Und was lernen wir bitte jetzt daraus?

“Regierungschef Shinzo Abe muss erkennen, dass extrem lockere Geldpolitik allein keinen sich selbst tragenden Aufschwung ins Leben zu rufen vermag.” (hier)

35 comments

  1. Thomas Holzer

    Natürlich nichts!
    Außer, es wurde noch zu wenig Geld gedruckt, nur deswegen hat es bis dato (noch) nicht funktioniert.
    Ein Vorschlag meinerseits: vielleicht sollten die Politiker alle Investitionen, außer natürlich in Staatsanleihen, mit hohen Steuern und Negativzinsen belegen; vielleicht funktioniert es ja dann……..
    Man höre sich bitte nur auf Ö1 “Betrifft Geschichte” diese Woche an; eine Belangsendung des Sozialismus, auf Steuerzahlerkosten natürlich finanziert; genauso wie vergangene Woche “Die Pölzers, eine sozialdemokratische Familiengeschichte”

  2. sokrates9

    Was lernen wir daraus? Der vernünftige Bürger einiges, Volkswirte nichts! Einen Volkswirt der von der Realität Erkenntnisse zieht, gibt es nicht!!

  3. Thomas F.

    Seit über 20 Jahren könnte man am Beispiel Japan lernen. Aber es passiert nicht. Warum also jetzt?

  4. A.Felsberger

    Der Artikel strotzt vor Halbwahrheiten, wie es unter Wirtschaftsjournalisten leider üblich ist. Besonders ärgerlich: Das unentwegte Ineinanderwerfen von Ausgabenüberschüsse des Staates und Erhöhung der Zentralbank-Geldmenge. Vorweg: Das eine hat mit dem anderen nichts zu schaffen. Wenn ein Staat in einer gegebenen Periode Ausgabenüberschüsse tätigen will, was heisst: seine Schuld erhöhen, dann benötigt er keine Zentralbank, um das zu tun. Es genügt, dass er die emittierten Anleihen zum Zwecke des Ausgabenüberschusses den Geschäftsbanken und den Nicht-Banken verkauft. Im ersten Fall findet Bilanzverlängerung beim Staat (Aktiva und Passiva erhöhen sich gleichermassen) und Bilanzverlängerung des Geschäftsbankensektors statt (Die Aktiva erhöhen sich um die emittierten Staatsanleihen, die Passiva um das neu geschöpfte Geschäftsbankengeld, das auf dem GB-Konto des Staates liegt). Im zweiten Fall liegt Aktivtausch bei den Nicht-Banken (Staatsanleihe gegen GB-Geld) und Bilanzverlängerung beim Staat vor. Anders gesagt: Im ersten Fall entsteht GB-Geld, im zweiten nicht. Es wird nur bestehendes GB-Geld von den Nicht-Banken abgebucht und dem Staat gutgebucht.

    Was nun den Aufkauf der Staatsanleihen durch die Zentralbank betrifft, so sind zwei Fälle zu unterscheiden: Erstens, die ZB kauft bestehende Staatsanleihen auf, was sagen soll: dass der Staat seine Schuld konstant lässt. Und zweitens: Die Zentralbank kauft neu emittierte Staatsanleihen auf, was heisst: dass der Staat Ausgabenüberschüsse und eine höhere Verschuldung plant. Im Fall 1 (konstante Staatsschuld) bewirkt der Aufkauf der Staatsanleihen durch die Zentralbank bei den Geschäftsbanken einen Aktivtausch (Staatsanleihen werden ausgebucht, ZB-Geld eingebucht) und bei der Zentralbank eine Bilanzverlängerung. Auf der Aktivseite der ZB stehen nun die Staatsanleihen, auf der Passivseite das aus dem Nichts geschöpfte ZB-Geld. Die GB-Geldmenge im System, und nur die geht in den Wirtschaftskreislauf ein, bleibt davon unberührt. Im Fall 2 (steigende Staatsschuld) führt der Aufkauf dieser neuen Staatsanleihen durch die Notenbank zu einer Bilanzverlängerung der Notenbank, des Geschäftsbankensektors aber nur dann, wenn der Staat (wie in der EU) sein Konto bei GB`s unterhält. In diesem Fall dehnt sich sein Konto bei den GB`s exakt um den Betrag wie sich im GB-Sektor das ZB-Geld erhöht.

