zinsen wieder steigen) – oder über eine negative Realverzinsung des eingesetzten Kapitals. Womit wir bei einer der unschönen Seiten der staatlich verordneten Nullzinspolitik angekommen sind: der finanziellen Repression. Wer heute Geld auf diversen Sparkonten liegen hat, weiß, dass die Verzinsung abzüglich der Inflationsrate negativ ist und damit Kapital vernichtet wird.

Die Bürger sitzen also in der Falle: Bleibt es bei der Nullzinspolitik, verliert ihr Erspartes unweigerlich an Wert (wofür sie noch Kapitalertragsteuer zu zahlen haben). Findet die Nullzinspolitik ein Ende, verteuern sich die laufenden Kosten der Staatsschulden, womit die nächste Steuererhöhung nur eine Frage der Zeit ist. Das sorgt nicht gerade für Aufbruchstimmung, ganz im Gegenteil. Wer noch investiert, steckt sein Geld in „feste Werte“ wie Rohstoffe oder Immobilien, was diese naturgemäß verteuert (auch das ist eine typische Nebenwirkung der Politik des „billigen Geldes“). Am Ende bleiben nur die Schuldner als Gewinner übrig, allen voran die öffentlichen Haushalte.

Aber wie lange wollen die Politiker an der kreditfinanzierten Wachstumsillusion noch festhalten? Bis zur nächsten Wahl? Und dann? Dann werden sie den Menschen vermutlich sagen müssen, was diese längst wissen: „Seht her, so geht es nicht mehr weiter. Wenn es für steinreiche Firmen wie Apple günstiger kommt, Geld zu leihen, statt die eigenen Reserven anzuknabbern, dann läuft einiges schief. Wir brauchen nicht immer mehr Staat, sondern unternehmerische Dynamik. Weniger Bürokratie, niedrigere Steuern und höhere Löhne für genommenes Risiko. Nur so entstehen robuste Jobs, nur so lässt sich ein moderner Sozialstaat dauerhaft finanzieren. Und ja, der Umbau des Staates kann zu einem vorübergehenden Wohlstandsverlust für uns alle führen – aber dazu gibt es keine Alternative, und es ist eine bessere Investition in die Zukunft, als Geld zu produzieren, das nichts kostet.“

Denn was nichts kostet, ist schließlich nichts wert. Das weiß nicht nur die Führung von Apple. (“Presse”)

20 Gedanken zu „Und jetzt, Mr. Keynes?

  1. Thomas Holzer

    Und jetzt wird Apple wieder an den Medienpranger als böses, kapitalistisches Unternehmen gestellt, welches dem Staat angeblicher Weise Steuern “entzieht”.
    Anstatt die wahren Schuldigen vor den Vorhang zu stellen, nämlich die Politiker!

  2. Wettbewerber

    @Thomas Holzer
    Aber, aber, die Politiker sind doch völlig unschuldig! Böse sind nur die Konzerne – außer sie stellen Produkte her, die selbst die Journaille so cool findet und tagtäglich bei so jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit verwendet, dass ein echter gutmenschlicher Ausbruch der Entrüstung über deb “Betrug an uns ALLEN” * dann doch etwas zu verlogen klingen würde.

    * Jeder linke Gutmensch weiß ja bekanntlich, dass wir alle der Staat sind. Wie die Gazelle, die zuerst Jahrhunderte daran glaubte, dass manche Löwen auch Gazellen seien, während sie nun schon lange Zeit glaubt, dass zusammen im Staat alle Löwen sind.

  3. Prinz Eugen von Savoyen

    @Wettbewerber

    Der Löwe und das Lamm werden beeinander liegen. Das Lamm wird aber kein Auge zumachen.

  4. Wettbewerber

    @Prinz Eugen von Savoyen
    Wenn sich das Lamm a) der echten Situation bewusst wird (viele Lämmer, wenige Löwen) und sich b) bewaffnet, haben die Löwen ausgespielt. Schade nur, dass wir das nicht mehr erleben werden.

  5. Prinz Eugen von Savoyen

    @Wettbewerber

    Wenn sich die Lämmer überlegen, wo sie sich hinlegen, wäre auch schon geholfen. Danach sieht es nicht aus. Schon der Besitz, pardon, das Benutzen, es gibt nur mehr Nutzer, eines Smartphones zeugt nicht von Autonomie. Es ist ein selbst finanziertes Steurungsgerät, so wie gfrießbiachl, Dinge, die eine bei der Stange halten und dafür sorgen, dass man nur Bekanntes erfährt.

  6. Robert

    Es wäre natürlich auch mal schön zu belegen, dass irgendwie irgendwo irgendwas von starker Inflation zu sehen ist.

