Veränderung unerwünscht

(JÜRGEN POCK) Nachdem mit Heinz Fischer zwölf Jahre lang ein 68er-Symphatisant in der Hofburg residiert hat, mehr oder weniger im politischen Dämmerschlaf, folgt mit Systemverteidiger Van der Bellen ein weiterer Repräsentant der linken Hegemonialmacht nach. Der einstige Bekämpfer der Eliten hat die Interessen des sich hinter ihm angesammelten Establishments in den Rang eines Dogmas erhoben, einen möglichen Hofer-Sieg mit schlimmsten Untergangsszenarien verziert und die Stimmbürger gleichzeitig mit regelmäßigem Nazi-Geschrei an ihren unüberwindbaren Schuldkomplex erinnert. Erfolgreich. Somit wurde die Systemveränderung erst einmal verschoben. Die Mehrheit hat sich für den EU-hörigen Kandidaten entschieden, der sich träge von Widerspruch zu Widerspruch emporgeirrt hat.

Kaum präsentierte sich das Votum pro Van der Bellen, trudelten auch schon die ersten beglückwünschenden Sprüche der Schulterklopfer ein. Was wurde von den Spitzen der Alt-Republik nicht unmittelbar nach der ersten Hochrechnung schon getwittert und gepostet. Man versicherte sich gegenseitig, auf der richtigen Seite gekämpft zu haben und war stolz darauf, dass die als Negativschablone agierende Kampagne zum erwünschten Ergebnis geführt hatte. Die moralisch Überlegenen, die Vernunftbegabten haben dieses Land nach eigener Auffassung in einem politischen Kraftakt vor schlimmeren Schäden bewahrt. Die Angst, die monatelang innerhalb der Anti-Hofer-Koalition ob des drohenden Verlusts ihrer jahrzehntelang mühsam etablierten Hegemonie in Kultur, Gesellschaft und Politik spürbar war, entlud sich schlagartig in groteske Jubelrufe.
SPÖ-Obmann Schieder beurteilte den Wahlsieg des Grünen prompt als glückhaftes Ergebnis, das nun in die richtige Richtung weise. Der sozialdemokratische Oberlehrer, tugendhaft und besserwisserisch, ist einmal mehr der Banalität des Gutgemeinten erlegen. Der rote Kanzler deutete das Wahlergebnis als Präferenz für eine weltoffene Politik der Chancen. Genau in seinem Sinne. Die Kleinkoalition kann nun auf Hofburg-Hilfe hoffen, wenn es darum geht, die rot-schwarze Stillstandspolitik weiterzuführen und Neuwahlen weitestgehend zu verschleppen. Vizekanzler Mitterlehner darf sich schadenfroh ins Fäustchen lachen, seine Wahlempfehlung hat dem Professor genügend konservative Stimmen zugeführt, um die Wahl für sich zu entscheiden. Dieser christdemokratische Kniefall vor dem linken Milieu samt politischer Selbstverleugnung obliegt seiner Verantwortung als Parteichef.
Auch ausländische Akteure zogen moralisch Bilanz: Sigmar Gabriel, SPD-Chef und glühender VdB-Groupie, bezeichnete die Wahl des ehemaligen Sozialdemokraten naturgemäß als Sieg der Vernunft. Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni sprach von einem guten Zeichen, noch nicht wissend, dass sein Parteivorsitzender Renzi den Hut im Angesicht seines spektakulären Scheiterns beim Verfassungsreferendum ziehen wird. Nicht unerwähnt sei der verbale Beifallssturm des deutschen Bundespräsidenten in spe, Frank-Walter Steinmeier, der bekundete, dass Europa, sprich: der EU als supranationale Werteanstalt, ein Stein vom Herzen fällt. Der Vormarsch des Populismus nach Brexit und Trump sei endlich gebannt.
Die Achse der Guten landete mit ihrem von Hysterie aufgeladenen Populismus-Etikett einen Punktesieg. Letztlich ist dieser Vorwurf ebenso populistisch wie die politischen Mittel, die man beim Gegner anzuprangern vorgibt. Inhaltlich gibt diese Worthülse nichts wieder. Sie dient sich jedem an, der zu bequem ist, eigenständig zu argumentieren und wird auch den linken Karren bei den nächsten Wahlen nicht mehr aus dem Mist ziehen.

