US-Atomwaffen auf türkischer Basis nach Putsch unsicher

“…Der gescheiterte Militärputsch in der Türkei erhöht die Sorgen um die Sicherheit von rund 50 auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik stationierten US-Atomwaffen. Die unweit der Grenze zu Syrien gelagerten Waffen könnten in die Hände von “Terroristen oder anderen feindlichen Kräften” gelangen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Denkfabrik Stimson Center….” (hier)

18 comments

  1. Fragolin

    Als ob sie vorher sicherer gewesen wären.
    Will uns da jemand auf einen “Zwischenfall” vorbereiten?

  2. Kluftinger

    @ Fragolin
    Das Fragezeichen ist berechtigt ! Es könnte ja auch der Herr E. auf die Idee kommen, besagte Waffen für unter türkischem Kommando stehend zu reklamieren? Od`r????

  3. Fragolin

    @Kluftinger
    Nachdem der Irre vom Bosporus ja deutschen Parlamentariern und sogar Generälen den Besuch der deutschen Truppen auf dem NATO-Stützpunkt verwehrt hat, traue ich dem ja prinzipiell alles zu.
    Normalerweise wäre das ein Fall für den sofortigen Rausschmiss aus der NATO und den sofortigen Eilabzug sämtlicher NATO-Streitkräfte aus der Türkei. Auf welcher Seite die Türkei steht sieht man daran, dass sie den Sieg kurdischer Truppen über radikalislamistische Besatzer, die tausende Zivilisten als Geiseln genommen hatten die von den Kurden befreit werden konnten, damit quittierte, den sofortigen Abzug der Kurden zu fordern. Offene Unterstützung für IS und andere Radikalmuslime vertragen sich nicht mit NATO-Mitgliedschaft.
    Aber egal, so tief unsere Eliten dem Kalifen im Hintern stecken sind si geradezu atemlos…

  4. Falke

    Ganz abgesehen von der grundsätzlichen Frage betreffend die Gefährdung der Atomwaffen: Durch den aktuellen “Putsch” (oder Putschversuch) waren sie sicher nicht in Gefahr, da man ja immer mehr zu dem Schluss kommen muss, dass der Irre vom Bosporus das alles nur inszeniert hat, um sich seiner (tatsächlichen oder imaginären) Gegner “legal” zu entledigen und sein Kalifat ungestört in die Tat umzusetzen. Viel eher gefährdet sind die Waffen durch den Wahnsinnigen selber.

  5. Antonia Feretti

    Ein paar Leute werden den Code wohl wissen. Und mit geeigneten Mitteln ist wohl ein jeder zum Reden zu bringen.

  6. mariuslupus

    Wer ist Kori Schake, und was ist das Hoover-Institut ? So jemand, oder so eine, kann alles mögliche erzählen.
    Die Amis sollten sich überlegen, sollten sie dazu in der Lage sein, wo sie ihre Atomwaffen herumliegen lassen. Erdogan ist schon längst auf die Idee gekommen, dass er ausser Merkel, auch noch Obama erpressen kann. Sollte Erdogan sagen, die A-Waffen bleiben in der Türkei, punktum, bleibt den Amis nichts anderes übrig, als zu kuschen, und versuchen alles unter den Teppich zu kehren. Auch Erdogan ist überzeugt, es gibt kein Code den man nicht überlisten kann. Erst dann wird die Erpressung erst richtig lustig.
    Aber, kein Szenario für einen nächsten dümmlichen Megafilm wie Independence Day.

  7. gms

    mariuslupus,

    > Wer ist Kori Schake, ..

    Sie ist eine Neocon aus dem Bush-McCain-Dunstkreis, ihren gezwitscherten Botschaften nach ist Trump doof, Putin böse, die Nato spitze, Muslime in den USA sind brav und Islamophobie muß gekämpft werden.

    > und was ist das Hoover-Institut?

    Ein Thinktank der Neocons und Rekrurierungspool der US-Republicans.

    > So jemand, oder so eine, kann alles mögliche erzählen.

    Nachdem man Erdogan nicht wegputschen konnte, ist Schadensbegrenzung angesagt. Verfasser der Hauptbotschaft wiederum ist das Stimson-Center, ein nicht minder notorischer Thinktank mit Schwerpunkt Global Governance, zumal laut eigener Forschung die Welt zunehmend von Krisen (explizit Klimawandel, Flüchtlinge, Terror, Waffenverbreitung) heimgesucht wird und Nationalstaaten dem mutmaßlich nicht Einhalt gebieten können.