    Mal ein zwei Beispiele:
    -EZB stellt den Banken zusätzlich zum normalen Geschäft riesige Mengen Liquidität zu niedrigsten Zinsen zur Verfügung. Wird bekämpft mit dem Argument der Inflation.

    -EZB kauft Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt. Wird bekämpft mit dem Argument der Inflation.

    -EZB setzt ein Programm zum direkten Ankauf von Staatsanleihen auf. Wird bekämpft mit dem Argument der Inflation.

    Wo ist bitte die Inflation. Inzwischen sollte ja genug Zeit vergangen sein, dass sich erste Anzeichen zeigen, aber irgendwie kommt nix.

    Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt:
    “Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

  7. Thomas Holzer

    @Robert
    Ich hoffe doch wohl, Sie glauben weder den Zahlen von Eurostat noch denen der Statistik Austria 😉

  8. Reinhard

    @Robert
    Wo die Inflation ist? Na hier:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/01/49529/

    Zitat: “Zum Jahresende im Dezember 2012 wurden vor allem die Lebensmittel deutlich teurer. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Gemüse (+ 12,0 Prozent), für Obst (+ 9,8 Prozent) und für Fisch und Fleisch (+ 5,6 Prozent)…”

    Da im Gegensatz zum offiziellen Warenkorb der Bedarf an Flat-TVs und Druckertinten geringer ist als der an Lebensmitteln oder (um mal ein horrendes Beispiel zu nennen) Baby-Artikeln (egal ob Windeln oder Baby-Tee, die Teuerung liegt bei etwa 60% innerhalb der letzten 3 Jahre durch konsequente Verkleinerung der Packungsinhalte bei gleichzeitiger Verteuerung), spürt jeder kleine Arbeiter, vor Allem jeder mit Familie, die Inflation enorm.
    Wenn Tanken, Heizen, Essen und Trinken locker 10% pro Jahr teurer werden (und diese Marken erreichen wir durchaus), dann klingt Ihre Frage “Wo ist bitte die Inflation?” eher wie Hohn.
    2% Lohnerhöhung, 1/12% Nettozinsen am Sparbuch, 10% Verteuerung der täglichen Lebenskosten – wer jetzt noch Geld spart, ist selbst Schuld.

  9. Rennziege

    Fußnote zu Lord Keynes und seinen Fans:

    In Greece, 100 grandparents have 42 grandchildren, which means the country’s lenders are betting that 42 people will pay off the debts run up by 100. The Keynesian social-democratic state is also increasingly childless. In Europe, some of the oldest nations on earth have death-bed demographics from which no society has ever recovered. They are Keynesian, and they are barren and doomed.

    Fehlt nur noch Keynes’ so ziemlich einziger wahrer Satz: “Auf lange Sicht sind wir eh alle tot.” — Weder die Nachplapperer seiner Thesen noch deren Stimmvieh werden den Tag erleben, an dem die Zeche bezahlt werden muss.

  10. Robert

    @Reinhard
    Also bei Wikipedia steht, dass unter Inflation ein Anstieg aller Güterpreise verstanden wird und das findet nicht statt. Sie haben nur ein paar Extrembespiele genannt. Ich hab mir mal den Verlauf z.B. Gemüsepreise bei destatis angeschaut. Dieser ist insgesamt gesehen eher konstant, weist aber starke Schwankungen auf. In dem von Ihnen zitierten Artikel ist der Anstieg von Dezember 2011 von 89,6 auf 101 in Dezember 2012 dokumentiert. Wenn sich die Daten

  11. Robert

    @Reinhard
    Also bei Wikipedia steht, dass unter Inflation ein Anstieg aller Güterpreise verstanden wird und das findet nicht statt. Sie haben nur ein paar Extrembespiele genannt. Ich hab mir mal den Verlauf z.B. Gemüsepreise bei destatis angeschaut. Dieser ist insgesamt gesehen eher konstant, weist aber starke Schwankungen auf. In dem von Ihnen zitierten Artikel ist der Anstieg von Dezember 2011 von 89,6 auf 101 in Dezember 2012 dokumentiert, als + 11,4%. Wenn man sich die Daten von Dezember 2010 bis Dezember 2011 anschaut, dann Fan da ein Abfall von 102 auf besagte 89,6 statt, also -12,4%. Die durchschnittliche Entwicklung der Nahrungsmittelpreise liegt bei 2,6% in den letzten 3 Jahren. Zum Beispiel ist der Bierpreis seit Jahren konstant. Sie sind dem Genuss eines guten Bieres sicher genau so wenig abgeneigt wie ich. Beim Strompreis könnte z. B. auch die Umlage der Stromkosten großer Betriebe auf die Allgemeinheit durch Herrn Rösler der Grund sein, bei den Rohstoffen die Spekulation.
    Die Geldpolitik soll ja nach Ihrer Vorstellung das allgemeine Preisniveau regeln. Da ist es mir vollkomen unverständlich, wie sich in den einzelnen Mitgliedsländern unterschiedliche Preisniveaus einstellen, die sich zudem noch aus unterschiedlichen nationalen Preisen ergeben.