    Fazit: Der Aufkauf von Staatsanleihen durch die Notenbank ist ein Nullevent, solange damit keine Erhöhung der Staatsschuld verbunden ist. Die GB-Geldmenge bleibt konstant, die ZB-Geldmenge, die sowieso nicht in den Wirtschaftskreislauf kommt (Ausnahme: Bargeld), erhöht sich im Ausmass der Neuverschuldung des Staates. ZB-Geld steht IMMER auf der Aktivseite des GB-Sektors (und der Passivseite der Notenbank) und kann von dort niemals zu den Privaten vordringen (Ausnahme: Bargeld). Wenn ich der Person B eine Ware abkaufe, wird das ZB-Geld intern zwischen den zwei beteiligten Hausbanken verbucht, also bloss hin-und hergeschoben. Für den GB-Sektor als Ganzes bleibt es konstant und entspricht seinen Einlagen bei der Notenbank. Was die Notenbank mit dem Aufkauf von Staatsanleihen (bei konstanter Staatschuld) erreicht, ist bloss: zinstragende Aktiva (Staatsanleihen) der Geschäftsbanken gegen niedriger verzinstes ZB-Geld zu tauschen, wodurch im System ein Zinsdruck nach unten entsteht. Konjunkturwirksam ist der Aufkauf von Staatsanleihen nur dann, wenn er von einer steigenden Staatsverschuldung begleitet wird. Nur die Neuverschuldung erzeugt einen konjunkturellen Impuls, niemals die Schöpfung von ZB-Geld.

    PS: Zu fragen ist, warum das QE der EZB völlig wirkunslos blieb und sogar zu einem Schrumpfen der Bilanz des GB-Sektors (und der EZB) führte, während in den USA die Bilanzsummen beider Sektoren massiv anstiegen und solcherart die Konjunktur anschoben – zumal ja in beiden Räumen QE mit steigender Staatsverschuldung einherging. Die Antwort wird man nicht innerhalb der Geldpolitik finden, sondern nur in den wirtschaftsfeindlichen Programmen der europäischen Staaten. Hier wird ein Klima geschürt, das alle Investition unterbindet. Anders als hier behauptet, hängt das nicht mit der Rendite der Unternehmen zusammen (die ist sehr hoch), auch nicht mit der Steuerlast (die ist für Unternehmen sehr niedrig), sondern mit der Rechtsunsicherheit, den permanenten Drohungen, den gesetzlichen Zwangsjacken, dem negativen Grundton. Keine Geldpolitik dieser Welt lässt Rückschlüsse auf den Staat und seine wirtschaftsfreundliche Gesinnung zu. Die USA ist zwar ein Verschuldungsstaat, aber zugleich der wirtschaftsfreundlichste der Welt. Die Diskussion in Europa wird grundverkehrt geführt, indem immer nur über Staatsverschuldung gesprochen wird (und dadurch alle durch Steuerandrohungen verängstigt werden) anstatt endlich die Gesetzestexte zu entrümpeln, zu harmonisieren und für Rechtssicherheit zu sorgen. Linke, Konservative und Liberale machen den gleichen Fehler. Sie starren auf die Verschuldung der Staaten und es entgeht ihnen das Wesentliche: die Rechtsunsicherheit, die durch die Öffnung enstanden und schleunigst zu beseitigen ist. So wie Dinge jetzt stehen, verdienen nur mehr die Anwälte Geld. Doch kein Volk dieser Welt kann von Rechtsstreitigkeiten leben!