    Genau genommen nimmt Kori Schake (ehemalige Mitarbeiterin der Nato sowie des US-Security-Councils) dem Bericht des Stimson-Centers den Wind aus den Segeln, meint sie doch, die Waffen in Incirlik seien ohne Codes nicht zu gebrauchen. Egal was nun stimmt — der Medienkonsument wird auf künftige Friktionen mit der Türkei eingetaktet, und weil dabei irgendwie Atombomben im Spiel sind, hat man hierfür quasi einen Persilschein. Crook Fight!

  8. Fragolin

    Und die Hammerschläge auf den Kopf des osmanischen Kalifen prasseln immer heftiger nieder:
    http://www.zeit.de/news/2016-08/16/terrorismus-ard-berlin-nennt-tuerkei-aktionsplattform-fuer-islamisten-16172607
    Ich höre da so verräterische Kratzgeräusche unter Merkels breitem Hintern, denn langsam quillt es gezielt an die Oberfläche, dass sie genau wusste mit wem sie sich da in’s Bett legte.
    Gespannt bin ich ja schon mal auf das muselmanische Wutgeheul aus Ankara über diese Enthüllungen (die uns eh schon lange bekannt waren, wenn ich mir mal die Kommentare der letzten Monate anschaue; der Kalif versteckt seine Ambitionen ja auch nicht, das übernahmen bisher die Schweigemedien wie, äh, nun ja, auch die jetzt Munition liefernde “Zeit”…). Da wird es wohl noch g’schmackig werden, vor Allem, wenn Erdogans etwa 2 Millionen Fans in Deutschland milieugewohnt ausrasten…

  9. gms

    Fragolin,

    [terrorismus-ard-berlin-nennt-tuerkei-aktionsplattform-fuer-islamisten-16172607]

    Da kann man doch glatt lesen: “Ankara arbeitet demnach seit Jahren mit Islamisten zusammen”. Daß die Türken sich als Nato-Mitglied sowas trauen, und das noch dazu unter den wachsamen Satelitenaugen der USA, die selbst wiederum als potentester Player ohne eigene geopoltische Interessen nie auch nur in die Nähe des Verdachts kämen, jemals mit islamistischen Kreisen gemeinsame Sache gemacht zu haben — das ist wohl die Meldung schlechthin des noch jungen Jahrhunderts. Wenn wir die “Zeit” nicht hätten, die ihrer Leserschaft die ganze Story ohne jegliche Auslassungen serveriert, müßte man sie glatt erfinden.

    Seine Schuldigkeit hat der Mohr von Istanbul getan, jetzt muß er nur noch gegangen werden. Stay tuned.

  10. Fragolin

    @gms
    Die USA haben niemals mit Islamisten zusammengearbeitet. Zusammenarbeit impliziert Augenhöhe. Sie haben dieses Dreckspack nur gezüchtet, als Waffe eingesetzt und, wenn nicht mehr benötigt, entsorgt.
    Hätte sich der osmanische Kalif wohl nicht gedacht, dass er einst auch in die Reihe von Bin Laden, Hussein und wie die ganzen nützlichen Idioten hießen, gestellt wird. Die Gefahr, nach waffentechnischer Wiederherstellung der Demokratie (ächz!) verlottert aus einem Erdloch gezogen und zu Tode getreten zu werden, schwebt über jedem radikalmuslimischem Despoten. Vielleicht dämmert es dem Ziegenfreund langsam, dass er keine anderen Freunde hat als Ziegen…

  11. gms

    Fragolin,

    “Hätte sich der osmanische Kalif wohl nicht gedacht, dass er einst auch in die Reihe von Bin Laden, Hussein und wie die ganzen nützlichen Idioten hießen, gestellt wird. ”

    Das Putzige ist, daß man sich aktuell tatsächlich vollends auf Erdogan als Person einschießt [1], etwas, das sich rückblickend bereits abzeichnete [2][4][5]. Traut man der Kristallkugel, dann baut der Westen den Kurden und aktuellen Vizepremier Mehmet Simsek als Nachfolger auf, der wiederum aktuell auf seine guten Kontakte zu Frankreich und Deutschland verweist und einen EU-Beitritt anstrebt. Daß Simsek früher für die US-Botschaft in der Türkei arbeitete, dem IMF und die Weltbank, eine britische Doppelstaatsbürgerschaft besitzt und dieses Jahr bei den Bilderbergern war, tut dabei selbstmurmelnd nichts zur Sache, auch nicht, wonach die CFR-Gazette “Foreignpolicy” ihn 2013 seinen zahlenden Lesern als einen der 500 mächtigsten Menschen weltweit anpreist [0].