  12. Andreas Tögel

    Was bei Witziblödia steht, hat mit der Realität halt oft leider nicht viel zu tun – wie etwa in diesem Fall. Wahr ist: Inflation bedeutet eine Ausweitung der Geldmenge. Auf breiter Front erfolgende Preissteigerungen (die fälschlich als Inflation bezeicnet werden) sind lediglich eine Folge dieser Geldmengenausweitung. Diese Unterscheidung ist wesentlich und keineswegs nur eine Spitzfindigkeit!

    Eine Teuerung bei einzelnen Produkten muß mit Inflation nichts zu tun haben, dazu reicht schon eine kollektive Veränderung der Kundenpräferenzen. Daß unter sonst gleichen Bedungungen bei einer (angenommenen) Verdoppelung der Geldmenge sich das Preisniveau ebenfalls verdoppeln wird, ist übrigens eine Frage der Logik und kein Mysterium der Geldtheorie…;-).

    Die Preisexplosion auf dem Immobiliensektor oder die sich abzeichnende Blase bei (Staats-)Anleihen, sind indes recht deutliche Symptome der Inflation und Vorboten dessen, was bei Konsumartikeln – den Notenbanken sei Dank – dräut!

  13. Robert

    Das was Sie beschreiben ist kein Naturgesetz sondern Theorie, dass die Ausweitung der Geldmenge zwangsläufig zu steigenden Preisen führt. Mehr Autos führen ja auch nicht automatisch zu mehr Unfällen. Die Geldmengen stiegen in den letzten Jahren wesentlich stärker als die Inflationsraten.

    Und nochmal bei gleicher Geldpolitik gab es unterschiedliche Inflationsentwicklungen in den einzelnen Mitgliedsländern. Das lässt sich mit Ihrer Theorie nicht erklären.

  14. Realist

    @Robert
    Schon mal was von ceteris paribus gehört? Es folgt zwangsläufig was Herr Tögel behauptet.

  15. Rennziege

    @Realist

    “Es folgt zwangsläufig, was Herr Tögel behauptet.” Stimmt — ebenso wie billiges Heroin zu mehr Junkies und Drogentoten führt.

  16. gms

    Robert :
    Die Geldmengen stiegen in den letzten Jahren wesentlich stärker als die Inflationsraten.

    Selbst wenn man völlig unkorrekt den Unterschied zwischen Teuerung und Inflation negiert, folgt aus obiger Beobachtung nichts von Belang.

    Entscheidend für die Teuerung insgesamt ist das Verhältnis von Geld als Verrechnungs- und Tauscheinheit zu dem dafür erwerbbaren Gütern. Solange es eine faktische Wertschöpfung und damit auch eine Ausweitung der handelbaren Güter gibt, solange wird jede beliebige Geldmengenausweitung prozentuell zwangsweise geringer ausfallen, als die damit induzierte Teuerung im Geschäft.

    Findet diese Wertschöpfung nicht im selben Umfang statt, weil etwa über Nacht tonnenweise Geld aus dem Hubschrauber geworfen wird, bedarf es keiner ausgefeilten Theorie, um den damit ausgelösten Effekt auf die Preise zu antizipieren. Sie werden steigen.

    Wer das negiert, mag darlegen, was alternativ dazu zu erwarten ist. Stecken die Leute die druckfrischen und vom Himmel gefallenen Noten ins Portemonnaie und machen sonst garnichts damit? Oder gehen sie doch eher, wie von den Inflationisten gewünscht, zwecks Verkurbelung der Wirtschaft in den Laden, und kaufen sich etwas dafür.

    Richtig – sie nutzen das neue Geld! Bloß wurde durch Geldproduktion keine einzige Schraube angezogen, kein Ziegelstein auf einen anderen gelegt, kein einziges Saatkorn im Boden versenkt oder sonst etwas geleistet, sondern bloß die Illusion von Reichtum wurde erzeugt. Steinreich aber waren schon die Neandertaler.

    Sie schreiben weiters: “Und nochmal bei gleicher Geldpolitik gab es unterschiedliche Inflationsentwicklungen in den einzelnen Mitgliedsländern. Das lässt sich mit Ihrer Theorie nicht erklären.”

    Falsch. Die Preise steigen dort, wo es auch etwas zu kaufen gibt, das die Menschen vermehrt begehren. Daher wird eine One-size-fits-All-Geldpolitik in einem wirtschaflich heterogenen Währungsraum zwangsweise Gruppen und Länder schaffen, die vermehrt unter dieser Politik leiden.

