Unsere Kinder sollen es einmal schlechter haben…

Von | 13. April 2013

Die Gesellschaften der meisten OECD-Staaten leben ihren Wohlstand und Reichtum in erheblichem Maße auf Kosten ihrer Kinder und der nachfolgenden Generationen. Sie gefährden damit nicht nur ihre eigene Zukunftsfähigkeit, sondern handeln auch ungerecht gegenüber den eigenen Nachkommen. Zu dieser Einschätzung kommt eine internationale Vergleichsstudie der Bertelsmann Stiftung über die Generationengerechtigkeit in 29 OECD-Staaten.

10 Gedanken zu „Unsere Kinder sollen es einmal schlechter haben…

  1. Gerhard Huemer

    Ich denken man sollchen alarmismus nicht zu ernst nehmen. Fakt ist, dass zu jeder zeit nur das an gütern und diesleistungen konsumiert werden kann, was im selben jahr erwirtschaftet wird – weltweit. unseren schulden, stehen ja auch forderungen gegenüber gegensatz zur USA hat Europa kaum schulden bei anderen wirtschaftsräumen – es handelt sich also primär um ein verteilungsproblem innerhalb europas und nicht sosehr um ein verteilungsproblem zwischen den generationen.

    das wirkliche problem für die zukunft sind nicht die schulden, sondern die tatsache, dass derzeit zuwenig investiert (unternehmen, infrastruktur, bildung, innovation) und zuviel konsumiert wird udn dies verringert das produktionspotential in der zukunft. Insofern hat die bertelsmannstiftung recht, aber auch nur hier.

  2. Pardus

    Es ist typisch deutsch, als Medizin mehr nach der Ursache der Krankheit zu schreien.

  3. gms

    Gerhard Huemer :
    es handelt sich also primär um ein verteilungsproblem innerhalb europas und nicht sosehr um ein verteilungsproblem zwischen den generationen.

    Das kann man so sehen, sobald man negiert, Erben wären die Rechtsnachfolger ihrer Erblasser, womit Ihrer Worthülse “im selben jahr erwirtschaftet” die Luft ausgeht.
    Das kann man ebensfalls so sehen, wenn man ignoriert, wonach der Zinsendienst für Staatschulden einen immer größeren Anteil staatlicher Budgets ausmacht. Komisch, nicht wahr, wo doch alles irgendwie halt so im selben Jahr ge- und verschlumpft wird?

    An den Wahlzuckerln eines gewissen Herrn Kreisky aus den 70ern zahlen Sie und ich heute noch. Egal nun, wie man das Verteilungsproblem konnotiert — es wirkt dessen ungeachtet immer auf die gleiche Art und Weise, weil es sich keinen Deut um linke Interpretationen seines Naturells schert.

    Hätten Sie dargelegt, es sei deshalb ein nach Ihrem Ermessen gestricktes Problem, weil sich selbiges durch Enteignung lösen läßt, indem man die Erblasser-Erben-Beziehung kappt und einkassiert, was jemand zu Lebzeiten nicht verprassen konnte, dann lägen Sie mit Ihrer Darlegung absolut richtig. Statt dessen aber läßt man lieber die üblichen roten Sprechperlen in dieselbe Richtung kullern wie gestern und vorgestern.

    Dumm geboren und nichts dazugelernt. So leidet jeder an verschiedenen Problemen, und alle haben sie doch irgendwie mit Verteilung zu tun.

  4. Rennziege

    @gms
    “… und alle haben sie doch irgendwie mit Verteilung zu tun.”
    In Norddeutschland nennt man das Stamperl Schnaps (beliebt: Heidegeist und Bullenschluck, beide brennbar) nach einem deftigen Essen “Verteiler”.
    Es ist die einzige Verteilung, die in alle Richtungen fair ist.

    Alles andere, was Verteilung propagiert und dann, so weltfremd
    wie Herr Huemer, von den durch Verteilung enteigneten und demotivierten Geschröpften freudige Investitionen fordert, ist Schmonzes.
    Aber derlei Sprechblasen werden noch für eine Weile in Mode bleiben. So idiotisch sie sind.

  5. Don Giovanni

    @Rennziege
    Liebe Rennziege,
    wo haben Sie denn Heidegeist und Bullenschluck getrunken?
    In Undeloh (in der Touri-Falle “Heidewirt”), Wilsede oder Schneverdingen?
    Bei uns in Norddeutschland trinkt man sonst, wenn es deftig sein soll, Oldesloer Korn, früher auch Schönauer und ähnliches Knallbenzin oder “so n’en scheunen Köhm, mien Deern”, und zwar nicht nur als “Verteiler”.

