Und warum kein gesetzlicher Mindestgewinn?

(ANDREAS TÖGEL) Das konnte nicht ausbleiben: Nachdem der schwarze Finanzminister laut über Sinn und Wirkung jener Bestimmungen nachgedacht hatte, die regeln, unter welchen Bedingungen Arbeitslose eine angebotene Arbeitsstelle anzunehmen haben, folgt prompt die Retourkutsche. Der sozialistische Multifunktionär Wolfgang Katzian, u. a. Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten, kontert die nach rotem Neusprech auf einen „Sozialabbau“ hinauslaufenden Vorstellungen Minister Schellings, mit der originellen Forderung nach einem kollektivvertraglichen Mindestlohn von monatlich 1.700 Euro.

Sein Argument: Nachdem seitens bürgerlicher Reaktionäre der zu geringe finanzielle Abstand zwischen Mindestsicherung und Mindestlohn kritisiert würde, müsse man diesen eben beherzt vergrößern, um zusätzliche Arbeitsanreize zu schaffen. Dass man heute in den Gastronomiebetrieben der Alpenrepublik kaum noch einheimisches Personal antrifft, während zugleich Tausende Arbeitsstellen mangels Interesses arbeitsloser einheimischer Kellner nicht besetzt werden können, irritiert den Apparatschik Katzian in keiner Weise. Dass die von Schelling geäußerte Vermutung am Ende stimmen könnte, wonach es freizeitorientierten Zeitgenossen im Land der Hämmer eben zu einfach gemacht wird, kommod versorgt dem Müßiggang zu frönen, darf einfach nicht wahr sein…

827,83,- Euro beträgt die staatlich alimentierten Unproduktiven derzeit zustehende „bedarfsorientierte Mindestsicherung“. 1.159,08,- bleiben einem Angestellten mit einem Bruttogehalt von 1.500,- Euro (das ist die kollektivvertragliche Untergrenze, die für rund 80 Prozent aller Arbeitnehmer gilt) nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsabgaben monatlich übrig. Stellt man in Rechnung, dass sich die Bezieher einer Mindestsicherung über die Befreiung von Rezept- und anderen Gebühren freuen dürfen, verbleiben somit netto deutlich weniger als 300 Euro Differenz zwischen Vollzeitarbeit und grenzenlosem Freizeitspaß. Zwei, drei Tage pro Monat schwarzgearbeitet – und schon ist man als Transferempfänger finanziell besser dran als ein Vollzeitarbeiter. Das trifft auf Menschen mit weniger als 1.500 Euro Monatsbruttolohn natürlich in umso stärkerem Maße zu.

Bei besagten 1.500 Euro Mindesttariflohn handelt es sich um eine recht junge Errungenschaft. Sie gilt etwa für die große Gruppe der Handelsangestellten erst seit Beginn des laufenden Jahres. Die von Katzian, der sein gesamtes Berufsleben in vor den Fährnissen des Marktes geschützten Werkstätten zugebracht hat, erhobene (und von einigen seiner Parteigenossen und den Grünen unterstützte) Forderung von 1.700 Euro Monatslohn, bedeutet also eine Erhöhung um mehr als 13 Prozent, der keinerlei Gegenleistung gegenübersteht.

Nun könnte der wackere Mann ebenso gut auch 1.800,- oder 2.000,- fordern. Mit der betrieblichen Realität hat das eine so viel zu tun wie das andere: Gar nichts. Besonders Betriebe der traditionellen Niedriglohnbranchen (Handel, Gastronomie und Reinigungsgewerbe) kämpfen mit ebenso schmalen Renditen wie geringen Eigenkapitalausstattungen. Entsprechend häufig werden solche Unternehmen zu Opfern des Pleitegeiers. Wer mit offenen Augen durch zahlreiche einstmals ansehnliche Einkaufsstraßen österreichischer Städte wandelt, wird die vielen blinden Auslagenscheiben zugrunde gegangener Gewerbebetriebe schwerlich übersehen können…

Außer für erkenntnisresistente Gewerkschafter und grüne Bobos, ist es keine Überraschung, dass gerade personalintensive Branchen, die (im Gegensatz zu Hi-Tech-Industriebetrieben), meist eine geringe Wertschöpfung pro Beschäftigten aufweisen, besonders stark unter oktroyierten Mindestlöhnen zu leiden haben. Anders als Fertigungsbetriebe, können sie ihre Produktivität nämlich durch erhöhten Kapitaleinsatz kaum oder gar nicht erhöhen. Löhne bilden in solchen Betrieben stets den größten Kostenbrocken (im Handel nach dem Wareneinsatz).