  5. A.Felsberger

    Man kann sich den Zusammenhang zwischen Verschuldung und Geldmenge an folgendem (hypothetischen) Beispiel verdeutlichen: Staat A bezahlt die Nicht-Bank B (Beamter) mit einer Staatsanleihe für seine admistrativen Leistungen. Ebenso gut könnte man sagen: Unternehmen A bezahlt die Nicht-Bank B (Arbeiter) mit einer Unternehmensanleihe für seine Arbeitsleistung. In beiden Fällen hat die Nicht-Bank B eine Anleihe im Depot, die die Forderung gegen den Staat (das Unternehmen) repräsentiert. Und der Staat (das Unternehmen) bucht die Anleihe passiv als Ausdruck der Schuld, die er (sie) hat. Geld existiert in diesem Beispiel nicht, die Geldmenge ist Null. Nun schaltet sich die Geschäftsbank C dazwischen, die die einzige im ganzen System sein soll, und kauft die Staatsanleihe (Unternehmensanleihe) von der Nicht-Bank B auf. Der Nicht-Bank B wird das aus dem Nichts geschöpfte GB-Geld gutgebucht und die Geschäftsbank bucht die Anleihe aktiv (Bilanzverlängerung!). Jetzt ist GB-Geld in der Höhe des Schuldverhältnisses entanden, d.h. es ist exakt so viel Geld im System wie Schuld. Aus dem urpsrünglichen Schuldverhältnis :”Staat A <== Nicht-Bank B" (zu lesen: Die Nicht-Bank B hat eine Forderung gegen den Staat A) ist das Schuldverhältnis "Staat A <== Geschäftsbank C <== Nicht-Bank B" entstanden. Die Geschäftsbank fungiert als Intermediär, als Zwischenhändler. Die Nicht-Bank B hat nun eine Forderung gegen die Geschäftsbank (in Gestalt von GB-Geld) und die Geschäftsbank eine Forderung gegen den Staat. Nun kauft die Zentralbank D die Anleihe auf und verändert dadurch das letztgenannte Schuldverhältnis zu "Staat A <== ZB (D) <== Geschäftsbank C <== Nicht-Bank A". Die Geldmenge ist nun exakt doppelt so hoch wie zuvor. Es gibt ZB-Geld in der Höhe der originären Schuld und GB-Geld in gleicher Höhe. Es gilt also das logische Gesetz: (1) Dass Schuld unabhängig von Geld entsteht. 2) Dass Geld Ausdruck einer Intermediärrolle des Bankensektors ist, und 3) dass die Geldmenge sich aus der Schuldmenge multipliziert mit der Zahl der Intermediäre (Bankensektoren!) errechnet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von der gesamten so geschaffenen Geldmenge immer nur eine (der Höhe der Schuld entsprechend) zirkuliert. Das ZB-Geld ist inaktiv.

  6. Ähm

    Herr Felsberger, die Lehrveranstaltung Bilanzierung findet nicht hier statt. Dass Sie schlicht zu beschränkt sind, um zu begreifen, dass der Staatsanleihenkauf der ZB am Sekundärmarkt Marktmanipulation, weil stark zinssenkend, ist, wissen wir schon. Auch Ihr Geschwurbel zur Staatsverschuldung können Sie sich sparen, denn nicht die Verschuldung ist das große Problem, sondern wie man sie wieder loswird. Dass ein Staat nicht auf Dauer seine eigenen Schulden erhöhen kann, dürfte sogar einem lernresistenten Stümper wie Ihnen klar sein.

  7. Thomas Holzer

    @A.Felsberger
    Gratulation! “Ausgabenüberschuss”; das Wort zum Sonntag, reiht sich ein in Wortkonstrukte wie “Minuswachstum, situationselastisch, am Ende des Tages, Mitnehmen, freiwillige Verpflichtung, negativer Anstieg etc.”

