Verschwörungstheorie der Woche

Ein Gustostück aus diesem Genre liefert uns der verschwörungstheoretisch hoch kompetente deutsche “Koop”-Verlag: wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel an einem globalen Crash arbeitet, um danach die Macht zu übenehmen. Großes Damentennis das! (hier, wird bei Gelegenheit fortgesetzt)

7 comments

  1. Thomas Holzer

    “KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt”

    ha, da haben wir aber gelacht. Weil dieses Pamphlet nicht an die Presse verschickt wird, erfährt auch keiner in den Redaktionsstuben, was von “Kopp Exklusiv” berichtet wird 😉

    Was all dies jedoch mit “Großem Damentennis” zu tun hat, bleibt mir verborgen

  2. Selbstdenker

    Gewinn aus Desinformation und Angst. Ein offenbar momentan sehr einträgliches Geschäft für den Kopp-Verlag, Weltverschwörungs-Autodidakten, Anlage-Gurus und Politikern.

    Würden nur die Käufer dieser Publikationen geprellt, so könnte man über diese Narren kopfschüttelnd lachen. Allerdings richten diese Damen und Herren im öffentlichen Diskurs enorme Flurschäden an.

    Qua­si­re­li­gi­öse Eiferer und deren ebenso quasireligösen Gegen-Eiferer werden so immer wieder mit neuem Treibstoff versorgt. Damit werden Diskussionen über Sachthemen zu Glaubenskriege gemacht, bei denen jeder Schlag unter die Gürtellinie erlaubt ist und nachprüfbare Fakten nur stören.

    Anschauliche Beispiele: Euro, Erderwärmung, Political Correctness und die weltweite “IWF-Einmalabschöpfung”. Versuchen Sie einmal über diese Themen sachlich zu diskutieren.

  3. Christian Peter

    Offenbar gibt es für solche Bücher einen Markt – es soll Schlimmeres geben. Etwa Verlage und Medien, die vorgeben, seriöse Informationen zu liefern und dafür Unsummen Steuergeld beanspruchen, wie fast die gesamte Medienlandschaft Österreichs.

  4. Graf Berge von Grips

    Colole Eigenwerbung dieses Fake … 🙂

    Das Bild aus einer Fernsehwerbung zu verwenden ist aber schon ein bisser’l starker Tobackkkkk….

  5. Mourawetz

    Da hat sich jemand seinen ganz persönlichen Feind zusammengeklittert. Stellenweise weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll. z.b.:” Durch ununterbrochenes Gelddrucken höhlt die »Bank der Zentralbanken« Währungen in aller Welt aus.” Aha, endlich, kommt die Wahrheit ans Licht: die BIZ kann also Dollars oder Yen drucken. Selten so gelacht. Dabei warnt die BIZ vor einer zu lockeren Geldpolitik! Saudumm und brandgefährlich dieser Kopp-Verlag und seine Jünger.

  6. Christian Peter

    @Mourawetz

    immerhin findet der Kopp – Verlag ohne Subventionierung aus Steuermitteln das Auslangen – keine Selbstverständlichkeit in der Bananenrepublik Österreich.

  7. gms

    Mourawetz,

    selbst falls der Kopp-Verlag tatsächlich nicht die schärfsten Messer in seiner Schublade versammelt hat, oder von der Mehrzahl dessen Veröffentlichungen ein gewisser Übertreibungsaufschlag abzuziehen ist — Ihre obige Einschätzung trifft ebenfalls nicht ins Schwarze.

    Der Darstellung, die BIZ würde selbst Geld drucken, wurde bereits im eingehenden Absatz widersprochen [1]. Nachfolgende Sätze, die Gegenteiliges nahelegen, sind mit etwas gutem Willen leicht als sprachliche Tippfehler erkennbar.

    Daß weiters die BIZ vor expansiver Geldpolitik und einem möglichen Crash gewarnt hätte, ist kein Widerspruch. Viel mehr sollte uns zu denken geben, wenn dieselben Leute als Führung der BIZ auf der einen Seite etwas sagen, und auf der anderen Seite als Spitzen der jeweiligen Zentralbanken Gegenteiliges praktizieren. Gäbe es diesen Konnex [2] nicht, könnte man Warnungen der BIZ tatsächlich in Ihrem Sinne werten.

    Flankierend kommt als kommunizierte Crash-Ursache der BIZ die Verschuldung der Staaten hinzu, die man, so die Parole, nicht mehr weiter würde stützen können. Zugleich wird durch die Zentralbanken eben dieses betrieben, sprich der Junkie wird konsequent mit jenen Drogen versorgt, von denen man offen deklariert aussprach, sie würden ihn umbringen.

    Vor dem Untergang warnen, und selbigen zugleich herbeiführen, ist, so man diese Absicht für möglich hält, eine recht geschickte Vorgangsweise. Die einzelnen und versagt habenden Zentralbanken wird es zerbröseln, und die hellsichtige BIZ bleibt übrig. Was übrigens von den Warnungen der BIZ zu halten ist, macht ein Interview mit dessen gegenwärtigem Chairman, Christian Noyer klar, der 2012 EZB-Ratsmitglied war [3]

    Die ganze Sache stinkt gewaltig. Um das zu erkennen, braucht man die Schriften des Kopp-Verlages noch garnicht gelesen zu haben.

    [1] “Was die Führungsspitze der BIZ hinter verschlossenen Türen vereinbart, wird über die Zentralbanken direkt umgesetzt. Denn dort wird die Vergabe von Krediten geregelt. Dort werden die Leitzinsen festgelegt. Dort wird Geld gedruckt und in die Märkte gepumpt …”

    [2] bis.org/about/board.htm
    The Board of Directors may have up to 21 members, including six ex officio directors, comprising the central bank Governors of Belgium, France, Germany, Italy, the United Kingdom and the United States. Each ex officio member may appoint another member of the same nationality. Nine Governors of other member central banks may be elected to the Board. [..]
    The BIS Board of Directors; Chairman: Christian Noyer, Paris

    Mark Carney, London; Agustín Carstens, Mexico City; Luc Coene, Brussels; ***Jon Cunliffe, London; Andreas Dombret, Frankfurt am Main; **Mario Draghi, Frankfurt am Main; William C Dudley, New York; Stefan Ingves, Stockholm; Thomas Jordan, Zurich; Klaas Knot, Amsterdam; Haruhiko Kuroda, Tokyo; Ann Le Lorier, Paris; Stephen S Poloz, Ottawa; Raghuram Rajan, Mumbai; Jan Smets, Brussels; Alexandre A Tombini, Brasília; Ignazio Visco, Rome; Jens Weidmann, Frankfurt am Main; **Janet L Yellen, Washington; Zhou Xiaochuan, Beijing

    [3] faz.net/aktuell/wirtschaft/frankreichs-notenbankchef-noyer-nur-eine-waehrung-die-fortbesteht-ist-stabil-11896418.html

    Frage: Mit der Ankündigung von unbegrenzten Staatsanleihen-Käufen betritt die EZB neues, unbekanntes Territorium. Können Sie sich dabei als Zentralbanker wohl fühlen?
    Christian Noyer: Auf jeden Fall, denn wir bleiben innerhalb unseres Mandats, die Geldwertstabilität im ganzen Euroraum zu sichern. Es hatte sich auf den Märkten die Vorstellung gebildet, dass der Währungsraum zusammenbrechen könnte, daher funktionierte die Transmission unserer Geldpolitik nicht mehr.

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