Da die Nachfrageseite unelastisch agiert – wer zu teuer anbietet, bei dem wird einfach nichts gekauft – erhöhte Betriebskosten also nicht auf den Endkunden überwälzt werden können, geraten diese Unternehmen in eine Doppelmühle, der regelmäßig nur die größten und stärksten (nicht selten Filialbetriebe ausländischer Ketten) entkommen können.

Die Konsequenzen im Falle der Durchsetzung der nobelpreisverdächtigen Idee Katzians, liegen daher auf der Hand: Noch mehr Firmenpleiten, ein noch weiter gehender Konzentrationsprozess im Handel und eine weitere Zunahme der bereits jetzt auf Rekordhöhe befindlichen Arbeitslosigkeit im Lande. „Dann brennt die Republik“ hat einer seiner klassenkämpferischen Genossen (Rudi Kaske, derzeit Chef der Zwangsvertretung der österreichischen Arbeitnehmer) einst gemenetekelt. Noch ein paar Zehntausendschaften an zusätzlichen Arbeitslosen – und er könnte damit Recht behalten. In diesem Fall handelte es sich um eine selbstfüllende Prophezeiung wie aus dem Lehrbuch.

Es ist deprimierend zu erleben, dass vollmundige Ankündigungen der politischen Klasse, endlich eine „Entfesselung der Wirtschaft“ anzustreben, realpolitisch stets ebenso konsequent wie wirksam konterkariert werden. Die aus einem einzigen Belastungspaket für die Unternehmen bestehende „Steuerreform“, die am 1. 1. 2016 in Kraft treten wird, bildet ein anschauliches Beispiel dafür.

Falls es die Regierung – nachdem sie seit Jahren, Hand in Hand mit den Gewerkschaften und den Grünen, heimische Produktionsbetriebe planmäßig ins Ausland vertreibt (einer der industriellen Vorzeigebetriebe der Republik, die Voest, tätigt bereits höhere Investitionen im Aus- als im Inland!) – darauf anlegt, den übrigen Unternehmen, die an den Standort gebunden sind, das Überleben zu erschweren oder sie gar zu eliminieren, sollte sie schleunigst den Forderungen des Gewerkschaftskapos folgen.

Vielleicht wäre sie aber, nachdem die Idee vom zentral planbaren Mindestlohn so reizvoll und populär ist, gut beraten, zuvor noch über die Einführung eines gesetzlichen Mindestgewinns nachzudenken. Das wäre ein Geniestreich! Auf diese Weise könnte die hohe Politik der Wirtschaft einmal so richtig auf die Sprünge helfen…!

 

Tagebuch

39 comments

  1. Fragolin

    1700 Euro? Ist das der Mindestsatz, den die wohlbeleibten Herren Gewerkschafter auf ihren Gewerkschaftstagen in Seminarhotels oder Thermen den ungarischen Leiharbeits-Cateringdirndln bezahlen, die ihnen von Zwangsbeiträgen finanzierten Sekt und Lachsbrötchen servieren?
    Sie schaffen es ja nicht einmal, mit dem Geld anderer Leute mit gutem Beispiel voranzugehen, fordern aber vollmundig (was bei den Lachsbrötchen mit Mayo und Kaviar auch doppeldeutig zu verstehen ist) den Einsatz der privaten Mittel (durch Gewinnminimierung) von Unternehmern.
    Katzian ist für mich das A und O der Gewerkschaftsbonzen. Wenn ich den Namen höre, klingt das erste A für mich immer wie ein O…

  2. Fragolin

    Übrigens haben in den letzten Jahren ÖGB, AMS und bfi (die oft sogar im selben Hause residieren, samt örtlichem SPÖ-Wurmfortsatz) konsequent alle in ihren Diensten stehenden Reinigungskräfte und Hilfsarbeiter abgebaut und über billige Leiharbeitsfirmen (die zum Teil sogar in ihrem eigenen Besitz stehen und dann als “soziale Wiedereinstiegs-Projekte” getarnt und mit staatlichen Fördermitteln aus dem – no na roten – Sozailministerium üppig gefördert werden) billigste Putzkräfte angemietet.
    Ist im Sinne der Kostenminimierung auch nichts gegen einzuwenden, aber dass ausgerechnet jene Herren und Damen, die selbst als Kunden nach dem niedrigsten Preis hecheln, von den Lieferanten dann teuersten Einsatz fordern, wäre lächerlich, wenn die Tentakel dieser Krake ihre Saugnäpfe nicht bis in die gesetzgebenden Körperschaften kleben würden.