  8. A.Felsberger

    >Auch Ihr Geschwurbel zur Staatsverschuldung können Sie sich sparen, denn nicht die Verschuldung ist das große Problem, sondern wie man sie wieder loswird > Sie sagen es. Denn die Unternehmen wollen sich durch Verkauf der Waren entschulden und der Staat durch Eintreibung von Steuer. Wer für Staatsentschuldung plädiert, benötigt Einnahmenüberschüsse des Staates (Einnahmen > Ausgaben), was nichts anderes bedeutet als Ausgabenüberschüsse der Privaten (Ausgaben>Einnahmen). Also runter mit den privaten Geldvermögen, dann hat sich der Staat schnell entschuldet! Das gefällt Ihnen dann sicher, Herr Ähm, wenn sie ohne Knete da sitzen. Oder glauben Sie im Ernst, dass bei Staatsschuld von Null noch nennenswertes Geld im System existierte?

    PS: Forderungen (Geldvermögen) der Haushalte = Verbindlichkeiten der Unternehmen + Verbindlichkeiten des Staates + Verbindlichkeiten des Auslandes. Jemals darüber nachgedacht? Macht nix, es wird schon noch.-)

  9. A.Felsberger

    “Ausgabenüberschuss” ist ein Terminus der Saldenmechanik, der verhindet Bestands- und Stromgrössen permanent durcheinander zu werfen. Der Sinn des Wortes erschliesst sich einem sofort, wenn man es mit dem Begriff “Ersparnis” vergleicht, denn damit kann sowohl eine Bestandsgrösse (Ersparnis zum Zeitpunkt t) als auch eine Stromgrösse (Veränderung gegenüber dem Zeitpunkt t) gemeint sein. Bei “Ausgabenüberschuss” ist einem immer klar, dass man von Stromgrössen spricht, und dass es Augaben und Einnahmen sind, die den Geldvermögensstand regulieren..

  10. Ähm

    @ Felsberger
    Danke bei der “Volkswirtschaftslehre”-manche nennen es Alchemie-kenne ich mich aus. Nur scheint Ihnen in Ihrem Eifer entgangen zu sein, dass Privatvermögen schneller aus dem Land ist, als Sie Enteignung denken können. Nun kann man ja Gesetze erlassen, die Kapitalflucht verhindern. Abgesehen davon dass dies grob EU-rechtswidrig und deshalb schwer umsetzbar ist, braucht man so ein Gesetz nur andenken und das Privatvermögen ist weg. Und dann? Felsberger home alone.

  11. A.Felsberger

    Glauben Sie mir, Herr Holzer: Das Wort “Ersparnis” ist schwachsinniger. Es führt aufgrund der Doppeldeutigkeit seines Inhalts regelmässig dazu: dass sich zwei Ökonomen nicht einmal unterhalten können. Man muss sich manchmal im Hirn frei machen, um frei zu sein.-)

  12. A.Felsberger

    In unserem Geldsystem kann nie etwas “verschwinden”. Nehmen Sie folgenden Fall: Sie halten ein Euro-Guthaben bei der Bank A im Inland. Aufgrund des unangenehmen Zustandes des Landes entschliessen Sie sich das Guthaben in die USA zu Bank B zu transferieren. Was passiert? Die Geschäftsbank A löscht ihr Guthaben, und muss, um die Überweisung in die USA zu tätigen, der dortigen Bank B Zentralbankgeld in der gleichen Höhe auf der Aktivseite gutbuchen. Sie sind nun der Gläubiger der Bank B und ihr “Geld” ist im Ausland. In Wahrheit ist aber nicht ihr Geld, sondern ihre Forderung im Ausland. Und da es sich noch immer um eine Euro-Forderung handelt, ist ihr Schuldner nach wie vor ein Unternehmen oder ein Staat mit Sitz in Europa. Sie haben nur die Forderung an einen anderen räumlichen Platz bewegt, ansonsten hat sich nichts geändert. Anders, wenn sie in der USA shoppen gehen und ihr “Geld” dort verbrauchen. Dann ist der, der ihnen die Ware verkauft hat, der neue Gläubiger gegen europäische Unternehmen oder Staat. Gläubigerwechsel nennt man das unter Buchhaltern – von denen Sie nichts halten.-)

  13. Thomas Holzer

    put it simple:
    Ausgabenüberschuss bedeutet: man gibt mehr aus als man einnimmt; landläufig nennt man dies auch “man macht Schulden” 🙂

