Unternehmerische Bildung, dringend gefragt

Von | 13. März 2021

(JOSEF STARGL) Seit Beginn der neuzeitlichen Europäischen Zivilisationstradition ist in den „Schriften der Denker“ die Würde des Menschen mit seiner Individualität, mit seiner Ungleichheit, mit seiner individuellen Freiheit (unter dem Recht), mit Mündigkeit und mit freier Selbstverantwortung verbunden.
Die Entwicklung von Persönlichkeiten verlangt die Akzeptanz von Andersartigkeit sowie von unterschiedlichen Ideen und Handlungen verschiedener Menschen.
Die Ideen der Denker der Frührenaissance in Italien über „Vita Activa“ sind eine Fundgrube für Suchende.
In einer „Welt der Mannigfaltigkeit“ lohnt es sich, sein Leben aktiv zu gestalten und aus seiner Lebensführung lernend, seine Würde zu verwirklichen. Die Verschiedenheit der Menschen und ihrer Aktivitäten bietet die Möglichkeit, aus den Folgen von unterschiedlichen „Unternehmungen“ zu lernen.
In zahlreichen Weisheitslehren und Biographien können wir eine Fülle von Impulsen zum Nachdenken finden.
Freiheit und Eigenverantwortung bieten dem Einzelnen die Chance, seine Talente zu entfalten und schöpferische Leistungen zu erbringen. Die Ergebnisse des Forschens, Erfindungen und (technische) Neuerungen dienen auch anderen Menschen.
Unternehmerisch denkende Menschen freuen sich trotz aller Mühen, zu handeln und neue Problemlösungen umzusetzen. Sie zeigen damit auch, wozu sie imstande sind.
Ein „Unternehmer“, der seinem Wissen und seinen Weisheiten mutig Taten folgen lässt und sich nicht vor den Auswirkungen seiner Handlungen fürchtet, kann eine Verbesserung der Lebensführung zahlreicher anderer Menschen ermöglichen und ihren Wohlstand fördern.
„Lernen als Berufung“ erfordert eine Wertschätzung der Erfahrungen von „Unternehmern“ in einer „Schule der Lebensklugheit“. Aus der Lebensführung unternehmerisch denkender und handelnder Menschen können alle Menschen lernen und dadurch auch ihre eigene Lebenspraxis ständig verbessern.
Der Wettbewerb zwischen „Unternehmern“ ist nicht nur eine Quelle des Wissens und der Weisheit, sondern auch des „Wohlstands für alle“. Ein gegenseitiger Ansporn, eine permanente Suche nach besseren Lösungen und Eigenleistungen begleiten ihn. Der Wettbewerb fördert das Lernen und die Freude der Menschen am Handeln. Im „aktiven Leben“ kann der Mensch seine Würde verwirklichen.
Das schließt die Bedeutung von „Zeiten der Stille“ für die individuelle Persönlichkeitsbildung nicht aus. Kontemplation hilft dem Menschen, sich seines Tuns bewußt zu werden, sich selbst (immer wieder neu) zu entdecken und auf dem Weg des Zweifels und der Fragen neue Möglichkeiten zu erkunden.
Kontemplation bewirkt Staunen und hilft bei der „Selbstfindung durch Selbstüberwindung und Selbstüberschreitung“. Der Mut zur Kontemplation ist eng mit dem Mut zu Taten verbunden. Auch im „Zustand der Versenkung“ erwirbt der Mensch Erkenntnisse, die er als „Unternehmer“ in Handlungen umsetzen kann.
Es gibt die Freiheit nicht ohne Risiko. In einer Gesellschaft unternehmerisch denkender und handelnder Menschen werden Scheitern, Probleme und Krisen als Chancen und Veränderungen als Quelle für neue Alternativen betrachtet.
Die Marktwirtschaft ist eine Unternehmerwirtschaft. Wir benötigen mehr Unternehmerpersönlichkeiten für eine liberale Verantwortungsgesellschaft.
Mit der im Versorgungsstaat weit verbreiteten Vollkaskomentalität kann nicht mehr Wohlstand erwirtschaftet werden.
Marktwirtschaftliche und unternehmerische Bildung sind erforderlich! Kapitalbildung ist „Fürsorge für die Zukunft

3 Gedanken zu „Unternehmerische Bildung, dringend gefragt

  1. Johannes

    Die Erfahrung lehrt in den kommunistischen Ländern war der Wohlstand gering und dieser geringe Wohlstand wurde durch enorme Umweltbelastungen erzielt.
    Auch im Westen gab es eine Zeit in der der Umwelt bei ständig steigenden Wohlstand enorme Schäden zugefügt wurde. (zB. Gewässerschutz)
    Im Westen wurde die Behebung der Schäden den Firmen aufgebürdet und sie haben es geschafft. Der Rein war totes Gewässer und hat nun Trinkwasserqualität, obwohl die chemische Industrie noch immer dort ihre Produktionsstätten hat.

    Der neue sich einschleichende Kommunismus möchte nicht mehr mit der Wirtschaft kooperieren sondern, ähnlich wie damals im Osten, weltfremde Utopien schmieden.

    Ich prophezeie, die Wirtschaft wird, egal was sie tut, immer den Schwarzen Peter umgehängt bekommen, denn die Betreiber des Wandels sind lupenreine Kommunisten.

    Die Wirtschaft hat es in ihrer Natur naiv neugierig an viele Dinge heranzugehen. Sie begreift viele politische Visionen als Herausforderung so wie in den Jahrzehnten davor.
    Nur hat sich die Politik gewandelt, nicht mehr der Auftrag an die Wirtschaft wird verfolgt sondern deren schrittweise Übernahme in die Staatsgewalt.

    Schon jetzt sieht man wieder enorme Umweltschäden durch Windräder und die neuen/alten Linken wollen es als Fortschritt verkaufen.
    Am deutlichsten wird es bei der Vorderung welche den Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren-Produktion festlegt. Dann wartet man auf ein Elektroauto wieder wie damals auf einen Trabi.

  2. Kluftinger

    Die Diagnose, Herr Stargl, ist richtig. Die Therapie die sie vorschlagen , im letzten Satz , scheint auch richtig. Was hindert uns also, dieses umzusetzen?
    „Marktwirtschaftliche und unternehmerische Bildung sind erforderlich „. Sicher, aber wo ansetzten? Die Abgänger von Handelsakademien und Wu`s können zwar Bilanzen lesen, das erforderliche unternehmerische Denken fehlt aber weitestgehend. Die so oft formulierte Forderung ‚“mehr Wirtschaftswissen in den Schulen zu vermitteln“ erzeugt nur ein ironisches Lächeln . wie Wirtschaftswissen vermitteln, wenn die Schüler kaum sinnesfassend lesen können? Wenn die meisten Lehrkräfte immer noch die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf als „Gewinn“ vermitteln?
    Eine etwas unkonventionelle Lösung wäre, wenn die Wirtschaftkammern, die IV und andere der Marktwirtschaft nahe stehende Institutionen das unternehmerische Denken und die damit verbundenen Qualifikationen mittels sozialer Medien professionell vermitteln? (anstatt Feinheiten im Gewerberecht zu finden, die Konkurrenz zu behindern etc… siehe „Taxler“ usw.)

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