Und warum verbieten wir dann Bügeleisen nicht?

(ANDREAS TÖGEL) Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols neigen zu einer kritischen Einstellung zum privaten Waffenbesitz. Insbesondere aus dem Mund nahe an der politischen Macht befindlicher, hoher Polizeioffiziere, wird man selten etwas anderes, als den Wunsch nach möglichst restriktiven Waffengesetzen hören. Das mag mit der unter Staatsbediensteten weit verbreiteten Überzeugung zu tun haben, dass sie immer alles richtig machen und ihr Gewaltmonopol niemals missbräuchlich einsetzen werden. Das kann aber auch ihrer Sorge geschuldet sein, bei einer weiten Verbreitung von Waffen in Privathand, im Einsatzfall möglicherweise auf Widerstand zu treffen und sich als Polizeibeamte einer erhöhten Gefahr aussetzen zu müssen.

Dessen eingedenk, ist es bemerkenswert, in einer Publikation der österreichischen Kriminalpolizei gleich zwei Beiträge zu finden, die sich vor dem Hintergrund der mit der Masseneinwanderung verbundenen Zunahme terroristischer Aktivitäten, sehr differenziert der Frage des Waffenbesitzes annehmen (http://www.kripo.at/assets/2017-05.pdf ).

Schon vor der „Flüchtlingswelle“, zählten in der Alpenrepublik Messer zum bevorzugen Tatmittel für Bluttaten (in Deutschland wird es sich nicht anders verhalten). 35 Prozent der Täter griffen im Zeitraum von 2005 bis 2015 zum Messer. Schusswaffen wurden in nur neun Prozent der Fälle eingesetzt, wobei die Polizeistatistik keine Differenzierung zwischen legal und illegal beschafften Waffen vornimmt. Wer einschlägige Pressemeldungen aufmerksam analysiert, kommt allerdings zum Schluss, dass der Anteil illegal beschaffter oder besessener Waffen weit überwiegt.

„Verbrechen aus Leidenschaft“ bilden den größten Anteil in der Mordstatistik. Die Täter sind in diesen Fällen nicht wählerisch und greifen häufig zum ersten besten geeignet erscheinenden Gegenstand, um ihre Tat auszuführen. Zum Einsatz kommen, neben Messern, Äxten, Hämmern, Fleischschlegeln und Scheren, oft die bloßen Hände. Allein dadurch wird schon deutlich, wie wenig es der Gesetzgeber in der Hand hat, die Zahl der Bluttaten vermittels waffengesetzlicher Regeln zu senken. Eine restriktive Gesetzgebung, die sich auf einen offensichtlich eher unbedeutenden Teil von Tatmitteln, nämlich die Schussaffen, konzentriert, bringt so gut wie nichts – auch wenn Presse und Fernsehen jeden Fall eines illegalen Schusswaffengebrauchs zu einer Hetzkampagne gegen den Privatwaffenbesitz nutzen und so tun, als wäre eine konsequente Waffen-weg-Politik dazu geeignet, das Gewaltproblem lösen. Weshalb sollte eine mit einer Schusswaffe begangene Tat unterblieben sein, wenn ein legaler Zugriff darauf nicht ohne weiteres hätte erfolgen können? Weshalb hätte der Täter nicht ein anderes Tatmittel einsetzen sollen?

Mit dem seit 2015 laufenden Massenzustrom von Millionen junger Männer aus vormodernen Kulturen, hat sich die Sicherheitslage in Europa drastisch verschlechtert. Aber gerade die aus deren Reihen verübten Gewaltverbrechen, bieten keinerlei Grund zur Annahme, der Gesetzgeber könnte mit Waffenverboten der Sicherheit Vorschub leisten. Sprengstoffanschläge und Massaker mit automatischen Militärwaffen, könnten selbst in totalitären Staaten nicht per Dekret unterbunden werden. Und weil Messer gerade für die Tätergruppe der zugewanderten Kulturbereicherer das Tatwerkzeug Nummer eins bilden, sind verschärfte waffengesetzliche Bestimmungen umso weniger hilfreich.

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Fahrzeugen als Mordinstrumente – ein völlig neues Phänomen. Ob die Anlage von Pollern oder massiven Betonhindernissen an zentralen Plätzen der Großstädte dagegen helfen kann, muss sich erst herausstellen. Dem Terror mit Schusswaffen- Messer- und Fahrzeugverboten begegnen zu wollen, wäre jedenfalls ein an Torheit nicht zu überbietender Gedanke!

Den Protagonisten restriktiver Waffengesetze sei das Zitat eines erfahren Wiener Kriminalisten ins Stammbuch geschrieben: „Wenn der Papa durchdreht und will, dann erschlägt er die Mama eben mit dem Bügeleisen“.

 

Dieser Text ist zuerst in der Ausgabe 177 des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen

11 comments

  1. Rado

    Bei Verboten geht es nie um Kriminalität sondern um Machtpolitik. Man will den Untertanen zeigen, wer der Herr im Hause ist.
    Bestätigung findet man zuhauf in der aktuellen Waffenverbotskampagne der EU. Hat es schon jemals ein Verbrechen mit einer Luntenschlossmuskete aus dem 30jährigen Krieg gegeben?
    Als ob Kriminalität mit der Abweisung von Anträgen bekämpft werden könnte.