  14. Thomas Holzer

    Verschwinden nicht, aber es kann seinen Platz wechseln. Man kann auch sein Guthaben bei der Bank “A” in Österreich in bar beheben und bei der Bank “B” auf den Cayman in bar einzahlen.
    Was passiert? Die Bank “A” löscht mein Guthaben und muß keinerlei ZB-Geld auf der Aktivseite buchen 😉

  15. Ähm

    Herr Felsberger das ist schlicht irrelevant denn sobald die Forderung gegen eine ausländische Bank besteht, ist sie dem Zugriff des Staates nicht mehr ausgesetzt, dieses Vermögen kann der Staat also nicht mehr zum Abbau der Schulden nutzen.

  16. A.Felsberger

    Das Bargeld, das sie auf Cayman einzahlen, ist das ZB-Geld. Es wird von der dortigen Bank aktiv verbucht und ihre Forderung passiv. Bargeldtransfer und Überweisung folgen dem gleichen Muster: Immer wird ZB-Geld von der überweisenden Bank zur empfangenden bewegt. Einmal sind Sie höchstpersönlich der Überbringer, das andere Mal findet der Transfer über die Konten der Notenbank statt, indem der überweisenden Bank der Betrag ab- und der empfangenden gutgebucht wird. Simpel: Ich überweise von Bank A an Sie, der Sie Kunder der Bank B sind, mein ganzes Guthaben. Meine Forderung gegen die Bank A wird gelöscht, ZB-Geld von der Bank A zur Bank B in gleicher Höhe übertragen, und dort ihre Forderung auf der Passivseit der Bank B notiert. Bei Bank B kommt es zu Bilanzverlängerung (ZB-Geld und Verbindlichkeit wachsen im Gleichschritt), bei Bank A zu Bilanzverkürzung (ZB-Geld und Verbindlichkeit verkürzen sich im Gleichschritt).

  17. A.Felsberger

    >das ist schlicht irrelevant denn sobald die Forderung gegen eine ausländische Bank besteht, ist sie dem Zugriff des Staates nicht mehr ausgesetzt, dieses Vermögen kann der Staat also nicht mehr zum Abbau der Schulden nutzen.> Der Staat entschuldet sich über Eintreibung von Steuern (Einnahmen > Ausgaben). Wie wir in den letzten Jahren gelernt haben, kann er über zwischenstaatliche Abkommen auf jede Destination zugreifen. Wann immer der Staat sich zu entschulden wünscht, muss (ceteris paribus) das Geldvermögen der Privaten um den gleichen Betrag sinken. Dies folgt aus der simplen Beobachtung, dass jede Einnahme einer Untergruppe die Ausgabe der Restgruppe (“Rest der Welt”) sein muss. Stützel`sche Saldenmechanik. Will daher der Staat Einnahmen > Ausgaben setzen, muss der “Rest der Welt” Einnahmen < Ausgaben in gleicher Höhe leisten. Und es ist der Staat, der dem "Rest der Welt" über seine Steuermacht dieses Verhalten aufzwingt. Deshalb: Vorsicht bei allen Stimmen, die nach Entschuldung des Staates rufen. Es heisst nur, dass wir alle geldärmer werden.

    PS: Völlig sinnlos ist über oder Kürzung der Ausgaben des Staates isoliert zu diskutieren. Es zählt immer der Saldo zwischen Ausgaben und Einnahmen. .Ist er positiv, wird der "Rest der Welt" geldärmer. Ist er negativ, wird der "Rest der Welt" geldvermögender. Die Budgetgrösse entscheidet über das Ausmass der Umverteilung, der Saldo des Staates über unsere Geldvermögensänderungen. Alles ceteris paribus natürlich.