34 comments

  1. elfenzauberin

    Ich bin ja nur neugierig, ob die frischgebackene First Lady, die dereinst entschlossen gegen den Opernball demonstriert hat, auf ebendiesem Ball in feiner Abendgarderobe zu sehen sein wird.

    Eine Veränderung wird es mit Sicherheit geben: die Rauchmelder in der Hofburg werden wohl deaktiviert werden.
    Ist doch auch etwas, oder nicht?

  2. Thomas Holzer

    Hofer sollte aber -bei aller berechtigten Kritik an der internationalen Linkskoalition- einen seiner “Freunde” nicht vergessen!
    Meiner Meinung nach war die Wortspende des Herrn Farage mehr als nur überflüssig und kontraproduktiv, genauso wie das Auftreten Hofers selbst in der ORF-Diskussion.
    Ein paar unnotwendige Eigentore (vor allem in den letzten Tagen vor der Wahl) haben sich Hofer und FPÖ schon geschossen.
    Abschließend: einer der dümmsten Sätze zum Wahlergebnis: “Wien hat wie eine Metropole gewählt” (möge jeder für sich entscheiden, wem er zutraut, diese Dummheit öffentlich zu postulieren)

  3. publisher

    @thomas holzer:
    Leide richtig. Die Wortmeldung von Farage war tatsächlich extrem kontraporduktiv….

  4. Thomas Holzer

    @Urban Geller
    Alle sind vor dem Gesetze gleich………….Ausnahmen bestätigen die Regel 😉
    Ich möchte mir gar nicht vorstellen, zu welchen unüberlegten Entscheidungen sich Herr vdB hinreißen lassen könnte, so er nicht -zumindest ab und zu- einen Glimmstängel anheizen kann; da erachte ich es als weniger gefährlich, den grünen Salon zu vernebeln; und mit einer Zigarette in der Hand -wie weiland die Frau Bachmann- wird er ja wohl hoffentlich im Leopoldinischen Trakt der Hofburg nicht einschlafen 😀

  5. Selbstdenker

    @Jürgen Pock:
    Das war kein Punktesieg, sondern ein Pyrrhussieg.

    Außerdem sei erwähnt, dass die EU-Fans in Italien gerade eine krachende Niederlage erlitten haben.

  6. Sabrina

    weiterwursteln und die Nazikeule schwingen – mehr ist nicht mehr drin.
    Schade, das über 50 Prozent der Wähler so dumm waren, darauf noch reinzufallen.
    Nachdem jetzt die Koalition weiterwursteln kann, ohne irgendwas zu ändern und die Grenzen auch nicht so sichern – kommt eh fast keiner mehr….warten wir die nächste NR Wahl ab.
    Das Farage die Lüge vom Öxit so zielsicher genau kurz vor der Wahl rausposaunte, ist für mich kein Zufall, ganz sicher nicht – der ist für mich eine mehr als fragwürdige Gestalt….

  7. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Zu mir hat vor ein paar Monaten ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft in einem belanglosen Gespräch gemeint, dass der Gleichheitsgrundsatz “Ewiggestriges Denken” sei.

    Diese “Denkweise” dürfte durchwegs dem Mainstream der Beamten- und Richterschaft entsprechen: Verwaltung und Justiz nicht als unabhängige Schiedsrichter, sondern als Springer, die bei dem Team mitspielen, bei dem sie sich einen Zugewinn an Geld, Macht und Prestige erwarten.

    Das sich die Bürger angewidert von diesem System abwenden, in Apathie verfallen oder extremen religiösen bzw. weltanschaulichen Gruppierungen zuwenden, braucht nicht zu überraschen: es ist das Ergebnis jahrzehntelanger, “harter” Arbeit.

    Die Verantwortlichen hätten zu jeder Zeit die Möglichkeit gehabt, die Notbremse zu ziehen. Sie bevorzugen es aber den Zug mit seinen zahlreichen Schlafwagen “alternativlos” entgleisen zu lassen.