    Als Drahtzieher hinter dem gescheiterten Militärcoup einigt man sich auf die extremistische (sic) Gülen-Bewegung, nachdem Erdogan dieser aber nicht wohlgesonnen ist, hat er sträflich mit der extremistischen Hamas gepackelt. Das Dumme ist Erdogans Rückhalt in der Bevölkerung, was nach einem handfesten Skandal verlangt. Hat jemand noch unbenutze Panama Pampers rumliegen? Oups, die braucht man garnicht.

    [0] weforum.org/people/mehmet-simsek/
    The FP Power Map: The 500 most powerful people on the planet: tinyurl.com/zuu6z5x
    [1] zeit.de/politik/deutschland/2016-08/recep-tayyip-erdogan-tuerkei-unterstuetzung-islamismus
    [2] June 13th, 2013: globalpublicsquare.blogs.cnn.com/2013/06/13/why-akp-needs-to-drop-erdogan/
    By Stephan Richter, Special to CNN, theglobalist.com/contributors/stephan-richter/
    [4] welt.de/debatte/kommentare/article145404453/Wir-duerfen-die-Verbrechen-der-PKK-nicht-vergessen.html
    19.08.15; Richard Herzinger (wer sonst?): Erdogans schändliches Spiel [..] Die PKK sind nicht “die Kurden” [..] Er ist zudem ein Heuchler, wenn er den Terrorismus der PKK anprangert, sich aus Israelhass sowie im Zuge seines Traums, das Osmanische Reich wiederzubeleben, aber zum Schutzherren der terroristischen Hamas in Palästina aufschwingt. Sein Engagement gegen die Horrortruppe IS ist, ungeachtet des jüngst verstärkten türkischen Vorgehens gegen sie, halbherzig, sein Verhältnis zu ihr bleibt ambivalent.
    [5] haaretz.com/middle-east-news/.premium-1.711273
    Corruption Scandal Hovers Over Erdogan. The Turkish president’s biggest fear is that tycoons arrested in U.S., Iran will reveal Ankara’s role in evading sanctions against Tehran.
    independent.co.uk/news/world/europe/bilal-erdogan-italy-investigates-turkish-presidents-son-over-money-laundering-allegedly-connected-to-a6879871.html
    foreignpolicy.com/2015/01/06/why-turkeys-mother-of-all-corruption-scandals-refuses-to-go-away/

  12. Fragolin

    @gms
    “…was nach einem handfesten Skandal verlangt.”
    War da nicht kurz vor dem “Putsch” etwas mit der rechtmäßigkeit seines akademischen Titels, ohne den er das Amt laut Verfassung gar nicht bekleiden dürfte? Einer der Gründe, warum ich dem Größenwahnsinnigen durchaus zutraue, diesen “Putsch” als Schauspiel selbst inszeniert zu haben, um 1. per Notverordnung weiter im Amt bleiben zu können, 2. jeden der ihn jetzt noch hinterfragt in den Kerker zu werfen und damit 3. endgültig zum “alternativlosen” Herrscher der Osmanen zu werden.
    Den demonstrativen Rückhalt einer großen Menge einer leicht fanatisierbaren Bevölkerung haben andere arabische Despoten auch schon hinter sich gehabt und sind dann trotzdem gelyncht worden, Das gibt ihm momentan Kraft, aber auf Dauer hilft das nix, wenn man mit dem Rücken zu Wand steht und ein GI auf einen zielt.
    Dass Erdowahn sich in seiner Verzweiflung jetzt an Putin ankuschelt (man sieht ja in Syrien an Assad, dass es schwer wird, jemanden aus dem Amt zu bomben, der den Bären im Rücken hat) zeigt, dass er das Speil zu durchschauen beginnt.
    Was Simsek betrifft habe ich noch ein anderes Szenario im Hinterkopf, nämlich nach dem Aufbau und der Aufrüstung einer faktischen kurdischen Armee gegen den IS das baldige Wiederaufflammen der Forderungen nach einem eigenen kurdischen Staat, der neben Gebieten in Syrien und Irak eben auch Teile aus der Türkei reißen wird. Neben seiner militärischen Verteidigung benötigt der auch eine starke Regierung mit klingenden Namen, um die schnellstmögliche Verflechtung im internationalen Vertragsgeflecht zu sichern und Assads Syrien erneut in die Zange zu nehmen. Wenn Damaskus erledigt ist, kommt Ankara dran, das sich im Falle einer international anerkannten Abspaltung Kurdistans innenpolitisch in kürzester Zeit zerreibt. Das Nicht-Verhindern-Können der kurdischen Unabhängigkeit und das Zerbröseln des Staatsgebietes sind mehr Skandal, als der Sultan überleben kann. Unappetitlich werden die kriegsbegleitenden Scharmützel in Mitteleuropa sein, aber da das deutsche Bundesheer bald auch im Inneren eingesetzt werden darf, wird man das in den Griff bekommen. Das Leueten wie Merkel und ihren Drahtziehern Kollateralschäden im eigenen Volk egal sind, dürfte inzwischen jeder realisiert haben.
    Damit die kurdische Segregation nicht zum Bündnisfall wird, muss vorher noch etwas passieren, was die Türkei aus der NATO katapultiert. Und hier schließt sich der Kreis zum “zufälligen” Lancieren solcher Meldungen wie der obigen. Dann kommt es zu einem “Zwischenfall”, vielleicht löst man die Krise um Aleppo nachhaltig, schiebt das dann mit CIA-üblichen Beweisen dem Erdo-Regime in die zu groß gewordenen Schuhe und schon ist Ende im Gelände.
    Kann sein, dass ich falsch liege, ist immerhin nur eines von vielen möglichen Szenarien, und ich habe mich nicht so tief informiert wie Sie, aber man macht sich eben so seine Gedanken.