  3. Thomas Holzer

    “827,83,- Euro beträgt die staatlich alimentierten Unproduktiven derzeit zustehende „bedarfsorientierte Mindestsicherung“. 1.159,08,- bleiben einem Angestellten…….”

    Nett, dieser Absatz; aber wenn man schon vergleicht, dann korrekt, und nicht polemisch!

    Also, Herr Tögel, machen wir doch Nägel mit Köpfen:
    Abschaffung der BMS, und all die Sozialschmarotzer -und die überwiegende Mehrheit der Empfänger sind sicherlich der sozialen Hängematte mehr als nur zugeneigt- sollen gefälligst selbst schauen, wie sie über die Runden kommen. Dieses faule Pack soll gefälligst arbeiten und nicht BMS beziehen und daneben auch noch pfuschen; es gibt ja mehr als genug freie Arbeitsplätze in diesem Land.
    Das Arbeitslosengeld reduzieren wir dann auch noch auf das aller Notwendigste, wenn möglich sollte sich die Auszahlung auf ein Minimum an Taschengeld beschränken, der Rest in Sachleistungen, und -voila- wir sind dieses Gesocks endlich los und haben endlich einen wesentlichen Beitrag zu einem funktionierenden Arbeitsmarkt geleistet

  4. Sven Lagler

    Kann die Mindest- KöSt bei Kapitalgesellschaften nicht de facto als ein gesetzlicher Mindestgewinn angesehen werden ?

  5. Andreas Tögel

    Verehrter Herr Holzer,
    was ist an der Nennung (überprüfbarer!) Zahlen “polemisch”? Was ist daran nicht korrekt? Weniger als 300,- monatlich beträgt hierzulande die Differenz zwischen 38,5 Std. wöchentlichem Arbeitsleid und totalem Freizeitspaß. Das sind Tatsachen – nicht mehr und nicht weniger…

  6. Fragolin

    Mal ein bisschen Mathetik für Anfänga:
    Aus dem Brutto-Netto-Rechner der AK für Arbeiter:
    1.500,– Brutto/m = 21.000,– Brutto/a = 16.294,44 Netto/a. Staat greift ab: 4.705,56.
    1.700,– Brutto/m = 23.800,– Brutto/a = 17.709,89 Netto/a. Staat greift ab: 6.090,11.
    Im Jahr macht das Netto + 1415,45; freut sicher jeden Arbeiter mit KV-Entlohnung. Aber irgendwie ist das nur die Hälfte der Brutto-Erhöhnung, 1.384,55 betragen nämlich die Mehreinnahmen für den Staat.
    Oder…..
    Und war da nicht noch was?
    Ach ja, die Lohnnebenkosten. Laut dem Lohnnebenkostenrechner der Steuerberater in Wien kostet ein Monatsbrutto von 1.500,– zusätzlich 6612,– Euro p.a., bei 1.700,– werden es schon 7479,–. Diese kleine Differenz von noch einmal 867,– sackt sich natürlich auch der Staat ein.
    Zusammenfassung:
    Das Unternehmen hat pro Jahr Mehrkosten von 3.667,– pro Arbeiter mit KV, aber die Herren Katzian samt Partei- und Packelfreunde sahnen davon allein 2251,55 Euronen ab. Schlappe 61,4%.
    SO funktioniert die “soziale Gerechtigkeit” der Roten: Unter dem betroffenheitstriefenden und empörungsgeschwängerten Vorwand, etwas für die “Ärmsten der Armen” zu tun, wird hintenherum kräftig Raubbau betrieben und sich die Taschen gefüllt.
    Früher nannte man das Gesindel Straßenräuber.
    Heute…?

  7. Fragolin

    @Sven Lagler
    Ja, aber nur für den Staat. Der kassiert den Mindessteuersatz nämlich auch dann, wenn dieser Gewinn nicht erreicht wurde.

  8. Christian Weiss

    1.500,– Brutto/m = 21.000,– Brutto/a = 16.294,44 Netto/a. Staat greift ab: 4.705,56. 1.700,– Brutto/m = 23.800,– Brutto/a = 17.709,89 Netto/a. Staat greift ab: 6.090,11.