  8. Nattl

    Hr. Strache kann etwas aufatmen. Nach der missglückten Wiederholung der Wahl sind die Chancen leicht gesunken, dass Hofer ihn als Spitzenkandidaten ablöst.

    Farages Interview war nur ein Tropfen am heißen Stein. Am Samstag wussten die meisten schon, ob sie zur Wahl gehen oder nicht und wen sie wählen werden.

    Die FPÖ hat 6 Fehler gemacht

    1. Die Wahlanfechtung selbst
    2. Nicht authentisches Auftreten von Hofer
    3. Der Rechtsradikalenkongress in Linz
    4. Frau Stenzel
    5. Gott
    6. Die Fehlannahme, dass nach Brexit und Trump der Ausgang der Wahl quasi eh schon a g’mahte Wiesen ist

    Letztenendes hat Hofer den Molterer-Effekt zu spüren bekommen: wer Neuwahlen vom Zaun bricht, verliert diese.

  9. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Mit welchen Leuten Sie sich nur unterhalten………….
    “Justitia fundamentum regnorum”; dieser Satz, Wahlspruch, kurz diese Basis eines jeden (halbwegs funktionierenden) (Rechts)staates scheint mittlerweile obsolet geworden zu sein.
    Nur mehr eine Frage der Zeit, bis dieser Spruch vom äußeren Burgtor -spätestens im Zuge der Installierung des “Rathkolbhauses”- entfernt werden wird.

  10. Fragolin

    Ich hab jetzt keine Lust, das wieder rauszusuchen (ich speichere einfach chronologisch mit), aber ich habe schon vor zwei Wochen den Verdacht geäußert (und dabei auch das Wahlergebnis vorhergesagt) dass die Blauen irgendwie alles daransetzen, diese Wahl zu verlieren. Egal, ob die SMS-Geschichte oder die Rülpserei der Frau Stenzel, die Pro-EU-Pirhouette oder das Ausblenden des ganzen Migrationsthemas – das war alles dazu angetan, möglichst unauffälllig zu sagen “Liebe Leute, wählt uns nicht!”, denn gerade diese Themen haben die Wähler mobilisiert.
    Innerparteiliches Machtkalkül? Immerhin lebt Strache jetzt ungefährlicher und hat bessere Chancen, der nächste Kanzler zu werden. Der Verhinderungspräsident sitzt in der Patsche, denn in 2 Jahren, wenn garantiert die FPÖ mit Abstand stärkste Kraft im Parlament werden wird, hat er die Wahl zwischen Bruch der Verfassung oder Bruch seiner vollmundigen Versprechungen – in jedem dieser Fälle wird er der Gegenseite weitere Stimmen zutreiben. Wäre Hofer Präsident geworden, wäre er von seinen Fans am Tun gemessen worden und hätte schnell seinen Zauber verloren, ja vielleicht sogar der FPÖ bei der nächsten Wahl geschadet, nach dem Motto “Die reden nur aber tun nix”. So können sie aber aus der zweiten Reihe weiterstänkern.
    Hofer ist ja nicht weg. Als 3. Nationalratspräsident ist er immer noch da. Ich glaube, mit dem Ergebnis sind beide Seiten zufrieden. Nur Van der Bellen ist sich noch nicht ganz klar darüber, in was für einem miesen Spiel er von beiden Seiten verheizt wurde. Aber der wacht auch noch auf, spätestens dann, wenn er wirklich etwas entscheiden zu können glaubt.

  11. Thomas Holzer

    Bruch der Usancen ist kein Bruch der Verfassung.
    So dieses Ihr angedeutetes Szenario auch nur partiell von FPÖlern verfolgt wurde, stellt sich dann die Frage, wozu die Anfechtung, wozu Millionen verbraten?!

  12. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Ich finde es immer wieder “putzig”, wenn sich bereits aufgedunsene Politiker*_Innen noch weiter zur altruistischen Löschtruppe aufblasen, die das Inferno symbolisch “bekämpft”, das sie selbst angerichtet hat.

