13 Gedanken zu „Versteckt Euch nicht hinter der Religionsfreiheit!

  1. Christian Peter

    Des Soto zieht die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Krise : Man sollte
    Banken endlich das Privileg der Geldschöpfung entziehen und stattdessen
    ein Vollgeldsystem etablieren.

  2. FDominicus

    Vollgeld hört sich mal nicht schlecht an, aber ich befürchte Sie wollen dazu die Zentralbanken behalten. Dem kann ich nichts abgewinnen…

  3. begges

    @Christian Peter

    Aus dem Artikel:„Es ist zwingend, dass die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger die Kreditvergabe im Auge behalten und intervenieren, wenn die Kredite für unproduktive, spekulative Zwecke verwendet werden“

    Diese Behauptung ist purer Unsinn:

    Zentralgelenkte Geldschöpfung (“Monetative”) wird genau so wenig Positives für die Gesellschaft leisten, wie das real existierende Teilreservesystem, das Banken in einem Zustand des Bankrotts agieren lässt, da ständige Absicherung durch die legale Konkursverschleppungs-Institution Zentralbank gegeben ist!
    Kein Mensch kann wissen – also auch keine zentrale Behörde – wie die Präferenzen der Menschen ausgerichtet sind, d.h. wie hoch die Prämie für die Leistung des Sparens zu sein hat – somit führt jede zentrale Planung von Zinsen und Geldmengen zu Verzerrungen von Preisverhältnissen, die sich in Form von Preis-Blasen erst im Nachhineinen – also nach deren Platzen – bemerkbar machen. Im Artikel ist das Augenmerk auf Kredite und Geldschöpfung gerichtet, obwohl die Voraussetzung für Kredite nur das Sparen sein kann – und nicht die Geldschöpfung!
    Jedes Handeln einer solchen zentralen Behörde ist eine Form von Gewalt, sie interveniert in Vertragsverhältnisse, die eigentlich nur die wirklich beteiligten Menschen zu gestalten haben.
    Das eigene Interesse der Technokraten sich die Pfründe zu sichern, kann politisch willfährige Entscheidungen mehr als begünstigen. Aktuell handelt keine Zentralbank diese Welt wirklich unabhängig.

    Verfechter der sog. “Monetative” bzw. andere Formen zentraler Geldschöpfung scheinen weder aus der Geschichte etwas gelernt, noch irgendein tieferes Verständnis für Marktwirtschaft zu haben.

    Nur eine marktwirtschaftliche Geldordnung kann die Krisenzustände beseitigen: Abschaffung des Geldmonopols des Staates, Beseitigung aller zentralen Planung, Findung von Zinshöhen, Geldformen und Geldmengen den Menschen überlassen! Die Notwendigkeit des planvollen wirtschaftliches Handelns wird in einem Prozess jede “billige Geldform” ausschliessen.

  4. Christian Peter

    @begges

    Ich fürchte, viele erwarten sich zu viel von Währungswettbewerb. Sinnvoller
    erscheint die Rückkehr zu einem Goldstandard und die Beseitigung des Teil-
    reservesystems, denn auch in einem Zustand freien Währungswettbewerbs
    werden sich stets gedeckte Währungen durchsetzen.

  5. gms

    begges :
    Im Artikel ist das Augenmerk auf Kredite und Geldschöpfung gerichtet, obwohl die Voraussetzung für Kredite nur das Sparen sein kann – und nicht die Geldschöpfung!

    Die ganze Debatte leidet, wie gleichfalls der von Christin Peter eingebrachte Handelsblatt-Artikel, an unpräsisen Begriffen und der damit einhergehenden Vermengung unterschiedlicher Belange. Das erwartbare Ergebnis ist heillose Verwirrung.

    Geldschöpfung ist das eine — die Verbriefung von Forderungen etwas völlig anderes! Das Privileg, Geld zu schaffen und dafür Eigentum zu erwerben, haben bloß Zentralbanken. Geschäftsbanken im Gegensatz dazu können nur dann Geld schaffen, wenn sie zugleich hierfür Forderungen an Werthaltigem erhalten. Entpuppt sich das Werthaltige als unzureichend und fällt der Schuldner um, so muß die Geschäftsbank diesen Fehler (=falsche Einschätzung des Risikos) zu Lasten der Eigentümer der Bank korrigieren.