    Nehmen Sie zwei benachbarte Dörfer A und B, wobei nur in einem der beiden, in B, tatsächlich Wertschöpfung stattfindet. Bewirft man beide Dörfer gleichzeitig mit frischem Geld — was wird in A und B passieren? Wohin fließt das Geld, wohin der faktische(!) Wohlstand?

    Wer sich von linken Schwätzern keine Druckerschwärze in die Augen streuen läßt, verfügt sogar als Fünfjähriger über ausreichend Sehkraft, die trivalen Zusammenhänge selbst zu erkennen. Kompliziert, nur mit Spezialwissen durchdringbar oder gar unterklärlich ist dabei garnichts.

  17. Robert

    @gms
    Ich negiere das auf jeden Fall, dass eine Ausweitung der Geldmenge direkt zu Teuerung führt. Es muss nämlich erst bei den Leuten in der Tasche landen. Wie kommen 80% der Menschen in unsere Gesellschaft zu Geld? Richtig über die Löhne. Das Geld was von der Zentralbank zusätzlich herausgegeben wird, landet eben nicht direkt in den Taschen der Menschen, weshalb es auch nicht zu automatisch zu Teuerung führt. Aus diesem Grund ist auch das Bild mit dem Hubschrauber falsch.

    Der Zusammenhang zwischen Lohnstückkosten (Löhne in Relation zur Produktivität) und Inflation (BIP-Deflator) lässt sich glasklar empirisch belegen. Damit kann man auch einwandfrei die unterschiedlichen Teuerungen der benachbarten Dörfer A(Deutschland) und B (Frankreich) nachvollziehen. Ich glaube nicht, dass die niedrigere Inflation in Dorf A auf das geringere Angebot an Waren gegenüber Dorf B zurückführbar ist, sondern eher auf die in den Lohnstückkosten geringere Lohnentwicklung.

  18. Prinz Eugen von Savoyen

    @Rennziege

    Das, gnädige Frau, stimmt nicht. Billiges Heroin (und alles weitere) würde den Produzenten und den Verteilern jegliche Macht entziehen. Können Sie sich einen Trafikanten vorstellen, der Zigaretten am Schulhof verkauft? Lächerlich, für ein paar Cent Ertrag erhebliche Probleme bekommen?

    Nur der hohe Preis, ermöglicht durch Verbote, finanziert leute mit krimineller Energie, Neukonsumenten zu gewinnen und abhängig zu machen.

    Moralismus, eine der dümmsten und unausrottbaren Erscheinungen, sorgt dafür, dass es immer weiter geht.

  19. Rennziege

    @Prinz Eugen von Savoyen

    Ich meinte, Durchlaucht, harte Drogen wie Heroin, Crack und Crystal Meth, die veritable Mörder sind. Ob gesunkene Preise dort für eine Minderung des Elends sorgen? Ich kann’s nicht beurteilen; es fehlen auch empirische Daten. (Viele Streetworker und Sozialarbeiter sind selber harte Konsumenten.)
    Was das (verglichen damit) harmlosere Zeug an geht, Hasch, Gras, Mary Jane, Shit und wie sie alle heißen, teile ich Eure Meinung. Wer von uns hat nicht ab und zu ein Jointerl geraucht? Aber wir konnten es auch leicht wieder lassen, göö?

    Bei “Big H” und seinen Derivaten, zu welchem Preis auch immer vermarktet, ist ein Ausstieg ungleich schwerer. Andererseits, sagt eine ergrünte Nachbarin, habe der Westen nicht das Recht, den Afghanen, Pakistanis und Kurden “durch Lohndumping” ihren einzigen Broterwerb zu rauben. Ich lass das einfach so stehen. 🙂

  20. gms

    Robert :
    Das Geld was von der Zentralbank zusätzlich herausgegeben wird, landet eben nicht direkt in den Taschen der Menschen, weshalb es auch nicht zu automatisch zu Teuerung führt. Aus diesem Grund ist auch das Bild mit dem Hubschrauber falsch.

    Natürlich ist das Hubschrauberbild falsch — frisches Geld landet nun mal nicht bei der Masse der Menschen, sondern bei wenigen. Doch bleiben diese ebenfalls nicht auf den Noten sitzen, sondern bringen die Bündel gleichfalls unters Volk. Die Vorstellung ist naiv, jemand würde statt dessen wie Dabobert Duck im Geldspeicher schwimmen.

    Gerade /weil/ es zur Stunde Null noch keinen allgemeinen Preisauftrieb gibt, läßt es sich für die Erstbezieher mit dem neuen Geld noch billig einkaufen. In der Umkehrung ist jeder Erstbezieher schlecht beraten, seine neuen Mäuse noch im Stall zu lassen, während andere ihren schon Auslauf gönnen und damit die Teuerung treiben.

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