    Als Nicht-Österreicher hätte ich da mal eine Frage: Sind da die gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge mit abgezogen? 6000 Euro Steuern und Sozialversicherungsabzüge bei knapp 24000 Euro Bruttolohn dünkt mich aus Schweizer Sicht astronomisch hoch.

  9. Fragolin

    @Christian Weiss
    Ja, das ist die Summe aus Lohnsteuer und Sozialversicherung.
    Und es dünkt nicht nur, es IST astronomisch hoch. Und wir befinden uns im untersten Beitragssegment, das prozentual noch begünstigt ist…
    Jetzt verstehen Sie vielleicht, warum so mancher Österreicher gerne Asyl in der Schweiz hätte. 😉

  10. Fragolin

    @Christain Weiss
    Nachtrag
    Beispiel: Angestellter in Wien, 39.900,– Jahresbrutto (sind 2.850,– im Monat), bekommt Jahresnetto 26.514,–. Steuer und SV machen also 13.386,– für den Moloch. Dazu fallen noch einmal 12.468,– an Lohnnebenkosten an, macht in Summe 25.854,–. 49,4% für den Staat, und von dem Rest kann sich der Angestellte dann Waren mit einer Verteuerung von 20% Mehrwertsteuer bis fast 80% bei Treibstoffen kaufen.
    Und auch das reicht noch nicht, wir müssen uns gigantisch verschulden um alle Sozialschmarotzer (und nein, damit meine ich nicht die Handvoll Mindestbezieher sondern die Heerscharen fett bepfründeter Politiker, Beamter, Günstlinge aus Vorferldorganisationen etc.) zu bedienen, so dass wir langsam auf ein Los als “Alpenhellas” zusteuern.

    Gilt man in der Schweiz eigentlich als politisch verfolgt, wenn einem ein Staat unter Androhung von Freiheitsentzug und wirtschaftlicher Vernichtung mehr als die Hälfte der Einnahmen abpresst? Ich frage nur so, wegen dem Asyl… 😉

  11. Sven Lagler

    @ Fragolin

    So habe ich das auch gemeint ☺.

    Bin ein riesengroßer Fan Ihrer Kommentare. Was ich mir grundsätzlich denke, schreiben Sie in einer teils kompakten / logischen / unterhaltsamen… jedenfalls immer interessanten Form wie ich es selbst nicht formulieren kann. Hoffe, Sie bleiben dem Forum in dieser Form noch lange erhalten.

  12. Christian Peter

    @Christian Weiss

    bei Euch in der Schweiz ist es noch schlimmer, da die Beiträge zur Sozialversicherung – im Unterschied zu Österreich – nicht gedeckelt sind.

  13. Thomas Holzer

    Herr Tögel!
    Das ich Sätze wie “……..die Differenz zwischen 38,5 Std. wöchentlichem Arbeitsleid und totalem Freizeitspaß” nicht goutiere, sollte auf dieser Seite hinlänglich bekannt sein; dies nur nebstbei.
    BMS wird 12x ausgezahlt, soweit ich informiert bin, erhalten Arbeiter, Angestellte und Beamte zumindest auch ein 13. und ein 14.”Gehalt”
    Nicht daß ich eine Auszahlung der BMS 14x fordere, ich würde nur ersuchen, Jahreszahlungen mit Jahreszahlungen zu vergleichen, und nicht, wider besseres Wissen, dies auszublenden

  14. Christian Peter

    @Fragolin

    bloß handelt es sich bei etwa 80 % der Angestellten um Netto-Sozialtransferempfänger, deren Gehälter von den Unternehmen zu bezahlen sind und vom Staat mehr an Leistung erhalten, als sie Steuern bezahlen.

  15. kannitverstaan

    Würde es einen “Garantierten Midestgewinn” geben, wären wir endgültig im planwirtschaftlichen Absurdistan angelangt – wiewohl nicht wahrnehmbar weit davon entfernt. Der Grundgedanke impliziert aber folgendes: wenn es eine unternehmerische “Gewinnverpflichtung” gäbe, müssten folglich die kostentreibenden Produktionsfaktoren nach marktwirtschaftlichen Maximen frei gestaltbar werden. Also KEIN Mindestlohn, KEINE Mindest-KÖST, KEINE überbordenden Sozialabgabenverpflichtungen (Dienstgeber-Beiträge, die interessanterweise in einigen Posts extra angeführt, aber NICHT als Sozialabgaben tituliert werden), KEINE automatische LST-Veranlagung, KEIN automatisches Abziehen der Abgaben beim Lohnempfänger usf. Marktwirtschaft halt. Und: eine Gewinn”verpflichtung” geht jeder Unternehmer durchaus freiwillig ein, er WILL ja Gewinn machen.