  13. Fragolin

    Manchmal wünschte ich mir eine Liste der Trigger-Worte, die den Forenwachhund aus der Hütte treiben. Stundenlang (und am Wochenende auch mal den ganzen Tag) auf Kommentarfreigabe warten zu müssen ist nicht gerade diskussionsfördernd. Der Wille zur Vermeidung “böser” Worte ist ja da, aber wie soll das gehen, wenn man nicht weiß, welche das sind???

  14. gms

    Fragolin,

    “Dass Erdowahn sich in seiner Verzweiflung jetzt an Putin ankuschelt [..] zeigt, dass er das Speil zu durchschauen beginnt.”

    Die Achse Erdogan-Putin, im Mainstream oftmals als homoerotische Freundschaft dargestellt, existiert schon länger und wurde nur vom jüngsten Abschuß einer russischen Militärmaschine angekratzt. Diverse Analysten meinen, Erdogan sei hierfür nicht verantwortlich gewesen, hätte er doch seine Streitkräfte nicht völlig im Griff gehabt und würde zugleich nur Nachteile aus dieser Aktion gezogen haben. Daß er sich dennoch entschuldigte, folgt der Notwendigkeit, die unzureichende Kontrolle über seine Streitkräfte nicht eingestehen zu müssen. Für den Kreml wiederum war das Aussprechen von Sanktionen als Reaktion ebenfalls unabdingbar, selbst wenn man über die Hintergründe gewußt hätte.
    Den einen ist es Kuscheln, anderen das Bereinigen eines inszenierten Zwischenfalls zur Störung der russisch-türkischen Beziehungen.

    Für die Kurden steht fraglos ein Teil des syrischen und speziell irakischen Staatsgebietes [0] als möglicher Gewinn im Raum, etwas, was kurdische Beobachter sogar mit der Duldung Assads für denkbar halten (‘amicable divorce’ [1]). Der Westen, oder zumindest die USA, würden von einer Aufteilung der Türkei selbst übermäßig nicht profitieren, damit versuchsweise Erdogan loszuwerden halte ich angesichts der Optionen für ein Kurdistan in Irak/Syrien für eher unwahrscheinlich, wenn auch, basierend auf [2] und die Divergenzen zwischen Erdogan und Simsek thematisierend, nicht für völlig ausgeschlossen.

    [0] economist.com/news/leaders/21644151-case-new-state-northern-iraq-set-kurds-free
    [1] independent.co.uk/voices/kurdish-independence-is-coming-but-the-kurds-themselves-have-to-secure-it-a7040736.html
    [2] ekurd.net/turkey-has-a-kurdish-problem-costing-billions-of-dollars-fm-2015-04-01

  15. gms

    Fragolin,

    “Manchmal wünschte ich mir eine Liste der Trigger-Worte”

    Auch meine jüngste obige Replik an Sie hängt in der Quarantäne, was eher darauf hindeutet, daß der Thread themenbedingt auf die Inspektionsliste kam.

  16. gms

    Hmm, Herr Ortner, was triggert nun die Moderation? Die Worte USA, Putin, Edogan oder Simsek werden es wohl nicht sein, oder?

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