    Falls sich mal ein Politiker aus seinem “Safe Space” herauswagen und ein paar ehrliche Zeilen auf Ortners Blog an sich heranlassen sollte:

    Das Ruinieren der demokratischen und rechtsstaatlichen Institutionen ist Euer Werk.
    Hört auf andere dafür verantwortlich zu machen für das was Ihr angerichtet habt.
    Ihr seid die Steigbügelhalter der Polarisierung, des Extremismus und des Niedergangs.
    Lüge und Betrug wurden von Euch zu europäischen Werten ernannt.
    Die von Euch kontrollierten Medien verbreiten “Fake-News”.
    Eure Gesetze, die Ihr selbst am aller wenigsten befolgt, sind gleich viel “wert” wie Euer EZB-“Geld”.
    Ihr seid die eigentlichen Extremisten.

    Liebe Politiker, schämt Euch nur für “Eure” Bürger, denn die Bürger schämen sich auch für Euch.

  13. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Dass der Hofer der bessere Strache wäre, kam auch erst nach der Wahlanfechtung raus. Ein Schelm wer Böses denkt. 😉
    Ich weiß nicht, wie die Strategen ticken (und manchmal denke ich mir, die ticken nicht ganz rund, nix genaus weiß man nicht) und was sie damit verfolgt haben – aber vielleicht war es auch ein Versuch der Verschleppung um die Regierung zu Fall zu bringen. Hätte (und die Gefahr bestand) inzwischen der Türkei-Deal versagt oder die Italiener ihre afrikanischen Massen nicht mehr im Griff gehabt, wäre sofort in Wien die Hose gefallen und neben der Präsidenten- auch eine NR-Neuwahl zu bestreiten gewesen und angesichts täglich tausender ins Land einfallender Männerhorden wären beide eine g’mahte Wiesen gewesen.
    Erdowahn hat durchgehalten und die Italiener haben die Bedingung für den Kotau vor dem ewig offenen Brenner erfüllt und die Ströme in Kleingruppen zerlegt wie die angeblich geschlossene Balkanroute (über Ungarn reisen pro Tag etwa 300-400 sogenannte “Flüchtlinge” ein…) und die Massen zurückgehalten. Also solches Kalkül ist nicht aufgegangen.
    Aber das ist alles Kaffeesudleserei. Mir ist nur aufgefallen, dass je näher die Wahl rückte und je höher Hofers Vorsprung bei Meinungsumfragen oder Wert bei Buchmachern lag, umso heftiger an seiner Demontage gewerkelt wurde und er selbst von seinen eigenen Themen abrückte.
    Wenn das nicht mutwillig geschehen ist, dann ist dieser Haufen noch blöder als gedacht, und das will was heißen.

  14. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Nachtrag: Stimmt, die stimmenstärkste Partei nicht zuerst mit der Regierungsbildung zu beauftragen, wäre nur ein Bruch der Usancen, wenn auch ein aus demokratischer Sicht sehr fragwürdiger. Aber das Demokratieverständnis unserer angeblich glühenden Europäer und Demokratieverteidiger ist eh bekannt.
    Wie angekündigt aber selbst eine von einer parlamentarischen Mehrheit gebildete Regierung unter Beteiligung der Blauen die Angelobung zu verweigern verstößt sehr wohl gegen Verfassungsrecht. Artikel 1 gilt auch für den Grüßaugust; demokratische Mehrheit ist nicht nur bei seiner eigenen Wahl zu akzeptieren sondern auch bei der Wahl anderer. Dem Präsidenten stehen Maßnahmen zur Disziplinierung der Regierenden zu, wenn diese das Recht zum Schaden des österreichischen Volkes brechen, aber es steht ihm nicht zu, nach eigenem Gutdünken festzulegen, welche demokratisch gewählte Partei in der Regierung mitarbeiten darf und welche nicht. Das ist Amtsmissbrauch und wir werden sehen, wie der Herr Verhinderungspräsident (heißt das dann Präservativ?) sich aus dieser Zwickmühle, in die er sich vollmundig selbst hineingeschwindelt hat, wieder herauswursteln wird. Mit medialer Bloßstellung muss er nicht rechnen, aber wir werden es trotzdem erfahren.