  16. Christian Weiss

    “bei Euch in der Schweiz ist es noch schlimmer, da die Beiträge zur Sozialversicherung – im Unterschied zu Österreich – nicht gedeckelt sind.”

    Die Deckelung wird ja erst bei hohen Einkommen relevant und da schenkt dann wohl die Steuerprogression stärker ein.
    Grundsätzlich ist es schwierig, verschiedene Systeme zu vergleichen.
    Die Vergleichszahlen bei 24000 Euro brutto bzw. 25200 Franken (wenn man 1.05 Kurs annimmt) in einem Kanton und einer Gemeinde mit mittlerer Steuerlast:

    Beitrag AHV, die gesetzliche Altersrente: 1297.80 Fr.
    Arbeitslosenversicherung: 277.20 Fr.
    Nichtbetriebsunfallversicherung: 415.80 Fr. (variabel, Beispiel ist eher hoch)
    Krankentaggeldversicherung: 100.80 Fr.
    Pensionskasse (gesetzlich vorgeschriebene, aber private Altersvorsorge): 1260 Fr.
    Macht dann Total Sozialversicherungsbeiträge: 3351.60 Fr.
    Steuern (Kanton Zürich, Gemeinde mit mittlerer Steuerlast): 980 Fr.

    Bleiben also noch 20868.40 Fr. oder 19875 Euro in der eigenen Tasche. Auch recht happig. Aber immerhin 2000 Euro bleiben mehr Ende Jahr.
    Allerdings sehr theoretisch, weil es keine 100%-Stellen zu solch tiefen Löhnen gibt. Nimmt man den Gesamtarbeitsvertrag-Mindestlohn der Schweizer Coiffeure – 45’600 Franken – kommt man auf folgende Zahlen:
    AHV-Beitrag: 2348.40 Fr.
    ALV-Beitrag: 501.60 Fr.
    NBU-Beitrag: 752.40 Fr.
    KTG-Beitrag: 182.4 Fr.
    Pensionskasse: 2280 Fr.
    Total Abzüge: 6064.80 Fr.
    Steuern Kanton Zürich, Gemeinde mit mittlerer Steuerlast: 2935.50 Fr.
    Bleiben am Ende: 36’600 Fr.
    Da steigt dann also der Unterschied zu einem österreichischen Lohn gleicher Höhe gegen 4000 Euro.

  17. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Sie können noch so viele Beispiele anführen, Sie werden CP nicht überzeugen, er leidet anscheinend an einer Schweizphobie 😉

  18. Christian Peter

    @Christian Weiss

    Richtig, hohe Einkommen werden in der Schweiz höher belastet, als in Österreich. Das Recht zu Raunzen haben in Österreich eigentlich lediglich klein- und vor allem mittelständische Unternehmen, die netto mehr als 80 % der öffentlichen Finanzen (Steuern und Sozialabgaben) tragen, während es sich beim allergrößte Teil der Angestellten um Netto-Sozialtransferempfänger und bei Großunternehmen und Konzernen um Netto-Subventionsempfängern handelt.

  19. Thomas Holzer

    @CP
    Wie hoch sind denn eigentlich die Subventionen, die z.B. VOEST oder OMV erhalten?

  20. Christian Peter

    Sie sollten sich informieren. Kaum eine Industrie erhielt in der Vergangenheit in Europa mehr Subventionen als die Stahlindustrie.

  21. Thomas Holzer

    @CP
    Wie weit gedehnt ist Ihr Vergangenheitsbegriff?
    Die OMV hatten Sie aber (geflissentlich) ausgelassen……….

    In Ihrer anscheinend einfach gestrickten Welt gibt es nur die bösen Großen (natürlich multinational, welch Verbrechen) und die “Kleinen”, welche natürlich nur national agieren, und daher die armen Opfer sind
    FPÖ wie sie leibt und lebt; anders formuliert, einfach nur dumm

  22. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    meine Welt ist weit weniger einfach gestrickt als ihre. Dass mittelständische Unternehmen netto mehr als 80 % der öffentlichen Finanzen (Steuern und Sozialabgaben) tragen, während Großunternehmen und Konzerne mehr Subventionen erhalten als Steuern bezahlen, ist eine Tatsache.

