Und immer neue Verbote: Verkaufsverbot für analoge Radios kommt

“….Radios, die ausschließlich UKW empfangen, dürfen künftig in Deutschland nicht mehr verkauft werden. Unter dieses Verkaufsverbot würde die Mehrzahl der herkömmlichen Autoradios oder Stereo-Anlagen fallen.” (hier) Ähnliche Überlegungen auch in Österreich (hier)

17 comments

  1. Thomas Holzer

    Wenn ein privater Verein (Verband der Privatradios) nach gesetzlichen Verboten ruft, dann wissen wir alle, daß der “freie Markt” nur noch als Schimpfwort existiert.

  2. Kluftinger

    Wenn das wirklich so kommen sollte, wie lange lassen wir uns das noch gefallen?
    Da grenzt Lobbyismus schon an Korruption?

  3. Hausfrau

    Nicht vergessen: das UKW/FM-System ist über 70 Jahre alt, auch wenn Stereo und manche Zusatzdienste erst später eingeführt wurden!
    Hintergrund für eine Umstellung ist auch der starke Hunger der Mobilfunkbetreiber nach weiteren Frequenzen, da bei den heutigen enormen Datenmengen die bisher benützten Frequenzbänder nicht ausreichen. Fest steht auch, dass das neue Radiosystem DAB+ wesendliche Vorteile sowohl für die Programmanbieter (mehr Kanäle und günstigere Sendekosten) und auch für die Konsumenten (bessere Empfangsqualität und viele Zusatzdienste) bringen. Im Großraum Wien (bis Wr. Neustadt bzw. Hollabrumm) gibt es seit zwei Jahren 15 Programme als Versuchssendungen über DAB+ zu hören, wird aber von den beiden UKW-Platzhirschen ORFund Kronehit boykottiert. Der Verkauf von entsprechenden Empfangsgeräten ist minimal, eigentlich eine Art Ei-Henne-Prinzip. Trotzdem wird empfohlen, nur mehr Kombigeräte für UKW und DAB zu kaufen.
    In einigen Tagen endet die Ausschreibung der Behörde, Interessenten für Sendeanlagen sowie Programmanbieter zu finden, welche ab 2018 fast ganz Österreich mit DAB+ abdecken sollen. Auch in den umliegenden Ländern wird schon eifrig auf DAB+ gesetzt. Norwegen begann nun schon, die UKW-Sender abzuschalten, auch die Schweiz hat schon einen Abschalttermin fixiert. In Vorarlberg können aus D und CH schon 90 Sender empfangen werden, wobei sogar der ORS (Tochter vom ORF) den Sendermast Pfänder diesen beiden Ländern teilweise zur Verfügung stellt!.

    P.S.: Einig sind sich ORF & Krone, dass bei noch mehr zur Verfügung stehenden Programmen der Anteil am limitierten Werbekuchen kleiner wird, daher muss DAB+ so lange wie möglich verhindert werden. Aber letztlich hat die KommAusstria und die Politik das Sagen, denn alle vergebenen UKW-Frequenzen sind zeitlich limitiert vergeben.
    P.S.: Noch etwas: als die EU es privaten Anbietern ermöglichte, Radio- und TV-Sendungen anzubieten, hat der ORF noch möglichst viele der freien schwächeren Frequenzen (diese werden in nationale, regionale und lokale je nach Sendestärke eingeteilt) beansprucht, um es den neuen Anbietern schwer zu machen, auf den Markt zu kommen.

  4. Marianne

    Kommentar meiner betagten Mutter, die Radio der Fernsehverdummung vorzieht: Grenzen könne sie nicht sichern, aber bei Glühlampen und Radios machen sie sich wichtig.

  5. Erich

    Ich habe dazu noch wichtige Fragen: Was kostet der Umbau der Auto-Radios auf DAB? Ist das dann ein neues Geschäfts- und Gewinnfeld für asiatische Anbieter? Gibt es Zusatzgeräte für den DAB-Empfang zu Hause am “alten” Tuner und was kosten diese? Wird es eine Rücknahmeaktion von reinen UKW-Radios geben, die gegen einen (wie hohen?) Aufpreis gegen DAB-fähige Radios ausgetauscht werden (ähnlich der Abwrackprämie in Deutschland vor Jahren)?
    Natürlich hat DAB viele Vorteile, aber so einfach wie beim Fernseher wird sich eine komplette Umstellung nicht machen lassen.