  18. A.Felsberger

    Man kann die weltweite Dynamik (ohne China) seit 2000 ziemlich genau auf den Punkt bringen: Unternehmen und Staat wollen sich entschulden. Beide haben sich während der Expansionsphase nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Welt übernommen, beide wollen ihre Schulden reduzieren. Die Unternehmen machen es über ihre Investitions- und Preispolitik, der Staat über Steuern. Jedoch ist das Wollen nur bei den Unternehmen umgesetzt worden (die Geldvermögensoperationen der Unternehmen sind seit langem positiv, sie bauen Schulden ab), während die Staaten ihr Wollen nicht in ein Handeln übersetzt haben. Es wird erschwert dadurch, dass die Unternehmen Verbindlichkeiten abbauen, sodass, wenn der Staat sich ihnen anschliesst, die Menschen geldärmer werden. Das stösst auf massiven Widerstand, weniger von einzelnen Gruppen, sondern mehr aus dem System selbst heraus. Kapitalismus mit Schuldenabbau der Unternehmen UND des Staates ist ein neues historisches Experiment, das, so befürchten viele, in Stagnation und faulen Krediten mündet, sodass die Geldvernichtung auf einmal erzwungen wird. Wann immer ein Unternehmen in Konkurs geht, müssen seine Verbindlichkeiten, die als Aktiva bei den GB`s liegen, wertberichtigt werden. Dadurch sinkt das Eigenkapital des Bankensektors und die Geldforderungen der Haushalte sind nicht länger haltbar. Kurzum: Der Staat hat Probleme seinen Entschuldungswunsch umzusetzen, weil ihm die Unternehmen in diesem Wunsch zuvorkommen. Nicht auszuschliessen, dass sich die Wut des Staates nun gegen die Unternehmen selbst richtet und Umbuchung von Geldvermögen erzwungen wird. (Verbindlichkeiten der Unternehmen rauf, Verbindlichkeiten des Staates runter).

  19. Thomas Holzer

    “Simpel: Ich überweise von Bank A an Sie, der Sie Kunder der Bank B sind, mein ganzes Guthaben. Meine Forderung gegen die Bank A wird gelöscht, ZB-Geld von der Bank A zur Bank B in gleicher Höhe übertragen, und dort ihre Forderung auf der Passivseit der Bank B notiert.”

    Sie überweisen immer, ich zahle bar, das Bargeld ist zwar schlussendlich -oder von Anfang an- auch ZB-Geld; aber die ZB überträgt nichts

  20. A.Felsberger

    Wann immer eine Bank Bargeld erhält, fliesst es in ihre Kassa. Einlagen bei der Notenbank und Kassa sind die ZB-Geldbestände der Bank. Es ist einerlei, ob sich diese ZB-Geldbestände über die Kassa oder die Einlagen verändern. In allen Fällen handelt es sich um Veränderungen von ZB-Geldbeständen.

    PS: Banken unterhalten untereinander auch Konten. Man kann dies als temporäre Verrechnung von ZB-Geld interpretieren. Irgendwann müssen diese Konten über entsprechende Umbuchung bei der Notenbank saldiert werden, sodass sie gedanklich ohne weiteres auf Null zu setzen sind.

  21. Thomas Holzer

    Das einzige was man muss, ist sterben; alles andere sind Hypothesen.
    “Man kann dies als temporäre Verrechnung von ZB-Geld interpretieren”
    Man kann, aber man muss nicht.
    Aber natürlich, damit die VWL ihre “Lebensberechtigung” behält, müssen sich deren Vertreter möglichst kompliziert ausdrücken, sprich eine spezielle “lingua” entwickeln, um als möglichst “geistreich” zu erscheinen; parallel dazu die Sprache der Gesetzgebung. Verklausulierte Sprache dient nur dazu, um Machtverhältnisse zumindest einzuzementieren, wenn nicht sogar auszubauen.
    Daß sich die “Volksvertreter” dieser “Sprache” bedienen ist insofern kurios, als diese “Volksvertreter” diese Sprache selbst nicht verstehen; aber vom “Bürger” sehr wohl verlangen, diese zu verstehen. Die Flut der Gesetze sei mal hintangestellt.

