Ungleichheit entsteht durch Statistik

“….Ist es eine gute Nachricht, dass aufgrund der Vermögenssteuer-Diskussion nun Ausländer mit Geld offenbar wieder weniger Lust haben, sich in Österreich niederzulassen bzw. mit ihrem Geld lieber in die Schweiz gehen? Österreich wird damit künftig wieder ein Stück “gerechter”, oder?….” (Lesenswerter Kommentar von Martina Salomon, hier)

10 comments

  1. Christian Peter

    Bin auch gegen Vermögenssteuern. Dass in Österreich die Schwere zwischen Arm und Reich groß ist, ist jedoch unbestritten. 5 % der reichsten Österreicher besitzen 50 % des Vermögens, nur in den USA ist die Vermögenskonzentration noch höher, als in Österreich.

    Zum Thema Schweiz : Dort wird Vermögen stark besteuert, in Österreich gibt es keine Vermögenssteuern. Nur (reiche) Ausländer genießen in der Schweiz Steuerprivilegien.

    http://www.finanzen.at/nachrichten/Steuern–EZB-Studie-attestiert-Oesterreich-hohe-Vermoegenskonzentration-1000166500

  2. AT

    Herr Peter,

    Haben Sie eigentlich konkrete Kriterien, wie denn die “gerechte” Verteilung von Vermögen genau zu auszusehen hat? Vermutlich nicht. So etwas wie “Verteilungsgerechtigkeit” gibt es auch nicht.
    Im Übrigen ist etwa die Grundsteuer in Österreich eine klassische Vermögenssteuer.

  3. Christian Peter

    @AT

    ‘wie hat eine gerechte Verteilung von Vermögen auszusehen ?’

    gerecht ist ein Steuersystem, welches ohne Privilegien auskommt und alle Marktteilnehmer und Einkommensarten gleich behandelt (keine steuerliche Privilegierung von Großunternehmen und Konzernen; keine Steuerschlupflöcher; keine Privilegierung von Kapitaleinkünften; keine Ausnahmen, Befreiungen, Sonderregelungen und Fluchtmöglichkeiten, etc.). Dann wäre ein erträglicher Einheitssteuersatz von 25 % locker machbar.

  4. DNJ

    @AT
    Die Grundsteuer ist ein schlechtes Beispiel, für eine 8ha Wirtschaft samt Haus und Hof zahlt man jährlich inkl.(!) Kammerabgabe(!) bei weitem nicht einmal 100 Euro. Da zahlt man für einen altersschwachen VW Golf im Restwert von unter 1000 Euro ein Mehrfaches. Wer wegen der Grundsteuer jammert, sollte mal dringend in sich gehen, die sind nämlich in Ö Peanuts.

  5. gms

    DNJ,

    “Die Grundsteuer ist ein schlechtes Beispiel ..”

    Unsinn. Anders als das von Ihnen als weniger schlecht titulierte Beispiel der Besteuerung von PKWs, kann das Grundstück nicht per Abmeldung dem fiskalischen Zugriff entzogen werden, wenn man es ohne Nutzungsabsicht zwischen den eigenen Zäunen parkt.
    Hinzu kommt die Absurdität, wonach für die Grundsteuer sich die zuständige Behörde an einen beliebigen Teileigentümer mit der Forderung nach der Gesamthöhe wenden kann und dies unter Strafandrohung bei Mißachtung auch tut, wonach dann dieser gegenüber anderen Miteigentümern als Steuereintreiber auftreten darf.

    “Wer wegen der Grundsteuer jammert ..”

    Wollten Sie krampfhaft originell sein, weil Sie auf das ansonsten in solchen Angelegenheiten den Gegenübern untergriffig unterstellte “heulen” oder “lamentieren” verzichteten?

  6. Reinhard

    @Christian Peter

    “gerecht ist ein Steuersystem…”

    Ein gerechtes Steuersystem kann es niemals geben, da ein System, das auf Zwangsenteignung bei Gewaltandrohung fußt, niemals gerecht sein kann. Aber Leute wie Sie wollen nur dass alle gleich geknebelt werden, schon sind Sie zufriedener Untertan.

    Ihren Prozentvorschlag können Sie locker stecken lassen, der Staat wird bei keiner Marke aufhören, die ihm nicht als unüberwindbare Hürde erscheint. 90% für alle? Kein Problem; die Gier der Herrscher nach den Früchten ihrer Untertanen ist unersättlich.

    Aber zu dem feuchten Höschen, das Sie bei 25% Steuersatz bekommen ein kleines Rechenbeispiel für den von Ihnen doch so vehement vertretenen Kleinunternehmer.
    Stellen wir uns mal vor, da macht so ein Kleinunternehmer im Schnitt 4.000 Euro pro Monat Reingewinn (selbst in Kreisen von EPU daheim weiß ich, das ist ein realistischer Wert). Also € 48.000 pro Jahr.
    Von € 48.000 bleiben Ihnen nach Sozialversicherung und diversen Zwangsgebührenkassierern in Kammern und Gemeindestuben noch etwa € 38.000 Rest.

    Für diese € 38.000 zahlen Sie JETZT (nach Berücksichtigung des gestaffelten Gewinnfreibetrages) eine Einkommensteuer von € 9.016,57.

    Sie freuen sich über eine Pauschale von 25% und zahlen fortan € 9.500,–. Liefern also jubelnd einen knappen halben Tausender im Jahr MEHR an den Staat ab – aber egal, Hauptsache GERECHT!

    Entschuldigung, aber wenn das keine geistige Diarhhöe ist, was dann?

  7. Reinhard

    @DNJ

    Dringend in sich gehen sollte jeder, der eine Zwangsabgabe als “peanuts” bezeichnet. Enteignung bleibt Enteignung, und Jammern ist noch das mit Abstand Harmloseste, was die Enteigneten in diesem Fall unternehmen können.

    Und wenn Sie etwas vergleichen wollen, dann bitte nicht Äpfel mit Birnen. Die Steuer auf das Fahrzeug zahlen Sie nicht für dessen Besitz sondern nur im Falle dessen Betriebes. Als Straßenbenutzungsgebühr hätte ich ein Restverständnid dafür, wäre sie zweckgebunden. Für Grund zahlen Sie eine reine Besitzstrafe. Gemeinsam ist beiden nur der Zweck – unter irgend einem Vorwand das Geld der Leute abzocken.

  8. herbert manninger

    Frau Salomon getraut sich aus dem Kreise ängstlich angepasster, linkes PC-Zeug plappernder Kollegen ausbrechen, uns sie trifft´s, auch wenn viele getroffen aufjaulen.
    Sie blickt auch in Bildungsfragen über den Tellerrand, auf dem uns die selbsternannten “Experten” ihren Fraß servieren.
    Eine kluge, mutige Frau.

  9. Christian Peter

    @Reinhard

    ‘gerechtes Steuersystem’

    ohne Steuern geht es nicht, denn vom Staat erbrachte Leistungen (innere, äußere Sicherheit, Bereitstellung von Infrastruktur, etc.) kosten Geld. Werden diese Leistungen von Privaten erbracht, wird es häufig noch teurer.

    ‘Kleinunternehmer’

    nicht wenige Kleinunternehmer zahlen weit mehr als läppische 9.000 Euro pro Jahr. Die durchschnittliche Steuerbelastung klein- und mittelständischer Unternehmen liegt in Österreich und Deutschland bei knapp 50 % (Tendenz : stark steigend).

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .