Unter den Nazis war ja bekanntlich auch nicht alles schlecht…

Unter dem Titel “Was Wien von Teheran lernen kann” lesen wir in der ansonsten durchaus erfreulichen und gut gemachten Wiener Stadtzeitung “Falter” folgendes: “….Dabei ist der Umgang der Menschen (in Teheran, Anm.) miteinander ohnehin wesentlich zivilisierter als hierzulande. Alte Menschen und junge Mütter finden immer einen Sitzplatz…in der Millionenstadt gibt es kein Komasaufen, und Jugendlichen ist der Zugang zu Zigarettenautomaten versperrt. Die MA48 von Teheran muss keine Gackerlstraftafeln aufstellen, denn Hunde sind verboten” (Falter 19/2013, S. 6)  – Dass zum “zivilisierteren Umgang als hierzulande” in Teheran das Aufhängen von Schwulen, der brutale Terror der islamofaschistischen Religionspolizei und das Foltern und Liquidieren von Dissidenten gehört, vergisst der “Falter” halt zu erwähnen. Wir wollen uns jetzt lieber nicht vorstellen, welche Errungenschaften der “Falter” im Wien des Jahres, sagen wir mal 1940, lobenswert gefunden hätte. Und jetzt warten wir gespannt auf die nächste Woche: “Was Wien von Pjöngjang lernen kann”?

13 comments

  1. Carlos Maxx

    Um Redakteur in den normalen links-grün hörigen Medien zu werden, ist ein stark erhöhter Grundpascher nötig (jeder Mensch hat einen Grundpascher), für links linke Zeitungen wie der Falter ist eine dauerhafte Geistesstöhrung auf hohem Niveau zwingend erforderlich.

  2. Stefan

    Vielleicht gibt es kein Komasaufen, weil auf Alkohol trinken schwere Strafen, im Wiederholungsfall sogar die Todesstrafe, stehen?

  3. Rennziege

    Am schönsten finde ich den Falter-Schlenker über “die MA 48 von Teheran”, die sich mit Hunden nicht zu befassen braucht. Denn der Hund gilt dem Koran generell als unreines Tier; es möchert’ sein, dass einer den Karawanenräuber, posthum Prophet genannt, einst ins Wadel gebissen hat, als er in flagranti ertappt wurde.
    Weitere unreine Tiere im Islam: Frauen, die ihre Periode haben. Und Schwule allzeit, obwohl die davon unbehelligt bleiben. Wer die Weisheit dahinter begreift, muss einen IQ unter der Raumtemperatur haben.

  4. world-citizen

    Wie interessant immer wieder die Beobachtung ist, daß menschliches Verhalten in allen Teilen der Welt gleich ist. Alles was schön ist, findet Bewunderung und alles was unschön ist wird einfach ausgeblendet.
    Menschen sind eben überall Menschen und wer nicht mit der Herde im Gleichklang blökt wird ausgegrenzt und später ausgestoßen und in weiterer Folge der Lynchjustiz preisgegeben.

  5. menschmaschine

    “in der Millionenstadt gibt es kein Komasaufen, und Jugendlichen ist der Zugang zu Zigarettenautomaten versperrt”

    wie schön.
    wiederholt war allerdings bereits in anderen medien zu lesen, daß gerade teheran über eine erschreckend große szene verfügt, die sich harten drogen wie heroin hingibt. das könnte ein zeichen für die frustration und perspektivenlosigkeit sein, die die islamistische diktatur bei der teheraner jugend auslöst.
    dieses unschöne faktum wurde im bekannt objektiven falter aber sicher nur “vergessen”.

  6. Mourawetz

    Ausgerechnet eine Zeitung, die aus der “autonomen Szene” rund um die Besetzung der Arena in den Siebzigerjahren entstanden ist, findet Gefallen an den rigorosen Eingriffen der Islamofaschos in das Leben der Bürger. Jene, die sich noch bis vor kurzem gegen alles was nach Staat, Polizei und Verbotsschildern roch, mit Demos und Hausbesetzung aufgelehnt haben, jene, die selber jedes besetzte oder unbesetzte Haus verschandelt haben finden es plötzlich ursuper, wenn es auf den Straßen so rein ist, dass nicht einmal die Gackerlpolizei ausrücken muss, weil Hunde schlicht verboten sind. Möglicherweise hätte man damals die Arena sofort durch die Polizei stürmen und auflösen müssen. Da hätten sie erst applaudiert und vor lautem zivilisiertem Umgang vor Freude gejohlt.

  7. Wolf

    Auch das Verbot von Hunden ist für den “Falter” anscheinend ein zivilisatorischer Fortschritt; das (absolute) Alkoholverbot ja sowieso – offenbar träumt der “Falter” von einer idealen Welt, wo alles verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Da ist der Iran ja nahe dran, und Wien ist dank der Grünen auch auf dem besten Weg dahin.

  8. Weninger

    @Wolf
    Was “der” Falter sagt oder jemand der darin schreibt, ist aber schon noch ein Unterschied. Wir kennen weder Verfasser beim Namen (vielleicht ist er Perser?) noch den genauen Kontext des Ganzen. Aber wir regen uns sofort einmal präventiv auf, darüber wie “der” falter denkt. Das muss ich mir in Printfassung in Ruhe anschauen, bevor ich mir hier ein Urteil erlaube.

  9. Mario

    Wer liest denn noch den Falter? Zeitverschwendung. Geldverschwendung.

  10. Prinz Eugen von Savoyen

    Hat der Falter schon erwähnt, dass der nächste Life-Ball in Teheran stattfindet?

  11. Turing

    Bei der Sache mit Hund erinnere ich mich an meine damalige Geschichtslehrerin, die sagte: “Immerhin war die Sowjetunion das einzige Land, das nicht von der Weltwirtschaftskrise betroffen war.” Ist ja auch logisch, wenn man nicht am Welthandel teilnimmt. Und es ein ganzes schlimmer Relativismus. Die Weltwirtschaftskrise war ein Miniproblem im Vergleich zu dem, was in der UdSSR genau in jenen Jahren nach 1930 abging. Die Produktion in der westlichen Welt brach zusammen und es gab viel Arbeitslosigkeit, aber es gab immer was zu essen. In der UdSSR aber brach eine riesige Hungersnot aufgrund von Inkompetenz aus. Und die Tatenlosigkeit der Führung war dem Wohlwollen Ukrainer verhungern zu sehen geschuldet.

    Was ich heute nicht begreife: Diese Lehrerin war in der PDS und hat Geschichte unterrichtet und gerne politisch diskutiert. Man stelle sich vor, ein Sportlehrer, der in NPD Mitglied ist, erzählt, dass seine Schüler “flink wie Windhunde” wären. Skandal! Dazu bräuchte er noch nicht einmal mal in der NPD sein.

  12. world-citizen

    Prinz Eugen von Savoyen :
    Hat der Falter schon erwähnt, dass der nächste Life-Ball in Teheran stattfindet?

    Ja, wenn der nächste Life-Ball in Teheran stattfindet und die nächste Love-Parade in Mekka, dann werden wir in einer wundervollen, toleranten Welt leben, so wie es derzeit nur auf meiner Lieblingsinsel ist.

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