    Anschaulich wird dieser gravierende Unterschied in dem banalem Faktum, wonach Banken Schulden untereinander einzig und allein mit Zentralbankgeld begleichen oder alternativ dazu Gold oder sonstiges tatsächlich Werthaltiges überschreiben. Giralgeld ist nichts, von dem der Gesetzgeber sagt, es sei tatsächlich wertvoll!

    Die Flappsigkeit, zur faktischen Geldschöpfung aus heißer Luft (Generierung der Geldmenge M0) nicht nur umgangssprachlich, sondern sogar in vorgeblich ökonomisch hochstehenden Debatten denselben Begriff zu verwenden, wie zu verbrieften Forderungen (M1 bis Mx) ist intellektuell letal.

    Die Vorraussetzung für Kredite ist einzig die Existenz von Werthaltigem, das wiederum als Deckung für das umlaufende Geld dient. Zentralbankgeld deckt sich selbst, weil der Staat dies behauptet. Exakt das ist die Pointe.
    Darauf vertrauen (lat. credere), daß man als Bank zur Deckung des 500.000 Euro Kredites keine Hinterholz-8-Hütte in die Bilanz bekommt, muß nur eine Geschäftsbank.

    Warum? – Hinter Zentralbanken steht das Zwangskollektiv der Bürger. Fehlerhaftes oder unredliches Verhalten fällt auf das Kollektiv zurück, ohne daß dieses sich irgendwie wehren könnte.
    Demgemäß ist die Forderung nach einer ausschließlich zentralen Quelle des Geldes das Dümmste, was man in diesem Kontext vorbringen könnte, ist doch statt dessen einzig und allein der gegenteilige Ansatz stimmig, wonach bloß Geschäftsbanken für Fehler geradestehen müssen — mit dem leidigen Nachatz: Wenn die Politik endlich mal ihre Finger vollständig aus dem Geldwesen nimmt und unkorrekt agierende Banken den Markt verlassen müssen.

    Was auch immer dann noch an sog. Blasen oder vergleichbaren Verwerfungen in einem rein privaten Geldwesen entstünde, wäre die Konsequenz unzähliger Einzelirrtümer. Diese Konsequenz wiederum kann allein aus ihrem Wesen heraus niemals die Heftigkeit monoplisierter Irrtümer annehmen.

  6. gms

    Christian Peter :
    Ich fürchte, viele erwarten sich zu viel von Währungswettbewerb. Sinnvoller erscheint die Rückkehr zu einem Goldstandard und die Beseitigung des Teilreservesystems, denn auch in einem Zustand freien Währungswettbewerbs werden sich stets gedeckte Währungen durchsetzen.

    In einem auf Wettbewerb basierenden System ist die Frage nach Teilreserve oder nicht belanglos. Ob das Geld weiters mit Gold, Ziegelsteinen oder Reis gedeckt ist, ist ebenfalls unerheblich. Entscheidend ist einzig, ob eine Geldausgabestelle das per Kredit Geschaffene wieder einsammeln kann und alle Forderungen rechtzeitig bedient. Kann sie das nicht, verlieren die Eigentümer ihr eigenes Werthaltiges. Das ist der Preis für nicht marktkonformes Verhalten. Nicht der Inhalt der Spielregeln entscheidet, sondern deren Einhaltung.

    Stellen Sie sich eine jungfräuliche Privatbank ohne nennenswertes Eigenkapital vor. Dann kommt jemand zu dieser Bank und bietet sein Haus als Pfand für den Betrag x. Die Bank vergibt den Kredit, als Rücklage verbleibt das vollständige Eigenkapital, das wiederum nur einen kleinen Teil von x ausmacht. Wir haben nur diesen einen Geschäftsfall in den Büchern.

    Nach einiger Zeit stellt sich das Haus als vollkommen wertlos heraus, der Kredit fällt vollständig aus. Was nun? Abstrakt gesprochen schuldet die Geschäftsbank der Allgemeinheit den Betrag x. Griffiger als die Frage, ob die Bank nun tatsächlich x aufbringen kann oder bloß die reservierte Rücklage, ist jene danach, /wem/ sie etwas zur Begleichung dieser Schuld übertragen muß. Dem Staat? Der Wohlfahrt? Selbst wenn die Deckung 100% gewesen wäre — wer bekommt sie, wenn die Bank durch ihre Fehleinschätung aus dem Markt ausscheidet?