  23. Thomas Holzer

    @CP
    Phrasen (basierend auf copy&paste) sind keine Tatsachen!
    Ich hatte mir erlaubt, welch ein Vermessen, konkrete Fragen zu stellen, und erhalte, erwartungsgemäß, Phrasen, und natürlich keine Antworten

  24. Christian Peter

    Außerdem : Neben der Stahlindustrie werden selbstverständlich auch Energieunternehmen mit Unsummen aus Steuermitteln subventioniert. Alleine Großbritannien, USA, Russland und Australien subventionieren Energieunternehmen mit etwa 71 Milliarden Euro pro Jahr.

  25. Thomas Holzer

    @DP
    Herr Phrasologe!
    Ich schrieb von Österreich……….
    Palfinger, Rosenbauer z.B. werden auch von Österreich subventioniert………
    “runtastic” natürlich auch…………..
    Sie sind anscheinend der Einzige, welcher nicht unterstützt wird, da sehr klein und/oder unbedarft, daher andauernd mit sich selbst hadernd, und mit dieser Kleinheit nicht zurande kommend………landläufig nennt man dies einen Minderwertigkeitskomplex, passt perfekt zur FPÖ 😉

  26. Christian Peter

    Wie sollte man mit faktenresistenten linksliberalen Dumpfbacken wie Ihnen sachliche Gespräche führen ? Selbstverständlich erhalten Großunternehmen auch in Österreich erhebliche direkte und indirekte Subventionen (Steuerprivilegen, etc.) aus Steuermitteln.

  27. Thomas Holzer

    @CP
    dann nehmen Sie sich doch die Zeit, wie z.B. Christian Weiss, und stehen Sie zu Ihren Phrasen, versuchen Sie zumindest, diese “halbwegs” konkret zu untermauern, ohne langweilige “links” hier hereinzustellen.
    Andererseits, typisch FPÖ, nur Phrasen, keine Fakten
    runtastic?
    Palfinger?
    Rosenbauer?
    AFL-List?
    RHI?
    Zotter?
    Handl?
    et al.
    alles Subventionsempfänger

  28. Thomas Holzer

    @CP
    Und ich ersuche Sie, sich einer niveauvolleren Wortwahl zu bedienen, auch wenn es für Sie mit Schwierigkeiten verbunden sein sollte.

  29. Christian Peter

    @thomas holzer

    machen Sie sich nicht lächerlich, die Betrachtung einzelner Unternehmen tut doch nichts zur Sache. Nicht nur direkte Subventionen sind relevant, auch indirekte wie etwa Steuerprivilegen. Alleine am Steuersystem lässt sich die einseitige Politik zugunsten Großunternehmen und Konzernen ablesen. Die Steuerlast der mittelständischen Wirtschaft liegt in Österreich bei 52,4 % (Total Tax Rate) während Großunternehmen wenig und Konzerne dank Steuerprivilegien (Gruppenbesteuerung, etc.) praktisch nichts an den Fiskus zu überweisen haben.

  30. Christian Weiss

    “Richtig, hohe Einkommen werden in der Schweiz höher belastet, als in Österreich.”

    Nein, eben nicht.
    Laut Rechner der Arbeiterkammern bleiben bei einem Jahresgehalt von 952’378 Euro (ca. 1 mio. Fr.) in Österreich nach Steuern und Sozialabgaben noch 502’097 Euro.
    Im Kanton Zürich bleiben bei einer Gemeinde mit mittlerer Steuerlast von 1 Million Franken Jahresgehalt nach Steuern und Sozialabgaben noch 552’164 Fr. oder 525’871 Euro.
    Hat man seinen Wohnort in einem “Steuerparadies” wie Feusisberg-Schindellegi im Kanton Schwyz hat man nach Steuern und Abzügen noch 709’720 Fr. oder 675’924 Euro in der Tasche.