  2. Falke

    Das Credo der Politik: Schuld ist immer die Mordwaffe selbst, nie der Täter – dieser hatte entweder eine schwere Kindheit oder sonstige traumatisierende Erlebnisse. Daher verbieten wir die Schusswaffen (vielleicht auch bald Messer und LKWs) und alles ist in Butter.

  3. Christian Peter

    @Rado

    ‘Bei Verboten geht es um Machtpolitik’

    Nicht generell, aber natürlich bei Waffenverboten, schließlich geht es dabei um das Gewaltmonopol des Staates. In Tschechien wurde erst kürzlich wegen der Bedrohung durch den islamischen Terrorismus das Waffenrecht liberalisiert und das Recht auf Bewaffnung verfassungsrechtlich verankert. Tschechien : Waffenbesitzer dürfen im Falle der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit ihr Waffe zum Einsatz bringen.

    http://www.epochtimes.de/europa/tschechien-waffenbesitz-recht-nun-in-der-verfassung-verankert-a2155518.html

  4. Rado

    “Gewaltmonopol” wird gerne falsch interpretiert, vor allen in deutschen Zirkeln. Der Begriff umfasst das Verbot von Privatkriegen, Fehden und Selbstjustiz. Nichts anderes. Und schon gar nicht die Mittel zur persönlichen Selbstverteidigung. Allenfalls könnte man ein Verbot moderner und voll funktionstauglicher schwerer Waffen daraus ableiten. Und meiner Meinung nicht einmal das. Das Recht auf Notwehr leitet sich aus dem Menschenrecht auf Leben ab und impliziert selbstverständlich auch die dafür notwendigen Mittel.

  5. astuga

    Da ist für jeden was dabei… 😉

    Waffenbefürworter: Guns don`t kill people. People kill people.
    Waffengegner: Islam doesn`t kill people. People kill people.

  6. Rado

    @astuga
    Verstehe die Pointe ehrlich gesagt nicht ganz, aber das Sympathische an islamischen Gesellschaften ist die entspannte Haltung zum Besitz persönlicher Waffen. (Es muss ja nich gleich wie im “Kosovo Picnic” sein 🙂 )
    https://www.youtube.com/watch?v=xVOGRP4E8QA
    Habe da in der Türkei und am Balkan nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Es gibt nichts gastfreundlicheres als das Fachpublikum in einem türkischen Waffenladen (in meinem Fall in Selcuk). Habe nirgends so meine mangelnden Sprachkenntnisse bedauert.

  7. astuga

    @Rado
    Im englischsprachigen Raum argumentieren Waffenbefürworter mit dem Spruch “Guns don`t kill people. People kill people.”
    Und das wird von den (überwiegend gutmenschlichen) Waffengegner oft lächerlich gemacht.
    Dabei fällt ihnen nicht auf, dass sie in Bezug auf den Islam die gleiche Argumentation benutzen.
    “Der Islam ist gut und friedlich, bloß einige Menschen sind radikal.”

  8. Rado

    @astuga
    Nicht alles ist ein Vergleich, was hinkt? 🙂
    Bin leider kein Philosoph, aber ich kenne da eine spezielle Pistole die seit Jahrzehnten immer an einem bestimmten Platz liegt, und die noch nie gegen irgendjemanden bösartige Anstalten gezeigt hat. Habe oft schon minutenlang hingestarrt, nicht eine auffällige Zuckung. Muss also stimmen!

  9. Lisa

    Natürlich sind es nicht die Waffen, sondern die Menschen, die damit Unheil anrichten. Die kreigt aber keine Staat der Welt unter Kontrolle. Im Augenblick noch. Angesichts der möglichen Genmanipulationen und einer als wertfreie Wissenschaft getarnte “Optimierung ” des Menschen kann man sich schon vorstellen, dass irgendwann lauter gleiche Individuen reproduziert werden, alle ohne Aggressionen, alle friedlich und gesund etc etc. Alle Menschn nicht nur Brüder sondern Mehrlinge…

  10. astuga

    @Rado
    Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte…
    Natürlich haben Waffen (zumal Handfeuerwaffen) bloß einen begrenzten Zweck – Abschreckung und falls das nichts nützt, auf eine Person zu schießen.
    Das unterscheidet sie grundlegend von anderen Gegenständen wie Küchen-Messern oder Bügeleisen.

    Ich persönlich habe damit auch kein Problem.
    Kriminelle kommen immer irgendwie an Schusswaffen, und Bürger sollten das Recht haben sich und ihre Familien zu schützen.
    Erst recht wenn Politiker die Gesellschaft instabiler und gefährlicher machen.

    Und auch beim Islam gilt, eine totalitäre Weltanschauung hat nur einen inhärenten Zweck – Vorherrschaft! Und wenn es sein muss, auch mit Gewalt.
    Das unterscheidet den Islam grundlegend von den meisten anderen heutigen Weltanschauungen.

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