  22. Thomas Holzer

    “Beide haben sich während der Expansionsphase nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Welt übernommen”

    Verzeihung, aber die Staaten haben sich, grosso modo, seit den 70-Jahren exorbitant verschuldet, spätestens mit dem ersten “Ölpreisschock”

    Die Staaten, repräsentiert durch “unsere” gewählten Politikerdarsteller, verlangen von allen anderen Nachhaltigkeit, von den Unternehmen, den Bürgern (sprich den Bösen) nur sie selbst erdreisten sich, wider diese Forderung zu “agieren” – sanktioniert durch die zu “Nachhaltigkeit” genötigten Untertanen!

  23. Ähm

    Internationale Abkommen Herr Felsberger? Jetzt werden Sie unrealistisch und naiv. Der Rest Ihres Beitrags ist ad nauseam getippte Irrelevanz.
    Was Vertreter Ihrer Saldenmechanik einfach nicht in ihren verbohrten Schädel kriegen, ist, dass Forderungen und Schulden zwar Null sind, Forderungen aber kein Vermögen sind. Die Schuldner sind nämlich längst nicht mehr in der Lage, die Forderungen zu bedienen! Die Folge sind massenhaft Abschreibungen also Insolvenzen im Dominostil. Manche nennen das das Platzen einer Blase, Sie nennen es in Verschleierungsabsicht Deflation. Forderungen sind also in Wahrheit nicht so hoch wie Schulden, sie sind vielmehr um das Abschreibungsvolumen niedriger als die Schulden, aber dass Sie faktenresistent sind und deshalb auch diese Fakten übergehen werden, weiß ich jetzt schon.

  24. A.Felsberger

    Sie vergessen, Herr Holzer, dass umso stärker sich der Staat verschuldet die Geldvermögen seiner Bürger wachsen. Sie reduzieren die Neigung zur Staatsverschuldung auf die Sozialstaatlichkeit und übersehen den Vermögensaspekt. Die Bürger haben allesamt Lust daran den Staat sich verschulden zu sehen.

    PS: Sie haben recht, dass die Staatsverschuldung weltweit seit der Krise der 70-er Jahre explodiert ist. 1991 gab`s noch einmal einen Schub, 2008 den vorläufig letzen. Allein die Tatsache, dass die Staatsverschuldung in Krisen besonders stark wächst zeigt das Interesse aller Bürger und Unternehmen an diesem Prozess. Ein Staat, der sich entschulden würde, wäre für niemanden angenehm. Die Unternehmen würden um Aufträge umfallen und die Privaten würden sich steuerlich verfolgt fühlen. Man kann`s auch so sagen: Das System geht den Weg des geringsten Widerstandes – wie Wasser, das abwärts fliesst.

  25. A.Felsberger

    Herr Ähm, wir leben in Zeiten niedrigster Zinsen auf Staats- und Unternehmensanleihen. Daraus darf man schliessen, dass alle Marktteilnehmer diese Schuld für bedienbar halten. Ansonsten wäre der Zinssatz auf diese Papiere in ganz anderen Höhen. Es ist ja nett, wenn sie den Ausfall dieser Papiere bereits einkalkulieren – der Markt und die Geschäftsbanken glauben noch nicht daran. Sie kaufen Staats- und Unternehmensanleihen begierig auf.

  26. A.Felsberger

    Die Ökonomen haben ihre “Lebenberechtigung” schon lange verspielt. Was ich (und viele andere) denke, hat mit ökonomischer Theorie nichts zu tun. Das ist Buchhaltung. Doppik.

  27. Ähm

    Natürlich kaufen sie begierig auf, sie können ja nichts verlieren, haben doch Staaten und vor allem Zentralbanken signalisiert, dass sie jede erdenkliche Summe bereit sind zu drucken, um auch den letzten Junk aufzukaufen, wenn notwendig. Wie schon erwähnt ist das pure Marktmanipulation. Oder glauben Sie ernsthaft, dass Griechenland nicht schon längst auf default wäre, wenn Draghi seine berühmten Worte nicht gesprochen hätte? Detto 2008 bei sämtlichen too big to fail Banken, deren abschreibungspflichtiger Müll sie in den Orkus gepustet hätte, hätten FED und Staat nicht eingegriffen! Also erzählen Sie hier keinen Blödsinn über valide Anleihen. Das meiste ist Schrott. Das wissen sogar die Vollidioten der EZB, die gerade alle Schrott- ABS aufkauft.