  31. Thomas Holzer

    @CP
    typische FPÖ-Phrasologie………..schimpfen gegen alles und jedes; wenn aber um konkrete “Beispiele” ersucht wird, dann wird dieses Ersuchen der Lächerlichkeit preisgegeben, und/oder es wird auf Statistiken verwiesen.
    Konkrete Fragen erfahren nie(sic!) konkrete Antworten.
    Aber das wäre von national-sozialistischen Kollektivisten und Etatisten wohl zu viel verlangt 😉
    Keine Sorge, die Methoden Ihrer Parteigänger verfangen leider immer noch, ich warte auf den Tag, an welchem Sie Ihre Tiraden auf die (nicht)autochthonen Juden loslassen. Sie wissen ja, Großkonzerne, multinationale Konzerne und Großkapital et al.
    In einem einzigen Punkt muß ich Ihnen leider recht geben; die tumbe Masse verfällt Demagogen wie Ihnen noch immer…………es wird leider auch nie anders sein …….

  32. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Diese Fakten kratzen einen Sozialisten überhaupt nicht 🙁

  33. Christian Peter

    @Christian Weiss

    Die kantonalen Steuern sind in der Schweiz höchst unterschiedlich. In der Regel genießen jedoch nur Ausländer und Konzerne (Holdinggesellschaften, u.a.) erhebliche Steuervorteile. Für klein- und mittelständische Unternehmen und gut verdienende Angestellte ist die Schweiz jedoch eine Steuerhölle. Gerade die Schweiz ist ein besonders abschreckendes Beispiel eines Landes, in dem mobile Unternehmen (Großunternehmen, Konzerne) Steuerprivilegien genießen, während kleine, nichtmobile und mittlere Unternehmen bzw. angestellte Mittelständler weit über Gebühr belastet werden.

  34. Fragolin

    @Sven Lagler
    Vielen Dank für die Blumen! 🙂

    @Thomas Holzer
    Sie haben heute aber gute Nerven. Ein Dialog Argumente gegen Phrasen ist auf Dauer ein wenig anstrengend… 😉

  35. Frederik

    wenn ich das rechenbeispiel oben richtig gelesen habe fehlt in den Schweizer Abgaben noch eine Krankenversicherung ohne Selbstbehalt – die ist in Österreich beiden Sozialabgaben inkludiert. Dies sogar für alle Familienmitglieder während jede Einzelperson in der Schweiz getrennt versichert werden muss.

    Ich selbst bin vor einigen Jahren aus Österreich in die Schweiz gezogen.
    Die Gehälter sind bei gleichen Funktionen wesentlich höher und die Steuern wesentlich niedriger. Der Großteil der Einsparungen wird aber dir die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten wieder ausgeglichen. Das was dann an Plus übrigbleibt lässt sich häufig durch die Mehrarbeit (Verträge mit 42-45 Stunden anstatt 38,5) und die niedrigeren Sozialstandards (12 Wochen Mutterschutz, keine sonstige Karenz,…) erklären…

    Was ich bei den KV Verhandlungen nicht verstehe: wieso versuchen die Sozialpartner nicht einmal Gewinnbeteiligungen anstatt extremen Lohnsteigerungen hineinzuverhandeln? Damit sollte gerade in den veträgen die zahlreiche verschiedene Firmen abdecken (z.B Handel) “Fairness” zwischen Margenstarken und -schwachen Teilbranchen möglich sein

  36. Christian Peter

    @Frederik

    Dass Steuern und Abgaben in der Schweiz niedriger sein als in Österreich, ist ein Mythos. Die Fiskalquote der Schweiz ist- richtig gerechnet – etwa gleich hoch wie in Österreich. Das Steuersystem der Schweiz ist zutiefst illiberal, denn selbstverständlich stellen Privilegien stets einen staatlichen Eingriff dar. Man sollte sich vielmehr an den Steuersystemen osteuropäischer Staaten mit ihrer Einheitssteuer auf alle Arten von Einkommen (Flat – Tax) orientieren.

    htpp://www.economiesuisse.ch/de/PDF%20Download%20Files/dp02_fiskalquote_20110221.pdf

  37. kannitverstaan

    Die einfache, banale,typische und anachronistische Erklärung, warum Gewerkschaften keine Gewinnbeteiligungen in Lohnforderungen einbauen, ist folgende: Kapitalisten = Unternehmer sind Feinde, die Gewinne auf Kosten der geknechteten Arbeiterschaft machen. Eine Gewinnbeteiligung als Lohnbestandteil zu fordern, heißt Seiten zu wechseln und sich vom “Kapital” korrumpieren zu lassen. Damit ist die Existenzberechtigung der Gewerkschaft weg.

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