  15. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Aber nicht doch! Politikerdarsteller bewegen sich sicherlich nicht und niemals in “Echoblasen”, das tun nur dumpfe Naivlinge wie wir, welche noch nicht ausreichend umerzogen wurden 😉

  16. sokrates9

    Solange die FPÖ es nicht schafft den ORF zu privatisieren werden sie wenig Chancen in Österreich haben! Da sitzen seit Jahren all die Hetzer und Intriganten die mit Perfektion die Bevölkerung manipulieren!
    Verstehe ähnlich wie Fragolin den Wahlkampf der FPÖ nicht! Warum lässt man sich immer auf uralte Karamellen ( War VdB´s Urgroßvater eventuell ein Nazi ??) ein anstatt zu fragen was müssen wir in der Zukunft tun! Kernkompetenz der FPÖ Islam, Flüchtlinge, Euroverfall, Türkei, EU – Philosophie von Umvolkungsaktionen bis diverse Hetzeparagraphen die für alle PC -Themen anwendbar sind, wurden verschämt tabuisiert! Mir haben viele Frauen in letzter Zeit sowohl am Land als auch in der Stadt erzählt, dass sie ihre Töchter nicht mehr alleine ausgehen lassen und sehr darauf achten was diese Anziehen!
    Solche Ängste wurden alle nicht aufgegriffen, die Refugee welcomefraktion – in der Mehrheit Frauen – haben begeistert van der Bellen gewählt! Ebenso die jungen Smartphonespieler, die sich zwar nicht mehr auf die Straße trauen, da sie befürchten von kulturellen Bereicherern zusammengeschlagen zu werden, aber die Onlineverbindungen funktionieren noch…

  17. Lisa

    @Selbstdenker: Ach, machen Sie sich mal keinesorgen um Italien! Die Italiener befinden sich in einer permanenten Krise – Dutzende von Regierunswechslen, und wursteln sich doch immer wieder durch. die wechseln auch nonchalant und mit entwaffnendemLächeln ihre Ansichten, ob fascho oder rosso, ob links oder rechts , ob Kirche oder Kommunismus – alles egal, Hauptsache, es ist irgendwo Geld zu machen, zu holen, zu stehlen, zu borgen – und auszugeben. Wahre Stehaufmännchen. Was Wunder, wenn meist die Sonne scheint und man auf einem so wichtigen Boden der Geschichte wohnt! Und tragen immer noch l’elmo di Scipio…

  18. mariuslupus

    @Fragolin
    Sollte die FPÖ Führung, Strache oder seine Spindokters, in der Lage sein so weit in voraus zu planen wäre das eine postive Überraschung. Längerfristig zu planen ist einen Fähigkeit die den aktuellen Politikerdarstellern völlig abgeht. Sollte Strache das Gegenteil beweisen, wäre das ein Grund ihn zum Bundeskanzler zu wählen. Diese Fähigkeit hat die letzte Generation der Bunskänzler nicht gehabt.
    Aber, Strache sollte die Rechnung nicht ohne Herrn Raucherbein machen. Dieser wird sich ganz sicher querlegen, und sagen nur über meine …….

  19. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Es gibt nur sehr wenig Bereiche in denen die Politik einen konstruktiven Beitrag leisten kann. In den meisten Fällen ist der politische Entscheidungsprozess dysfunktional. Die aktuelle Malaise ist dem egoistischen Vordringen der Politik in Bereiche geschuldet, in denen sie weder etwas zu suchen hat noch etwas zu leisten vermag.

    Ich habe es hier im Ortner Blog schon öfters erwähnt: das Gebot der Stunde wäre eine Bürgerrechtsbewegung gegen politische Belästigung.

    Wenn ein kleiner Haufen mit einer Identitätsstörung den restlichen 99,99% der Bevölkerung die Gender-Ideologie aufs Auge drücken kann, so sollte es kein Problem sein, wenn sich die geknechtete und verachtete schweigende Mehrheit über diesen Weg ihre Freiheiten zurückholt.