  28. A.Felsberger

    Es ist ja bezeichnend, dass die zwei ältesten bürgerlichen Demokratien der Welt, die einzigen überhaupt, namentlich die USA und GB, von Staatsschuldenreduktion nur als Lippenbekenntnis was halten. Beide verschulden sich munter weiter, während die staatssozialistischen Regime, die in Kontinentaleuropa unter dem Zepter der EU sitzen, ihre Staatsschuld reduzieren wollen. Die einen tun alles, um Bürger und Unternehmen zufrieden zu stellen und nehmen eine höhere Staatsverschuldung in Kauf, während die EU-Nomenklatura das Gegenteil beabsichtigt, also Politik gegen ihre Unternehmen und Bürger macht. Steuereintreibungspolitik von in der Früh bis am Abend, das ist das Konzept der EU. Insofern sind hier alle Abgesänge auf die Demokratie völlig verfehlt, vor allem aus britischer und amerikanischer Perspektive. Die Demokratien funktionieren, nur Kontinentaleuropa mit seinem preussischen Staatssozialismus nicht!

  29. Ähm

    Felsberger im absoluten Widerspruch, wieso wundert das nicht? Zuerst konzedieren Sie, dass Staaten sich nicht ad infinitum verschulden können, dann reden Sie den Schuldenkaisern das Wort. Die USA werden ihre Schulden niemals zurückzahlen können. Wenn das der Markt aufgreift, dann werden die USA bankrott sein oder derart viel Geld drucken, dass der Dollar sich verabschiedet.

  30. A.Felsberger

    Ein Abgesang auf die USA? Dass ich nicht lache. Sie sind viel zu geschäftstüchtig und viel zu schlau, und wissen auch, dass Staatsverschuldung ein Instrument zum unbezahlten Konsum und zur unbezahlten Investition ist. Sie begreifen all das, was die Deutschen nie begreifen werden. Die exportieren ihre Waren in alle Welt und bauen doch nur Forderungen auf, die eines Tages wertlos werden. Das Geldsystem, so wie es konzipiert ist, übervorteilt den Schuldner und bestraft den Gläubiger. Und das sind die Deutschen (und Chinesen). Lehre Nummer 1 im Leben: man positioniere sich niemals dort, wo die Deutschen sind. Und gehe immer mit den USA!

  31. A.Felsberger

    Was sind Devisen? Antwort: Das ZB-Geld ausländischer Notenbaken. Der exportierende Staat häuft Devisen an und glaubt Geld zu akkumulieren, und häuft doch nur Forderungen an. Offene Rechnungen, die vom importierenden Staat nur durch Waren jemals bezahlt und aus der Welt geschafft werden können. Der Exporteur baut Forderungen auf, der Importeur Verbindlichkeiten. Die Deutschen glauben Geld zu akkumuleiren, und verschenken doch nur Waren, für die sie niemals eine Gegenleistung bekommen werden. Oder glaubt jemand im Ernst, dass die USA vor hat ihre Devisen, die mittlerweile den ganzen Planeten überschwemmt haben, durch Warenexport aus der Welt zu schaffen? Ein Schelm, der so denkt.-) Oder besser gesagt: ein Deutscher.-)

  32. Herr Karl jun.

    @Felsberger
    “Ausgabenüberschüsse”
    – eine interessante Wortschöpfung für “Defizit”, “negatives Jahresergebnis”, “rote Zahlen”. “Minussaldo”…

  33. Thomas Holzer

    @Herr Karl jun.
    Aber nicht doch! ““Ausgabenüberschuss” ist ein Terminus der Saldenmechanik”, wenn es (pseudo)wissenschaftlich wird, dann darf man doch nicht das simple Wort “Defizit” verwenden; dies könnte zu Mißverständnissen führen 😉

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