    Der zweite gravierende Mangel am aktuellen Geldsystem ist neben dem Zentralbankmonopol die Tatsache, daß gegenwärtiges Geld kein Mascherl hat. Ein auf tatsächlichem Wettbewerb basierendes Geld muß zwangsweise unterscheidbar und damit auf seine Ausgabequelle rückführbar sein. Begünstigte der Deckung können wiederum einzig die Geldinhaber sein.

    Das Geld unserer oben skizzierten Kleinstbank wäre nach dem Kreditausfall um den entsprechenden Faktor entwertet. Wer auch immer davon etwas besitzt, erleidet einen anteiligen Verlust. Wie hoch daher der Deckungsgrad ist und wodurch die Deckung besteht, ist nebensächlich, solange die Verwender eines bestimmten Geldes sich des Risikos bewußt sind, daß das Geld durch Fehler der Ausgabestelle an Wert verlieren kann.

    Wettbewerb bedingt Unterscheidbarkeit nach allen denkbaren Kriterien. Nachdem Gold definitiv nicht das einzige von Wert ist, ist in einem privaten Geldwesen mit echter Konkurrenz so ziemlich alles denkbar. So sind durchaus Konstellationen denkbar, in denen gute Ausgabestellen den Wert des im Umlauf befindlichen Geldes sogar nachhaltig steigern können. Nämlich dann, wenn Banken tatsächlich den richtigen Unternehmungen vertrauen und das ausgebene Geld wiederum durch die Bank selbst gedeckt ist.

    Ob Geld dann in einem Extremfall ein Hinterlegungsschein für eine bestimmte Menge Gold ist, oder im anderen Extremfall eine Aktie an einem Unternehmen — who cares? Ob dann jemand nach Gold schürft, oder ein Unternehmen selbst neue Aktien ausgibt (Zertifizierung) und sich diese Emmissionen gar erst verspätet abgelten läßt (Kredit) — all das ist denkbar, all das ist plausibel und fürs Wirtschaften zweckmäßig.

  7. Christian Peter

    @gms

    Nicht Zentralbanken sind Wurzel des Übels, sondern das Privileg der Ge –
    schäftsbanken, Geld zu schöpfen. Das Free Banking – Geschwafel ist um-
    sonst, denn ohne Beseitigung des Teilreservesystems ist mit einer Geld-
    reform kein Blumentopf zu gewinnen.

  8. Christian Peter

    @gms

    Das Teilreservesystem führt unweigerlich zu einem Zentralbanksystem als
    Kreditgeber letzter Instanz, da Banken in einem solchen System stets fak-
    tisch insolvent sind. Solange Kredite nicht durch Ersparnisse gedeckt sind,
    werden Konjunkturzyklen und Wirtschaftskrisen zudem nicht ausbleiben :
    Die Frage nach einem Vollgeldsystem oder Teilreservesystem ist somit
    entscheidend, nicht die nach Bankfreiheit oder einem Zentralbanksystem.

  9. Christian Peter

    @begges

    Verzeihung, habe Sie falsch verstanden, Währungswettbewerb ist richtig
    (bei Beseitigung des Teilreservesystems). Dennoch ist jede Form von Voll-
    geld (auch Monetative) einem Teilreservesystem vorzuziehen : Letzteres
    ist leichter durchsetzbar, denn das Notenmonopol wird sich der Staat mit
    Sicherheit niemals nehmen lassen.

  10. gms

    @Christian Peter

    Die Idee eines “Kreditgebers letzter Instanz” ansich ist schon absurd genug — im Kontext einer zugleich von Ihnen geforderten 100%igen Deckung verkommt diese Vorstellung jedoch vollends zum Bullshit kosmischen Ausmaßes.

    Fast könnte man an eine gezielte Aktion der kommunistischen Jugend zur Unterwanderung des Ornter-Blogs glauben, wenn manch selbsternannte Liberale ausgerechnet im Herzen des Wirtschaftskreislaufes ein zentrales Irrtumsmonopol walten sehen wollen, und hierfür mit der für Linke typischen Ignoranz Widersprüchliches bis zum Erbrechen runterbeten, ohne zugleich auch nur mit einer einzigen Silbe auf das Dargelegte einzugehen.

  11. Christian Peter

    @gms

    Worüber sollte man sich mit Ihnen eigentlich unterhalten ?
    Von Recht und Wirtschaft scheinen Sie nicht die Bohne zu verstehen.
    Nennen Sie mir ein Thema, damit wir in Zukunft wieder miteinander
    kommunizieren können.

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