    Im Übrigen hat Dr. Bertold Heil bereits vor Jahren einen sehr kritischen und trotz der Länge sehr lesenswerten Artikel über DAB für die RTR geschrieben:
    https://www.rtr.at/de/inf/SchriftenreiheNr12016/Band1-2016.pdf

  6. Hausfrau

    @Erich 15:32 Uhr:
    Es gibt neben den Dualgeräten (UKW und DAB+) einige Zusatzgeräte am Markt. Für dass Auto haben sich solche bewährt, welche das empfangene Signal auf eine gewünschte (freie) UKW-Frequenz weitersenden, welche dann über das bisherige Autoradio empfangen werden kann (z.B. von Albrecht um € 100), Offizielle Autoradio-Erweiterung ist durch die Hersteller auch möglich, aber relativ teuer. Ebenso muss man in Österreich derzeit DAB-Wünsche bei Neubestellungen von Autos besonders bekanntgeben, was auch mit Zusatzkosten verbunden ist. An Eintauschprämien ist nicht gedacht, der sog. Digitalisierungsfond unterstützt aber neue Programmanbieter für eine limitierte Zeit. Die Programme werden in sog. Mux gesendet, welche je nach Bandbreite unterschiedliche Anzahl an Stationen aufweisen. Derzeit gibt es in Wien 1 MUX, vermutlich werden es 2018 für Österreich vorerst auch nur ein oder zwei (= ca. 15 bzw. 30 Programme) sein.

  7. Johannes

    Warum ist nicht beides möglich mit der freien Wahl des Bürgers für was er sich entscheidet?
    Ich möchte wissen was der wahre Grund dafür ist wenn es einen gibt dann sagt ihn uns und wir werden es verstehen. Wenn es darum geht das ihr EU-Bürokraten nur unser Bestes wollt dann ist das kein Grund sondern vertrottelte Bevormundung.

  8. Rennziege

    Die tun alle so, als wäre terrestrischer Hörfunk noch ein allgemein genutztes Medium. Isses aber nicht.
    Internet-Radio eventuell, dann aber via Smartphone. Auch das Fernsehen befindet sich auf stark absteigendem Ast. Heutzutage regieren Netflix, Amazon et al. mit intelligent geschriebenen und aufwendig produzierten Filmen und Serien den Markt. Kostet zwar ein wenig, erspart den Zuschauern aber die (leider zwangsfinanzierte) Überschwemmung mit rotgrünen Plots und gutmenschlicher Indoktrination.
    Die alten Kanäle sind hoffnungslos obsolet geworden, mitsamt ihren wider besseres Wissen fürstlich durchgefütterten Funktionären. Aber die haben’s noch nicht kapiert.

  9. Johannes

    @Marianne würde ihre Mutter als Kandidatin für das EU Parlament, nein als Kommissionspräsidentin sofort wählen;

  10. Johannes

    @Hausfrau
    Jetzt ist der Groschen bei mir gefallen, danke. Digital kann nur empfangen wer dafür bezahlt, UKW und Mittelwelle waren, von der Radio und Rundfunkgebühr abgesehen, frei.

    Schade als Kind habe ich wie ein Abenteurer versucht auf Mittelwelle so viele Länder und Sprachen wie möglich zu empfangen, es war wie eine Reise in ferne Länder wäre schade wenn diese Möglichkeit verloren ginge.

  11. Weninger

    @Johannes
    In ÖSterreich gibt es praktisch noch gar kein digitales DAb radio wie in Deutschland. heute besteht im Unterschied zum verrauchten Mittel- und Kurzwellenradio (das auch ich einst horchte), tausende(!) Stationen über Internet gratis und in bester Qualität zu hören.

  12. Hausfrau

    Wie hier sschon erwähnt wurde, ist Radioempfang heutzutage vorwiegend “Hintergrundgeräusch”, besonders bei den Jugendlichen und Erwachsenen bis 40 hat das Smartphone Radio und TV ziemlich verdrängt. Mittelwelle, Lngwelle und Kurzwelle sind eigentlich fast tod und durch DAB+ versucht man mit neuem Qualitätsstandard die verbliebenen UKW/FM-Radiohörer zu erhalten. Diese Umstellung begrüßen in erster Linie die Mobilfunkbetreiber (welche auf die bisher benützten Frequenzen gieren), die Geräteindustrie (welche sich Millionen an verkauften Empfängern verspricht) und neue Programmanbieter, welche bisher immer bei den seltenen UKW-Frequenzangabeen zu kurz kamen.
    Ich würde in diese Sparten aber nichts investieren, denn die Zukunft gehört – wie schon erwähnt – den “All-in-One”-Geräten, genannt “Smartphone”, welche sogar mit speziellen Apps heute schon Radioprogramame empfangen können.
    Ein alter Marketinggrundsatz lautet, die potentiellen Kunden dort zu treffen und abzuholen, wo sie sich derzeit befinden. Und dies ist eindeutig das Smartphone, womit viele täglich stundenweise beschäftigt sind.

  13. Oliver H.

    @Weninger

    “In ÖSterreich gibt es praktisch noch gar kein digitales DAb radio wie in Deutschland.”