  6. Turing

    @Pardus
    Es hat ja auch ein Deutscher die Homöopathie entwickelt, wo mit Krankheit mit der Ursache der Krankheit bekämpft wird. Mich erinnert das daran, dass man Schulden mit Schulden bekämpft.

    Ich will nicht so schwarz malen, denn eine Lösung der Schuldenproblematik gibt es. Vielleicht helfen uns die Schulden auch, dass den Politikern nichts anderes übrig bleibt, als Deutschland einer Kernsanierung zu unterziehen. Es reicht ja nicht, einfach nur Geld aufzutreiben, um Schulden zu tilgen, sondern die Strukturen müssen so angepasst werden, dass man nicht wieder in die Schuldenfalle tappt. Nach der ersten Milliardenspritze für Griechenland, hat sich in Griechenland eigentlich nichts gebessert. Erst jetzt kommen die lang ersehnten Privatisierungen. Linke meckern nun über den “Ausverkauf”, aber es doch bei Privatisierungen nicht primär darum, Privatisierungserlöse zu erzielen, sondern den Politikern die Spielzeuge zu entreißen.

    Und die Deutschland muss folgendes geschehen:
    1) Weiterer Rückzug des Staates aus VW, Bahn, Post und Telekom. Das kann natürlich nicht ad hoc geschehen, sondern es müssen sukzessive die Aktien auf der Börse angeboten werden.

    2) Abschaffung/Privatisierung der Staatsbanken, die da wären: Sparkassen, Landesbanken, KfW. Letztere kauft bestimmt niemand. 🙂 Die Sparkasse ist ja noch ein sozialistisches Paradies. Ich war gerade am Donnerstag dort und es ist erstaunlich, wie viel Personal da herumlief, obwohl es eine kleine Filiale war. Mir wäre es lieber, die würden ihr Personal konzentrieren und bessere Öffnungszeiten offerieren, denn nur Schalterverkehr rechtfertigt heute noch die Gebühren für ein Girokonto.

    3) Abwrackung der Umweltschutzgesetze und der Klagemöglichkeiten der Umweltverbände. Unsere Umweltpolitik ist auf dem Holzweg. Irgendwelche dussligen Käfer, Hamster und Fledermäuse behindern Bauprojekte; das muss nicht sein. Und der Ausgleichsgedanke ist völlig verkehrt. Nur weil man fünf Bäume abhaut, soll man fünf neue pflanzen. Was ist das nur für ein Unfug?

    Großbritannien war schon Anfang der 1970er richtig tief in der Scheiße, aber die Frustationstoleranz war so groß, dass Thatcher erst 1979 an die Macht kam. Aber als sie an der Macht war, wurde sie mehrfach wiedergewählt. Ganz bestimmt nicht wegen der Falklands, denn mit gewonnenen Kriegen gewinnt nicht zwangsläufig auch Wahlen. Churchill und George Bush senior wurden nach gewonnenen Kriegen abgewählt. Die Wirtschaftspolitik entscheidet und Thatcher hat offensichtlich vielen Menschen eine Perspektive gegeben.

  7. Rennziege

    @Don Giovanni
    Verzeihen Sie, Don Juan, dass ich Ihr Posting erst heute lese.
    Ich bin auch keine Schnaps-Fachfrau; mir schmeckt alles nicht, was jenseits eines trockenen Rotweins ist.
    Oisdann: Den “geelen Köhm” (igitt!) kenn’ ich auch, hab’ ja lang in Hamburg gewohnt, weiß um den Helbling oder Hellwig (kann mi nimmer erinnern).
    Ich hab’ ja nur den Verteiler im alkoholischen Sinn mit dem politischen Unsinn verbunden. Servus!

  8. Rennziege

    @Rennziege
    P.S.: Vergaß zu erwähnen, dass Heidegeist und Bullenschluck Erfahrungen aus der Lüneburger Heide sind.

  9. Don Giovanni

    @Rennziege
    Hab’ ich mir gedacht. (Undeloh,Wilsede etc. sind ja Heideorte, wo man ja auch Hemann-Löns-Korn ausschenkt, also alles, was die Touris so schlucken. Es ist wie in der Politik.
    Im übrigen mag ich weder Korn noch Kümmel (Köhm), auch politisch nicht, was mich von der Teilhabe an diesem Forum abhält, sobald gewisse ls, und ms ihren Sermon hier ablassen.

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