    Themen gäbe es genug; z.B. die Abschaffung der Meinungs-, Verhetzungs- und Diskriminierungsparagraphen.

    Ziel ist die Wiederherstellung einer bürgerlichen, privatrechtlich-organisierten Gesellschaftsordnung mit stark beschnittenem Einfluss der Politik.

  20. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    “Die aktuelle Malaise ist dem egoistischen Vordringen der Politik in Bereiche geschuldet, in denen sie weder etwas zu suchen hat noch etwas zu leisten vermag.”

    So ist es!
    Dafür aber, passend dazu!
    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/wirtschaftskommentare/5129861/Seid-ihr-jetzt-die-Regierung-oder-die-Opposition?_vl_backlink=/home/index.do
    Dort, wo die gewählten Politikerdarsteller aktiv sein sollten, wird lamentiert und seit Jahrzehnten von “man sollte, man möchte, wir werden etc.” gelabert.
    Dort jedoch, wo ihre Aktivitäten nur durch permanente Indoktrinierung -eben nicht Überzeugen- und ex lege “gerechtfertigt” werden können, laufen sie zur Hyperaktivität auf.
    Es werden eben keine Leitplanken begradigt und/oder errichtet, sondern es wird der Mittelstreifen -natürlich ohne jeden Sinn und Zwang- auf eine 6-spurige Autobahn ausgebaut.

  21. Thomas Holzer

    Bemerkenswert auch, daß keiner der internationalen Linken, egal ob von den Grünen, der SPÖ, einem Mitglied des Unterstützerkomitees und/oder namentlich ein Herr Misik, ein Herr Karas, eine Frau Glawischnig, ein Herr Häupl, ein Herr Kern et al. öffentlich monierten, daß sich “böse” Kapitalisten in die Politik einkaufen.
    Mir dröhnt der Aufschrei, die Kritik noch in den Ohren, als sich ein Herr Stronach in der österr. Politik -nicht nur- finanziell engagierte.
    Merke: anscheinend gibt es bei den Linken auch “gute, rechtschaffene (welch einer Widerspruch, sollte wohl linkschaffene heißen)” Kapitalisten, oder ist alles nur eine Frage der Gesamtsumme?! 😉
    Ein Schelm, wer Böses denkt.

  22. Reini

    Freu mich schon auf die nächsten Jahre, der Sauhaufen wird immer größer und das “dumme Volk” wird gegen ihre eigene Gutglaubenregierung demonstrieren. Wie bei einem Stallbrand – die Tiere laufen zurück direkt ins Feuer,… es ist mir nicht erklärbar warum das so ist,…

  23. wbeier

    @Thomas Holzer
    Was ist da bemerkenswert an der kapitalistisch/linken Symbiose ? Schon lange besteht eine massive Querfront zwischen internationalen Linken und international operierendem Kapital gegen den erklärten Gegner Eigenstaatlichkeit. „No borders“ ist der Kampfruf der Antifa genauso wie die Parole der Ostküste. Leben sie noch in den 70ern?

  24. wbeier

    @TH
    Um zu illustrieren was ich mit dieser gar nicht so neuen Art des symbiotischen Kampfes gegen den Nationalstaat meine, googeln sie einmal nach Ulrike Guérot. Eine prototypische Kreatur unter vielen des Neudenk, hochinteressant in ihren Verknüpfungen, Transatlantikerin, linksliberal, globalistisch, Referentin Forum Alpbach und nebenbei Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Uni Krems.
    Left Wing meets Globalism meets Capitalism
    Dazu ein Link von der sonntäglichen ARD-Sendung mit Minister Sobotka:
    https://www.facebook.com/wochenblick/videos/1222510141149333/
    Das sind die Archtekten der „brave new world“ die aus ihren think-tanks und universitären Elfenbeintürmen operieren die uns Unbehagen bereiten sollten. Das sind nicht mehr die 70er wo das ehrenhafte offene Visier noch zur politischen Auseinandersetzung gehörte.