    Das ist richtig und erklärt sich zugleich mit der diesbezüglichen Passivität des ORF. In Deutschland hatten sich die öffentlich Rechtlichen frühzeitig den ersten landesweiten Mux gesichert, gestern wurde der zweite vergeben an ein Konsortium rund um ‘Deutschlandradio’. Widerstand gegen das Ausschreibungsverfahren kam vom VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien), was die zuständige Ministerin Bär zur zynischen Aussendung veranlaßte, alle Marktbeteiligten seien sehr zufrieden, bis auf VPRT.

    bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/DG/aktionsplan-digitalradio.html
    Der gefundene Kompromiss berücksichtigt die Interessen der Marktbeteiligten in ausgewogener Form und wird einzig vom Verband privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) nicht mitgetragen.

    06.06.2017, wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/medien/896538_Radio-ohne-Limit.html
    “Doch in den kommenden Tagen wird – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – die Zukunft des Radios in Österreich neu definiert. Noch bis zum Montag haben künftige Betreiber der digitalen Sendetechnik Zeit, sich um den Betrieb der sogenannten Multiplexe zu bewerben.Doch in den kommenden Tagen wird – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – die Zukunft des Radios in Österreich neu definiert. Noch bis zum Montag haben künftige Betreiber der digitalen Sendetechnik Zeit, sich um den Betrieb der sogenannten Multiplexe zu bewerben.”

    vprt.de/verband/presse/pressemitteilungen/content/privatradios-verlassen-digitalradio-board-des-bundesverkeh

  14. Oliver H.

    @Hausfrau

    “Ein alter Marketinggrundsatz lautet, die potentiellen Kunden dort zu treffen und abzuholen, wo sie sich derzeit befinden. Und dies ist eindeutig das Smartphone, womit viele täglich stundenweise beschäftigt sind.”

    Dieses Smartphone-Argument greift zu kurz, siehe auch den oben schon gebrachten Einwand der privaten Telemedienbetreiber.

    Wenn man dem Staat schon ein plausibles Mitspracherecht einräumt über ein allgemeines Gut, im Anlaßfall Sendefrequenzen innerhalb eines Territitoriums, dann ist es allein Aufgabe der Käufer dieser Lizenzen darüber zu entscheiden, wie sie diese nutzen. Was Deutschland aber aktuell macht ist so abwegig, als hätte es vor Jahren Telekomprovider zu einem ganz bestimmten GSM-Standard XY verpflichtet und zugleich Telephonherstellern vorgeschrieben, diese zu unterstützen mit der gleichzeitigen Auflage, ein bestimmtes Protokoll werde (analog zu UKW im Jahr 2025) abgeschaltet.

    Nach der Energiewende ist das schon die zweite wahnwitzige Schlinge am Hals der Wirtschaft, von anmaßenden Idioten geknüpft und im Anlaßfall zum Vorteil von staatshörigen Medien und lobbyierenden Herstellerverbänden.
    Apropos und damit es nicht in Vergessenheit gerät: Das demnächst für Autos in der EU verpflichtende eCall-System ist dieselbe Box, mit der die EU ihre Mautpläne umsetzen wird. Einmal mehr Big-Brother und Industrie harmonisch Hand in Hand.

  15. Hausfrau

    Oliver H.:
    In Österreich gibt es schon DAB-plus-Programme zu empfangen. Im Großraum Wien seit über 2 Jahren und in Grenznähe solche aus dem benachbarten Ausland (im Großteil von Vbg, Sbg und OÖ).
    Es wird mit der Umstellung von Analog- auf Digital-Radio – anders als beim ORF-TV – niemand gezwungen, sofort neue Empfangsgeräte zu kaufen. Vielmehr ist ein über 10-jähriger Paralleldienst sowohl auf UKW als auch auf DAB+ vorgesehen. Wer eben die neuen Programme und Dienste nicht in Anspruch nehmen will, der soll bei “seinem UKW” bleiben.
    Viele technische Fortschritte/Entwicklungen ersetzen andere Systeme. Telegramme und Fernschreiber wurden durch Faxgeräte ersetzt, was auch schon wieder bald durch Mails der Vergangenheit angehört. Analoge Kameras wurden digital ersetzt, nun macht man fast alles mit dem Smartphone, Diapositivfilme sind nur mehr schwer zu bekommen usw. usw. So ist das Leben.

  16. Oliver H.

    @Hausfrau

    “In Österreich gibt es schon DAB-plus-Programme zu empfangen. Im Großraum Wien seit über 2 Jahren und in Grenznähe solche aus dem benachbarten Ausland (im Großteil von Vbg, Sbg und OÖ).”

    Das widersprich der Darstellung nicht, es gäbe in Österreich praktisch (im Sinne von: so gut wie) kein Digitalradio. Die Erklärund dafür ist trivial, nämlich daß aktuell noch ein Pilotversuch läuft (siehe digitalradio-oesterreich.com/)

    “Viele technische Fortschritte/Entwicklungen ersetzen andere Systeme (..)”

    So sieht’s aus.

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