  25. Thomas Holzer

    @wbeier
    Diese Frau ist der sprichwörtliche “pain i t a” 😉
    Erfreulicher Weise hat ihr vergangenen Sonntag wenigstens der Herr Schürmer halbwegs Paroli geboten, die Frau von der Leyen war mehr als nur nahe daran, vor ihr niederzuknien.

    “Lehrt” nicht auch ein gewisser Herr Filzmaier an dieser Donau-Universität?! 😉

  26. Herzberg

    @publisher

    Die Wortmeldung von Farage war tatsächlich extrem kontraporduktiv….

    Gräbt man tiefer, dann stellt sich heraus, wonach er unmittelbar vor der Wahl im zur Frage stehenden FoxNews-Interview nichts dergleichen gesagt hat (Text [1], vollständiges Video [2]). Tatsache ist, wonach seine Aussagen im Interview und im Zeitungsartikel gezielt ~gerahmt~ wurden mit einem einleitenden “Austria’s upcoming presidential election”. Explizit aber spricht Farage bei der Gelegenheit nur vom Referendum in Italien. Nicht eine Silbe über Austria oder einen Öxit, den Hofer als Präsident herbeiführen würde (“[Hofer] will be calling for Austria to have a referendum”). Ebenso erstunken und erlogen ist die Behauptung, Farage hätte Geld auf einen Kanditaten gesetzt.

    Anscheinend geht die Rechnung der Linken voll auf: Alarmismus und Mobilisierung durch perfiedes Erfinden respektive Verbiegen von Aussagen, und nun zum Abrunden noch eine auf Farage angefressene FPÖ, die ihn für die Niederlage verantwortlich macht. Praktisch, nicht wahr? — hatte der englischsprachige Mainstream im November Farage doch zum “leader of the opposition” in der EU hochgejubelt. Manipuliere, teile und herrsche. Same procedure as every year.

    Was sich ebenfalls bezahlt machte, nachdem es bei der letzten Wienwahl schon klappte, war das zwecks Mobilisierung faktenwidrige Behaupten eines Kopf-an-Kopf-Rennens durch den Mainstream. Oliver Pink räumte unlängst in der “Presse” ein, alle Umfragen im Herbst hätten VdB komfortabel vorne gesehen, was zugleich auch die Angriffigkeit Hofers im letzten ORF-“Duell” erklärt.

    [1] foxbusiness.com/politics/2016/12/02/nigel-farage-european-union-is-dying-before-your-very-eyes.html
    [2] youtube.com/watch?v=rPjTq80xPvU
    “Now the lesson they could have learned from that was that actually, nation states want to have a bit more of a say over their own lives. So they could have concluded, let’s hand back powers. Nope, they’re doing the opposite. They want to pull more and more powers to the center. I think the Eurozone is what’s really going to play out in this referendum on Sunday in Italy.”

  27. Selbstdenker

    @wbeier:
    Die “brave new world” firmiert unter dem Namen Neoprogressivismus.

    Um es kompakt auszudrücken: die neuen internationalistischen Sozialisten tun exakt das, was sie dem “neoliberalen” Phantom vorwerfen. Nur eben linksrum.

    Mit der Zerstörung von Wettbewerb und Arbeitsplätzen haben die Neoprogressiven überhaupt kein Problem, da sie sich ex lege als Gender-, Rassen-, Klima- oder Islambeauftragte selbst in die Chefetagen globaler Wirtschafskombinate reinsetzen. Hauptsache Macht.

    Und ihre Fußtruppen im grundsicherungsaffinen bzw. akademischen Milieu kann man in den sinnlosen Echokammern des Internets mit narzisstischer “Reflexion”, täglichem Fünfminuten-Hass gegen alles was nicht links ist, Denunzieren von erwerbstätigen Mitmenschen und Gesinnungs-Pornographie unterhalten.

  28. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Da gerade in der Stimmung (Fragolin würde tippen, betrunken 🙂 ), a real master piece!

  29. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Sehen Sie das nicht so schwarz.
    Ein anderes Werk vom großartigen Leonard Cohen eröffnet da eine neue Perspektive: First we take Manhattan.

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